Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeughilf

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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CuttySark

Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeughilf

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 04.04.2014, 03:52

Moin, Moin,

ich habe mich schon als Kind gewundert, warum es heißt "die Buxe der Pandora" öffnen..... na egal aber darum geht es letztendlich. Man muss nicht alles verstehen.

Gestern habe ich mal wieder versucht meine Optimierungvorstellungen gewinnbringend für mich einzusetzen. Mein Anwalt schrieb mir, dass ich keinen Anspruch auf auf 35% Mehrleistung des Regelsatzes hätte, weil ich keine Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Eingliederungshilfen bekomme. Mir stünden so lange auch keine Kraftfahrzeughilfen zu, wie mir ein Sachbearbeiter der RV mitteilte.

Nun reizen mich zum einen die 35% Zuschlag auf den Regelsatz, ich frage mich aber nur auf welchen Regelsatz der Betrag gezahlt wird? Ich bekomme derzeit 391€ Regelsatz plus 76,40€ MEB Zuschlag für eine Erkrankung, die ich aber nicht in meinem Schwerbehindertenausweis habe ausweisen lassen. Bekomme ich also 35% von 391€ = 136,85 € Zuschlag oder sind es 391€ plus 76,40€ = 476,40€ davon 35% = 163,59€? Den Differenzbetrag von 26,74€ würde ich lieber auf meinem Konto sehen.

Dann das leidige Thema Kraftfahrzeughilfe. Gezahlt werden bis zu 9.000€ abhängig vom Einkommen und der Notwendigkeit nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arbeitsplatz zu kommen. Ergo heißt es nun sich einen Arbeitsplatz zu suchen, der Verkehrstechnisch sehr ungünstig liegt und in dem man sehr mies verdient um im ALG II Anspruch zu bleiben. Dies dürfte in meinen Augen keine großen Schwierigkeiten bereiten. Meine "Wunschziele" hatte ich bislang noch nicht definiert. Das würde geschickt eingefädelt, wie es auch VW bei der Porsche Übernahme gemacht hat, "eine Menge" Geld in die Kasse spielen. Neben bis zu 9.000€ Kraftfahrzeughilfe plus Aufstockung im ALG II Bereich von 165€ zuzüglich Minimum 136,85€ für die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Das wären locker 300€ monatliches Mehr...........

Liebe Grüße
Rolf

Ps: Suche Mitoptimierer

w12
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Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon w12 » 04.04.2014, 18:07

Hallo CuttySark

Maßgeblich ist immer der Regelsatz (also ohne den bereits gewährten Mehrbedarf).

Das Auto ist ja eigentlich Eingliederungshilfe.
Es kann auch so zur Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft gewährt werden.
Es heißt ja „ nur insbesondere“. Das schließt die Gewährung ohne Arbeitsplatz nicht aus, allerdings.....

Es gibt da eine Reihe von Urteilen, z.B. auch für die ehrenamtliche Tätigkeit.

Gruß
w12
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äusserungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

CuttySark

Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 05.04.2014, 02:04

Moin, Moin w12,

bisher konnte ich nur davon "träumen" das Kennzeichen G im Schwerbehindertenausweis zu bekommen, denn anders hätte mir die Einstufung als Schwerbehinderter nichts gebracht.
Nun heißt es in meinem Fall: Die Bluthunde von der Leine zu nehmen.
Ich habe mich bereits im Sozialverband Deutschland engagiert, habe "mein" Anwaltsbüro mit der dieser Geschichte beauftragt, den Kontakt zur Organisation Brücke SH hergestellt, bei der Rentenversicherung Ansprüche auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Kraftfahrzeughilfe beantragt und dem Fallmanager im Jobcenter gebeten mir einen Vermittlungsschein auszustellen.

Im Grunde genommen ist somit von meiner Seite aus alles eingestielt. Nun müssen die kleinen Pflänzchen der Hoffnung wachsen. Das man eine Kraftfahrzeughilfe nur bekommt, wenn man einen Arbeitsplatz hat ist mir schon klar und auch nur, wenn der Arbeitsplatz schwer erreichbar ist. Deshalb muss ich jetzt noch ein wenig abwarten und mich "klug machen" um alles optimal steuern zu können.

