Nicht arbeitsfähig, kein Anspruch auf EM Rente, was jetzt?

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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Mima
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Nicht arbeitsfähig, kein Anspruch auf EM Rente, was jetzt?

Ungelesener Beitragvon Mima » 14.06.2018, 15:17

Ich bin gerade völlig von den Socken, hatte mich in Sicherheit gewägt mit einem Antrag auf EM Rente, zu dem mir eine Sozialarbeiterin geraten hatte und nun lese ich gerade, dass ich wohl gar keinen Anspruch habe.
Ich erfülle die Anforderung dass 3 der 5 Jahre vor Feststellung der Arbeitsunfähigkeit sozialversicherungsflichtig gearbeitet werden muss nicht.
Deshalb bin ich hier...ich suche Hilfe wie es nun weiter gehen kann.

Meine Situation:
Ich bin Mitte 30, habe 2 Kinder (15 und 17), diese alleine erzogen, schulische Ausbildung gemacht 2004 - 2007, bisher kaum gearbeitet, sozialversicherungspflichtig nur von Mai 2010 - April 2012, danach versucht zu studieren, gescheitert, 1€ Job und nun seit Mai 2017 aus psychischen Gründen krank geschrieben.
Beziehe seit 2014 Alg II.
Mittlerweile ist auch klar wieso ich nie so belastbar war, dass das Arbeiten neben den Kindern gut geklappt hat.
Ich möchte auf jedenfall irgendwann noch richtig ins Berufsleben einsteigen, finde es ja selber schrecklich wie es bisher gelaufen ist, aber dazu müssen erst mal die Gründe, die mich immer gehindert oder haben scheitern lassen, beseitigt werden.
Ich packe es so wie es ist nicht arbeiten zu gehen, unter anderem weil das Arbeiten an sich für mich schon eine psychische Belastung ist.
Zudem ist Therapie, das arbeiten an sich selber so kräftezehrend, ich bin gerade einfach zu gebrochen, es geht nicht.
Es würde die Gesundung nur hinauszögern.
Die Sozialarbeiterin der Ambulanz in der meine Psychiaterin sitzt hat mir deswegen den Termin vermittelt um die EM Rente zu beantragen.
Ich hatte das erste mal in meinem Leben Hoffnung Ruhe zu bekommen, mich auf mich und meine Gesundung zu konzentrieren.
Und nun sitze ich hier mit den Unterlagen, lese nach was die Vorraussetzungen sind....und patsch...ich habe gar keinen Anspruch.
Sozialarbeiterin ist im Urlaub, die Vertretung weiß nie irgendwas.
Was nun?
Ich werde mich wohl dem medizinischen Dienst des Jobcenters stellen müssen, oder?
Und dann?
Was ist wenn die sagen ich bin arbeitsfähig?
Bin ich defintiv nicht, nicht jetzt...auch nicht in ein paar Monaten (schon gar nicht wenn dieser Stress nebenbei noch ist).

Außerdem bin ich am überlegen ob ich nun erst mal den Antrag stelle, um zumindest so lange Ruhe zu haben bis ein Ablehnungsbescheid käme (das Jobcenter lässt mich in Ruhe bis da was kommt).
Oder bekomme ich direkt bei dem Termin vor Ort zur Antragsabgabe bei der Rentenversicherung die Absage unter diesen Umständen?

Danke an alle, die sich die Mühe machen das alles zu lesen und vielleicht sogar noch was beizutragen!

Sollte das Thema hier falsch sein, bitte verschieben!
Ich hab versucht es bestmöglich einzuordnen.
Zuletzt geändert von Mima am 14.06.2018, 15:18, insgesamt 1-mal geändert.

Heinrich
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Re: Nicht arbeitsfähig, kein Anspruch auf EM Rente, was jetzt?

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 14.06.2018, 18:14

Hallo Mima,

ich würde Dir empfehlen, Dich angesichts der geschilderten Situation entweder von einem Fachanwalt für Sozialrecht beraten zu lassen oder von einer Arbeitslosen- bzw. von einer Sozialberatungsstelle. Damit meine ich nicht die von Dir genannte Sozialarbeiterin!

Du kannst bei Gericht einen Antrag auf Beratungshilfe stellen und bei Bewilligung einen Anwalt Deiner Wahl aufsuchen. Und/oder googel eben nach einer Beratungsstelle in Deiner Nähe.

Natürlich kann es sein, daß der Medizinische Dienst des JC Dich für arbeitsfähig befinden wird.

Wie gesagt, Du solltest Dich vor Ort rechtlich beraten und unterstützen lassen!

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

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Re: Nicht arbeitsfähig, kein Anspruch auf EM Rente, was jetzt?

Ungelesener Beitragvon w12 » 14.06.2018, 18:36

Hallo Mima

Wenn der Antrag abgelehnt wird, da die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, dann hast du das schon mal schriftlich.

Das Jobcenter leistet ja im Moment weiter.

Was dann ggf. kommt, wird man sehen.

Du bekommst keine Beratungshilfe, weil im Moment nichts anliegt.

