Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

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cascas
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Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon cascas » 13.07.2017, 01:22

Hi,

ich habe folgende Umstände. Masterstudium abgeschlossen. Arbeitsvertrag ab Oktober. Bis dahin Hartz 4 beantragt. Arbeitsstätte ist in einer anderen Stadt etwa 60-70 km entfernt, weshalb ich jetzt die Zeit bis zum Arbeitsbeginn nutzen möchte um schonmal eine geeignete Wohnung zu beziehen und einzurichten.

Ich wohne derzeit mit 27 Jahren bei meinen Eltern. Es ist also ein Auszug in meine erste eigene Wohnung. Beim Jobcenter heißt es, da ich den Job in der anderen Stadt habe sei die Arbeitsvermittlung zuständig, nicht der Leistungsbereich. Die Arbeitsvermittlung sagt mir alles was 2 1/2 Stunden Pendeln beinhaltet ist zumutbar. Per Bus und Bahn würde ich allerdings bis über 4 Stunden pendeln. Mit PKW laut Google Maps 2 Stunden am Tag ohne Stau. Sie hatte freundlicherweise meinen PKW dann aus meinen Infos entfernt, dass ich beim Antrag auf Umzug die Reiseverbindung per Bus und Bahn belegen kann aber im Hartz 4 Antrag musste ich ja PKW angeben also weiß ich nicht ob das eine sichere Nummer ist.

Nun ist ja auch der Punkt, dass ich hier bei meinen Eltern nun auch abgesehen vom Job hier ausziehen muss. Die haben auch keine Lust mehr mich hier mit 27 noch zuhause zu haben. Also denke ich mir wenn ich ausziehen muss warum dann nicht dahin, wo ich den Job ab Oktober hab.

Gibt es irgendwie Argumentationspunkte, wie ich sicherstelle, auf jeden Fall den Umzug genehmigt zu bekommen?

Und wie ist das wenn ich den Umzug nicht genehmigt bekomme, übernimmt dann das Jobcenter der neuen Stadt, bei der ich den Hartz 4 Antrag ja neu einreichen muss trotzdem meine Miete und steht mir dann immernoch eine Erstausstattung zu wenn ich auf eigene Faust den Umzug stemme?

Es ist etwas blöd auf dem Mietwohnungsmarkt zu suchen und einem Vermieter zu sagen "Ja ich würd schon gern aber ich brauch den kompletten Mietvertrag schonmal und den muss ich dann in Stadt 1 einreichen und hoffen dass das durchgeht aber eventuell nicht weil ich eigentlich mit dem PKW pendeln kann. Und wenn das durch geht muss ich den nochmal an die Stadt 2 schicken und den da nochmal durchgehen lassen". (Hatte beim Jobcenter der neuen Stadt angerufen und die sagten mir ich brauch die Umzugsgenehmigung und die muss ich mit dem Mietvertrag an das Jobcenter mailen damit die sagen ist von Mietpreis und Größe OK.) Da sucht sich doch jeder Vermieter einen Mieter der sofort unterschreiben kann.

Danke schon mal für die Hilfe.

CuttySark
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.07.2017, 05:19

Moin, Moin Cascas,

eines verbindet uns beiden und zwar der Hang Geld abzugreifen. Da finde ich ist absolut nichts ehrenrühriges dran. Ich bemühe mich auch um jeden Euro den ich einheimsen kann. Aber mal ehrlich unter uns 2 Betbrüdern.......

Lohnt sich der Aufwand für Peanuts? Vielleicht erst einmal lesen:

Über die Höhe der Beihilfe zur Erstausstattung gibt es keine bundeseinheitliche Regelung. Sowohl die Leistung selbst als auch der Betrag variieren von Kommune zu Kommune und belaufen sich bei vollständiger Erstausstattung auf etwa 1.000 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt.

Und dafür den gesamten Hokuspokus? Unsere "Opfer" vor Ort bekommen einen Gutschein für das Sozialkaufhaus Hoelp. Vielleicht hörtest Du schon davon, dass Deutschland derzeit von Flüchtlingen übersät ist. Die logische Folge kaum etwas im Angebot und wenn Angebote vorhanden, dann wird jeder Blindenhund knurren.

Ich würde am 1. Oktober meinen Job antreten, meine Arbeitskollegen und innen kennenlernen und mich vor Ort umschauen, was im Angebot ist. Möblierte Appartements, Pensionsunterkünfte, Ferienwohnungen, Hotels und auch Bratkartoffelverhältnisse. Du bist damit ungebunden, kannst sofort reagieren und hast keinerlei Probleme mit der Entsorgung der Erstausstattung. Steuerlich schreibst Du die Fahrten ab. 2 Stunden Fahrzeit = 100 km ein Weg? (Kosten/Nutzenanalyse)

Also bitte "once more" überlegen.

Gruß
Rolf
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 13.07.2017, 05:54

Hallo cascas,

60 - 70 km sind keine große Entfernung und m.M.n. unter Hartz 4 kein Grund für einen Umzug. Dem, was die Arbeitsvermittlung sagt, würde ich zustimmen.

Unter den von Dir genannten Umständen folgender Tipp von mir: warte, bis Du Deinen Job im Oktober antreten kannst, und finanziere dann Umzug/Erstausstattung gänzlich eigenständig. Macht auch mehr Spaß als das Ganze finanziert zu bekommen, oder?

H.
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon w12 » 13.07.2017, 12:15

Hallo cascas

Da du Ü25 bist, kannst du selbstverständlich umziehen.

