Wohngeld für Schwägerin

Wohngeld, BAFÖG, Unterhalt, usw...

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superdad2912
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Wohngeld für Schwägerin

Ungelesener Beitragvon superdad2912 » 29.07.2019, 17:05

Hi,

meine Schwägerin würde gerne bei uns (ich und Ehefrau, sowie gemeinsames Kind) einziehen.
Ich selbst bin berufstätig.

Jetzt ist uns von verschiedenen Seiten gesagt worden, dass in diesen Fall meiner Schwägerin ein Wohngeld zustehen würde.
Dann heißt es aber hin und wieder, dass wir dann eine "Bedarfsgemeinschaft" werden würden - sprich das mein Gehalt dann angerechnet werden würde. Was im Endeffekt bedeuten würde, dass ein Wohngeldantrag soweit keinen Sinn machen würde, da mein Einkommen dies etwas übersteigen würde.

Grundsätzlich:
Ist es denn wirklich so, dass in diesem Fall ich mit meiner Frau und Kind mit meiner Schwägerin eine "Bedarfsgemeinschaft" bilden würde?
(auch wenn meine Frau bis vor einem Monat mir ihrer (Halb-)Schwester nichts zu tun hatte?)
Würde das Wohngeld dann zumindest dennoch anteilig zustehen? (Wichtig: es geht nur darum, dass wir ihr ein Zimmer zur Verfügung stellen, für das wir dann "Miete" erhalten.)



Nur zum Hintergrund:
Meine Schwägerin (18) ist vor einigen Wochen zu ihrer Mutter gezogen. Die Eltern meiner Schwägerin sind seit Jahren geschieden, ihre Mutter (meine Schwiegermutter) lebt selbst von ALGII und hat einen kleinen Sohn. Beide leben in einer recht kleinen Wohnung.
Meine Schwägerin selbst ist unter schwierigeren Umständen (auf die ich jetzt nicht genauer eingehen möchte) zu ihrer Mutter gekommen/gezogen.
Nun möchte meine Schwägerin (die aufgrund der damaligen schwierigeren Bedingungen mehrmals "sitzengeblieben" ist) gerne ihre zweite Chance wahrnehmen, und ihren Schulabschluss nachholen, und ihr Leben auf die Reihe bekommen.
Meine Schwiegermutter kann hier selbst nicht die besten Umstände bieten - in dem Sinne, dass ihre Wohnung viel zu klein ist, meine Schwägerin absolut keinen Rückzugsort hat, meine Schwiegermutter selbst keinen Schulabschluss besitzt, und durch Stress womöglich wieder in "alte Muster" zurückfällt (sie ist gerade erst seit ein paar Jahren trocken geworden).
Bei uns sind die Umstände dahingehend ein bisschen besser - wir könnten in unserer Wohnung ein Zimmer umbauen/freiräumen, was für sie ein eigenes Zimmer wäre. Meine Frau holt gerade auch ihr Abitur nach, ich selbst habe bereits ausstudiert (M.Sc.). Grundsätzlich wären hier also Rückzugsort und "Nachhilfeunterricht" auf jeden Fall gegeben. Zusätzlich würde eben meine Schwiegermutter, die zum ersten Mal in ihren Leben (trotz 4 Kindern) zum ersten Mal einen "Teenager" großziehen müsste, entlastet werden.
Noch dazu müsste meine Schwiegermutter erst einmal eine größere Wohnung suchen und umziehen - hier wäre dies a) schwierig auf unseren Wohnungsmarkt, da entsprechende Wohnungen nicht vorhanden bzw. sie draufzahlen müsste und b) müsste sie nach ein paar Jahren wieder in eine kleinere Wohnung zurückziehen, wenn meine Schwägerin dann bei ihr ausziehen würde.
Das sind erstmal die Grundgedanken/Probleme/Vorteile/Nachteile die wir sehen.

Es steht außer Frage, dass wir sie deshalb auch bei uns wohnen lassen würden, wenn sie das möchte, und sie unterstützen bei der schulischen Ausbildung.

Nur ist die Frage, ob wir nicht da wenigstens ein bisschen finanziell unterstützt werden könnten durch Wohngeld - oder ob es tatsächlich so ist "sie ist deine Schwägerin, wenn sie bei euch in der Wohnung wohnt, dann seid ihr eine Bedarfsgemeinschaft. Du verdienst zu viel, also gibt es kein Wohngeld und nix, Pech gehabt!".

