Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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Heinrich
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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 11.04.2016, 16:15

Hallo Detektorist,

normalerweise schon.

https://de.wikipedia.org/wiki/Grundsich ... sonenkreis

Daß Du bei Deinen Eltern lebst, sollte mit Deinem Anspruch auf Grundsicherung nichts zu tun haben. Eventuell fällt der monatliche Betrag, den Du bekommst, dann etwas geringer aus.

Wie die Tatsache, daß Deine Eltern Dich bislang noch unterhalten (für Dich aufkommen), rechtlich zu bewerten ist, kann ich nicht sagen. Aber natürlich ist Sinn der Grundsicherung auch, daß Du finanziell eigenständig leben kannst.

War das ein Fachanwalt für Sozialrecht, mit dem Du gesprochen hast oder ein "normaler"?

Aus dem Stegreif kann ich Dir nur 1 Weg vorschlagen: Antrag auf Grundsicherung stellen (wegen Deines Vermögens zu einem Zeitpunkt, der Dir selbst überlassen ist), und, falls er abgelehnt wird, Erfolgsaussichten eines Widerspruchs prüfen.

Ergänzend gefragt: Wie alt bist Du und welcher Art ist deine Behinderung?

H.
Zuletzt geändert von Heinrich am 11.04.2016, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon w12 » 11.04.2016, 17:18

Hallo Detektorist

Wenn deine Eltern dich vollumfänglich unterhalten, dann gibt es auch keine Grundsicherung.

Fahr in den Urlaub, kauf dir für dein Vorhaben ein FS, Radio, paar Klamotten, Fahhrad und gut ist es.

Gruß
w12
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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 11.04.2016, 22:32

Hallo Detektorist,

w12 hat geschrieben:Wenn deine Eltern dich vollumfänglich unterhalten, dann gibt es auch keine Grundsicherung.

diese Tatsache war mir nicht bekannt.

Ich bin aber überzeugt davon, daß Du vom Grunde her schon Anspruch auf Sozialhilfe hast.

Um Deine Vorhaben inkl. Auszug/Umzug durchzusetzen, würde ich Dir empfehlen, entweder noch mal mit dem Anwalt zu sprechen bzw. Dich an eine Beratungsstelle vor Ort zu wenden, bspw. die Caritas.

Es gibt auch noch einen anderen Verein/Verband, der Dir evtl. weiterhelfen kann; leider fällt mir dessen Name im Moment nicht ein.

@alle hier: wie hieß der Verein/Verband, den CuttySark immer empfohlen hat? Mir ist der Name entfallen und über die Foren-Suche finde ich nichts.

H.
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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 12.04.2016, 07:34

Hallo Detektorist,

mir ist der Name wieder eingefallen - wende Dich mal versuchsweise an den

http://www.vdk.de

M.W.n. muß man dort Mitglied sein, um Beratung zu bekommen. Das sehe ich aber nicht als Problem.

H.
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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon w12 » 12.04.2016, 11:41

Hallo Detektorist

Damit die Dinge nicht verwechselt werden.

Natürlich hast du grundsätzlich Anspruch auf Sozialhilfe.
Wenn deine Eltern dich aber freiwillig mit allem versorgen, dann wird das gegengerechnet.
Anspruch auf Miete nur bei Untermietvertrag (wenn der auch praktiziert wird, also mit Kündigung bei Nichtzahlung der Miete) oder wenn die Eltern auch bedürftig sind.
Nachträgliche Vereinbarung läuft ins Leere.

Geld vorher sinnvoll ausgeben.
Wohnung suchen, Vertrag genehmigen lassen.

Gruß
w12
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rainer69
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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon rainer69 » 16.04.2017, 13:04

Hallo,

ich bin neu hier und habe diesbezüglich auch Erfahrungen gemacht. Wenn man ein Vermögen hat, darf man laut Sozialamt Nürnberg 1000 Euro pro Monat von dem Vermögen ausgeben. Ob das überall gilt, weiß ich nicht. Was ich nicht weiß, ob meine Erwerbsminderungsrente da mit eingerechnet wird. Vorsichtshalber versuche ich 1000 Euro insgesamt pro Monat nicht zu übersteigen.

