Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Wohngeld, BAFÖG, Unterhalt, usw...

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Marianluna
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Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon Marianluna » 25.04.2017, 11:32

Hallo,

ich brauche Informationen wegen meiner erwachsenen 20-jährigen Tochter.
Ihr Vater und ich sind geschieden, unsere drei Kinder leben bei mir.
Ich arbeite als Krankenschwester, ihr Vater arbeitet als Marketingleiter,
wir haben also beide Einkommen. Ihr Vater zahlt Kindesunterhalt.
Mit unseren Kindern gibt es keine Probleme,
bis auf unsere älteste 20-jährige:

Sie lässt alles schleifen, macht den Führerschein nicht,
geht nicht mehr zur Schule, bemüht sich weder
um Ausbildung noch um einen Job. Sie macht einfach gar nichts
und hängt den ganzen Tag zuhause herum.
In der Schule gibt es schon seit vier Jahren Probleme,
sie ist zweimal sitzen geblieben, und nun geht sie seit
einem Jahr einfach nicht mehr hin.

Geredet mit ihr haben wir schon genug, bringt alles nichts.
Seit über einem Jahr macht sie - einfach gar nichts.
Sie ist übrigens physisch und psychisch pumperl gesund.
Ihr Vater hat sich inzwischen enttäuscht von ihr abgewandt und sagte,
sie sei einfach nur faul und ich soll sie raus schmeißen, damit sie lernt für sich Verantwortung zu übernehmen.
Das bringe ich nicht übers Herz und habe auch Sorge,
dass sie mir dann vor die Hunde kommt oder in falsche Kreise gerät.

Ich habe unzählige Versuche unternommen und mein halber Jahresurlaub ging dafür drauf,
mit ihr Termine zu machen beim Arbeitsamt, Berufsberatung usw., Bewerbungen schreiben -
sie verweigert alles, kommt nirgendwo mit mir hin, lässt alle Termine platzen,
vertröstet mich immer, sie brauche "noch Zeit".

Nun habe ich den Rat bekommen, mich ans Sozialamt zu wenden:

Wie geht man mit einem erwachsenen Kind um, das einfach nichts macht,
wie ist die rechtliche Situation und die finanzielle Situation?

Kann ich stellvertretend für sie als Mutter, obwohl sie volljährig ist,
Hilfe für sie durch das Amt in Anspruch nehmen, dass vielleicht einer vom Amt mit ihr redet
und zu uns nach hause kommt? Wie gesagt, sie kommt nirgendwo mit mir hin zur Beratung.
Auch wollen wir wissen, wie es aussieht mit der Finanzierung,
wie lange müssen wir unsere älteste Tochter finanzieren?
Unseren anderen beiden Kinder haben neben der Schule Jobs und verdienen schon eigenes Geld,
mit dem sie sich ihre Wünsche selbst finanzieren,
während wir unserer Ältesten alles bezahlen müssen. Das geht auf Dauer auch nicht,
weil wir alle gleich halten, ansonsten wäre es unfair. Als Krankenschwester verdiene ich auch nicht die Welt.
Ich würde mich so freuen, wenn sie sich jetzt mit fast 21 Jahren mal von mir "abnabeln" würde,
mit Freundinnen in eine WG zieht und eine Ausbildung in Angriff nimmt - aber nichts.

Auch ich als Mutter brauche Hilfe, ihr klar zu machen, dass sie auf dem besten Wege ist,
abzurutschen - geredet haben wir wie gesagt genug, das interessiert sie alles nicht,
sie lebt von einem Tag auf den nächsten und macht sie keine Gedanken um ihre Zukunft.

Ist der "Rausschmiß" wirklich die einzige letzte Lösung, um ihr zu helfen, in die Pötte zu kommen?
Wie soll so etwas funktionieren, ihr ein WG Zimmer mieten und Möbelwagen bestellen?
Man kann doch einen erwachsenen Menschen nicht zwingen, auszuziehen, wenn er das nicht will.


Vielen Dank für Antworten und Erfahrungsberichte.
Ich wende mich hier erstmal an Euch, weil es mir peinlich ist, hier am Ort zum Sozialamt
zu gehen wegen Beratung für meine Älteste, weil das auch ein "schlechtes Licht" auf meine "zu lasche" Erziehung werfen könnte,
man nimmt ja immer gern erstmal die Eltern bzw. Mütter in die Verantwortung.

