Nebenkosten Rückforderung

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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Horns
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Nebenkosten Rückforderung

Ungelesener Beitragvon Horns » 08.09.2018, 18:13

Hallo zusammen,
folgende Situation:
Meine Mutter ist Rentnerin und bezieht Grundsicherung nach SGB XII. Ich selbst bin in normalem Arbeitsverhältnis.
Wir teilen uns eine Mietwohnung, die Kosten werden jeweils von uns zu je 50% getragen. Strom und Telefon übernehme ich.

Die Kaltmiete ist unstrittig zu je 50% aufgeteilt. Knackpunkt sind die Nebenkosten:

Gesamt-NK waren letztes Jahr in Summe: 3486,44 Euro
Gezahlt wurden von uns zusammen: 3840,00 Euro
Die Zahlungen gehen von meinem Konto ab. Meine Mutter überweist an mich jeden Monat einen NK-Betrag von 125,00 Euro
Ich überweise an den Vermieter mehr als die 50% Eigenanteil, um Nachzahlungen zu vermeiden.

Jetzt schickt das Sozialamt eine Rückforderung per einmaliger Reduktion des Folgebetrages um 138,14 Euro.

Wenn ich die Zahlen durchrechne, komme ich auf zwei Ergebnisse:
1. Ich schenke der Stadt jeden Monat Geld, da die Stadt den notwendigen Anteil der Nebenkosten nicht vollständig übernimmt und ich den fehlenden Teil aus eigener Tasche übernehme
2. Im Gegenzug behält die Stadt von meiner Mutter noch Geld ein

Ich bin da etwas irritiert. Kann mir das jemand erklären?

Viele Grüße und Danke im Voraus!
Zuletzt geändert von Horns am 08.09.2018, 18:26, insgesamt 2-mal geändert.

Ghostwriter
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Re: Nebenkosten Rückforderung

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 08.09.2018, 18:29

Guten Tag @Horns,

ich lese richtig (?), als 2 Personen-Haushalt habt ihr an Nebenkosten 3.486,44 €. (Finde ich extrem hoch!)

Aber wenn "pro Kopf" gerechnet wird, sind es für jeden 1.743,22 €/jährlich, bzw. 145,27 €/monatlich. Du überweist an den Vermieter die komplette Summe und deine Mutter zahlt dir als Abschlag 125,- € / mtl.

Würde "nach Adam Riese" bedeuten, deine Mutter muss dir noch 242,22 € zahlen und deine Mutter müsste vom Grundsicherungsträger die gleiche Summe erhalten.

Wie kommen jetzt die 138,14 € Rückforderung ins Spiel?

Deine Fragen ....
Horns hat geschrieben:1. Ich schenke der Stadt jeden Monat Geld, da die Stadt den notwendigen Anteil der Nebenkosten nicht übernimmt und ich den Teil übernehme
2. Im Gegenzug behält die Stadt von meiner Mutter noch Geld ein


....kann ich so nicht verstehen!

LG Ghostwriter
Zuletzt geändert von Ghostwriter am 08.09.2018, 18:31, insgesamt 1-mal geändert.

Horns
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Re: Nebenkosten Rückforderung

Ungelesener Beitragvon Horns » 08.09.2018, 18:41

Hallo Ghostwriter,

Du bist schon ganz auf meiner Linie mit meinen Punkten 1 und 2.

Wie die Rückforderung des Sozialamts ins Spiel kommt? Die haben unsere beiden gezahlten Beträge genommen, die ins Verhältnis gesetzt (Meine Mutter: 39,06% der Gesamtsumme, ich 60,94% der Gesamtsumme) und dann dieses Verhältnis auf den zurückgezahlten NK-Betrag angewendet - und daher kommt dann die Forderung.

Das stimmt zwar rechnerisch, aber da muss doch ein Pferdefuß sein - schließlich habe ich ja den Überschussbetrag komplett aus eigener Tasche bezahlt.

Viele Grüße,

Horns

Ghostwriter
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Re: Nebenkosten Rückforderung

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 08.09.2018, 22:09

Hallo Horns,

ist schon eine verrückte Aufteilung (Verhältnis), was das Sozialamt da berechnet hat.

