Wohnungswechsel aus gesundheitlichen Gründen

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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Vera20
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Wohnungswechsel aus gesundheitlichen Gründen

Ungelesener Beitragvon Vera20 » 23.08.2014, 07:27

Hallo
ich bin neu hier und brauche Eure Hilfe. Habe ärztlicherseits attestiert bekommen, meine belastende Wohnsituation aus gesundheitlichen Gründen unbedingt zu verändern und auch ein Klimawechsel aufgrund von chronischer Bronchitis wurde empfohlen. Ich bin in Schwerbehinderten-Rente. Während meiner 40 Jahre Berufstätigkeit habe ich noch nie Grundsicherung oder Arbeitslosengeld beantragt. Lediglich eine Baby-Pause hatte ich damals. Dann kam später ein Schicksalsschlag, der mich in eine Privat-Insolvenz brachte. Diese ist aber abgeschlossen. Während der Insolvenzeit wollte ich umziehen, hätte einen Zuschuss für Umzug bekommen, jedoch wollte man mir die Wohnung wegen Insolvenz nicht geben. Es gibt mittlerweile auch eine Datenbank, wo Vermieter vernetzt sind und man auch bereits abgeschlossene Insolvenzen ersehen kann. Aus diesem Grund bin ich vor 3 Jahren nicht umgezogen, weil ich auch nicht wusste, wie ich mit Mehrkosten während des Umzugs umgehen soll, da ich ein Guthabenkonto hatte. Bei der Bank existiert dieser Eintrag immer noch und da gelte ich immer noch als Schuldner der Insolvenz.

Nun habe ich nochmals vor 3 Monaten einen Antrag auf Zuschuss für Umzug gemacht. Mittlerweile hat auch noch der Sachbearbeiter die Akte an einen anderen weitergeleitet, der sehr wortkarg am Telefon ist und nicht auf meine Fragen eingeht. Eher abweisend ist. Er will mich nicht über die gesetzlichen Regelungen und Leistungen informieren, was Wohnbeschaffung und Doppelmieten betrifft. Er setzt mich unter Druck und meint, wenn ich eine Wohnung zugesagt bekäme, dann sei es immer noch Zeit. Auf meine Email-Anfrage, ob ich ein persönliches Gespräch bekäme, antwortet er nicht.

Das Problem ist, dass auf eine Wohnung 10 Bewerber kommen und mir Fahrtkosten entstehen. Neulich bin ich zum Besichtigungstermin erschienen und dieser wurde 20 Minuten vorher abgesagt, als ich bereits vor der Haustüre stand. Es sind mir hohe Bahnfahrtkosten entstanden. Wohnbesichtigungskosten sollen nur erstattet werden, wenn diese mit einem bereits abgeschlossenen Mietvertrag in Verbindung stünden. Kautionsdarlehen sollen am neuen Ort beantragt werden. Der neue Ort sagt aber, dass der ehemalige Wohnort für die Bezahlung verantwortlich sei.

Ausserdem kommt es häufig vor, dass die Mieter keine Wohnungsbesichtigung dulden. Der Vermieter kommt dann erst in die Wohnung, wenn der Mieter ausgezogen ist. Dann verlangen sie vom Folgemieter, dass er Doppelmieten bezahlt. Das wird auch erfolgreich durchgezogen, da Wohnungsmangel besteht und dies erst recht bei kleinen Wohnungen, weil diese rar sind.

Ich gehe davon aus, dass man den Sachbearbeiter gewechselt hat, weil ich in den 3 Monaten noch keine Wohnung gefunden habe. Manchmal wurde das Haustier nicht geduldet oder es wären 3 Doppelmieten angefallen. Der alte Sachbearbeiter hat mir gesagt, dass ich gerne fragen dürfe, telefonisch, per Email und auch im persönlichen Gespräch. Der neue blockt und gibt mir keine Auskunft. Erst wenn ich eine Wohnung in Aussicht hätte.

Nachdem ich in der Insolvenz war, bin ich äusserst vorsichtig geworden, was meine Finanzen betrifft.

Ich gehe davon aus, dass man mir unterstellt, dass ich in den 3 monaten nicht aktiv tätig sei. Mein Haustier musste ich mittlerweile einschläfern lassen, weil es seit 6 Monaten schwerst krank geworden ist. Auch das hat mich seelisch heftig mitgenommen.

Was meint Ihr dazu?

