Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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alex24
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Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon alex24 » 19.10.2016, 20:06

Hallo zusammen,

in diesem Post geht es um meine Mutter, die aufgrund einer Krankheit bereits seit vielen Jahren nicht arbeitsfähig ist (Schwerbehindertenausweis mit 60%) und lediglich von der Witwenrente lebt.

Die Witwenrente ist im Vergleich zu anderen Renten vermutlich noch relativ hoch gesetzt mit 1094,65€ im Monat.
Jedoch bleiben nach den Fixkosten (Miete, Krankenkasse, Süwag, GEZ, Telefon/Internet) lediglich 246,82€ übrig. Die monatlichen Lebensmittelkosten belaufen sich auf ca. 80-100€ im Monat, womit ein Endbetrag von ca. 145€ bleibt. Von diesem Geld soll sie auch noch ihre Medikamente zahlen, wenn die Krankenkasse nicht alles übernimmt... Da sie durch ihre Unbewglichkeit so eingeschränkt ist, ist es auch nicht mehr möglich mit den ÖPNV zu fahren und ist auf einen Bekannten angewiesen, der sie zu Arztbesuchen fährt (der das Ganze selbstverständlich nicht kostenlos macht!)

Selbst weitere Versicherungen kann sie sich nicht leisten und mussten vor einigen Jahren gekündigt werden. Ersparnisse gibt es auch keine.
Da sie nur von ihrer Witwenrente lebt frage ich mich, ob noch ein Anspruch auf eine andere Unterstützung besteht?
Grundsicherung wurde beantragt, jedoch abgewiesen, da die Rente zu hoch sei.

Vielen Dank im Voraus!
Zuletzt geändert von alex24 am 19.10.2016, 20:13, insgesamt 3-mal geändert.

Angela1968
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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 19.10.2016, 20:33

Hallo,

worüber ich stolpere ist das sie trotz Witwenrente noch Krankenkassenbeiträge zahlen soll/muss. Ich kenne das von meiner Mutter das von der Rente bzw. Witwenrente die Beiträge zur Krakenkasse abgehen, so wie es beim Lohn auch ist. Das würde ich mal überprüfen.

Dann überlege ich warum se soviel Mediamente alleine zahlen muss. Sie gilt doch sicherlch als chronisch krank und dürfte unter die 1% Regel fallen. Sie zahlt also nur 1% ihrer Bruttosumme hinzu. Den Rest müsste sie von der Krankenkasse zurück erstatttet bekommen.

Du schreibst das Deine Mutter sehr krank ist. Pflegestufe bzw. Pflegegeld wurde bereits schon beantragt? Darüber könnte sie nämlich auch dem Bekannten das Fahrgeld zahlen bzw. ein Pfflegeunternehmen beuaftragen sie stundenweise zu pflegen/zu betreuen.

Dann habe ich noch überlegt ob Deine Mutter evtl in eine Wohnung umziehen könnte wo sie weniger an Miete zahlt.

Sind nur so im ersten Gedankengang meien Vorschlge und Anregungen. Sollte mir noch was einfallen, melde ich mich noch mal.

Angela
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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 19.10.2016, 23:06

Moin, Moin Alex,

Du müsstest die monatlichen Ausgaben Deiner Mutter aufschlüsseln in die einzelnen Positionen:

Kaltmiete, Mietnebenkosten, Heizkosten, SÜWAG, GEZ, Telefon/internet, Krankenkasse, Medikamentenzuzahlung
Größe der Wohnung Deiner Mutter

Ist die Erkrankung Deiner Mutter als chronisch anerkannt?

Welche Medikamente muss Mutter aus der eigenen Tasche bezahlen.?

LG Rolf
Zuletzt geändert von CuttySark am 19.10.2016, 23:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 19.10.2016, 23:12

Moin, Moin Angie,

auch ich habe rund 1.1100 € Rente muss aber 220 € monatlich an die Krankenkasse abführen,
da ich mein Leben lang in der PKV war.

LG Rolf
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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 20.10.2016, 12:51

Halo CuttySark und alex24,

wenn man als privatversicherter von der Rente selbst die Beiträge zahlen müss und das nicht der Retenträger macht, handelt es sich dann um die Bruttorente die hier angegben wurde. Denn bei den anderen die gesetzlich Versichert sind wird dieser Betrag bei der Überweisung abgezogen und es handelt sich daher um die Nettorente.

Hätte Du Alex24 das auch so geschrieben abzüglich der genannten Rente hat meine Mutter so und so vel, wäre mir das etwas verständlicher geworden Ich war bei der Summe von 1094,65 Ero von der Nettorente ausgegangen und wunderte mich über das Jammern auf recht hohem Niveau.

Es hat nicht jeder eine Prvatkrankenversicherung und da hätte man das besser erklären sollen und auch mit den Summen arbeiten sollen. Und wenn ich bedenke das ich über eine kaufmännische Ausbildugn verfüge und somit mich eigentlich damit auskennen sollte, was bei anderen ja auch nicht der Fall ist.

Ich bedanke mich beim User CuttySark das er zur Aufklärung des Sachverhaltes beigetragen hat.

