Suche Rat EGV

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Harz4 Novizin
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Suche Rat EGV

Ungelesener Beitragvon Harz4 Novizin » 20.01.2016, 15:40

Hallo,

ich, 50 alleine lebend und alleine erziehend mit Kind 7 bin durch Trennung ins Harz4 System katapultiert worden.

Da ich mit so einer Problematik wie Harz4 nicht sehr vertraut bin, habe ich natürlich Fragen.


So zum Beispiel:
Die Arbeitssuche gestaltet sich sehr schwierig aufgrund meines alters und des fehlenden Sozialen Netzwerk im Rücken (da nach Deutschland zugezogen und hier auch sitzen gelassen wurde mit Kind).
Kind erhält Unterhalt vom Vater, ich jedoch nichts da nicht verheiratet. Keine Ersparnisse und kein einkommen.

Nun hatte ich in der Nähe (was für mich sehr wichtig ist) die Möglichkeit als Reinigungskraft in privaten Haushalte zu arbeiten (jeweils 4std alle 2 Wochen in jedem Haushalt für 12€ die Stunde) und befragte mich beim Jobcenter.
Dieses meinte da nicht angemeldet gehe dies nicht auch wenn ich denen dies korrekt wie ich bin auch melden würde und doch schließlich angerechnet würde.
Nein das gehe nicht war die Aussage. Bitter enttäuscht ging ich von dannen denn dies hätte für mein Kind und mich schon etwas erleichterung gebracht.

Nun kommt mir ein Angebot vom Jobcenter auf Minijob-Basis für 2 Vormittage a 4 std, welches ich mit Bus und Bahn bewerkstelligen müsste da dies weit weg ist so dass ich für mein Kind keine Aufsicht hätte und das geht auf keinen Fall in diesem Alter.
Auch wurde mir abwertend die Frage gestellt seitens der neuen Bearbeiterin was ich denn die 7 Jahren gemacht hätte!
Auf meine Antwort Kindeserziehung, Hausfrau und Mutter kam dann sofort das wenn ich selber nichts finden würde man mich in ein 1 Eurojob vermitteln würde und dann legte sie mir die EGV vor und das Gespräch war beendet.

Frage: Warum verwehrt man mir die Möglichkeit eine Arbeit auf zu nehmen die mir die Nähe zum Kind gewährleistet.
Warum verwehrt man mir eine Arbeit die besser vergütet ist als die 8,50?

Was kann ich tun oder wie soll ich vorgehen, denn für mich ist zur Zeit ein jeder Cent wichtig.

Dann habe ich noch ein anliegen was die Eingliederungsvereinbarung betrifft.
Eben in dem Termin in dem man mir mitteilte das ich keine Putzstelle annehmen darf die mir mein überleben mit Kind etwas erleichtern würde, legte man mir diese berühmte Eingliederungsvereinbarung vor die ich mitnahm aber bis jetzt nicht unterschrieb.
Es kam dann eine DRINGENDE Erinnerung zur Rückgabe der unterschriebene EGV.
Hier fühle ich mich genötigt diese EGV zu Unterschreiben und Sanktionen in Kauf zu nehmen.
Dies hätte in meiner jetzigen Lage im „Kampf ums überleben“ fatale folgen.
Ein weiteres Schreiben kam dann mit eben der Aufklärung wozu ich verpflichtet bin etc.. und eben das Stellen Angebot welchen weiter weg ist und schlechter bezahlt ist.
Wie nun vorgehen?

Ich bin hier total überfordert und benötige Rat.

Ich wünsche mir eigentlich nur adäquate Hilfe des Jobcenters die mir ermöglicht Job und Kind in Einklang zu bringen und mich nicht in die moderne Sklaverei verbannt.


Danke

Harz4 Novizin
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Re: Suche Rat EGV

Ungelesener Beitragvon Harz4 Novizin » 21.01.2016, 14:46

Guten Morgen,

174 mal gelesen.

Habe ich vielleicht etwas falsches ausgedrückt?
Als Französin kann es vorkommen etwas zu sagen oder Schreiben was aber anders ankommt. Ja dies passiert hin und wieder noch.

Also ich versuche mein Unverständniss zu erklären.
Ich darf keine Tätigkeit in einem Privat Haushalt annehmen da dies nicht versichert ist. Richtig?
Könnte ja als Schwarzarbeit gesehen werden. Richtig?
Wenn diese Tätigkeit doch dem Jobcenter gemeldet würde, wird es ja angerechnet. Richtig?
Also ist es ja keine Schwarzarbeit mehr, wenn man es korrekt angibt und doch dann angerechnet wird. Richtig?
Und seien wir doch ehrlich wer leistet sich denn solche Kräfte? Die die es ja eh haben oder nicht?

Es heißt doch nach dem Grundsatz des Forderns § 2 Zweites Buch .....ist man verpflichtet, in eigener Verantwortung alle Möglichkeiten -insbesondere den Einsatz seiner Arbeitskraft- zu nutzen, um seinen Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln und Kräften zu bestreiten.

Ein Minijob ist doch auch nicht Sozialversicherungspflichtig, also nicht versichert. Richtig?

w12
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Re: Suche Rat EGV

Ungelesener Beitragvon w12 » 21.01.2016, 16:56

Hallo Harz4 Novizin

Grundsätzlich ist auch ein Minijob im Haushalt anzumelden.
Es fallt aber nicht, wie erst gewünscht, unter Schwarzarbeit, sondern es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit, die der private AG begeht.

Wenn du Einkommen nicht meldest, handelt es sich (kann sich) um Sozialbetrug handeln.
Dem Arbeitsamt ist das zunächst egal, ob der Job angemeldet wird, es wird nur die Einkommenserklärung ausgefüllt.
Der Verdienst wird, bereinigt, angerechnet.

Du hast alles zu unternehmen, um deine Hilfsbedürftigkeit zu verringern.
Dazu zählt auch die Aufnahme eines Minijobs.
Du kannst dich darauf aber nicht ausruhen, da nur ein sozialversicherungspflichtiger Job schützenswert ist.

Die Betreuung eines Kindes muss gewährleistet sein (Kindergarten usw.).
Pendelzeiten müssen in Relation zur Arbeitszeit stehen (z.B. bei 4 Std. nicht mehr als 2 Stunden).

Wenn die EinV nicht unterschrieben wird, dann wird sie durch einen VA ersetzt.
Das ist nicht sanktionsbewehrt.

Gruß
w12
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Die von mir gemachten Äusserungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

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Re: Suche Rat EGV

Ungelesener Beitragvon Harz4 Novizin » 22.01.2016, 10:28

Guten Tag,

danke w12 das Sie sich die Zeit genommen haben mir zu antworten.

Betrugsabsichten meinerseits liegen nicht vor denn der Kampf ums überleben fordert hier schon sehr viel Kraft so dass ich nicht noch mehr Probleme brauche.

Werde mal diese Sachbearbeiterin höflich bitten mir Angebote zu vermitteln die Ortsnahe sind. Damit eben die Betreuung des Kindes weiterhin von mir gewährleistet ist.

Man gerät sehr schnell unverschuldet in dieses System, hier wieder heraus zu finden ist schier unmöglich.


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