CuttySark

Re: Wohnungswechsel aus gesundheitlichen Gründen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 23.08.2014, 08:09

Hallo Vera,

Du willst Dich verändern, dann fragt sich nur in welche Richtung Du ziehen willst und welche Vorstellungen Du von dem Wohnraum hast, den Du anmieten willst.
Dann würde ich mich mir die Orte im Internet ansehen bei den Stadtverwaltungen anrufen und mich nach dem Mietspiegel erkundigen. Gedanklich würde ich auf
die genannten Sätze 10% bis 20% erhöhen. Wenn ich diesen Background abgeklopft hätte würde ich über das Internet Mietwohnungen suchen und zusätzlich mir
die Samstags der dort erscheinenden Zeitungen zuschicken lassen.

Was die Sachbearbeiter angeht denke ich ist es wie mit allen Menschen im Leben. Mit dem Einen kommt man besser aus aus als mit dem Anderen.
Ich bin immer für einen ganz offenen Umgang mit meinem Gesprächspartner.

Beispiel:

Ich habe Probleme mit Ihnen Frau/Herr Müller. Mir scheint es als würden sie mir nicht zuhören oder meine Probleme verstehen, deshalb frage ich mich, was mache ich falsch im Umgang mit Ihnen. Ich brauche ihre Hilfe, da ich dieses Problem nicht alleine lösen kann. Sie als Fachmann kennen sich damit aus. Starte einfach diesen Versuch und Du wirst sehen, dass der SESAM sich öffnet.

Liebe Grüße
Rolf

Wenn Du krank bist, warum gehst Du nicht den Weg über ein betreutes Wohnen. Da gibt es hervorragende Angebote und Du bist aus dem Schneider mit den Mietwohnungen. Da gelten andere Vergaberegelungen.

Waldläuferin
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Re: Wohnungswechsel aus gesundheitlichen Gründen

Ungelesener Beitragvon Waldläuferin » 28.08.2014, 14:18

Hallo Vera.

Bin gerade in ähnlicher Situation.
Ich mache das so:
1.-Nach Mietobergrenze beim Amt des Zielortes fragen,

2.-Im Internet nach passender Wohnung suchen (das Schwierigste)

3.-möglichst mehrere Besichtigungen vereinbaren, damit der Fahrpreis sich lohnt
(Ich weiß, die DB ist Wucher und ich weiß auch keinen anderen Weg - früher hatte man Pferde :cry: )

4.-wenn möglich vorab schon mit Vermieter telefonieren, um etwaige Ausschlussgründe zu erfahren (habe auch 2 Katzen und kenne die
Vorurteile der Vermieter mittlerweile gut. Würde aber auch nach deren Ableben nicht in einem Haus wohnen wollen, wo Tiere generell verboten sind. :naughty: )

5.-Vermieter um schriftl. Mietangebot für's Amt bitten (Zusendung oder zur Besichtigung mitbringen)

6.-Mit angemessenem Mietangebot zum diesseitigen Amt gehen, die bewilligen den Umzug, dann erst Umzugsbeihilfe beantragen
dann mit Bewilligung zum dortigen Amt und Neuantrag stellen.

So lange die Wohnung in der Mietangemessenheit liegt (für jeden Landkreis anders), dürften sie Dich bei diesem Ablauf nicht ablehnen.
Leider ist es eben schwer für EinzelkämpferInnen mit oder ohne Tier (tut mir leid wegen Deinem Verlust), so eine Wohnung zu finden. Vor allem weil Deutschland ja jetzt Ghetto-isierung durch Rauserhöhung betreibt, wovon nun alle GeringverdienerInnen, LeistungsbezüglerInnen, RentnerInnen und Menschen mit Behinderung betroffen sind.
Habe jetzt auch 1-jährige Suche hinter mir und endlich etwas gefunden.
Bleib tapfer!

Gruß,
die Waldläuferin
Zuletzt geändert von Waldläuferin am 28.08.2014, 14:24, insgesamt 3-mal geändert.

Vera20
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Re: Wohnungswechsel aus gesundheitlichen Gründen

Ungelesener Beitragvon Vera20 » 31.08.2014, 08:01

Hallo Waldläuferin
Du hast mir aus der Seele gesprochen. Vielen Dank. Wenn Du 1 Jahr gebraucht hast - dies höre ich von Anderen Wohnungssuchenden auch - dann ist es seitens des Sachbearbeiters unfair, die Akte an einen Anderen nach 4 Monaten weiterzuleiten, der mich unter Druck setzt und mir erst Auskunft gibt, bis ich eine verbindliche Wohnungszusage habe. Ich muss doch im vorhinein wissen, wieviel Doppelmieten höchstens gezahlt werden. Da gibt es verschiedene Paragraphen im Internet, wo es heisst höchstens 3 MM aber auch, dass man wirtschaftlich handeln muss. Wenn eine Wohnung sofort vermietet werden soll, weil es viele Bewerber gibt, muss ich doch solche Informationen bekommen. Ich habe ein Guthaben-Konto und die Bank erlaubt keine Überziehung, da ich mal vor 9 Jahren eine Privatinsolvenz wegen Berufsunhfähigkeit und Krankheit hatte. Ausserdem habe ich in Erfahrung gebracht, dass sich sehr viele Wohnungssuchende Auskunft bei der DEMDA Vermieter-Datenbank einholen. Ich erhielt dort die Auskunft, dass die Schufa eine Privatinsolvenz nach 9 Jahren aus dem Register nimmt und der Eintrag "Restschuldbefreiuung" im Register bei der Vermieterdatenbank hängenbleibt. Ich habe mich gefragt, warum eine Wohnbau-Dame mich fragte: "Haben Sie eine Haustier. Haben Sie Schulden. Warum ziehen Sie um". Das demotiviert doch.