Gruß
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Re: Nicht arbeitsfähig, kein Anspruch auf EM Rente, was jetzt?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 14.06.2018, 18:51

Hallo Mima,

ehrlich gesagt sollte Dir der ganze Spaß am Füdele vorbei gehen. Es könnte sein, dass Du Rentenansprüche hast aber das müsste genau geklärt werden. Dazu können wir uns nicht äußern, weil wir keinen Einblick in Dein Rentenkonto haben und es zahlreiche Ausnahmen gibt. Du könntest schon Rentenansprüche mit nur einem einzigen Monat Rentenbeitrag haben. Lies bitte selber:

https://www.finanztip.de/mindestversich ... sicherung/

Jede Stadtverwaltung hat Rentenbeauftragte. Mit denen machst Du einen Termin, schnappst Dir Deine Unterlagen und stellst einen Rentenantrag. Dann lehnst Du Dich entspannt zurück und wartest, was passiert. Nur so kannst Du die Dinge prüfen und die Sachbearbeiterin mit einem Ablehnungsbescheid befriedigen. Dir dürfte es völlig Banane sein, wie die Sache ausgeht. Selbst wenn Du Rentnerin würdest bekämst Du vermutlich aufstockendes Geld vom Sozialamt. Ergo ist das Jacke wie Hose. Die Rente würde an das Sozialamt abgetreten und das ist es letztendlich.

Man muss erst eine Leiche bergen, bevor man die andere Leiche beseitigt. Also zuerst die Rentengeschichte/Sozialamtssache vom Tisch haben und dann kannst Du über eine Ausbildung nachdenken......

Drücke Dir die Daumen!

LG Rolf
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Re: Nicht arbeitsfähig, kein Anspruch auf EM Rente, was jetzt?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 14.06.2018, 19:00

Hallo w12,

das ist genau meine Meinung. Den Rentenantrag stellen und warten was passiert. In ihrem Fall hat sie rund 2 Jahre gearbeitet, und 2 Kinder geboren und groß gezogen:

Kindererziehungszeiten (Kindererziehungszeiten sind Pflichtbeitragszeiten, für die die Beiträge als gezahlt gelten oder seit dem 01.06.1999 vom Bund an die Rentenversicherung tatsächlich gezahlt werden. Für Geburten ab 01.01.1992 werden der oder dem Erziehenden die ersten 3 Jahre nach der Geburt des Kindes als Erziehungszeit angerechnet, für Geburten vor dem 01.01.1992 ein Jahr. Für die Kindererziehungszeit wird unterstellt, dass ein durchschnittlicher Verdienst erzielt wurde.)

Das können wir auch in meinen Augen nicht klären.

LG Rolf
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Mima
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Re: Nicht arbeitsfähig, kein Anspruch auf EM Rente, was jetzt?

Ungelesener Beitragvon Mima » 18.06.2018, 15:13

Danke für eure Antworten!
Natürlich könnt ihr für mich die Dinge nicht klären, das ist mir absolut klar.
Aber ihr könnt mir Tipps, andere Gedankengänge und Anregungen geben und das habt ihr.
Vielen Dank dafür!

CuttySark hat geschrieben:Hallo Mima,

ehrlich gesagt sollte Dir der ganze Spaß am Füdele vorbei gehen. Es könnte sein, dass Du Rentenansprüche hast aber das müsste genau geklärt werden. Dazu können wir uns nicht äußern, weil wir keinen Einblick in Dein Rentenkonto haben und es zahlreiche Ausnahmen gibt. Du könntest schon Rentenansprüche mit nur einem einzigen Monat Rentenbeitrag haben. Lies bitte selber:

https://www.finanztip.de/mindestversich ... sicherung/

Jede Stadtverwaltung hat Rentenbeauftragte. Mit denen machst Du einen Termin, schnappst Dir Deine Unterlagen und stellst einen Rentenantrag. Dann lehnst Du Dich entspannt zurück und wartest, was passiert. Nur so kannst Du die Dinge prüfen und die Sachbearbeiterin mit einem Ablehnungsbescheid befriedigen. Dir dürfte es völlig Banane sein, wie die Sache ausgeht. Selbst wenn Du Rentnerin würdest bekämst Du vermutlich aufstockendes Geld vom Sozialamt. Ergo ist das Jacke wie Hose. Die Rente würde an das Sozialamt abgetreten und das ist es letztendlich.

Man muss erst eine Leiche bergen, bevor man die andere Leiche beseitigt. Also zuerst die Rentengeschichte/Sozialamtssache vom Tisch haben und dann kannst Du über eine Ausbildung nachdenken......

Drücke Dir die Daumen!

LG Rolf


Wenn ich es schaffen würde das mir sowas am Allerwertesten vorbei ginge, dann wäre die Hälfte dessen was ich an mir verändern möchte schon erledigt. :lol:
Leider ist dem nicht so, eher das Gegenteil, aber ich arbeite dran.

Und es geht mir ja nicht darum woher das Geld kommt, das ist mir tatsächlich ziemlich banane, sondern dass meine nicht vorhandene Arbeitsfähigkeit anerkannt wird und man mich nicht mehr unter Druck setzen kann mir einen Job zu suchen.
Und das kann mir gar nicht egal sein, denn wird das nicht anerkannt, kann das weitere, schwerwiegende Folgen für meine Gesundheit haben.

Und wieso über Ausbildung nachdenken?
Das hab ich nicht verstanden.

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Re: Nicht arbeitsfähig, kein Anspruch auf EM Rente, was jetzt?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 18.06.2018, 15:45

Hallo Mima,

zuerst muss geklärt werden, wie es mit Dir weitergeht. Verrentung / Arbeitsunfähigkeit bis zum .............. Dann wird man weiter sehen. Die finanziellen Grundlagen SGB II und SGB XII sind identisch.

Kommst Du nicht alleine klar solltest Du Dich an die Caritas oder Innere Mission wenden, die mit Dir die Anträge erstellen und natürlich auch der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Ich schrieb: Also zuerst die Rentengeschichte/Sozialamtssache vom Tisch haben und dann kannst Du über eine Ausbildung nachdenken......
Damit meinte ich, dass Du nicht Dein Leben lang krank sein wirst und deshalb, wenn diese Geschichte ALG II/SGB XII/Rente erledigt ist an Deine Ausbildung denken musst.

Liebe Grüße
Rolf
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