Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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jjbgood
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Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon jjbgood » 07.01.2018, 12:42

Hallo,
ich bin 28, führe einen eigenen Haushalt und Beziehe Grundsicherung durch Erwerbsminderung. Dies beziehe ich schon seit 8 Jahren. Seitdem verhält es sich so, dass ich jeden Monat von meiner Mutter das an ihr ausgezahlte Kindergeld bekomme - um nicht zu sagen, dass ich jeden Monat dem hinterherlaufen muss.
Leider habe ich vor Jahren (weil mir eine sehr falsch Informierte Person von all den Vorzügen vorgeschwärmt hatte) einen Schwerbehindertenausweis beantragt und auch 50% bekommen (ohne Zeichen). Dies führte, neben sonstigen amtlichen Einschränkungen dazu, dass meiner Mutter das Kindergeld nun auf ewig zusteht - und ich nun auf ewig dem Kindergeld hinterherlaufen muss, da mir das Amt dies ja von der Grundsicherung abzieht.
Laut Aussage des Amts, MUSS meine Mutter mir das auszahlen und es MUSS als Einkommen bei mir angerechnet werden.
Nun habe ich aber in letzter Zeit viele Aussagen gelesen online, dass dies eben nicht der Fall ist - und jetzt möchte ich wissen, was wahr ist, und was nicht.

Ich lese immer wieder, dass das Kindergeld nicht als Einkommen angerechnet werden darf - allerdings sind die Aussagen hier widersprüchlich, bezüglich, ob dies immer gilt, oder nur, wenn ich im selben Haushalt wohnen würde.
Was wäre, wenn meine Mutter jetzt widerspruch einlegt, schriftlich darlegt, dass sie zukünftig das Kindergeld nicht mehr an mich auszahlen wird? Würde ich dann endlich von dieser Last befreit werden? (klingt komisch, aber das belastet mich wirklich schon seit Jahren. Vorallem bekomme ich das Kindergeld erst zur mitte des Monats und wenn ich am Anfang dessen einkaufe und Rechnungen bezahle, werden die Tage zum Kindergeld immer sehr knapp - was nicht mehr der Fall wäre, wenn ich alles zum Anfang des Monats bekommen würde)

Würde mich über Antworten freuen.

Elfriede
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 07.01.2018, 15:41

Hallo.
Also meine tochter lebt bei mir,und das kindergeld wird immer angerechnet als einkommen.
Das kindergeld bekommt meine tochter,wir habe ein gemeinsames konto,für alles was eingeht und für alles was bezahlt werde muss.und 2x im jahr muss ich kontoauszüge vorlegen für grundsicherung.
Einmal für meine Tochter 1x für mich.
Gruss elfriede

jjbgood
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon jjbgood » 07.01.2018, 15:49

Das hilft mir jetzt nicht weiter.
Meine Mutter selbst ist keine Sozialhilfeempfängerin.
Wir wohnen nicht im selben Haushalt.
Dementsprechend völlig andere Situationen...
Und die Frage ist ja, ob es ausgezahlt werden MUSS, oder ob meine Mama dies verweigern könnte.
Zuletzt geändert von jjbgood am 07.01.2018, 15:49, insgesamt 1-mal geändert.

Elfriede
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 07.01.2018, 17:09

Hallo
Sie brauchen doch nur bei der kindergeldkasse zu beantragen,das sie das geld haben wollen und nicht ihre mutter
Angerechnet wird es als einkommen.gr.e.

Angela1968
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 07.01.2018, 17:14

Hallo,

hast Du schriftlich bei der Kindergeldkasse beantragt das Du das Dir zustehende Kindergeld auf Dein eigenes Konto haben möchtest? Und wenn ja, mit welcher Begründung wurde Dir die andere kompliziertere Vorgehensweise "aufs Auge" gedrückt?

Ja, das KIGE steht Dir zu und nicht Deiner Mutter. Du bist Ü 25 und führst einen eigenständigen Haushalt. Aber an Elfriedes Beispiel siehst Du das Dir das KIGE auch zustehen würde wenn Du mit Deiner Mutter in einem Hausgalt leben würdest.

Angela
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 07.01.2018, 18:47

Moin, Moin jbgood,

bitte lies selber:

https://www.geldtipps.de/geld-vom-staat ... t-das-geld

http://www.kindergeld.org/kindergeld-be ... erung.html

Rede mit Deiner/m Sachbearbeiter/in in der Grundsicherung. Kindergeld wird selbstverständlich als Einkommen gewertet.

Gruß
Rolf
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Heinrich
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 08.01.2018, 06:06

Hallo jjbgood,

jjbgood hat geschrieben:Laut Aussage des Amts, MUSS meine Mutter mir das auszahlen und es MUSS als Einkommen bei mir angerechnet werden.

die erste Aussage halte ich für faktisch falsch. Die Eltern des Kindes sind die Anspruchsberechtigten bzw. die Leistungsberechtigten. Nicht das Kind selbst.

Die zweite Aussage scheint zu stimmen, so daß eine Anrechnung des Kindergeldes auf die Grundsicherung erfolgt.

Ansonsten empfehle ich hier nachzulesen.

H.
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 08.01.2018, 06:27

Guten Morgen Heinrich,

vielleicht wäre es nicht verkehrt, wenn Du Dich informieren würdest:

Auszug aus Link 1 an jjbegood:

Nun gibt es Eltern, die unterhaltspflichtig sind, aber ihrer Pflicht nicht nachkommen. Dann haben sie auch keinen Anspruch darauf, das Kindergeld weiterhin zu erhalten. Ein volljähriges Kind kann in einem solchen Fall einen sogenannten Abzweigungsantrag stellen. Darin heißt es: Hiermit beantrage ich die Auszahlung des (anteiligen) Kindergelds an mich selbst. Mit dem Antrag bekunden Kinder, dass sie weiterhin kindergeldberechtigt sind, ihr Vater oder ihre Mutter aber keinen oder nur in zu geringem Maße Unterhalt zahlt. Gestellt wird der Antrag bei der Familienkasse der Arbeitsagentur.

<Die zweite Aussage scheint zu stimmen, so dass eine Anrechnung des Kindergeldes auf die Grundsicherung erfolgt.>

Die zweite Aussage scheint nicht zu stimmen. Sie stimmt!!!!!!!!!!! Ansonsten ist aber alles richtig.

Gruß
Rolf
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon Colloredo » 08.01.2018, 07:48

Hallo in die Runde,
nach §74 EStG i.V.m §§ 102 ff SGB XII kann auch das Sozialamt grundsätzlich das Kindergeld abzweigen, wenn deine Mutter es dir nicht freiwillig gibt.
Das heißt, du würdest die volle Grundsicherung bekommen und die Familienkasse würde das Kindergeld an das Sozialamt überweisen.
Grüße..

Heinrich
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Re: Grundsicherung und Anrechnung des Kindergelds

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 08.01.2018, 07:55

Hallo jjbgood,

Colloredo hat geschrieben:nach §74 EStG i.V.m §§ 102 ff SGB XII kann auch das Sozialamt grundsätzlich das Kindergeld abzweigen, wenn deine Mutter es dir nicht freiwillig gibt.
Das heißt, du würdest die volle Grundsicherung bekommen und die Familienkasse würde das Kindergeld an das Sozialamt überweisen.

davon habe ich auch gelesen. Diese Lösung wäre für Dich wohl am besten, da Du dann nicht jeden Monat die finanzielle Lücke hättest.

H.
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