Wenn Du mal in den Städten nachguckst nach Wohnungen, werden 250 angezeigt und gerade mal eine mit Haustier-Erlaubnis. Laminat ist wertvoller als ein Mitgeschöpf unseres Planeten. "Naja, eine Katze geht ja noch, aber bei einem Hündchen würde ich Nein sagen". In welcher Zeit leben wir?

Gruß
Vera

Harry
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Re: Wohnungswechsel aus gesundheitlichen Gründen

Ungelesener Beitragvon Harry » 19.09.2014, 15:31

Hi,

Vera20 hat geschrieben:Wenn Du 1 Jahr gebraucht hast - dies höre ich von Anderen Wohnungssuchenden auch

Bei mir hat es auch länger gedauert was zu finden.

Vera20 hat geschrieben:dann ist es seitens des Sachbearbeiters unfair, die Akte an einen Anderen nach 4 Monaten weiterzuleiten, der mich unter Druck setzt und mir erst Auskunft gibt, bis ich eine verbindliche Wohnungszusage habe

So ist es die Regel, es gibt einen Zettel mit allen Angaben (z.B. Mietkosten) sobald man einen Umzugswunsch äussert, beim Antrag.

Und dieser Antrag wird erst ausgefüllt, wenn man etwas gefunden hat. Daher bekommt man kein Termin (oder eine Reaktion) beim Sachbearbeiter ohne Antrag, erst dann wird über den Umzug und Kostenerstattung geredet.

Vera20 hat geschrieben: Ich muss doch im vorhinein wissen, wieviel Doppelmieten höchstens gezahlt werden.

In der Regel gibt keine Doppeltmieten, es seidem das Amt ist schuld dran oder eine bestimmte Lage zwingt einen dazu. Dann wird schon mal ein Monat übernohmen. 3 Doppeltmieten sind ganz unwirtschaftlich geplant und werden nicht übernommen, da man ja innerhalb von 3 Monaten kündigen kann, und man nicht sofort umziehen muss (auch bei Krankheit, besonders wenn man vorher Jahre lang suchen muss).

Vera20 hat geschrieben:Ich habe mich gefragt, warum eine Wohnbau-Dame mich fragte: "Haben Sie eine Haustier.

Ein grundsächliches Haustierverbot gibt es nicht mehr, und steht so nicht mehr in einem neuen Mietvertrag.
Solange sie sich normal verhalten, und somit nicht besonders den Hausfrieden stören darf kein Vermieter (offen) was dagegen haben.

P.S. Jeder zweite hat eine Katze oder ein Hund.

Vera20 hat geschrieben:Haben Sie Schulden

Das ist eine Frage die nicht zulässig ist, ausser bei Mietschulden (das heisst man darf lügen). Hat man Mietschulden geht es nicht.

Vera20 hat geschrieben:Warum ziehen Sie um"

Hier würde ich sagen, darf man lügen ohne Folgen. Hier will der neue Vermieter wissen, ob es Probleme mit den Nachbarn oder Vermieter gab. Was aber keine Auskunft über das zukünftige Verhalten aussagt.
Allerdings würde ich immer gesundliche Gründe nennen, egal ob es stimmt oder nicht.

z.B.
die Knie wenn die Wohnung tiefer liegt.

Harry
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Re: Wohnungswechsel aus gesundheitlichen Gründen

Ungelesener Beitragvon Harry » 19.09.2014, 15:36

Vera20 hat geschrieben:Wenn Du mal in den Städten nachguckst nach Wohnungen, werden 250 angezeigt und gerade mal eine mit Haustier-Erlaubnis.

Weil man heute keine mehr Erlaubnis mehr braucht (es seidem sie zählen zu den gefährlichen Arten z.b. "Kampfhund").

Vera20 hat geschrieben:"Naja, eine Katze geht ja noch, aber bei einem Hündchen würde ich Nein sagen". In welcher Zeit leben wir?

Dabei zahlt man für einen Hund Steuern, was man bei einer Freigängerkatze nicht zahlt.


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