Durch die Änderung des § 22 SGB II im Jahr 2016, ist der Träger am neuen Ort für die Genehmigung der Miete zuständig (auch Kaution).
Lediglich Wohnungsbeschaffungskosten und Umzugskosten können (nach Zusicherung) vom alten Träger übernommen werden.
Diese wäre hier auch zu erteilen.

Ich gehe davon aus, dass du kein ALG I beziehst.

Der Verweis auf § 140 SGB III ist falsch, da es hier nicht um eine Leistung des ALG I handelt und auch nicht um eine Leistung zur Eingliederung (§ 16 SGB II ff.).

Mit Mietvertrag beim neuen Träger aufschlagen und dort sitzenbleiben bis zur Genehmigung.

Ich muss kein Auto benutzen.
Im übrigen geht es darum, dass ein Umzug verlangt werden kann, um eine Arbeitsaufnahme außerhalb des Pendelbereichs aufnehmen zu können.

Gruß
w12
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 14.07.2017, 16:51

Hallo w12,

ich frage mich ob der Vorschlag einen Sinn macht, denn cascas habe ich angeschrieben und ihn gefragt seine Sitution zu überdenken.
Nehmen wir mal an, er würde deinem Weg folgen, dann ist er Mieter einer Sozialwohnung, die er als Lohnempfänger überhaupt nicht
haben möchte, weil er andere Vorstellungen hat, die das ALG II ihm nicht erfüllen könnte.

Meinst Du nicht, dass er sich die Sache überlegen sollte und erst dann die Anmietung vornimmt. 60 bis 70 km sind ja gut zu packen.

LG Rolf
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon w12 » 15.07.2017, 11:30

Hallo CuttySark

Ich habe die rechtliche Seite dargelegt, weil ich die bisherigen Antworten nicht für richtig halte.

Ob sein zu erwartender Lohn überhaupt bedarfsdeckend ist?

Ansonsten ist deine Ansicht ja nicht falsch.

Ich denke, dass er in der Lage sein muss, dass für ihn passende auszuwählen.

Gruß
w12
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 16.07.2017, 07:33

Moin, Moin w12,

jetzt wirste aber langsam komisch. Er bekommt doch die Segnungen unserer Regierung in vollem Umfang mit. Mit anderen Worten er zieht sich mindesten 8,84 € in die Tasche und kann davon klotzig leben. Zwar arbeitet er noch 60 Jahre um die Höhe der Grundsicherung einzusacken, aber der
Weg ist das Ziel.

Erinnerst Du dich an Geier Sturzflug?

https://www.youtube.com/watch?v=7ndJbcqltQA

Gruß
Rolf
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon cascas » 24.07.2017, 01:12

Also ich hab mit dem Amt vor Ort gesprochen, man kann die Miete aufstocken wenn die Wohnung nicht genehmigt wird weil zu teuer oder zu groß. Ich suche etwas was mir passt und leisten könnte ich mir das auch sobald ich meinen Job angehe.

Nun habe ich mir den Wohnungsmarkt in der Stadt angeschaut und es ist katastrophal. Vermieter bekommen, nachdem die Anzeige online geht in den ersten paar Minuten schon die ersten Anfragen und am Tag locker 50-100 Mails auf die Anzeige, Großstadt eben. Ich hatte einige Besichtigungen aber sobald es darum ging dass das Amt die ersten Mieten übernehmen würde selbst wenn die Wohnung nicht genehmigt wird und ich drauflege war schicht beim Vermieter, die wissen der nächste unterschreibst sofort ohne das Ding prüfen zu lassen.

Nun ist meine neue Frage, was passiert im genauen wenn ich ohne eine Prüfung des Jobcenter den Mietvertrag direkt unterschreibe. Ich weiß ich bekomme dann keine Unterstützung bei Kaution/Umzug/Renovierung wobei Umzugskosten ja eigentlich vom Jobcenter meiner alten Stadt übernommen werden da mir der Grund des Umzugs durch die Arbeitsstätte ja belegt wird.

Kann die Miete abgelehnt werden weil ich den Mietvertrag nicht prüfen ließ oder wird die Miete im Rahmen der Grenze übernommen?

Ich möchte mich in der neuen Stadt schon gerne vorher einleben und die Wohnung sicher haben. Berufsmäßig werde ich viel reisen müssen und Überstunden schieben und dann vorher und nachher noch pendeln ist ein starkes manko dass ich umgehen möchte.

Danke.

CuttySark
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 25.07.2017, 09:00

Moin, Moin cascas,

das ist doch nichts als aufwärmen alten Krams. Ich hatte Lösungen aufgezeigt und die solltest sie nach meiner Art umsetzen oder dich schlichtweg für deinen Weg entscheiden. Kanst Du einem Vermieter verübeln sich abzusichern? Ich hatte immer einen ausgefüllten Mietvertrag am Mann und musste nur noch die Adresse des Mieters und die Bankverbindung einsetzen. Prinzipiell habe ich nur Mieter mit guter Schufa genommen.

Das hatte den Riesenvorteil für mich, dass die Mieter vertraglich gebunden waren und wenn Sie, wie es mir dreimal passierte, wieder abspringen wollten den Vertrag erfüllen mussten. Wir haben derzeit einen Verkäufermaarkt aber es gab schon andere Zeiten.

LG Rolf
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Re: Auszug aus Elternhaus andere Stadt Alg 2

Ungelesener Beitragvon w12 » 26.07.2017, 11:00

Hallo cascas

Die angemessene Miete wird übernommen.

Da die beteiligten Ämter (scheinbar noch) eine andere rechtliche Auffassung haben (Zustimmungserfordernis des alten Amtes), kann es ggf. zu zeitlichen Problemen der Durchsetzung kommen.

Gruß
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