Heizkostenabrechnung / Nachzahlung = Amt sagt Bedarf zu hoch!

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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Ueberfordert38
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Heizkostenabrechnung / Nachzahlung = Amt sagt Bedarf zu hoch!

Ungelesener Beitragvon Ueberfordert38 » 04.05.2016, 23:03

Guten Abend.

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich ein Problem / Frage habe und ich im Moment mit meiner Situation völlig überfordert bin.

Ich hoffe das ich das richtige Unterforum für mein Anliegen gewählt habe. Wenn nicht, bitte ich dies zu entschuldigen. Vllt. kann ein Moderator dann den Beitrag entsprechend verschieben.

Ich versuche meine Frage bzw. mein Problem so ausführlich wie möglich zu beschreiben, ich blicke nicht mehr ganz durch.

Meine Situation:

Ich beziehe seit über 10 Jahren EU Rente. Da diese nicht hoch ist, wird vom Sozialamt meiner Stadt (Landkreis Mayen-Koblenz) die Rente mit Grundsicherung entsprechend aufgestockt

Ich wohne seit ca. 3 Jahren jetzt in einer ca 41 m² großen Wohnung.

Ich hatte von Anfang an einen monatlichen Heitzkostenabschlag von 52,50 €.
Ich hatte aber leider eine schlechte Wahl mit dem Anbieter getroffen.
Alles lief vermeintlich gut.
Am 11.12.2015 hat mein Gasanbieter 355,80 € von meinem Konto abgebucht. (zusätzlich zu dem Abschlag am Monatsanfang)
Die Abbuchung war mir nur aufgefallen, weil sie so hoch war und der Betrag auf meinem Konto nicht dem entsprach der er sein sollte.

Ich war natürlich geschockt. Ich rief dort an und fragte nach meiner Abrechnung. Die hätte ich war die kurze und knappe Antwort. OK vllt. noch auf dem Postweg. Also paar tage gewartet.
Ich habe zu dem Zeitpunkt mir das Geld zusammen geliehen um mein Konto entsprechen wieder zu füllen, damit alle anderen Rechnungen normal abgebucht werden konnten.

Ich schrieb direkt ein Brief an das Sozialamt mit dem Original Kontoauszug über die Abbuchung und der Information das ich die Abrechnung nachreiche sobald ich diese erhalten habe.
Nach wenigen Tagen erhielt ich den Kontoauszug zurück, mit der Info, dass sie ohne die Abrechnung nichts tun könnten. (OK, war mir klar, wartete ja auch die Abrechnung, wollte nur vorab informieren)

Nun nahm das Drama seinen Lauf
Ich telefonierte unzählige male mit dem Gasversorger, ein Mitarbeiter unfähiger als der andere. Ich bekam Infos wie, ich schicke ihnen eine Kopie, bis, wir sind Papierlos, sie haben die Rechnung als Email (ich hatte ihnen nie meine Email genannt)
Dies zog sich ein Paar Wochen.
Dann bekam ich Anfang Januar vom Sozialamt ein Schreiben, dass ich seit Zwei Jahren keine Gasabrechnung eingereicht hätte und sie ab März die Zahlung der Abschläge einstellen werden wenn ich nicht die Abrechnungen nachreichen würde.

Ich rief direkt dort an und erklärte (mal wieder einer neuen Sachbearbeiterin für mich, die wechseln häufig) dass ich ja dran wäre eine Abrechnung zu Organisieren und dass ich diese direkt einreichen würde wenn ich sie habe. Ich erklärte ihr kurz den Ärger den ich mit dem Versorger hatte.

So zog sich das ganze nun sehr hin.
Und das Amt zahlte Ab Februar (für März) den Monatlichen Abschlag nicht mehr (Welche auf dem neuen Kontoauszug auch höher war als der alte)

Um das ganze nun abzukürzen es war sehr schwer eine Abrechnung zu bekommen ich führte unzählige Telefonate, Emails, Briefe und am Ende Faxe.
Aber ich erhielt Ende April endlich eine Abrechnung über meinen Gasverbrauch. Diese Abrechnung betraf nun gesamten Zeitraum den ich in der Wohnung lebe (grob 3 Jahre)

Ich muss gestehen, dass ich aus dieser Abrechnung nicht schlau wurde. Ich konnte erstmal nur den Startwert und den Abrechnungswert vergleichen und die waren richtig.
Es waren wie gesagt alle 3 Jahre, es stand was drin von Korrekturrechnung, Rechungs usw.

