Sonderbedarf Mediakment

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

Moderator: Regelteam

mountaindreamer
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Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon mountaindreamer » 05.07.2014, 21:52

Hallo Forum,
ich bekomme EU-Rente und ergänzend Grundsicherung. Ich nehme ein Medikamant ein, dessen Kosten nicht (bzw. nur 1x/Quartal) von der Krankenkasse übernommen wird. Das mMedikament ist apotheken- und verschreibungspflichtig. Anträge bei der Kasse auf Kostenübernahme wurden abgelehnt.
Ich trage demnach Kosten von ca. 25€/Monat. Kann ich (bzw. hat es Aussicht auf Erfolg) diesen Betrag als Sonder-/ Mehrbedarf bei der Grundsicherung anzumelden?

Harry
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Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon Harry » 06.07.2014, 01:22

Hi,

versuchen kann man es immer, nur an einen Erfolg glaube ich nicht. Da es kein Sonder/Mehrbedarf dafür, im Gesetz, gibt.

mountaindreamer hat geschrieben:Anträge bei der Kasse auf Kostenübernahme wurden abgelehnt.

Was ist die Begründung ?

CuttySark

Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 06.07.2014, 09:00

Hallo mountaindramer,

das ist mit vielen Medikamenten so.
Beispielsweise habe ich Infusionen im Krankenhaus bekommen mit dem Präparat "Alpha-Liponsäure", die durch die Krankenkasse bezahlt wurden.
Die im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt verordneten Tabletten muss ich selber zahlen, da die Krankenkasse diese Kosten nicht übernimmt, da das Medikament wirkungslos sei.
??????????? Warum im Krankenhaus eine Wirkung und im Alltag keine Wirkung?

Dann bekam ich das Präparat ACC 600 mg verordnet, weil ich eine Bronchitis hatte. Ich sollte für das Präparat zahlen.
Zeitgleich mit mir kam eine andere Patientin in die Apotheke. Sie bekam das Präparat ACC LONG 600 mg verordnet
und musste nicht zahlen, das dieses Präparat kassenpflichtig ist.
Ich habe natürlich meine Verordnung sofort umschreiben lassen und musste auch nicht mehr zahlen.

Deine Aufgabe ist es nun in der "GELBEN LISTE" rauszusuchen, welche Produkte für den Bereich verschreibungspflichtig und von der Kasse übernommen werden.

Bloß nicht aufgeben sondern nach Alternativen im Medikamentendschungel suchen.

Liebe Grüße
Rolf

CuttySark

Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 06.07.2014, 10:48

Hallo mountaindreamer,

ich vergaß noch etwas zu erwähnen. Ein abgelehntes Medikament kann in meinen Augen nicht vom JC übernommen werden, weil sonst die "Sparbemühungen" der Kassen unterlaufen werden.
Dies ist völlig verständlich, wenn es auch für Dich und mich unverständlich ist.
Aus diesem Grund heraus gehe ich völlig zielgerichtet vor und nutze Krankenhausaufenthalte, Kur- bzw. Rehabilitationen dazu aus, mich gesundheitlich "on the sunny side" zu bewegen.
Das ist aber nicht jedermann Sache sich so zu verhalten.
Alle Leute mit denen ich rede, reden über die Weltmeisterschaft. Ich nicht, dass ist eben nicht MEINE Sache.
Ein schlechtes Gewissen muss Du dir auch von niemanden einreden lassen. Du hast eine Befürchtung und redest darüber mit Deinem Gott in Weiß.
Er wird dir sicherlich Hilfe leisten ansonsten wird der Gott in Weiß ausgewechselt.
Du weißt doch Leistung muss belohnt werden.

LG Rolf
Zuletzt geändert von CuttySark am 06.07.2014, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon johnny malone » 07.07.2014, 08:03

hummel, hummel meinem norddeutschen rolfi,

CuttySark hat geschrieben:Deine Aufgabe ist es nun in der "GELBEN LISTE" rauszusuchen


warum macht ihr deutschen immer so vielen worte, wenn wenige reichen? der tipp mit der gelben liste ist grundsätzlich nicht falsch, vielleicht aber hättest du "mountaindreamer" erklären sollen, was das ist ... ? dazu sind dann natürlich mehrere (sinnvolle) worte erforderlich :mrgreen:

zudem hast du vermutlich nicht bedacht, daß die gelbe liste für den pharmakologischen/medizinischen laien nicht zwingend ideallektüre ist.
mit freundlichem gruß

jonathan s. malone :flags-waveusa:

Harry
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Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon Harry » 07.07.2014, 23:05

Hi,

CuttySark hat geschrieben:Die im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt verordneten Tabletten muss ich selber zahlen, da die Krankenkasse diese Kosten nicht übernimmt, da das Medikament wirkungslos sei.

Warum wird es dann überhaupt verschrieben ? Entweder sollen die was wirksames und damit von der Krankenkasse bezahltes verschreiben oder nichts.

P.S. Krankenhausärzte können durch "besondere" Maßnahmen (z.B. Bonuszahlungen) ihr Jahreseinkommen bis um 400% steigern.