Aber, wenn du im Eröffnungspost schreibst , das die Miete 50/50 geteilt wird, warum dann diese große Differenz in den Nebenkosten. Deine Mutter bezahlt 1.500,- € im Jahr, du aber 2.340,- €.

Da kann man als "Querdenker" schon auf die Idee dieser verrückten 39,06%/60,94% Aufteilung kommen.

Da die Behörden immer sparen wollen, sind die bestimmt davon ausgegangen, das die Aufteilung so gewollt ist und rechnen dann eben auch so ab.

Beantwortet aber noch nicht meine Frage, warum die NK überhaupt so hoch sind, oder sind die NK incl. Heizung?

Gruß GW

Horns
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Re: Nebenkosten Rückforderung

Ungelesener Beitragvon Horns » 09.09.2018, 11:14

Hallo Ghostwriter,

Ja, das sind NK inklusive Heizung (Zentralheizung) und Fahrstuhl - daher die Höhe.

Aber wie kann ich der Sachbearbeiterin glaubhaft darlegen, dass wir die Nebenkosten (wie die Kaltmiete ja auch) im 50/50 Split teilen und der "Überschuss" allein mir zuzurechnen ist? Muss ich dazu wirklich meinen eigenen Anteil praktisch auf 50% herunterfahren und dann eine NK-Nachforderung bei der Stadt einreichen?

Das wäre, ehrlich gesagt, dämlich. Dämlich für mich... und teurer für die Stadt.

Viele Grüße,

Horns
Zuletzt geändert von Horns am 09.09.2018, 11:15, insgesamt 1-mal geändert.

Heinrich
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Re: Nebenkosten Rückforderung

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 09.09.2018, 12:34

Hallo Horns,

ob irgendetwas für die Stadt teuer ist oder wird, sollte Dir wurscht sein.

Wenn ich richtig verstanden habe, teilst Du Dir mit Deiner Mutter die Nebenkosten je zu 50%, und dadurch, daß Du Deinen Anteil zur Vermeidung von (hohen) Nachzahlungen 'aufstockst', relativieren sich Eure NK-Anteile auf ca. 40%/60%?

Eigentlich müßten die SB anhand der NK-Abrechnungen bzw. anhand des Mietvertrages und anhand Eurer Kontoauszüge sehen, wie sich die NK-Verteilung aufschlüsselt bzw. wer wieviel zahlt. Daraus sollte dann auch hervorgehen, daß Du eigeninititiv Deinen Anteil etwas erhöht hast.

Ich habe noch nie eine Rückforderung von Sozialamt oder Jobcenter bekommen und weiß dehalb nicht ob man dagegen Widerspruch einlegen kann? (sollte dem Bescheid zu entnehmen sein!)

Ich glaube verstanden zu haben, um was es geht, und würde Deiner Mutter ggf. empfehlen, die Rückforderung einer Rechtsberatung vor Ort vorzulegen.

Du kannst ja vorher noch versuchen, der Behörde schriftlich den Sachverhalt genau so darzulegen, wie Du es hier getan hast. Falls aber eine Widerspruchsfrist eingehalten werden muß, würde ich nicht zu lange auf Antwort warten.

Eigentlich sollte jedoch der Abgleich Mietvertrag/NK-Rechnung vs. tatsächliche Zahlungen ausreichen, um gegenüber der Behörde Lichts ins Dunkel zu bringen.

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

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Re: Nebenkosten Rückforderung

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 09.09.2018, 13:55

Hallo Horns,

du musst doch (hoffentlich) mit deiner Mutter irgend etwas schriftlich vereinbart haben, bzgl. Miete, Nebenkosten und Heizkosten. Diese schriftliche Vereinbarung muss doch dem Sozialamt vorliegen, oder?

Wenn daraus eindeutig hervorgeht, das ihr "Pro Kopf" bzw, "50 / 50" die Kosten teilt, dürftest du keine Schwierigkeiten kriegen.

So wie es jetzt gelaufen ist, ist es unglücklich und zu deinem Nachteil.

Ist das die erste Nebenkostenabrechnung? Normalerweise gleicht man die Vorauszahlungen an den tatsächlichen Verbrauch an, hier also jetzt die 3.486,44 €, teilt durch 24 und jeder zahlt zu gleichen Teilen die NK.

Gruß GW


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