Sozialhilfe - Was steht mir zu?

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

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NobodyLovesMe
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Sozialhilfe - Was steht mir zu?

Ungelesener Beitragvon NobodyLovesMe » 25.10.2017, 18:06

Hallo,

ich bin 25 Jahre alt und selbstständig. Ich wohne noch zu Hause und mein Verdienst aus der Selbstständigkeit entspricht in etwa der eines 450€ Jobs. Aufgrund von körperlichen und psychischen Problemen habe ich lange gar nichts gemacht, nebenbei versucht mein Abitur nach zu holen, per Fernschule. Deswegen habe ich auch keine abgeschlossene Berufsausbildung. In Zukunft plane ich mein Abitur nachzuholen, per Abendschule. Dafür muss ich jedoch 2 Jahre gearbeitet haben oder unter anderem 2 Jahre arbeitslos gemeldet sein, das sind Aufnahme Voraussetzungen an der Abendschule. Ich möchte meinen aktuellen Job dann später neben der Abendschule und später neben dem Studium teilweise fortsetzen, je nachdem wie viel Zeit mir dann noch bleibt.

Wie sieht das nun mit ALG2 oder anderen Sozialhilfen aus? Zumindest so lange, bis ich ausreichend Aufträge für meinen selbstständigen Beruf habe. Ich kenne mich da kaum aus und wüsste nicht, was mir zusteht. Wenn ich später das Abitur nachholen sollte, würde mir in den letzten 1,5 Jahren der Abendschule Bafög zustehen. Aber erstmal nicht. Bevor ich mich an ein Amt wende, will ich mich erstmal halbwegs darüber informieren, was mir zustehen könnte. Über hilfreiche Antworten würde ich mich sehr freuen.


Gruß

CuttySark
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Re: Sozialhilfe - Was steht mir zu?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 25.10.2017, 19:23

Guten Abend NobodyLovesMe,

ich denke Du gehörst in eine ordentliche Beratung, was die berufliche, schulische und gesundheitliche Situation angeht angeht. Dabei würde ich
wie folgt vorgehen:

1) Du machst einen Termin mit den Ärzten deines Vertrauens (Neurologe, Orthopäde, Psychologe), alternativ mit dem Hausarzt, wenn er über alle wichtigen Informationen verfügt und lasst Dir eine ärztliche Bescheinigung mit Zukunftsprognose ausstellen und nachfragen ob es sinnvoll ist einen
Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen.

2) Dann stimmst Du einen Termin mit der Agentur für Arbeit ab um dich hinsichtlich der drei Problemstellungen beraten zu lassen.

3) Solltest Du einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen müssen, dann trittst Du in den SoVD oder VDK ein. Kosten im Monat 6 €, die dir jedoch
wieder über das GB II oder XII erstattet werden. Beide Organisationen bieten eine sehr gute Interessenvertretung und Rechtsberatung.

Im Bereich ALG II bekommst Du derzeit 409 € zuzüglich der Kosten für Unterkunft entsprechend den Richtlinien deiner Kommune. Dort kannst Du dich auch nach der Höhe erkundigen, da Du bei den Eltern wohnst, würdest Du derzeit 1/3 der Kosten bekommen, die deine Eltern an Warmmiete bezahlen.
Beispiel 400€ Kaltmiete, 100 € Nebenkosten und 100 € Heiz- und Warmwasserkosten = 600€ : 3 Personen = 200 € für dich. Wobei diese Berechnung nur
ein Beispiel sein kann.

LG Rolf
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NobodyLovesMe
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Re: Sozialhilfe - Was steht mir zu?

Ungelesener Beitragvon NobodyLovesMe » 25.10.2017, 21:51

Hallo und Danke für die Antwort.
Seit dem ich in Behandlung bin, ist meine körperliche Krankheit im Griff. Was meine psychischen Probleme angeht bin ich auf dem Weg der Besserung. Ich kann also arbeiten, in Zukunft wird das immer besser.

Wenn ich ausziehen würde, dann könnte ich dem Amt eine Wohnung vorschlagen, die sie gegebenenfalls genehmigen würden? Oder können die sagen ich soll weiterhin bei meinen Eltern wohnen bleiben und die müssen mich weiterhin finanzieren? Es würde sich bei mir um aufstockendes ALG 2 handeln, oder nicht? Sagen wir ich würde 300€ im Monat verdienen, würde ich dann 109€ bekommen um auf die 409€ zu kommen? Miete und Co werden ja übernommen.