Nun heißt es sich zu engagieren in SH. Lach!

LG Rolf

CuttySark

Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 06.05.2014, 16:12

Moin, Moin,

heute habe ich meinen Kurantrag mit Hilfe eines Facharztes eingereicht, der die Kur nach Rücksprache mit mir nun als dringend angezeigt betrachtet.

Dann habe ich den Sozialverband eingeschaltet um die Pflegestufe null zu beantragen. Ich bin dort vorstellig geworden und habe meinen Beratungstermine bekommen.
Es ist besser, wenn Beratungsstellen die Formulare ausfüllen, da das ja schon von Mangel an Kompetenz belegt.
Der Rentenantrag inklusive Kraftfahrzeughilfe ist ebenfalls eingereicht worden.

In der kommenden Woche werde ich Rücksprache mit meiner Psychologin halten, die mir ganz bestimmt eine Kur zur psychosomatischen Stabilisierung anrät.
Zumindest denke ich sie würde sich freuen, wenn ich mich dazu entschließen könnte.
Nun heißt es sich zu gedulden.
Ins Horn gestoßen habe ich.

Liebe Grüße
Rolf

Angela1968
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Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 06.05.2014, 16:50

Hallo CuttySark,

gestern abend habe ich wieder mal an Dich gedacht.

Auf RTL lief um 21.15 "Team Wallraff". Dort wurde unter anderem gezeigt wie ambulane russische Pflegedienste kerngesunden Leuten zur Pflegestufe verholfen haben. Da dachrte ich so "Die sind ja erfindungsreicher als CuttySark. Da kann er noch was lernen."

Nurmal so als Tipp

Angela
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Tasso
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Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon Tasso » 06.05.2014, 20:35

Angela1968 hat geschrieben:Hallo Angela,

gestern abend habe ich wieder mal an Dich gedacht.

Auf RTL lief um 21.15 "Team Wallraff". Dort wurde unter anderem gezeigt wie ambulane russische Pflegedienste kerngesunden Leuten zur Pflegestufe verholfen haben. Da dachrte ich so "Die sind ja erfindungsreicher als CuttySark. Da kann er noch was lernen."


Wir haben hier am Ort auch einen russischen Pflegedienst. Der hat sich auf Menschen die nach der Wiedervereinigung aus Russland nach Deutschland gekommen sind spezialisiert. Du kannst dir gar nicht vorstellen, in welchem Umfang und mit welchen Mitteln die Gelder abgreifen.
Wir machen es uns nicht einfach und versuchen einigermaßen gegen zu halten. Aber wir haben da nur sehr geringe Chancen und müssen zähneknirschend zahlen, Wir wissen, dass die Mittel nur in geringem Umfang den Pflegebedürftigen und überwiegend dem Pflegedienst zu Gute kommen. Frustrierend das Ganze.

Grüße
Tasso

CuttySark

Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 07.05.2014, 01:03

Hallo Angela,

Du kennst doch den Spruch:

WER NICHT MIT DER ZEIT GEHT, DER GEHT MIT DER ZEIT.

Ich finde es ist wichtig immer lern bereit zu sein.

Liebe Grüße
Rolf

wevell
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Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon wevell » 10.05.2014, 14:55

Hallo,

Hilfe zur Beschaffung eines PKW

Behinderte Menschen haben gemäß § 54 Abs. 1 SGB XII Anspruch auf Eingliederungshilfe und Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Hierzu gehört gemäß § 8 EinglH-VO auch die Hilfe zur Beschaffung eines Kfz. Sie wird in angemessenem Umfang gewährt, wenn der behinderte Mensch wegen Art und Schwere seiner Behinderung insbesondere zur Teilhabe am Arbeitsleben auf die Benutzung eines Kfz angewiesen ist. Das ist nur dann zu bejahen, wenn aus den geltend gemachten Gründen eine ständige oder jedenfalls regelmäßige, d. h. tägliche oder fast tägliche Benutzung des Kfz erforderlich ist. Ausgeschlossen ist die Kfz-Beihilfe daher bei einer nur gelegentlichen Inanspruchnahme, weil dies nicht mit dem "Normalfall" vergleichbar ist, den die Gesetzgebung vor Augen hatte, nämlich mit dem Angewiesensein auf ein Kfz, um am Arbeitsleben teilnehmen zu können . Ist die erforderliche Mobilität in zumutbarer Weise durch andere Hilfen, z. B. durch die Benutzung eines Behindertenfahrdienstes oder von öffentlichen Verkehrsmitteln oder in sonstiger Weise (Krankentransport, Taxi, Mietauto) sichergestellt, ist der Behinderte nicht auf die Benutzung eines Kraftfahrzeuges ständig angewiesen.

Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht - L 9 SO 16/11 - Urteil vom 27.11.2013

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/es ... &id=166556
Es grüsst

wevell

CuttySark

Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 10.05.2014, 16:10

Hallo wevell,

da siehste ma, wie Recht ich habe. Lach!
Deswegen ist es immer ganz, ganz wichtig sich auf Gespräche mit "Behörden, Ämtern, Institutionen" vorzubereiten. Ich prüfe, hinterfrage und stiele dann ein.
Durch mein gewissenhaftes Vorgehen hatte ich deshalb niemals ein einziges Problem mit den Jobcentern.
Die Antworten, die sie mir haben geben müssen, habe ich Ihnen bereits per Post zukommen lassen damit die Damen und Herren nicht großartig überlegen mussten.

Der Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben ist mittlerweile gestellt.
Der Antrag auf KFZ Beihilfe ebenfalls.
Ein Integrationsfachberater steht bereit. Dafür gibt es hier in unserem Bundesland die Organisation Brücke - SH
Die Pflegestufe NULL wird am 22. Mai 2014 durch den Sozialverband Deutschland gestellt.

Außerdem ist mein Anwalt für Sozialrecht involviert und ist im Besitz des gesamten Aktenpaketes um sofort handeln zu können, wenn sich Schwierigkeiten auftun.

Es gibt viel zu tun, lassen wir es ruhen. Lach!

Liebe Grüße
Rolf

Tasso
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Re: Leistzungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - Kraftfahrzeug

Ungelesener Beitragvon Tasso » 10.05.2014, 18:20

wevell hat geschrieben:Hallo,

Hilfe zur Beschaffung eines PKW

Behinderte Menschen haben gemäß § 54 Abs. 1 SGB XII Anspruch auf Eingliederungshilfe und Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Hierzu gehört gemäß § 8 EinglH-VO auch die Hilfe zur Beschaffung eines Kfz. Sie wird in angemessenem Umfang gewährt, wenn der behinderte Mensch wegen Art und Schwere seiner Behinderung insbesondere zur Teilhabe am Arbeitsleben auf die Benutzung eines Kfz angewiesen ist. Das ist nur dann zu bejahen, wenn aus den geltend gemachten Gründen eine ständige oder jedenfalls regelmäßige, d. h. tägliche oder fast tägliche Benutzung des Kfz erforderlich ist. Ausgeschlossen ist die Kfz-Beihilfe daher bei einer nur gelegentlichen Inanspruchnahme, weil dies nicht mit dem "Normalfall" vergleichbar ist, den die Gesetzgebung vor Augen hatte, nämlich mit dem Angewiesensein auf ein Kfz, um am Arbeitsleben teilnehmen zu können . Ist die erforderliche Mobilität in zumutbarer Weise durch andere Hilfen, z. B. durch die Benutzung eines Behindertenfahrdienstes oder von öffentlichen Verkehrsmitteln oder in sonstiger Weise (Krankentransport, Taxi, Mietauto) sichergestellt, ist der Behinderte nicht auf die Benutzung eines Kraftfahrzeuges ständig angewiesen.

Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht - L 9 SO 16/11 - Urteil vom 27.11.2013

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/es ... &id=166556


Der Gesetzgeber hat da wohl nicht an Personen gedacht, die kurz vor der Rente stehen und schon lange nicht mehr erwerbstätig waren. Im gegenständlichen Fall liegt zudem noch nicht einmal eine Erwerbstätigkeit. Was soll's also..............


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