Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

und sich nicht um Hartz IV, Grundsicherung oder Sozialhilfe dreht.

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CuttySark

Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 03.12.2013, 09:05

Moin, Moin liebe Forenleser und Schreiber,

Die derzeitige SPD hat sich meilenweit von den Ideen ihrer Gründungsväter Lasalle, Bebel und Liebknecht entfernt. Die Herren würden sich heute im Grabe umdrehen, wenn sie hörten, was aus ihrem Arbeiterverein geworden ist.
In meinen Augen ein absolutes Trauerspiel.

Auszug aus der Rede des SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier auf dem Arbeitgebertag am 19.11.2013

.... die Entscheidungen liegen ja zehn Jahre hinter uns, wenn Sie sich in gerechter Weise zurückerinnern, dann hat es aber die entscheidenden Steuersenkungen und zwar in einem Volumen von mehr als 60 Milliarden Euro unter einer sozialdemokratischen Regierung gegeben:
Mit der Senkung des Spitzensteuersatzes,
mit der Senkung des Eingangssteuersatzes,
mit der Senkung der Unternehmenssteuern.
Sie haben bis dahin Ihre Kapitalzinsen nach dem Einkommensteuergesetz bezahlt, und seit der Zeit nur noch für die Hälfte ungefähr versteuert nach dem Abgeltungssteuergesetz.
Das war damals immerhin sozialdemokratische Steuerpolitik und ich finde bis heute ist das nicht so ganz schlecht.


60 Milliarden wurden an Unternehmer verschenkt, man fragt sich nur zu wessen Lasten. Vor allem warum verschenkt man, wenn man das Geld an anderer Stelle wegnimmt?

LG Rolf

w12
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Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon w12 » 03.12.2013, 09:12

Hallo CuttySark

Quelle?

Da ich ja auch immer Werbung machen muss:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=19482

Gruß
w12
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Ralf1960
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Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 03.12.2013, 09:21

Hy W12 :-)


Brille rüberreich !

"Auszug aus der Rede des SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier auf dem Arbeitgebertag am 19.11.2013"

:clap: :weg:


Gruß
Ralf
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Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon w12 » 03.12.2013, 09:43

Hallo Ralf1960

:danke:

Du bist aber wieder sehr genau. :mrgreen:

Mit den Auszügen ist das so eine Sache.

Wäre ich SPD würde ich aus der Rede nur den Auszug: “Guten Tag, meine Damen und Herren“
veröffentlichen.

Es gibt auch Auszüge aus Berichten, in denen das Original erst etwas “bearbeitet“ worden ist (siehe Armutsbericht).

Gruß
w12
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Tasso
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Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon Tasso » 03.12.2013, 13:23

CuttySark hat geschrieben:In meinen Augen ein absolutes Trauerspiel.


Guten Tag,

Parteien stellen sich mit ihrem aktuellen Programm den Wahlberechtigten. Wem das Programm und/oder das Personal oder bestimmte Äußerungen gefällt, der gibt dieser Partei seine Stimme. Wem das nicht gefällt, der gibt seine Stimme einer Partei die ihm eher zusagt oder er wählt gar nicht.

Wie der Wahlausgang der letzten Bundestagswahl belegt, haben sich nicht wenige ehemalige SPD-Wähler abgewandt, haben ihre Stimme einer anderen Partei gegeben oder sind gar nicht zur Wahl gegangen.

Die SPD ist professionell genug um zu wissen, was sie zu tun hat.

Mit freundlichen Grüßen
T

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Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon w12 » 03.12.2013, 13:43

Hallo CuttySark

Wer über deinen Link mitdiskutieren möchte, der wird sich zunächst die Mühe machen müssen, diesen zu lesen.

Ich will zunächst nur einen Punkt herausgreifen:

http://library.fes.de/pdf-files/wiso/07405.pdf
Seite 33

Die Regierung ist anderer Meinung:

Private und betriebliche Altersvorsorge stärken
Die Alterssicherung steht im demografischen Wandel stabiler, wenn sie sich auf mehrere starke Säulen stützt. Deswegen werden wir die betriebliche Altersvorsorge stärken. Sie muss auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Klein- und Mittelbetrieben selbstverständlich werden. Daher wollen wir die Voraussetzungen schaffen, damit Betriebsrenten auch in kleinen Unternehmen hohe Verbreitung finden. Hierzu werden wir prüfen, inwieweit mögliche Hemmnisse bei den kleinen und mittleren Unternehmen abgebaut werden können. Wir werden auch im europäischen Kontext darauf achten, dass die guten Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersvorsorge erhalten bleiben

Koalitionsvertrag Seite 72

Es geht der Regierung nicht um eine vernünftige Rentenpolitik.
Ihr Ziel ist es, dass gesetzliche System zu zerschlagen.