Ich kann nur sagen, dass nichts schlimmes in ihrer Kindheit geschehen ist,
sie ist behütet aufgewachsen und hat auch immer Kontakt zu allen Verwandten und auch ein gutes Verhältnis
zu ihren Geschwistern.
Sie hatte alle Möglichkeiten, wir haben auch Ausbildungsplätze für sie gehabt.
Kurzzeitig hatte sie auch die Idee, Krankenschwester zu lernen wie ich, bzw. Kinderkrankenschwester, und ich hätte ihr - trotz ihrer schlechten Noten - den Platz besorgen können. Sie ist liebevoll mit kleinen Kindern und Säuglingen, sie hilft auch gern Menschen. Sie ist auch sehr tierlieb. Ein helfender Beruf wäre in der Tat etwas für sie - aber ihre Lehrer sagten das, was ich auch aus eigener Erfahrung sagen kann: "Sie ist stinkfaul."

Nochmal: Ich bringe es einfach nicht übers Herz, sie vor die Tür zu setzen, erstens ist sie mein Kind und ich liebe sie, und zweitens hat sie diese harte Maßnahme als Strafe für ihre Faulheit wohl auch nicht verdient, oder ist das wirklich das Beste für sie?
Als Mutter bin ich natürlich auch mit Blindheit geschlagen.

Danke und Gruß,

Marianne

w12
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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon w12 » 25.04.2017, 12:37

Hallo Marianluna

Als Mann bin ich natürlich in solchen Fragen ein “Harter“. :mrgreen:

Solche Fälle kenne ich.

Für die finanzielle Hilfe wäre zunächst das Jobcenter zuständig.
Das macht aber in der Regel Probleme und möchte die Miete für eine Wohnung nicht übernehmen, wenn der Auszug nicht zwingend notwendig war.

Es würde auch schnell zu Problemen (Sanktion, kompletter Wegfall der Unterstützung) führen, wenn die Tochter den Aufforderungen des Jobcenters nicht nachkommt.

Zunächst könnte man sich an das Jugendamt wenden.

Da kenne ich aber durchaus Ratschläge wie:
Sie muss erst mal den Kopf in einer Obdachlosenunterkunft gebettet haben.

Gerade junge Menschen können sich in der Regel am Anfang durch den Freundeskreis weiterhelfen.

Es gibt keinen Königsweg.

Sie wohnt bei dir umsonst, sie bekommt Essen, preiswerte Kleidung im notwendigen Umfang, etwas Taschengeld und fertig.
Ansonsten sollte für sie gelten, da gesund, sich regen bringt Segen.

Gruß
w12
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Marianluna
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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon Marianluna » 25.04.2017, 15:11

Vielen Dank für die Antwort. Ja da gibt es wohl keinen "Königsweg".

Ich habe auch schon oft gehört, dass das Jobcenter/Sozialamt deutsche Staatsangehörige, ob jung oder alt, Demütigungen aussetzt,
wenn sie keinen Job mehr haben, aus welchen Gründen auch immer, oder ihren Job verloren haben.
Weil sich unsere älteste sowieso auch schämt wegen ihrer Lage, würden sie solche Demütigungen noch mehr "blamieren" und runterziehen.
Deshalb danke für den Tip mit dem Jugendamt, da hole ich mir Beratung.
Sind die denn noch für "junge Erwachsene" die schon über 18 sind zuständig?

Genau diesen Spruch habe ich auch schon gehört, so ähnlich wie mit dem Obdachlosenbett: "Sie muss erst ganz tief unten sein, um wieder hochzukommen".

Ich habe auch schon überlegt, unsere Tochter im Geschäft einzustellen, sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis bzw. Ausbildung.
Von meiner verstorbenen Mutter habe ich ihr Juweliergeschäft übernommen, und eine Geschäftsführerin eingesetzt, die monatliche Miete zahlt.
Ich bin Krankenschwester und keine Goldschmiedin bzw. Uhrmachermeisterin.
Meine Geschäftsführerin ist das aber, und auch sie wäre bereit, unsere Tochter auszubilden.
Ich hab sie, nach Absprache mit meiner Geschäftsführerin, mehrmals ins Geschäft geschickt zum arbeiten,
aber nach nur 1 - 2 Stunden kam sie wieder nach hause.