Ich schickte die Abrechnung direkt ans Amt.

Gestern bekam ich dann die Antwort vom Sozialamt, in der Stand, dass ich zu unrecht 152 € an Leistung bezogen hätte und dass diese mit den einbehaltenen Zahlungen April und Mai für Gas und mit der kommenden Zahlung für Juni verrechnet werden.
Es wurde erklärt dass im Jahr 2015 11 Abschläge geringer waren (nur 38 € statt wie vom Amt geleistet 52,50 €)
Ich war überrascht. Ich kontrollierte daraufhin meine Kontoauszüge und es stimmt. In den Monaten Januar - November buchte der Gasanbieter nur 38,30 € ab. JA! Das ist mein Fehler ich hatte es nicht bemerkt, und hier trage allein ich die Schuld weil es mir nicht aufgefallen war. Diese Kontoauszüge lagen allerdings dem Amt zur jährlichen Kontrolle auch vor, ihnen war es ebenfalls nicht aufgefallen. Aber hier sind die im Recht das sehe ich ein und verstehe ich, dass die dieses Geld zurück haben wollen.

ABER

In dem Schreiben wurde nicht einmal die Nachzahlung von 355 € erwähnt? Und auch nicht dass für März schon der Abschlag einbehalten wurde.

So war ich verwirrt und rief die Dame vom Amt an und sagte ihr dass ich das nicht alles verstehe und dass ich die 355 € Nachzahlung sowie die einbehaltene Zahlung März nicht berücksichtigt wurde.
Die Dame sagte mir dann zum einen, dass für den Monat März kein Abschlag gewährt wurde, da dieser zum Februar eingestellt wurde, und dieser erst berücksichtigt wurde ab April weil ich da ja dann die Abrechnung einreichte.

Dann sagte sie weiter, dass die 355 € über meinem Bedarf liegen würden, und das Amt nur den Angemessenen Betrag für Heizung zu tragen hätte.

Ich fragte dann was ist denn angemessen und ob ich nun auf den 355 € Sitzen bleiben würde und woher ich das Geld nehmen soll um meine Schulden bei dem zu begleichen wo ich es mir geliehen habe.

Ich sagte außerdem dass ich es nie sonderlich warm habe in der Wohnung ich bin und war immer ein Wintermensch, ich mag es eher kalt und viele Besucher beschweren sich regelmäßig dass ich es zu kalt habe in der Wohnung.
Ich sagte ebenfalls dass das Haus in dem ich wohne von 1920 ist und das es eine Dachwohnung ist, die nahezu gar nicht isoliert ist.
Sie meinte es gäbe dazu Tabellen, und ich könnte ja Widerspruch einlegen und sie müsste nun aufhören, sie hätte keine Zeit sie hätte einen Kunden.

Ich bin nun absolut unsicher was ich tun muss / soll / kann? Ich werde Widerspruch einlegen, aber hat es Sinn? Hat die Dame recht, und ich bleibe auf den 355 € sitzen und habe halt Pech gehabt?

Ich bin noch ängstlicher über meine nächste Abrechnung, denn seit November wird die Wohnung unter mir nicht bewohnt, die Dame von dort war seit November 2015 überwiegen bei ihrem Freund und ist Mitte Dezember ganz ausgezogen und erst Anfang Februar war die Wohnungsübergabe und die neuen Mieter sind noch nicht eingezogen. So stand diese Wohnung nun in den kalten Monaten völlig leer und war nicht geheizt und meine Böden waren wie offene Kühlschränke und die Heizung lief vermutlich dadurch noch mehr. Obwohl ich oft nur 18/19 Grad (im Winter) im Wohnzimmer habe und im Schlafzimmer selten über 14 Grad (im Winter).

Ich entschuldige mich wenn ich hier zuviel geschrieben habe und wenn wichtige Infos fehlen, dann bitte sagen und ich versuche diese Nachzureichen. Ich bin Gesundheitlich nicht so gut aufgestellt seit 1,5 Jahren ist mein Zustand nicht sonderlich gut und in den meisten Fällen kümmert sich mein Bruder um solche Angelegenheiten, aber dieser ist im Moment leider nicht greifbar für mich.