Zwar ist es nicht so, dass ich ein nicht bezahltes Medikament nehme, trotzdem hab ich schon oft Rezepte umschreiben lassen. Um so bei meiner Krankheit die Zuzahlung zu sparen.
So zahle ich normalerweise 0 € in Jahr, wenn ich nicht an was neuen erkranke.
Als es noch die Praxisgebühr gab, brauchte ich es nicht machen. Da dadurch es immer über die 1% Grenze lag. Ohne diese versucht man jetzt zu sparen (aber nicht an der Gesundheit, aber an der Zuzahlung).

CuttySark

Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 08.07.2014, 07:02

Hallo Harry,

um reagieren zu können muss man erst Know-how haben, wie ich es erlebt habe mit dem Präparat ASS, dass auf der einen Seite frei verkäuflich ist und mit dem Zusatz "LONG" erstattungsfähig ist. Da es mir immer schon Freude machte auf Kosten zu achten, die mich betreffen, habe ich sofort reagiert. In unserem "persönlichen Glücksfall" als ALG II Bezieher zahlt man bei der 1% Regelung nur rund 46 € im Jahr und ist befreit. Den Befreiungsantrag stelle ich Mitte November und habe bereits Mitte Dezember 2014 die neue Befreiungskarte 2015 in Händen. Abgebucht wird im Januar 2015.

Bei den Krankenkassen musst Du insgesamt Leistungen hinterfragen. Ich ließ mir einen neuen Pari Boy Inhalator verschreiben. Den bezahlt die Krankenkasse, wenn durch Rezept verordnet. Die Apotheke konnte den Inhalator nicht liefern, da er rund 230 € kostete, die Apotheke aber nur rund 118 € bekommen hätte. Das Sanitätshaus am Ort gleiches Rechercheergebnis. Im Internet hätte ich rund 150 € bezahlt. Ein Anruf bei meinem Sachbearbeiter und er kam mit einem Angebot um die Ecke.
Ich solle das Gerät kaufen und er erstattet mir das Gerät komplett.

Das nenne ich Service. Lach!

LG Rolf

sobriety
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Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon sobriety » 08.07.2014, 08:09

Ist ja freundlich vom SB.
Langsam verstehe ich, warum du im ALG II Bereich verbleiben möchtest- als Rentner, der zuviel für Unterstützung hat, gibt es keinen SB mehr, der das wuppt.
Es grüßt sobriety

CuttySark

Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 08.07.2014, 09:45

Hallo sobriety,

ich glaube da ist bei Dir etwas falsch angekommen. Ich war mein Leben lang völlig unabhängig und habe für mein eigenes Leben gesorgt und logischerweise für das Leben anderer Menschen, die mit Ihrem Leben nicht klar gekommen sind und Sozialhilfe bezogen. Nach dem Tod meiner Frau passierte mir dieser Absturz ebenfalls. Ich lebte zehn Jahre auf meine eigene Rechnung, mal abgesehen davon, dass ich die gesetzliche Regelung des Midijobs (400,01 € in 2005) nutze, die jedem anderen Menschen zusteht. Da ich keine Sozialleistungen bezog, nutzte ich eben die von der Bundesregierung ermöglichten Vorteile denn damals zahlte ich schon über 700 € an KV Beiträgen. Durch die Pflichtversicherung im Midijob Bereich sparte ich
dieses Geld.

Als mein "Arbeitgeber" am 30. Juni 2008 sein Geschäft aufgab, bezog ich als Versicherungsleistung ALG I und aufstockendes ALG II. Ich habe zur Freude meiner "Verwalter" im Jobcenter nie ein Problem gehabt, weil ich die Arbeit der Leute achtete, wusste welchen Aufgaben sie hatten und vor allem wusste ich, was ICH wollte. Aus dem wenigen, was einem Menschen das ALG II bietet suchte ich mir durch geschickte Gestaltung das aus, was mir Vorteile brachte. Ist man erst einmal in diesem Bereich drin, dann schafft man sich die benötigten Freiräume im gesetzlich zulässigen Rahmen, wie es auch jeder andere Mensch macht nur in völlig anderen Größenordnungen. VW mit 1,5 Milliarden Euro durch geschicktes aufspüren einer Gesetzeslücke. Ich mache es eben mit anderen Dingen.

Ich habe mich zum Zeitpunkt meines Arbeitslebens niemals darüber beschwert für Menschen, die meiner Hilfe bedurften, zahlen zu müssen. Das war mir als intelligenter Mensch bewusst, dass diese Haltung eine solidarische Grundhaltung des Lebens sein muss. Deswegen wundere ich mich heute darüber, wie sich Arbeitnehmer darüber wundern können, das sie die gültigen Gesetze alle 4 Jahre erneut bestätigen. So sieht gelebte Solidarität aus.

LG Rolf
Zuletzt geändert von CuttySark am 08.07.2014, 09:46, insgesamt 1-mal geändert.

sobriety
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Re: Sonderbedarf Mediakment

Ungelesener Beitragvon sobriety » 08.07.2014, 21:01

Hallo Rolf,

es tut mir leid, sollte ich dich beleidigt haben.
Ich spreche dir deine soziae Kompetenz in keinster Weise ab, ich wollte dir nur aufzeigen, dass man in der "Grauzone" keinerlei Hilfen mehr bekommt.
Es grüßt sobriety


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