Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

Moderator: Regelteam

CuttySark
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Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 04.06.2018, 17:18

Hallo Miteinander,

Harald Thome hat neue Folien zu den Themenkreisen SGB II und SGB XII veröffentlicht und dazu hätte ich eine Frage:

Nehmen wir mal an, dass ich eine dezentrale Warmwassererzeugung in meiner Wohnung habe, Dann bekäme ich derzeit laut den Folien von Harald Thome Seite 27 einen Betrag von 9,57 € MEB für dezentral zubereitetes Warmwasser erstattet.

Nehmen wir weiterhin an, dass im Regelsatz ein Stromanteil (Haushaltsstrom) von 35,05 € enthalten ist. Seite 28 der Folie.

Dann wäre mein genehmigter Stromanteil 35,05 € (Haushaltsstrom) zuzüglich 9,57 € (Heizungsstrom) = 44,62 € Gesamtstrom.

Nehmen wir weiterhin an, dass mein Energieversorger mir eine Jahresstromabrechnung von 600 € zuschickt = 50 € monatliche Gesamtkosten. Bekäme ich dann die Differenz von 5,38 € pro Monat = 64,56 € auch vom Kreis erstattet?

Mit diesem Warmwasser Mehrbedarf wird Warmwasser (WW) generell den Heizkosten zugeordnet (so auch § 21 Abs. 7 S. 2 letzter TS SGB II), Wird WW in der vermieterseitigen Heizung produziert und getrennt ermittelt, dann sind die WW kosten in tatsächlicher Höhe zu gewähren. Wird WW mit Haushaltsstrom produziert, dann ist der Warmwassermehrbedarf zu gewähren, insofern keine separate Ermittlung der Höhe erfolgt.

https://tacheles-sozialhilfe.de/fa/reda ... 5.2018.pdf

Harald hat einen Fehler in seinen Folien. Auf der Seite 27 weist er den Betrag mit 9,57 € aus und auf der Seite 28 mit 9,67 € aus

Ich habe daher den Betrag 9,57 € meiner Rechnung zugrunde gelegt.

Wie versteht Ihr den Sachverhalt?

Liebe Grüße
Rolf
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techfreak
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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon techfreak » 05.06.2018, 09:42

Hi Cutty,
das mit der Nachzahlung wird leider nicht gehen, da es sich ja um eine "Pauschale" handelt.
Im Umkehrschluss würde dann aber auch bei weniger Verbrauch gegenüber der "Pauschale" der "Überschuss"
erstattet werden müssen.
Im übrigen; Standardmäßig dürfte der Boiler über den gleichen Stromzähler laufen, wie auch der (Rest)Haushaltsstrom.
Abrechnungsprobleme mit dem Amt, wären sicherlich die Folge. Und wieder ein punkt mehr sich mit einem (vermeintlich) Sozialwidrigen Verhalten rumzuschlagen. Weiter gedacht würde das dann auch bedeuten, das beim Kochen der Strom übernommen werden müsste. Denn jeder Mensch hat ein Anrecht auf eine Warme Mahlzeit am Tage, was macht man aber da bei z. B. Aufstockenden Schichtarbeitern. Wenn die Kinder um 13 Uhr aus der Schule kommen, und Daddy schon auf Arbeit ist, sollen die Kinder dann bis 20 /22 Uhr auf ein Warmes Essen warten ??(Strom sparen, sozialwidriges Verhalten).
Es hilft nix, die Regelsätze müssen deutlich erhöht werden.
Gruss

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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 05.06.2018, 12:58

Hallo techfreak,

die Antwort an Dich verschwand in den Weiten des www. Du hast völlig recht, was den Regelsatz angeht aber das ist ein anderes Thema. Die Regelsätze wurden durch die Politik heruntergerechnet.

Mich interessiert derzeit nur, was wirklich passiert. Muss der Betrag von 64,57 € in meinem Beispiel übernommen werden oder nicht?


LG Rolf
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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon Laufschuh » 06.06.2018, 00:50

Hoi CuttySark

Mit § kann ich nicht dienen . Mein Warmwasser bekomme ich aus meinem Boiler im Bad .
Wird mit Strom erwärmt aufgeheizt , ab 22uhr Nachtstrom , ich bezahle alles . Schon immer .

Vor einigen Jahren bekam ich von damals (Horst Seehofer-Minister , Soziales) eine Rückzahlung ,
wie andere von 60-70eu . Mir wurde der Warmwasser-Anteil zuvor abgezogen , obwohl ich ihn (Warmwasseranteil) ,
mir über den Strom selbst zur Verfügung stelle , und dafür über den Regelsatz zu 100% aufkomme .

Von H.Thome habe ich gehört , kann ihn aber nicht einordnen .

Wollte Das nur begetragen haben .

