Vorschuss beim Jobcenter

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w12
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Vorschuss beim Jobcenter

Ungelesener Beitragvon w12 » 04.08.2015, 18:50

Hallo

Mit der Einführung der neuen Software ist ein Vorschuss nicht mehr möglich.
Das ist zwar nur bedingt richtig, da der gesetzliche Anspruch auf Vorschuss nicht ausgehebelt ist, aber es scheint jetzt bei uns als “Verwaltungsmittel“ genutzt zu werden.

Die Bearbeitung für den Monat August scheint nicht geklappt zu haben.
Deshalb war die Nachfrage entsprechend groß.

Wenn die Hilfsbedürftigkeit dem Grunde nach feststeht, wäre auch ein Anspruch gegeben.
Das Jobcenter windet sich m. M. n. damit heraus, dass es bei Beschwerden über die Bearbeitung des Folgeantrags, die fachlich begleitet werden, eine kurzfristige Bearbeitung zusagt, um einem weiteren gerichtlichen Vorgehen einen Riegel vorzuschieben.

Ob das auch bei Menschen, die ohne Beistand zum Jobcenter gehen, so ist, weiß ich leider nicht, würde mich aber interessieren.

Ich möchte daran erinnern, dass es auch die Möglichkeit der Gewährung eines Darlehens gibt.

Es lebe die Verwaltung.

Gruß
w12
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Re: Vorschuss beim Jobcenter

Ungelesener Beitragvon wevell » 04.08.2015, 21:21

Hallo w12,

die bisherige Praxis, einen Scheck als Vorschuss zu geben, ist bei "Allegro" nicht mehr gegeben. Der Lb muss einen Antrag auf ein Darlehen wegen unabweisbaren Bedarf stellen. Das ist leider (für das JC) sehr verwaltungsaufwendig und teilweise können die Raten nicht direkt eingefordert werden.

Selbst bei einem Vorschuss nach § 42 SGB I darf sich das JC einen vollen Kalendermonat Zeit nehmen.

Häufig wird seitens des JC der LB auch damit abgespeist, dass die Gelder angewiesen sind und jetzt die Bank der Schuldige ist. Dem wiederum steht § 362 BGB ( Erfüllung ) entgegen ( siehe auch BSG - 14.08.2003 - B 13 RJ 11/03 R; LSG NW - 20.10.2014 - L 19 AS 1287/14 B ) .

Erfahrungsgemäss bleibt der Lb ohne (sachkundigen) Beistand der Dumme, also ohne Geld.
Es grüsst

wevell

Heinrich
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Re: Vorschuss beim Jobcenter

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 04.08.2015, 22:13

Hallo wevell,

wie will denn der "(sachkundige) Beistand" bei all diesen 'Repressalien' dem Leistungsbezieher zu Geld verhelfen?

H.
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Re: Vorschuss beim Jobcenter

Ungelesener Beitragvon wevell » 04.08.2015, 22:26

Hallo Heinrich,

eine Antwort auf deine Frage können dir die JC-Kunden geben, mit denen ich zum JC gehe.In den meisten Fällen klappt es. Ausserdem bin ich ehrenamtlich bei einer Erwerbsloseninitiative tätig.

P.S.: Ich gehe auch zu " meinem " JC und zu " meinem "Sachbearbeiter. Ich bin selber auch im Leistungsbezug.
Es grüsst

wevell

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Re: Vorschuss beim Jobcenter

Ungelesener Beitragvon w12 » 05.08.2015, 13:27

Hallo

Zunächst möchte ich bemerken, dass ich es schrecklich finde, wie man einen derartigen Vorgang als “alternativlos“ hinnimmt.

Das Programm verlangt das, was sollen wir Menschen denn machen.
Und es ist mir scheißegal, ob es sich um einen verwaltungsintensiven Vorgang handelt.

Wenn es sich um einen Folgeantrag handelt, keine wesentlichen Änderungen eingetreten sind, dann besteht eine Hilfsbedürftigkeit dem Grunde nach.
Ein Vorschuss ist dann auf den laufenden Monat zu erbringen

Es besteht (oft) die Möglichkeit eine einstweilige Anordnung zu erwirken (dauert aber), muss man ja nicht so direkt ausführen, sondern diplomatisch, kein Vermögen, kein Abwarten möglich usw..

Diese unterschwellige Drohung ist dem Amt nicht unbedingt egal.
Aber das wird verhindert durch ein dann (versprochenes) Handeln mit einer Barauszahlung am nächsten Tag. Dann entfällt der Grund.

Es ist ein perverses Spiel.

Gruß
w12
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