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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 16.04.2017, 15:09

Moin, Moin,

wenn die Knete weg ist, dann ist die Knete eben weg. Bar abheben, Konto auflösen bis auf ein kostenloses Girokonto, dass
es noch bei einigen Banken gibt. Schnell handeln, da die Zeit der kostenlosen Konten vorbei ist.

Dann die Knete (Sprachkundler sagen auch Vermögen, Anlagen) sinnvoll ausgeben, wie beispielsweise sich einen Neuwagen
leisten. Diesen aber nicht bar bezahlen sondern per Leasingvertrag erwerben. Dann gehört der Wagen nicht Dir sondern der
finanzierenden Bank.

Und wie schnell verliert man Bargeld...... das geht im Handumdrehen. Man fährt Bus und lässt seine Plastiktüte vom ALDI mit
den Rollmöpsen und 10.000 Bargeld liegen....... Ich kann es dir sagen. Leben ist nicht immer leicht. Den Vorgang natürlich so-
fort zur Anzeige bringen und natürlich auch sofort dem Hausrat-Versicherer melden. Der zahlt zwar nicht, weil das Geld nur ver-
sichert wäre, wenn es entsprechend den AGB des Unternehmens her aufbewahrt worden wäre.Vom Empfinden her macht das
natürlich Eindruck.

Und mal ehrlich, hat jemand schon gelesen, dass tote Sozialhilfeempfänger, verhungert durch Nichtzahlung des Sozialamtes
irgendwo herumliegen?

Oder folge Deiner Idee und reise als Backpacker durch die Welt. So habe ich es gemacht. Diese Eindrücke nimmt dir niemand.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon Phil.1977 » 16.04.2017, 23:32

Hallo rainer69!

Zunächst sei angemerkt, dass das Schonvermögen seit dem 01.04.2017 5.000,00 EUR beträgt. Plus ggf. 500,00 EUR für jede von Dir überwiegend unterhaltene Person.

Ob die Auskunft des Sozialamtes Nürnberg zum Vermögensverbrauch zutreffend ist, ist anhand Deiner Angaben nicht abschließend zu beurteilen.

Interessant wäre zu wissen, ob sich die Zahl auf die gesamten Lebenshaltungskosten bezieht oder ob die Kosten der Unterkunft und der Heizung noch hinzukommen. Im ersten Fall wäre die Auskunft zweifelsohne falsch, im zweiten Fall könntest Du mit der Auskunft gut leben. Allerdings gibt es keine starre Grenze. Und es kommt auch auf die Höhe des Vermögens an: Bei großen Vermögen schaut das Amt schon genauer hin, bei kleineren Beträgen ist das Ganze eher ein theoretisches Problem. So eine grobe Angabe zur Höhe des Ersparten wäre als Info auch nicht schlecht.

Allgemein lässt sich sicher sagen, dass Du aktuell nicht verpflichtet bist, auf Sozialhilfeniveau zu leben. Du darfst andererseits auch nicht so tun, als stünde die Hilfebedürftigkeit nicht über kurz oder lang bevor. Also nichts verschleudern und sparsam wirtschaften. Und erforderliche Neuanschaffungen darf Dir auch keiner verwehren.

Die Sozialämter haben aber in der Regel kaum Möglichkeiten, Dir eine Verschleuderung Deines Vermögens nachzuweisen. Und der Sparstrumpf ist für Sozialhilfeempfänger nicht nur in Zeiten geringer Zinsen eine interessante Alternative zum Sparbuch oder anderen "Geldanlagen".

Ich würde daher nicht mein Vermögen durch 1.000 teilen und exakt diese Monate auf Sozialhilfe verzichten.

Gruß
P.
Refugees welcome! - Wider jede Logorrhoe!

Elfriede
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Re: Vor der Grundsicherung Ersparnisse aufbrauchen

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 18.04.2017, 16:55

Hallo detektorist
Ja der Anwalt hat recht.
Du bist versorgt von deinen Eltern,da zahlt das Amt nichts..
Nur wenn du eine eigene wohnung hast und du kein geld zum leben hast,dann ist das Amt zuständig.
Gruss elfriede


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