Für konstruktive Vorschläge wie ich nun am besten reagieren soll sehr dankbar, auch über die Meldung, Ja du hast Pech gehabt, alles ist Richtig, dann weiß ich dass Sie im Recht sind, auch wenn es sich für mich gerade sehr ungerecht anfühlt.

Gute Nacht

Heinrich
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Re: Heizkostenabrechnung / Nachzahlung = Amt sagt Bedarf zu hoch!

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 05.05.2016, 06:47

Hallo Ueberfordert38,

Ueberfordert38 hat geschrieben:Am 11.12.2015 hat mein Gasanbieter 355,80 € von meinem Konto abgebucht. (zusätzlich zu dem Abschlag am Monatsanfang)
Die Abbuchung war mir nur aufgefallen, weil sie so hoch war und der Betrag auf meinem Konto nicht dem entsprach der er sein sollte.

Ich war natürlich geschockt. Ich rief dort an und fragte nach meiner Abrechnung.

warum hast Du den Betrag nicht schlicht von Deinem Geldinstitut zurückbuchen lassen, wenn Du ihn nicht zuordnen konntest?

Ansonsten - das Ding ist so verkorkst, ich habe nach der Hälfte aufgehört zu lesen. (und um zu wissen um was es letztlich geht, den Rest noch mal überflogen)

Das was ich an Deiner Stelle tun würde, ist Beratungshilfe bei Gericht beantragen und flugs einen Fachanwalt für Sozialrecht einschalten.

H.
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Re: Heizkostenabrechnung / Nachzahlung = Amt sagt Bedarf zu hoch!

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 05.05.2016, 10:13

Hallo
Überfordert
Zuerst die einzugsermächtigung kündigen.beim abuchen sind alle sehr schnell
Hab ich auch schon hinter mir
Dann Eingaben und Ausgaben immer kontrollieren.anders geht es nicht
Die Ämter Haben ihre regeln.wenn diese angewendet werden,gibt es nichts.
Und nun geh mal auf die suche,nach Rechtsanwälten,ich wünsche dir ganz viel Glück.
Gruß elfriede

Heinrich
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Re: Heizkostenabrechnung / Nachzahlung = Amt sagt Bedarf zu hoch!

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 05.05.2016, 10:58

Hallo,

Elfriede hat geschrieben:Zuerst die einzugsermächtigung kündigen.

das Lastschrifteinzugsverfahren finde ich grundsätzlich nicht falsch. Gerade bei regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen. Man muß halt nur drauf achten, daß der Forderungsgläubiger (Zahlungsempfänger) auch korrekt abbucht.

In dem hier vorliegenden Fall hätte ich die Lastschrift, da sie keinem Beleg zuzuordnen war, schlicht zurückbuchen lassen.

Dazu muß man aber nicht gleich den ganzen Lastschrifteinzug kündigen.

:-):

H.
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Re: Heizkostenabrechnung / Nachzahlung = Amt sagt Bedarf zu hoch!

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 05.05.2016, 12:18

Lieber Heinrich
StimmtAber es wird immer wieder abgebucht.
Und der ärger ist i.mmer wieder da.grus s elfriede

Heinrich
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Re: Heizkostenabrechnung / Nachzahlung = Amt sagt Bedarf zu hoch!

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 05.05.2016, 14:14

Hallo Elfriede,

Elfriede hat geschrieben:Aber es wird immer wieder abgebucht.

eine fehlgeschlagene Lastschrift (egal, warum fehlgeschlagen), darf m.W.n. nicht erneut eingezogen werden.

Es kann allerdings zu wiederholten Lastschriften kommen, wenn der Forderungsgläubiger versucht, den nicht erhaltenen Betrag - jeweils um Gebühren erhöht - immer wieder neu einzuziehen. Das ist natürlich nervend, und in so einem Fall empfiehlt es sich ggf. die Ermächtigung zum Einzug von Forderungen durch Lastschrift vorerst zu stoppen.

Allerdings - wenn die Geldforderung begründet ist, hat man früher oder später eh keine andere Wahl als zu zahlen.

H.
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