Umzug bei Grundsicherung

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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Tribun
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Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Tribun » 25.02.2014, 16:32

Hallo zusammen,
meine 80 jährige Mutter (Grundsicherung im Alter) wohnt bis heute in einer Dachgeschoßwohnung(44Treppen).
Seit einem Unfall im Nov. 2013 fällt ihr das Treppensteigen so schwer das sie kaum noch nach draußen geht.
Nun hat sie eine EG-Wohnung gefunden.
Miete und Quadratmeter sind angemessen. Das Grundsicherungsamt hat seine Zustimmung zur Anmietung der Wohnung gegeben.
Hier nun meine Fragen:
was ist mit den Umzugskosten?
die Wohnung wird ohne Tapeten und Bodenbeläge übergeben. Gibt es dafür einen Betrag den sie beantragen kann?
Meine Mutter schläft auf einem Klappbett. Das geht gar nicht mehr. Kann sie ein Seniorenbett bezuschusst bekommen?
Fast alle Lampen in ihrer jetzigen Wohnung sind von ihrem derzeitigen Vermieter. Gibt es eine Möglichkeit so etwas wie eine Grundausstattung zu beantragen?
Sie besitzt keine Ersparnisse.

Danke und viele Grüße,
Tribun

CuttySark

Re: Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 26.02.2014, 15:06

Moin, Moin Tribun,

es wäre am sinnvollsten, wenn Deine Mutter oder Du, die Dinge vor Ort klären würdet.
Man wird einer achtzigjährigen Frau keinen Umzug aufbürden können, zumal die Altbauwohnung renoviert werden muß, die neue Wohnung ebenfalls und die Möbel um geräumt werden müssen.
In wie weit Du oder andere Kinder sich daran beteiligen sei einmal dahin gestellt.
Erörtere auch mit dem Sachbearbeiter die Frage nach einer "Erstausstattung", die für eine ältere Frau etwas ungewöhnlich ist.
Das Bett kann über die Krankenkasse geliefert werden, wenn es ärztlicherseits verordnet wird.

Für mich stellt sich die Frage ob es nicht sinnvoll wäre eine Pflegestufe zu beantragen oder sogar auf die Wohnung zu verzichten und in ein betreutes Wohnen zu gehen.

Viel Glück für Deine Mutter.

LG Rolf

Ralf1960
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Re: Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 26.02.2014, 16:12

Hy auch,

ergänzend zu Rolf - die Ämter verweisen gerne auf Eigenleistung bei Umzug und Renovierung, wollen nur eine Pauschale zahlen mit der man selbst nur das Material grade finanzieren könnte.

Du musst es ganz deutlich machen das die Mutter absolut nicht in der Lage ist diese Dinge selbst zu regeln und weder für Umzug - noch für Renovierung jemand zur Verfügung steht, auch zeitlich dies nicht mit Verwandschaft hinzubekommen ist !

Im Klartext - darauf bestehen das unter diesen Umständen entsprechende Dienstleisterfirmen beauftragt werden müssen !

Gruß
Ralf
Ich schreibe über meine eigenen Erfahrungen mit Ämtern , ansonsten bin ich Laie und meine Beiträge und Kommentare stellen keine Rechtsberatung dar.

Tribun
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Re: Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Tribun » 27.02.2014, 17:33

Hallo und erst einmal danke für die Antworten.
Von einer Pflegestufe ist meine Mutter noch weit entfernt.
Ihr fällt es nur nach der Patellafraktur schwer in Ihre DG-Wohnung zu kommen
Im Krhs. hat man mir nahegelegt mich um eine EG-Wohnung zu bemühen.
Dieses habe ich getan und nun eine passende Genossenschaftswohnung angeboten bekommen.
Ich alleine kann den Umzug nicht leisten und da die Wohnung ohne Bodenbeläge und Tapeten übergeben wird muss das ja geregelt werden.
Selbstverständlich möchte ich das vor Ort mit dem Sachbearbeiter meiner Mutter klären.
Ich wollte nur vorher Argumente sammeln um nicht unvorbereitet in das Gespräch zu gehen.
Ich bin bis dato immer abgebügelt worden. z.B. def. Kühlschrank, und Waschmaschine oder eine neue Brille immer bin ich dafür in die Tasche gegangen.
Mit dem Hinweis das man für solche Sachen Rücklagen von dem Regelsatz bilden muss.
Die für die neue Wohnung fälligen Genossenschaftsanteile in Höhe von über 600€ habe ich auch schon wieder bezahlt.


Gruß, Tribun

Ralf1960
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Re: Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 28.02.2014, 09:22

Hallo Tribun.

auch diese Genossenschaftsanteile hätte der Leistungsträger übernehmen müssen - du kannst bestenfalls versuchen als " Nothelfer" diesen Betrag zurückzufordern. ( obs Erfolg bringt ist fraglich )

Tatsächlich hat die Sachbearbeitung vollkommen recht damit die von dir genannten Dinge zu verweigern. Es muss tatsächlich vom Regelsatz " angespart " werden. Vor zig Jahren sind die meisten Einmalleistungen gestrichen wurden und es gab eine Regelsatzanpassung aus der man "ansparen" soll.