Wenn ich ALG 2 bekommen würde, könnten die mir dann einen weiteren Job auf zwängen, obwohl ich den aktuellen Job ausbauen will?
Zuletzt geändert von NobodyLovesMe am 25.10.2017, 21:56, insgesamt 2-mal geändert.

CuttySark
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Re: Sozialhilfe - Was steht mir zu?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 25.10.2017, 22:32

Hallo NobodyLovesMe,

fürwahr mir fehlt der Glaube.......... Ich bin zu lange schon in dem Bereich Psychosomatik "bewandert" und erlebe gerade, wie eine liebe Freundin von mir an der Psyche zerbricht. Sie ist nicht die einzige Person bei der das so passiert. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du gesundest aber ob das der Fall ist wird sich erst zeigen.

Wenn ich dich richtig verstanden möchtest Du eine Ausbildung machen und abends noch dein Abi nachholen. Wie soll dann die Selbstständigkeit in Dein Zeitfenster passen?

Bitte vertraue mir und mache die Ding, die ich Dir vorschlug.

Mit 25 kannst Du ausziehen und das Amt finanziert Dir die Wohnung entsprechend den Richtlinien für deine Kommune, wo Du auch die Höhe der Kosten mitgeteilt bekommst.

Wir haben hier einen ALG II Rechner im Netz. Da kannst Du sämtliche Berechnungen durchführen, einschließlich des aufstockenden ALG II. Nur 300 €
Verdienst für einen Selbstständigen ist eine Lachpille, die ich privat Kinderkram nenne.

LG Rolf
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NobodyLovesMe
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Re: Sozialhilfe - Was steht mir zu?

Ungelesener Beitragvon NobodyLovesMe » 25.10.2017, 23:14

Danke erstmal. Ich hoffe mal, dass das noch wird, in Psychotherapie bin ich bereits und ich meine es trägt Früchte.
Nein, aktuell betreibe ich sozusagen einen Nebenjob selbstständig, keine Ausbildung. Demnächst will ich nebenbei mein Abitur nachholen, weswegen ich auch nicht Vollzeit arbeiten will, sonst schaffe ich das nicht. Wie viel dürfte ich denn verdienen, um noch Alg2 zu bekommen? Ich werde mir den Rechner angucken. Danke dir soweit. :-):
Zuletzt geändert von NobodyLovesMe am 25.10.2017, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.

Angela1968
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Re: Sozialhilfe - Was steht mir zu?

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 27.10.2017, 18:12

Hallo Nobody,

Du bist 25 und wenn Du ALG II beantragst wird es wohl nix mit Abitur oder Berufsausbildung. Das JC wird meinen das man so etwas mit 25 schon längst gemacht haben sollte. Du wirst Dich, sofern es Deine Gesundheit zulässt, dann auf Vollzeittätigkeiten bewerben müssen. Verdienen darfst Du soviel wie Du möchtest. Am Besten so viel das Du nicht mehr auf Hilfen vom Staat angewiesen bist. Ist ja dann auch Deine Hauptaufgabe als ALG II Empfänger Deine Hilfsbedürftigkeit so klein wie möglich zu halten.

Im übrigen, auch wenn Du Dich aus welchem Grund auch immer entschliesst zu Hause wohnen zu bleiben und Deine Eltern wollen eine Kostenbeteiligung oder (Unter) Miete von Dir haben, auch das müsste beim entsprechenden Vertrag und der Angemessenheit vom JC akzeptiert werden.

Angemessenheitskriterien findest Du hier:
http://harald-thome.de/oertliche-richtlinien/

Angela
Zuletzt geändert von Angela1968 am 27.10.2017, 18:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sozialhilfe - Was steht mir zu?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 27.10.2017, 18:56

Guten Abend Angela1968 mein Sonnenschein,
Guten Abend NobodyLovesMe,

ja mit 25 sollte man so etwas gemacht haben, wie Du schreibst aber Du siehst, dass es andere eben noch nicht gemacht haben Angela. Du bist soooooooo
klug Angi aber auch eine Ausbildung ist eine Möglichkeit sich den ganzen Tag in Vollzeit den Tag zu versauen. Daran wird NobodyLovesMe nicht herumkommen und am Abend wird ihn niemand auf der Welt daran hindern können eine Abendschule zu besuchen, wenn nicht die Müdigkeit, Unlust, Zeitmangel oder Frauen/Männer ihn daran "hindern.

Lass ihn doch erst einmal die Liste abarbeiten, die ich ihm nahegelegt habe. Wenn alles geklärt ist, dann können wird noch einmal mit ihm die Sache besprechen.

Liebe Grüße
Rolf
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