Sanktion wegen Kündigung des Minijobs

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

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Ugi257
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Sanktion wegen Kündigung des Minijobs

Ungelesener Beitragvon Ugi257 » 28.07.2017, 17:36

Hallo,

hab im Mai meinen Bachelor erhalten und bin seit Ende Juni beim JC. Hatte einen Nebenjob gehabt, den ich jetzt gekündigt hatte, weil ich seit ein paar Monaten schlimme Schlafprobleme habe (und auch beim Psychiater deswegen auch bin), andererseits auch weil ich mit meiner Vorgesetzten nicht mehr klarkam. War einfach besser, getrennte Wege zu gehen. Habe meine Kündigung auch dem JC mitgeteilt.

Nun bekam ich heute Post von denen. Muss mich bis zum 17. August erklären. Bei nichtplausiblen Gründen droht mir eine Sanktion von 30 % über 3 Monate. Nun meine Frage: Werden die 30 % von meiner letzten Transferleistung abgezogen? Das wäre echt heftig, da ich ja durch meinen Minijob vergangenen Monat 315 Euro verdient hatte und ich dann nach deren Berechnung letzten Monat nur 665 Euro erhalten hatte.

Die zweite Frage wäre: Könnte ich die Sanktion verhindern, wenn ich von meinem Psychiater einen Brief erhalten würde, dass ich wirklich aus gesundheitlichen Gründen die Stelle aufgeben musste? Kriege ja zurzeit auch wirklich Tabletten und alles.

Wäre über eine kompetente Nachricht hocherfreut. Im Anhang habe ich den Brief des Amtes anonymisiert hochgeladen.

Greetz

Ugi
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w12
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Re: Sanktion wegen Kündigung des Minijobs

Ungelesener Beitragvon w12 » 28.07.2017, 18:07

Hallo Ugi257

Die Kürzung bezieht sich auf den maßgeblichen Regelsatz (30 % von 409 Euro).
Im Schreiben steht ja 122,70 Euro, monatlich!

Du kannst mit Hilfe eines Attestes, das die Notwendigkeit deiner Kündigung belegt, weil du nicht mehr in der Lage gewesen bist, die Tätigkeit auszuüben, ggf. einen wichtigen Grund nachweisen.

Im Verhalten des AG wäre ein wichtiger Grund zu sehen, wenn das ursächlich für deine Erkrankung ist (Mobbing etc.).

Gruß
w12
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DennisBln
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Re: Sanktion wegen Kündigung des Minijobs

Ungelesener Beitragvon DennisBln » 12.08.2017, 18:37

Hallo, Ugi,

wenn Du sachliche Gründe darlegen kannst, aus welchen sich ergibt, daß eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses (dazu zählt nunmal auch ein Minijob) Dir nicht zumutbar ist, liegt ein gerechtfertigter Grund für eine Kündigung oder Aufhebung des Arbeitsverhältnisses vor; eine Sanktion wäre demnach eine unzumutbare Härte und dürfte demzufolge nicht verhängt werden. Die Anhörung ist aber Pflicht, vorher darf das JC keine Sanktion aussprechen bzw. wäre diese dann rechtswidrig. Die Anhörung dient ja auch gerade dazu, eine ungerechtfertigte Sanktion nicht zu verhängen.
Deiner Darlegung zufolge träfe dies hier zu, nutze daher die Anhörung, um Deine Schilderung dem JC darzulegen. Passieren sollte Dir dann nichts.

CuttySark
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Re: Sanktion wegen Kündigung des Minijobs

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 12.08.2017, 20:01

Hallo Ugi257,

das Lehrgeld wirst Du wohl zahlen müssen. Die Sanktionsregelung war dir bekannt. Ob diese rechtlich in Ordnung ist sei dahin gestellt. Du hast selber gekündigt anstatt vorher den Verstand zu gebrauchen.

Problematik mit Arzt und Psychiater besprechen dem JC mitteilen, Frist zur Rückäußerung setzen, nach Ablauf der Frist kündigen. Das Kind liegt
tief im Brunnen begraben. Wie Du es freibuddelst????????????

Gruß
Rolf


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