Jobcenter lehnt Umzug ab, was nun?

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Maki87
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Jobcenter lehnt Umzug ab, was nun?

Ungelesener Beitragvon Maki87 » 17.03.2017, 00:06

Hallo zusammen,
ich bin neu hier erst mal was zu meiner Person ich bin Alleinerziehende Mutter von zwei Kindern (Mädchen 7, Junge 6 Jahre alt) . Ich arbeite Teilzeit und bekomme noch einwenig Aufstockung vom Jobcenter . Nun da ich nach meiner Trennung aufgefordert worden bin aus der großen Wohnung ausziehen und etwas günstigeres zu suchen bin ich in meine jetzige 2 Zimmer Wohnung (64qm) direkt neben meine Mutter gezogen als Notlösung was ich dazu sagen muss meine jetztige Wohnung ist total günstig sogar unter dem angemessenen Kosten die das JB tragen würde. Seid dem habe ich ab und zu mal nach Immobilien geschaut und wenn was angemessenes dabei war angerufen oder Email geschrieben, leider war bis vor einigen Tagen nichts dabei meistens wollen die Vermieter keinen vom Amt oder halt wegen Alleinerziehend und zwei Kinder . Vor einigen Tagen endlich mein Traum hat sich erfüllt eine wunderschöne Wohnung direkt in der Nähe der Schule meiner Kinder liegt aber leider wie so einige Wohnungen hier bei mir in der Gegend 60€ über dem Limit vom Jobcenter . Bei meinem Antrag dort als ich das mietangebot unterbreitet habe , habe ich gesagt das ich die Differenz aus eigener Tasche zahlen würde ich auf die Renovierungs und umzugskosten verzichten würde was die SB auch so hinnahm und noch zu mir sagte das es kein Problem sein sollte wenn ich die Differenzen selber zahlen würde und wir ja eh in einer viel zu kleinen Wohnung leben würden. Nun ja dann wollte sie kurz raus um die Einverständniss einzuholen und kam mit schlechten Nachrichten wieder das mein Antrag abgelegt worden wäre weil das mein erster Mieteangebot wäre und ich sollte noch einige einholen ich sagte das dieses schon passiert wäre ich aber telefonische absagen nicht vorlegen könne. Nun ja was kann ich tun außer Widerspruch einzulegen ? Meint ihr ein anwalt könnte da was machen ? Was würde passieren wenn ich dennoch einfach in die neue Wohnung ziehen würde ? Vg

CuttySark
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Re: Jobcenter lehnt Umzug ab, was nun?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 17.03.2017, 06:37

Moin, Moin Maki87,

Situation verstanden. Du hast eine angemessene Wohnung direkt neben Deiner Mutter, die auch was die Kosten angeht passt.
Nun suchst Du nach einer "Endlösung" und diese Wohnung würde 60 € teurer sein. Bitte täusche dich nicht, weil Du Probleme
mit den Nebenkosten bekommst. denn die würden auch anteilig ungerechnet, Nachzahlungen müsstest Du bezahlen.

Ich würde weitersuchen, denn die 60 € sind eine schöne Belastung. Wenn die Wohnung angemessen ist, dann sehe ich persön-
lich keinen Grund mit Genehmigung des JB umzuziehen.

Du kannst natürlich Widerspruch einlegen, einen Anwalt oder die Beratungsstellen von Innerer Mission und Caritas aufsuchen.
Erfolg wird dir das nicht bringen.

Du kannst natürlich auch ohne Einwilligung umziehen, wenn du alle Kosten trägst. Ob das aber sinnvoll ist wage ich zu bezweifeln.

LG Rolf
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Elfriede
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Re: Jobcenter lehnt Umzug ab, was nun?

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 17.03.2017, 09:15

Hallo Maike
Kein Problem, du kannst umziehen als freier Mensch

All kosten sind von dir zu tragen,hab ich auch jedesmalso gemacht, lasse mich auch nichts fesseln vom Amt..gruss elfriede

w12
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Re: Jobcenter lehnt Umzug ab, was nun?

Ungelesener Beitragvon w12 » 17.03.2017, 10:22

Hallo Maki87

Grundsätzlich ist ein Bedarf bis 75 qm angemessen.
In der Regel ist auch für jeden haushaltsnahen Bewohner ein Zimmer angemessen.

Einen grundsätzlichen Mehrbedarf wegen des Merkmals “Alleinerziehend“ gibt es nicht mehr.

Wenn man ohne Genehmigung umzieht, dann zahlt das Amt nur die Miete in Höhe der bisherigen Miete. Es geht dann also nicht nur um den Betrag in Höhe von 60 Euro, sondern um die Differenz der neuen Miete zur alten Miete.

Der Anspruch besteht nicht auf 75 qm, sondern bis 75 qm.
Beim Alter der Kinder könnte man z.B. auf den Gedanken kommen, wenn ein großes Zimmer vorhanden ist, dieses zu teilen.

Die Aussagen sind ja nur mündlich gemacht worden.

Wenn das Jobcenter grundsätzlich anerkennt, dass die alte Wohnung zu klein oder für drei Personen ungeeignet ist, dann geht es nur um den, die Angemessenheit übersteigenden Anteil.

Die Aufforderung zur weiteren Suche erübrigt sich, da es nur um den Tatbestand geht, dass die jetzige Wohnung aufgegeben werden darf.
Mit dieser Zusicherung geht man kein Risiko ein.

Das Amt würde der neuen Wohnung ja nur zustimmen, wenn diese auch angemessen ist.

Leider fehlen bis heute vernünftige Regelungen, z.B. dass das Amt auf Antrag grundsätzlich feststellt, dass ein Umzug zu genehmigen ist und bis zu welcher Größe/Bruttokaltmiete eine grundsätzliche Genehmigung erteilt wird.

Wogegen soll sich ein Widerspruch richten? Es besteht doch kein Verwaltungsakt.

Grundsätzlich würde ich die Chancen für ein positives Ergebnis eines Rechtsstreits sehen.
Dafür kann dir aber keiner eine Garantie geben.

Eine schriftliche Zusage, dass die Wohnung aufgegeben werden kann, bringt die notwendige Sicherheit.
Auch die (schriftliche) Aufforderung zur weiteren Suche, bedeutet die Zustimmung zum Wohnungswechsel.

Gruß
w12
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