Du hättest für deine Mutter diese Dinge als " Darlehen" beantragen müssen. Im SGB XII ist die Rückzahlung bei 5% des Regelsatzes. Als Zuschuss wird das grundsätzlich abgelehnt.

Gruß
Ralf
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Roby87
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Frage zur Kostenübernahme für einen Umzug

Ungelesener Beitragvon Roby87 » 22.11.2017, 19:37

Gutem Tag,

hoffe, dass ich hier richtig bin (beim richtigen Thema) bin zum aller ersten mal auf diesem Forum.....ich bin von Geburt an Rollifahrer und hab 3 Chronische Krankheiten (30 Jahre alt) arbeite in einer Werkstatt für Behinderte Menschen in Meck-Pomm....nun zur meiner eig. Frage, ich beziehe Grundsicherung habe eine sehr gute Klinik in dem Bundesland Hessen gefunden (bin sehr froh darüber) nun muss ich REGELMÄSSIG zur kontrolle, mindestens einmal im Jahr (Manchmal auch zwei bis drei mal im Jahr, je nach dem Befund) aber da die Klinik von meinem Wohnort ca. 540 km entfernt ist, habe ich mit den Gedanken gespielt von Meck-Pomm wegzuziehen in der Nähe der Klinik, aber ich brauche eine Beh. gerechte Wohnung und Frage ich mich ob auch die Kosten dafür übernommen würden und wenn ich z.B. eine Wohnung finde die im Vergleich zur meiner jetzigen Wohnung einwenig teurer ist, würde das Amt auch in dem Fall mitspielen und welche Kosten vom Amt übernommen würden? Ich würde mich über Ihre Positive Antwort sehr freuen und vielen lieben DANK IM VORRAUS.

LG, Roby87
Zuletzt geändert von Roby87 am 22.11.2017, 19:48, insgesamt 2-mal geändert.

MarianneX
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Re: Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon MarianneX » 22.11.2017, 20:46

hallo,

meiner bescheidenen Meinung nach brauchst du einen Umzugsgrund, der für ein Amt auch plausibel ist. Den sehe ich jetzt gerade nicht.

Wer trägt denn die Kosten für das Hin - und Herfahren von der Klinik zur Wohnung?

Teurer als "angemessen" dürfen die Wohnungen ja generell nicht sein. Ich bin aus gesundheitlichen Gründen umgezogen, ich hätte die neue Wohnung niemals genehmigt bekommen vom Amt im neuen Wohnort, wenn nicht die Miete innerhalb der örtlichen Angemessenheitsgrenzen gelegen hätte. Für die gesundheitlichen Gründe brauchte ich ein Attest, daraufhin hat das örtliche Sozialamt den Umzug bewilligt und später dann, als ich nachweisen konnte, daß örtlich nichts zu finden war (Wohnungsmarkt wie leergefegt), konnte ich auch weiter weg ziehen und das Amt hat auch das bezahlt.

Aber du brauchst erstmal einen Grund zum Umzug. Nur, daß du nicht hin- und her fahren willst, das reicht nicht. Was anderes wäre, daß es dir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zuzumuten ist, hin - und her zu fahren.

Gruß, MarianneX

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Re: Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 22.11.2017, 21:09

Hallo Robby
Einem Rollstuhlfahrer muss es genehmigt werden umzuziehen
Wenn du deinen umzug selbst bezahlen kannst,braucht du nicht die genehmiegung vom Amt.
Meine erfahrungen.gruss Elfriede

Roby87
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Re: Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Roby87 » 23.11.2017, 06:35

Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort Elfriede.....leider bin ich nicht in der lage es selber finanziell zu bezahlen....:( also d.h. die Umzugskosten würden bezahlt? wobei ich in meinem Beitrag wergessen habe zu erwähnen, diese Klinik die ich gefunden habe, dass ist eine Spezialklinik für meine Krankheit (die einzigste in Deutschland)......

Colloredo
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Re: Umzug bei Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Colloredo » 23.11.2017, 08:17

Elfriede hat geschrieben:Hallo Robby
Einem Rollstuhlfahrer muss es genehmigt werden umzuziehen
Wenn du deinen umzug selbst bezahlen kannst,braucht du nicht die genehmiegung vom Amt.
Meine erfahrungen.gruss Elfriede


Hallo Elfriede,
wie kommst du darauf, dass einem Rollstuhlfahrer ein Umzug genehmigt werden "muss" ?

Hallo Robby,
das Amt zahlt auch einem Rollstuhlfahrer einen Umzug nur, wenn er auch sozialhilferechtlich gesehen notwendig ist.
Und das sehe ich auch "nur" wegen 1-3 Fahrten im Jahr in die Klinik eher fraglich.
Ich denke, da wird das Amt klären wollen, dass der Besuch genau dieser Klinik unbedingt notwendig ist, es keine nähere geeignete Klinik gibt und dass die Fahrten nicht zumutbar sind.
Wenn das geklärt ist, benötigst du am neuen Wohnort eine Wohnung mit angemessener Miethöhe.

Grüße, C.


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