hartz 4 mit Eigenheim

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

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otiliacastanheiro
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hartz 4 mit Eigenheim

Ungelesener Beitragvon otiliacastanheiro » 25.06.2018, 17:28

Guten Tag,

bin ganz neu hier und hoffe jemand kann mir helfen bzgl Antrag von Hartz 4 trotz Eigenheim.
Ich bekomme noch bis ende Juli 2018 Arbeitslosengeld und danach muss ich leider Hartz 4 beantragen ( habe mind. 2 OP`s vor mir und danach werden ich die Erwerbsminderungsrente beantragen - bis dahin muss ich mit Hartz 4 überbrücken).

Meine Frage ist, meinem Mann ist Renter und leider an Krebs erkrankt. Wir haben ein sehr altes Haus ( BJ 1910 ) mit ca 90 - 100 m2 gross. Das Haus bezahlen wir noch ab - noch ca 5 Jahren - 300 Eur monttl. ab.

Kann der Jobcenter wegen das Haus Hartz 4 verweigern? Rente sind nur 900 eur/montl.

Vielen Dank im Voraus.

MFG
M.C.

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Re: hartz 4 mit Eigenheim

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 25.06.2018, 21:23

Guten Abend otlicastanheiro,

mach dir zuerst einmal keine Sorgen. Das Haus dürfte angemessen sein. Dann würde ich an Deiner/Eurer Stelle in den SoVD oder den VDK eintreten. Beide Sozialverbände sind gut und kosten wenig Geld (ich meine die Einzelperson 6 € und für Euch gemeinsam 9 €). Einen Beitrag der von Euch bezahlt werden muss aber zu 100% angerechnet wird. Also Euer Aufwand 0,00 €-

Dann solltet ihr Eure Ersparnisse abheben und zu Hause verwahren. Nun könnte es schwierig werden. Dein Mann hätte eventuellen Anspruch auf Sozialhilfe und Du so lange Du noch krank bist ALG II Ansprüche oder auch Sozialhilfeansprüche.- Da mir zu wenig Angaben vorliegen überlasse ich die Berechnung lieber den Sozialverbänden auch was die Hypothekenzahlung angeht. Darüber hinaus können noch weitere Dinge übernommen werden.

Liebe Grüße
Rolf
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Heinrich
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Re: hartz 4 mit Eigenheim

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 26.06.2018, 06:03

Hallo otiliacastanheiro,

otiliacastanheiro hat geschrieben:Kann der Jobcenter wegen das Haus Hartz 4 verweigern?

nein. Sog. "selbstgenutztes Wohneigentum" ist vor dem Zugriff von Jobcenter und Sozialamt geschützt.

Ein Haus darf m.W.n. bis zu 130 qm groß sein. Da liegt Ihr gut im Rennen ;-)

H.
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Re: hartz 4 mit Eigenheim

Ungelesener Beitragvon otiliacastanheiro » 26.06.2018, 09:56

Hallo,
Vielen Dank schonmal für die Antworten.
Hab bei der VDK angerufen. Kostet 77 eur im Jahr und einmalig 100 eur Anmeldegebühr.( wir aber haben rechtschutzvesicherung).

Hab nur Angst das Jobcenter kompl alles verweigert und wir müssen dann von 900 eur leben

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Re: hartz 4 mit Eigenheim

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 26.06.2018, 11:27

Moin, Moin,

habe gerade selber recherchiert. NRW nimmt 5 € pro Person und keine Aufnahmegebühr, die im VDK und SoVD unüblich wäre.

Lg Rolf
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Re: hartz 4 mit Eigenheim

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 26.06.2018, 12:12

Hallo otiliacastanheiro,

otiliacastanheiro hat geschrieben:Hab nur Angst das Jobcenter kompl alles verweigert und wir müssen dann von 900 eur leben

Angst ist manchmal ein ziemlich sinnvolles Instrument, Angst kann jedoch auch sehr destruktiv sein.

Nur das Haus betreffend müßt Ihr keine Angst haben.