Da bleibt mir wohl nur zu warten, bis es ihr selber zu blöd wird, daheim herumzusitzen?
Bis sie selber heraus gefunden hat, wo sie eigentlich hin will im Leben?

Wie lange dauert denn so eine "Selbstfindung" bei Jugendlichen im Schnitt, bis sie 25 sind? Oder gar 30?
Ihr Freundeskreis hat sich auch eingeschränkt, denn die Freunde sind alle weg: Fertig mit der Schule und längst im Studium oder in der Ausbildung!


Danke und Gruß

Marianne

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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 25.04.2017, 15:24

Hallo W12,

nicht nur Du als Mann bist ein "Harter". Auch meine Mutter hätte in einem solchen Fall wie er hier von der TE beschrieben wurde hart durcgegriffen.

Ich kann mich noch errinnern, da war ich in der 1. Klasse und lies mich von einem Mitschüler zum Schule schwänzen überreden. Meine Mutter wurde damals sofort umgehend von der Schule am selben Tag davon unterrichtet. Ich selbst sah schon an dem Tag ein das diese Aktion Mist war und hatte mir selbst schon vorgenommen so etwas nicht mehr zu tun.

Ich kann mich wie heute dran errinnern das meine Mutter, der Tag den ich schwänzte war ein Samstag (damals ging man noch Montag bis Samstag in die Schule) das ganze Wochenende mit mir nicht mehr redete und ich wurde auch von allen Ativitäten der Familie an diesem Wochenende ausgeschlossen.

Und ich möchte mir nicht ausmalen was meine Mutter getan hätte wenn ich mich so wie die 20jährige Tochter benommen hätte. Der Rausschmiss ohne Wenn und Aber wäre mir gewiss gewesen. Meiner Mutter wären die Konsequenzen für mich nach dem Rausschmiss gewiss egal gewesen. Sie hätte dann sicherlich gesagt, nun ist genug, jetzt muss sie alleien klarkommen wenn sie so ein Verhalten an den Tag legt. Irgendwann muss sie es lernen.

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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon Marianluna » 25.04.2017, 16:47

Hallo Angela,

meine Mutter war auch streng, auch mein Vater war streng.
Andererseits, so viel falsch kann ich doch auch nicht gemacht haben in meiner "sanfteren" Erziehung
denn unsere beiden jüngeren sind ja ganz anders als unsere älteste.


Hallo w12,

das WG Zimmer und auch Lebenshaltungskosten würden wir ihr natürlich bezahlen,
das war so gemeint:
Wenn sie dann eine Ausbildung anfängt (weil keine "Komfortzone" mehr zuhause)
und diese dann abbricht oder einfach nicht hingeht,
dann muss sie sich doch mit dem Amt auseinandersetzen,
und so einen Schritt in die Eigenverantwortung machen.

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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 25.04.2017, 19:14

Hallo Marianluna,

ich kenne das. Mein Bruder und ich aben beide die gleiche Erziehung genossen und sind sehr ungerschiedlich.

Wo hat Deine Tochter die Komfortzone verlassen wenn Du ihr praktisch weiterhin die Lebenshaltungsksiten zahlst? Gehe am besten noch zu ihr Wasche ihr die Wäsche etc. Trage ihr weiterin den Allerwertesten hinter ihr her!! Wenn Du so handelst wäre es besser sie bleibt bei Dir zu Hause und darf weiterhin "Scheibe" spielen.
Zumal wenn ihr weiterhin ihr die Lebenshaltungskosten zahlt bekommt sie von keinem Amt Geld. Warum auch? Es kommt doch von Euch.

Ich habe ab der Lehre, also ab dem 18. Lebensjahr 40% meines Einkommens an meine Eltern als Miete/Kostgeld gezahlt. Da mein Elternhaus groß genug ist, ein Auszug meinerseits nicht notwendig war und meine Mutter inzwishen alleine lebt, wohne ich immer noch in meinem Elternhaus. Auch heute noch zahle ich Miete und selbstverständlich meine Kosten alleine. Etwas anderes wollte ich nicht.