Angela
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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 20.10.2016, 15:00

Moin, Moin Angie,

niemand kann alles wissen. Du bekommst von der Rentenversicherung zu Deiner Rente noch einen Beitragszuschuss,
der sich in dem Rahmen bewegt, den jeder gesetzlich Versicherte auch bekommt. Die Krux an der Geschichte ist
eine andere. Nehmen wir mal an die Rente sei 1100 €, dann bekommt der Privatversicherte den Zuschuss zum
Beitrag in gleicher Höhe, wie der Pflichtversicherte. Nur werden bei der Berechnung noch sämtliche anderen
anderen Einkünfte mit angerechnet. Beispielsweise 1.000 € monatliches Mieteinkommen und 1.000 € Zinseinkünfte,
was bei einem Pflichtversicherten nicht angerechnet wird. Ich will das weder als gut oder schlecht bewerten sondern
lediglich als Fakt vermitteln.

Liebe Grüße
Rolf

Ps: Wenn Alex sich äußert werden wir sehen, was Sache ist.
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alex24
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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon alex24 » 20.10.2016, 19:43

Also vielen Dank erst einmal für die zahlreichen Kommentare.
Die 1094€ sind das Nettoeinkommen, das meiner Mutter zur Verfügung steht. Durch meinen verstorbenen Vater ist sie in der Postbeamtenkrankenkasse und muss daher den Beitrag in Höhe von 215€ leisten.
Die weiteren Kosten lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Warmmiete 525€ (Kaltmiete glaube ich ca. 495€) 2ZKB Größe beläuft sich auf ca. 60qm, Süwag 45€, GEZ 17,50€ und Internetkosten 45€.
Sie lebt schon auf dem Land mit 2000 Einwohnern, was 35 Minuten (mit dem Auto!) zur nächst größeren Stadt entfernt ist. Die Option in die Stadt zu ziehen, um nicht alleine auf dem Land zu versauern sozusagen, fällt durch ihr Einkommen flach.
Zu den Medikamenten: die werden überwiegend alle gezahlt außer homöopathische Dinge, jedoch kann ich nicht genau sagen wie hoch der Betrag ist, den sie dafür aufwendet.

Der Antrag für das Pflegegeld ist letzten Monat rausgegangen und ist seither in Bearbeitung. Daher kann ich noch nicht sagen in welcher Höhe dies ausfallen wird. Da sie leider nicht genügend Monate in die Rentenkasse eingezahlt hat, da sie meiste Zeit Hausfrau war und nur für relativ kurze Zeit mal beim Edeka angestellt war. Daher gibt es keine Zuzahlungen der Rentenversicherung oder einen Beitragszuschus oder bezieht sich das nochmal auf etwas anderes?
Zuletzt geändert von alex24 am 20.10.2016, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 20.10.2016, 20:17

Moin, Moin alex24,

zuerst einmal herzlichen Dank für die gemachten Angaben.

Ich kenne mich leider nicht mit der Postbeamten Krankenversorgung aus und weiß daher nicht, was im Krankenkassenbeitrag den
Mutter zahlt enthalten ist. Hier sind w12 oder Uwe Kruppa gefordert und werden dazu Stellung nehmen.

Die Wohnung dürfte vermutlich nicht angemessen sein ob aber derzeit Wohnungsalternativen möglich wären sei dahin gestellt. In
welcher Stadt lebt Mutter und wie hoch ist dort der Sozialhilfesatz für Mieten? (Kaltmiete + Nebenkostenpauschale + Heizkosten-
pauschale)

Schon mal Alternativen zur SÜWAG gesucht? Vergleichsportale beten Dir die Möglichkeit zu recherchieren.
GEZ - normal würde im SGB II Bezug wegfallen
Telefon/Internet müsste man recherchieren. Ich zahle 29,90 € bei 1 und 1. (50.000 Leitung - Telefon/Internet Flatrate)

SÜWAG + GEZ + Internet/Telefon Kostenersparnis würde nur geringe Einsparungen bringen. Die Kardinalfrage sind die Krankenkassen-
zahlungen.

LG Rolf
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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon alex24 » 30.10.2016, 17:27

Hallo Rolf,

vielen Dank für das Feedback.

Sie lebt in der Gemeinde Heidenrod in Hessen. Leider kenne ich den Sozialhilfesatz nicht, wo kann ich mich diesbezüglich erkundigen?

Soweit ich weiß hat sie keinen Anspruch auf SGB II (dies bezieht sich doch auf die Grundsicherung und dieser Antrag wurde abgelehnt) und muss daher GEZ zahlen.

Ich werde mich auf jeden Fall noch bezüglich Süwag und GEZ schlau machen.

Vielen Dank!

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Re: Witwenrente, noch Anspruch auf andere Unterstützung?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 30.10.2016, 18:29

Moin, Moin alex24,

vielen Dank für Deine erneute Zuschrift. Deiner Mutter stehen Rente von 1.094 abzüglich 215 € Krankenkasse zur Verfügung. Also alles in allem
879 € Netto.

Hat Deine Mutter einen Zusatzeintrag zu ihrem Schwerbehindertenausweis, wie aG, G, H ect.? Ich würde an Deiner Stelle persönlich zum Amt marschieren und mit einer Vollmacht Deiner Mutter die Dinge ausdiskutieren. Wenn Du die Begründung hast, dann schreiben wir weiter. Einen
Wohngeldanspruch Deiner Mutter sehe ich derzeit nicht aber Du kannst j mit der Vollmacht ohne weiteres einen Antrag stellen.

Nimm bitte Unterlagen zum Pflegegeldantrag mit.

LG Rolf
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