Es ist schon traurig, dass die Versicherungskonzerne öffentlich ihre Goldgräberstimmung darbieten können; aber verständlich man möchte den Banken nicht nachstehen.

Aber, wenn die verblödete Mehrheit schreit, nehmt unser Geld, dann muss man das akzeptieren.

Gruß
w12
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Ralf1960
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Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 03.12.2013, 14:41

Hallo W12,

wenn ich das Thema " betriebliche Altersvorsorge " lese rollen sich bei mir die Fussnägel auf ! Das wollte einem früher jeder Arbeitgeber als " indirekte Lohnerhöhung " verkaufen - nur was soll man damit wenn man den Arbeitgeber gewechselt hat und der neue AG den Vertrag nicht übernimmt ? Nur brav privat weiterzahlen wäre überhaupt eine Lösung gewesen.

Die technischen Mitarbeiter eines "kirchlichen " Krankenhauses in Frankfurt hatten auch mal eine tolle betriebliche Altersvorsorge, nun wurde " privatisiert " - die ältesten langjährigen Mitarbeiter haben noch ihren Vorteil daraus behalten, ab einer gewissen " Zugehörigkeitszeit " gab es für die jüngeren diese " Vergünstigung " nicht mehr - rechnerisch bleibt eine absolut nicht erwähnenswerte Summe für die Rente noch übrig. Da hat eben der Arbeitgeber gewechselt - nicht der Angestellte einen neuen Arbeitgeber gesucht.

Wer das möchte darf sich gerne mal mit Angestellten des Markus Krankenhauses unterhalten was dort durch den Betreiberwechsel für ein Wind weht und wie die Kosten auf dem Rücken der Angestellten gesenkt werden.

Eine betriebliche Altersvorsorge als Lösung des Rentenproblemes.... das glaube ich NEVER !

Manchmal frage ich mich in den Köpfen dieser Regierung noch für Idiotien herumspuken bis man mal erkennt was die für nen Mist an den Mann zu bringen versuchen.

So etwas ist vielleicht noch mit Lohnumwandlung möglich wenn man ewiglich bei ein und dem selben Arbeitgeber beschäftigt ist - ansonsten werden diese Verträge eh nur Versicherungsgesellschaften glücklich machen.

Letzthin bezahlt man die Zeche selbst - so oder so !

Gruß
Ralf
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CuttySark

Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 03.12.2013, 17:35

Moin, Moin w12,

die Abkehr vom gesetzlichen System der Altersvorsorge wurde schon in den neunziger Jahren angegangen und umgesetzt in der Rentenreform 2002. Nur ist das Volk zu deppert diese Dinge zu erkennen, weil dazu Fachverstand gebraucht wird und wer hat diesen schon. Small Talk in der Kneipe dazu ist die Bevölkerung fähig aber sicherlich nicht zu einer umfassenden Beurteilung. Wie man Menschen verkauft hat man uns ja im Fall von Peter Hartz, VW und einem gekauften Betriebsrat vorgeführt. Lustreisen, Nutten, Spesengelder haben ihre Wirkung gezeigt und kein VW Mitarbeiter wusste etwas davon.

Die Einführung von Riester/Rürup Renten waren die ersten Anzeichen, die Abspaltung der Beurufsunfähigkeit in eine EU mit der Staffelung in 3 Gruppen. Wer beschäftigt denn noch einen Mitarbeiter, der nur drei Stunden arbeiten kann? Dann die Absenkung des Rennieveaus mit dieser dämlichen Begründung der Demoskopie. Aber man muss es der Regierung lassen, sie hat die medien im Griff. Mir kommst es vor wie im Kasperletheater.

LG Rolf

CuttySark

Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 04.12.2013, 07:41

Moin, Moin Ralf,

ich glaube du verwechselst hier Äpfel und Birnen. Die betrieblich Altersvorsorge ist eine insgesamt sehr sinnvolle und renditestarke Anlageform. Du musst nur unterscheiden, wer die Beiträge zahlt. Zahlt sie der Arbeitgeber, dann hat der die gewisse Rechte, wenn der Arbeitnehmer vor einer bestimmten Zeit den Betrieb verlässt.

Anders ist es, wenn Lohn des Arbeitnehmers umgewandelt wird. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet die Beiträge abzuführen, wobei ihm dadurch finanziell kein/e Schaden/Kosten entstehen können, da der Versicherungsnehmer die Beiträge aus seinem Lohn bezahlt und der Betrieb nur die Beiträge abführt.