MvG Laufschuh

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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 06.06.2018, 06:19

Guten Morgen Laufschuh,

das ist mir klar, wenn Warmwasser dezentral erzeugt wird. Unklar aber ist, wenn der WW Verbrauch höher ist als die pauschalierten Kosten.
Harald Thomé ist Referent für Arbeitslosen und Sozialhilferecht. Was Lagerfeld für Mode ist, dass ist Harald für diese Rechtsfragen.

https://harald-thome.de/

LG Rolf
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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon sobriety » 06.06.2018, 11:27

Dazu reingereicht: "soweit nicht im Einzelfall ein abweichender Bedarf besteht oder ein Teil des angemessenen Warmwasserbedarfs durch Leistungen nach § 35 Absatz 4 gedeckt wird."
SGB XII

Sprich, so nachgewiesen werden kann, dass ein erhöhter Strombedarf vorliegt, z.B. aufgrund medizinischer Geräte oder anderer etwaiger gesundheitlicher Probleme.
Ein separater Zähler am Boiler oder Durchlauferhitzer wird jedoch nicht vom Vermieter bezahlt werden, es sei denn, er ist besonders zuvorkommend.

PS:
2.7.1 Abweichende, einzelfallbezogene Festsetzung von Zuschlägen

Mit Ausnahme des Mehrbedarfs für Krankenkostenzulage nach § 30 Abs. 5 SGB XII gelten die genannten, jeweiligen prozentualen Zuschläge nur, soweit nicht ein im Einzelfall abweichender Bedarf besteht.

Eine abweichende Festsetzung des Mehrbedarfs ist dann möglich, wenn der Leistungsberechtigte im Einzelfall einen höheren Bedarf geltend macht.

Während für die prozentualen Zuschläge das Vorliegen der genannten, jeweiligen Voraussetzungen ausreichend ist, muss ein abweichender Bedarf im Einzelfall konkret nachgewiesen werden. Die Begründung einer Abweichung sowohl nach oben als auch unten ist zu dokumentieren.
Stadt HH
Zuletzt geändert von sobriety am 06.06.2018, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
Es grüßt sobriety

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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon Laufschuh » 06.06.2018, 11:42

Moin Rolf

Zunächst , Danke für deine Erklärung .

Auf den Ww-Anteil komme ich heute abend noch mal ausfühlich zurück .

MvG Laufschuh

Ouh jaa , @sobriety hat mich überholt , während des schreibens .

Könnte es sein , das du "U-Boot spielst" und in deiner Wanne lange abtauchst , immer wieder warmes Wasser
nachlaufen lässt .
Muss weg . Bis Dann.

MvG Laufschuh

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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 06.06.2018, 14:29

Hallo sobriety,

jeder von uns hat 35,05 € zur Verfügung. Dieser Strom ist Haushaltsstrom. Entnehme ich WW aus einer zentralen Warmwasserversorgung, dann kann ich beispielsweise stundenlang duschen und das Amt zahlt dann WW über die Heizkostenabrechnung. Du hast eine dezentrale Versorgung und bekommst für WW 9,57 €, die früher als Pauschale gezahlt wurde, wie ich es jetzt verstehe insgesamt abgerechnet werden kann.

Also bei meinem Beispiel 50 € Gesamtstromkosten = 35,05 € Strompauschale + 14,95 -Strom.

Darin sehe ich die Ungleichheit, weil ich 35,05 bekomme aber überhaupt nicht klar ist, wieso du 14,95 € Mehrkosten hast. Du könntest beispielsweise nie WW verbrauchen und bekämst immer noch die 50 €.

Dies ist in meinen Augen keine Neiddebatte von mir sondern allein mein Empfinden von Gerechtigkeit. Verstanden. wie ich das meine? Oder verstehe ich das Gesetz falsch?

LG Rolf
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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 06.06.2018, 14:31

Hallo Laufschuh,

bitte Klappe halten. Muss nicht jeder wissen, dass ich Yellow Submarine nachspiele.

LG Rolf
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Re: Thema Warmwasser bei dezentraler Erzeugung - Jahr 2018 für Alleinstehende

Ungelesener Beitragvon w12 » 06.06.2018, 15:13

Hallo

Das ist wieder so ein komplizierter Mist.

Grundsätzlich hat aber das Gericht festgestellt, dass bereits grundsätzlich, wenn der Betrag Strom Regelsatz + WW-Pauschale überschritten wird, ein Mehrbedarf auslöst wird.
Und es ist kein Nachweis durch technische Messeinrichtungen notwendig.

@CuttySark
Bei zentraler Heizung kannst du ja auch nicht wissen, ob derjenige nur geduscht und nicht geheizt hat oder nicht.

Es bleibt dem Jobcenter ja freigestellt für jede Duschentnahmestelle die Kosten zu ermitteln und dann wäre noch das Gericht gefragt, die Anzahl der Duschvorgänge (unter Berücksichtigung des Wasserverbrauchs entsprechender Badewannenfüllungen) und deren Länge festzulegen.

Gruß
w12
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