Und wenn es dennoch Ärger gibt - Anwälte mögen Mandanten mit Rechtsschutzversicherung ;-)

Also Kopf hoch

H.
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Re: hartz 4 mit Eigenheim

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 27.06.2018, 17:48

Hallo Heinrich,

Wie kommst Du darauf?
Ein Haus darf m.W.n. bis zu 130 qm groß sein. Da liegt Ihr gut im Rennen ;-)
Ich wundere mich immer wieder über Deine Fachkenntnisse. Ein Haus darf auch 200 qm haben. es müssen nur die entsprechenden Personen in dem Haus leben.

Bitte lies selber:

Angemessenheit des Wohneigentums

Maßgebend für die Bestimmung der Angemessenheit des selbst genutzten Wohneigentums sind die Lebensumstände während des Leistungsbezugs (§ 12 Absatz 3 SGB II). Dabei hat die Rechtsprechung den unbestimmten Rechtsbegriff der Angemessenheit näher konkretisiert und Orientierungswerte dafür geliefert, wann selbst genutztes Wohneigentum in Abhängigkeit von der jeweiligen Personenzahl der Bedarfsgemeinschaft anrechnungsfrei bleiben soll.

Für selbst genutzte Einfamilienhäuser gilt danach als jeweils angemessen für

einen Haushalt mit ein bis zwei Personen eine Wohnfläche von 90 qm
einen Haushalt mit drei Personen eine Wohnfläche von 110 qm
einen Haushalt mit vier Personen eine Wohnfläche von 130 qm

Für selbst genutzte Eigentumswohnungen gilt als jeweils angemessen für

einen Haushalt mit ein bis zwei Personen eine Wohnfläche von 80 qm
einen Haushalt mit drei Personen eine Wohnfläche von 100 qm
einen Haushalt mit vier Personen eine Wohnfläche von 120 qm

Bei größeren Bedarfsgemeinschaften wird für jede weitere Person ein Zuschlag von 20 qm gewährt.

Als die von mir betreute Familie Sperling nach Deutschland kam hatte sie 14 minderjährige Kinder. Das wären dann 130 qm für 4 Personen + 12 x 20 qm für die weiteren Personen also 130 + 240 qm = 370 qm.

LG Rolf
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Re: hartz 4 mit Eigenheim

Ungelesener Beitragvon DennisBln » 27.07.2018, 10:07

Hallo, M. C.,
zunächst mal scheint das Haus wohl (gerade noch) von der Größe her angemessen zu sein. Wenn Ihr eine Zwei-Personen-BG seid, dürfte Euch auch ALG II als ergänzende Leistung zustehen.
Was das Eigenheim angeht, solltet Ihr ein paar Punkte beachten: Die Tilgungsraten werden nicht als Kosten der Unterkunft anerkannt, sehr wohl aber die Zinsen der Tilgung. Diese solltet ihr als Ausgabe auch entsprechend dem JC mitteilen, gleiches gilt für Heizkosten, diese sind durch das JC zu übernehmen. Nebenkosten wie Schornsteinfeger, Müllabfuhr, Wasserwerke etc. solltet Ihr ebenfalls angeben, auch diese fallen in die KdU.
Ansonsten steht Euch der Regelsatz zu je 90% zu. Bei einer Krebserkrankung wäre zudem zu prüfen, ob Euch bzw. Deinem Mann nicht ein Mehrbedarf zusteht, der die Leistung erhöht.
(Nachtrag 1)
Die Rente wird natürlich als Einkommen ohne Berücksichtigung von Freibeträgen angerechnet.
(Nachtrag 2)
Es wäre überlegenswert, zu prüfen, ob Ihr nicht mit einem Lastenzuschuß, der sozusagen das Wohngeld bei Eigenheim ersetzt, eventuell sogar besser fahrt, hier wäre eine Beratung bei einer entsprechenden Stelle ratsam. Lastenzuschuß geht aber nur, wenn kein ALG II beantragt/geleistet wird, da Transferleistungen explizit ausgeschlossen werden. Der Lastenzuschuß hätte bereits beantragt werden können, da ALG I kein Ausschlußkriterium an sich ist.
Zuletzt geändert von DennisBln am 27.07.2018, 10:13, insgesamt 2-mal geändert.


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