Ob sich allerdings diese Form der Geldanlage für den Versicherungsnehmer lohnt muss dieser beurteilen. Aus Renditegründen sicherlich. Aber diese Altersvorsorge ist sehr unflexibel und kann beispielsweise nicht zur Finanzierung abgetreten werden.

LG Rolf

Ralf1960
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Re: Die Arbeiterpartei SPD verkauft die Grundlagen der SD

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 04.12.2013, 12:54

Hy Rolf,

letzthin war in meiner Vergangenheit diese Form auch bereits möglich die du beschreibst, Probleme gab es beim Arbeitsplatzwechsel wenn der neue AG diese " Gefälligkeit" nicht durchführen wollte. Msan hat sich dann eben nicht gestritten und selbst bezahlt aus dem Netto und bei der Steuererklärung wieder geltend gemacht.

Ich halte deshalb auch wenig davon weil ich in jüngster Vergangenheit auch dieses Beispiel des Markus Krankenhauses in Frankfurt kennengelernt habe als der Betreiber wechselte und den Arbeitnehmern die nicht bereits x Jahre in die betriebliche
eingezahlt hatten nur ein Speutz verblieb was ihnen fürs Alter ursprünglich die Rente aufbessern sollte. Solange es da unterschiedliche Regelungen gibt die ich noch für etwas undurchschaubar halte begegne ich diesem System mit erheblichem Mißtrauen.

Im Handwerk wurde es mir als " indirekte Lohnerhöhung " verkauft - beim Arbeitgeberwechsel nach 6 Jahren hatte ich nichts davon - der neue AG wollte dieses System nicht. Ich hätte damals diese " Versicherung " freiwillig weiterzahlen müssen, bei dem Abschluss den ich da hätte tätigen müssen war der Klumbatsch nix wert, völlig uninteressant.

Letztlich hat doch nur die Ersparnis beim Fiskus etc... man bekommt es halt Brutto abgezogen - wenn ich den Betrag in der Steuererklärung angebe bekomme ich es ebenso mindernd beim steuerpflichtigen Brutto berücksichtigt. Ob das System sich auch mindernd auf Sozialversicherung etc. auswirkt weis ich nicht. Ich sehe den grossen Vorteil innerhalb der Kenntnisse von früher jedenfalls nicht. Versicherungen die mit entsprechend hoher Beitragszahlung das Risiko der Beiträge bei Arbeitslosigkeit und Erwerbsunfähigkeit einschliessen gibt es auch heutzutage. Ohne solche Absicherung halte ich das ganze für ein Risikogeschäft bei dem nur jener gewinnt der durchgehend seine Beschäftigung sichern konnte und keine Schicksalsschläge eintreten.

Versicherungsausschlüsse tuen ihr übriges - Gesundheitsprüfungen gab es zur Zeit meiner Selbstständigkeit - und " OH WUNDER " wurde mir verwehrt das Risiko der Erwerbsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit einzuschliessen.

Ich bin kein Mensch der immer nur von Idealbedingungen ausgeht - dazu habe ich zu viel negative Erfahrung gesammelt. Die heutige Tendenz liegt auch kaum so das man sein dreiviertel Leben lang beim selben AG beschäftigt ist und auch von Arbeitslosigkeit etc. verschont wird.

Ich kann ja auch nur feststellen das unsere Regierung sogar entschieden hat das man im Leistungsbezug keine Rentenbeiträge mehr gezahlt bekommt weil ihnen das zu teuer ist. Auch wenns letztendlich nur wenig ausgemacht hätte beim späteren Rentenbezug ist das für mich schon ein Zeichen das Vater Staat das Beitragssystem für die gesetzliche Altersrente selbst für unwirtschaftlich hält.

Ich bin da nicht der studierte in Rentenangelegenheiten - höchstwahrscheinlich interpretiere ich einiges falsch und stelle sicher auch falsche Schlüsse an. Aber das zeigt wohl auch recht deutlich was der unbedarfte Bürger darüber denkt der sicherlich größtenteils die " Geheimnisse " nicht durchschaut warum die betriebliche Altersvorsorge eine große Stütze für die Allgemeinheit darstellen soll.

Das wir Bürger generell nicht so aufgeklärt werden über die Vor- und Nachteile einer Altersversorgung - diese Erkenntnis stammt von mir noch aus Zeiten des Beginnes der sozialen Gesetzesreform. Als dann in der Not auch das futsch war in das ich vermeintlich sicher angelegt hatte um das Alter abzusichern.

Gruß
Ralf
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