Wozu soll denn eine Tochter die Notwendigkit sehen selbst Geld zu verdienen wenn es immer noch von Dir/Euch kommt? Überlege mal, es klingt hart, aber "Nicht-Helfen" ist hier die beste Unterstützung.

Angela
Zuletzt geändert von Angela1968 am 25.04.2017, 19:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon w12 » 25.04.2017, 19:52

Hallo Marianluna

Ich bin kein Sozialarbeiter.
Das Jugendamt bietet auch Hilfen für junge Erwachsene an.
Allerdings dachte ich hier mehr daran, dass man dir ggf. Ansprechpartner benennen kann.

Grundsätzlich besteht eine Verpflichtung Unterhalt zu leisten.
Ein gesundes volljähriges Kind hat allerdings eine Erwerbsobliegenheit, also die Pflicht arbeiten zu gehen.
Deshalb sind die Eltern erst in der Pflicht bei Aufnahme einer Ausbildung.

Es scheint ja der soziale Frieden bei euch nicht gestört zu sein.
Ein Auszug unter diesem Aspekt wäre dem Amt nicht zu vermitteln.

Heute soll der junge Mensch bereits mit 18 Jahren das Bruttosozialprodukt erhöhen können.
Zunächst darf man seine eigenen Vorstellungen nicht auf das Kind projizieren.
Einige bekannte Politikerinnen sind von Beruf Tochter.

Je nach Ausgangslage zunächst die Tochter voll einspannen.
Sollte sie die Idee mit einer WG gut finden, warum nicht den Versuch starten.
Es gibt auch alternative Vorstellungen vom Leben.

Wichtig ist, die Tür offen zu halten.

Meine Pflegetochter hat auch erst sehr spät und dann noch mit Kind ihre Ausbildung gemacht.
Ihr heutiger Lebensstil entspricht auch nicht so wirklich meiner Vorstellung, aber das ist doch mein Problem. :mrgreen:

Gruß
w12
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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 25.04.2017, 20:12

Hallo W12,

natürlich ist es so das Eltern und Kinder jeweils andere Vorstellungen haben im Leben.

So war ich z.B. geschockt das meine Nichte ihren Beruf als Ergotherapeutin aufgeben wil zugunsten einer Arbeit/Lehre in der Landwirtschaft. Ich habe es von der finanziellen Seite hergesehen und das ich in ihrem Alter nicht die Wahl zwischen 2 Tätigkeiten hatte, sondern überhaupt froh war wenn ich eine Arbeit hatte.
Erst wollte ich ihr ins Gewissen reden. Nachher habe ich mich bei ihr entschuldigt und ihr aber meine Gründe für meine Bedenken gegeben. Meine Nichte hat es verstanden und mir das nicht übel genommen das ich ihr ins Gewissen reden wollte.

Aber hier geht es um eine junge Frau die anscheinend nur ohne Arbiet in den Tag hineinleben will ohne sich darüber Gedanken zu machen wie sie sich und ihr Leben finanziert. Und das sehe ich genau wie die Mutter problematisch.

Gut, wenn die Tochter eben so leben will, sollte es so sein. Aber eben nicht auf Kosten der Eltern/Mutter.

Angela
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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon Marianluna » 25.04.2017, 21:33

Hallo Angela, Hallo w12,

ganz lieben Dank. Alles sehr hilfreich zu wissen! Vielen Dank.

Und ja, der „soziale Friede“ ist weniger gestört, weil sie ein lieber Mensch ist.
Da gibt es ja ganz andere Kaliber. Zum Beispiel Jugendliche, die ihren Willen mit allen fiesen Mitteln durchsetzen
oder egoistisch sind, oder anstrengend,
jedenfalls Persönlichkeiten, die einem gehörig auf den Rappel gehen.
Das macht es sicher leichter, Konsequenzen zu ziehen.

Unsere Tochter dagegen ist lieb, und sie tut mir Leid.
Weil sie nicht nur faul ist, sondern auch viele Ängste hat. Angst „vor der bösen Welt da draußen“, vor der Verantwortung.

Mit unseren jüngeren, also ihren beiden jüngeren Brüdern, die bereits jetzt fest im Sattel sitzen,
geht sie auch lieb um.
Unser jüngster ist 16 und bald fertig mit der Schule (Realschulabschluß), hat gute Noten,
und er hat schon seinen Ausbildungsplatz sicher als Flugzeugmechaniker.
Er will das auch lieber machen als Abi und freut sich drauf.
Sein älterer Bruder, 17 (wird bald 18), hat in Kürze sein Fach-Abi in der Tasche,
ebenfalls gute Noten, und geht dann zur Bundeswehr in Ausbildung,
will anschließend bei der Bundeswehr Maschinenbau studieren oder Flieger werden,
er fliegt auch schon (Segelflieger) und will das ausbauen.

Unsere Söhne jedenfalls sind fleissig, ehrgeizig, haben Jobs, sind gute Schüler,
haben schon einen Ausbildungsplatz sicher und auch klare Ziele und Ehrgeiz,
während unsere Tochter so vor sich hin gammelt im Nichtstun.

Ich fühle mich hilflos - und damit legst du den Finger in die Wunde w12, und auch du Angela,
dass ICH Beratung haben muss, wie ich damit umgehe, sie endlich in die Eigenverantwortung zu bringen.

Ich weiss dass ich ihr nicht mehr den Arxxx nachtragen darf.

Dieses „Fallenlassen müssen“ meiner Tochter – diesen Weg scheue ich, weil er mir so grausam erscheint.
Ich scheue diesen Weg, sie im Stich lassen zu müssen, damit sie endlich ihren Weg findet.
Welcher Weg das ist, ist mir wurscht - und wenn sie Hippie wird auf Goa, Trommeln spielt,
oder einen dieser youtube-Kanäle macht – egal, Hauptsache sie MACHT was und findet ihren Weg.
Das würde ich ihr so sehr wünschen,
dass sie endlich ihren Weg findet.
Und wenn sie dafür einen Arxxtritt braucht meinerseits -
ok, dafür brauche ICH Hilfe, den zu machen.



Danke und Gruß,

Marianne

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Re: Unterstützung für Tochter, sozial und finanziell?

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 25.04.2017, 22:05

Hallo Marianluna,

auf der eine Seite schreibst Du das Deine Tochter gesund ist und alles. Auf der anderen Seite schreibst Du das Deine Tochter voller Ängste ist. Muss ich diesen Widerspruch verstehen?

Als 1968 gegen Masern geeimpft wurde war die Impfung nicht in Ordnung. Folge war das ich eine Hirmhautentzündung hatte und in meindr Etnwicklung erst mal zurückgeworfen wurde. Das holte ich nach und nach wieder auf, unter anderem auch weil meine Eltern alles taten um das zu fördern.
In der 1. Klasse merkte man davon aber trotzdem noch etwas. Also musste ich erst mal in die Hilfsschule heute Förderschule. Kam nach einem Jahr in eine POS. Leider konnten einge Eltern ihre Münder nicht halten woher ich komme aks es von der Lehrerin erzählt wurde.

Obwohl ich seit der 1. Klase dabei war in der Klasse durfte ich mir noch in der 5. Klasse anhören das ich doch zurückgehen soll in meine "Idiotenschule". Und das war noch das harmloseste was ich in den 10 Jahren Schue erleben durfte. Heute würde man das Mobbing nennen.

Ich war auch voller Ängste und mir fiel der Umgng mit mir fremden Menschen schwer. Weil ich niemaden auf Grund meiner Erfahrungen trauen konnte. Zum Teil geht mir das heute noch so.

Meine Mutter hat mich aber immer unterstützt und es wäre nicht in Frage gekommen wegen meiner Ängste etc keine Arbeit anzunehmen oder so.

Das Verhalten was Deine Tochter an den Tag legt kenne ich nur von meinem Cousin. Der war auch immer krank. Ihm wurden sowohl finanziell als auch so alle Probleme durch die Eltern bzw. dann auch durch die Ehefrau aus dem Weg geräumt. Heutzutage ist er dadurch nicht mehr überlebensfähig ohe seine Eltern bzw. die Ehefrau.

Angela
Zuletzt geändert von Angela1968 am 25.04.2017, 22:18, insgesamt 1-mal geändert.
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