Wie sieht hier die Rechtslage aus?



P.S.: das Wohngeld sollte nicht zur Bereicherung dienen. Wie ich bereits erwähnt habe, haben wir selbst eine kleine Tochter - und sind hier finanziell auch stark strapaziert aus gesundheitlichen Gründen.
Aber es ist nunmal nicht von der Hand zu weisen, dass die Versorgung und Unterbringung einer 18-Jährigen Schülerin einen auch finanziell belastet.
P.P.S.: mir ist bereits vorgeschlagen worden, dass ich ja nicht angeben bräuchte, dass es die (Halb)Schwester meiner Frau ist, und wir dadurch kein Problem hätten Wohngeld zu erhalten. Oder dass sie ja weiter bei meiner Schwiegermutter gemeldet bleiben könnte offiziell, aber inoffiziell wir dann das Geld von meiner Schwiegermutter bekommen könnten. Aber a) kann man bei so etwas nicht allen vertrauen, dass die Vereinbarung eingehalten wird, und b) lehne ich so etwas grundsätzlich ab - es kommen für mich nur 100%ig legale Möglichkeiten in Frage.
Deshalb wende ich mich auch an dieses Forum, vielleicht kann hier mich mal jemand rechtlich aufklären, wie es denn nun ist - ob wir nun eine "Bedarfsgemeinschaft" sind oder nicht, ob Wohngeld (wenn auch anteilig) zustehen würde oder nicht, und was man allgemein beachten sollte.

Vielen Dank im Voraus.

Heinrich
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Re: Wohngeld für Schwägerin

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 29.07.2019, 18:09

Hallo,

ich habe nur den Anfang gelesen und den Rest überflogen.

Der Begriff der "Bedarfsgemeinschaft" kommt aus dem Bereich des SGB II = ALG 2, besser bekannt als "Hartz 4".

Wohngeld ist etwas anderes.

Wenn die Schwägerin bei Euch einzieht, eine Wohneinheit für sich hat und einen Miet- bzw. einen Untermietvertrag bekommt, sollte es m.M.n. keine Probleme mit dem Wohngeld geben. Auch dann nicht, wenn sie evtl. nur ein Zimmer bewohnt. Muß dann mit dem Wohngeldamt geklärt werden.

Aber auch, wenn sie ALG 2 beantragt, sehe ich Euch nicht als Bedarfsgemeinschaft. Ggf. vielleicht als Wohn- oder als Haushaltsgemeinschaft.

H.
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Re: Wohngeld für Schwägerin

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 30.07.2019, 08:14

Moin superdad2912,

ich würde einen ganz anderen Weg gehen, denn wie ich das sehe, hat das Mädel kein Einkommen und ist wirtschaftlich abhängig. Schlagt mit der Frau beim Jugendamt auf und besprecht den Sachverhalt. Wenn das erfolgt ist meldet Euch bitte noch einmal, dann können wir dazu noch einmal Überlegungen anstellen.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Wohngeld für Schwägerin

Ungelesener Beitragvon Colloredo » 30.07.2019, 08:50

Guten Morgen,
wenn ich das richtig verstehe, hat deine Schwägerin gar kein eigenes Einkommen. Dann kann sie auch kein Wohngeld bekommen, dafür muss ein Mindesteinkommen vorhanden sein.
Im Alg2 gehört sie mit unter 25 noch zur Bedarfsgemeinschaft der Mutter. Wenn sie ohne das mit dem Jobcenter zu klären einfach auszieht, kann es sein, dass das Jobcenter für sie dann nicht zahlt.
Mir fällt noch Schüler-Bafög ein, wobei ich hier die Voraussetzungen aber gar nicht kenne. Und CuttySarks Vorschlag bezüglich Jugendamt finde ich auch nicht schlecht.
VG C.

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Re: Wohngeld für Schwägerin

Ungelesener Beitragvon w12 » 30.07.2019, 12:21

Hallo

Grundsätzlich umfasst die Einschränkung den Erstauszug eines U25 jährigen.
Das ist hier wohl nicht der Fall.

Dennoch kann es durchaus zu Problemen führen, da das Amt ggf. die Meinung vertritt, dass es wieder rauf das Elternhaus verweisen kann.
Rechtsfolge kann dann sein, keine Miete, niedrigerer Regelsatz.

Eine BG wird nicht begründet, lediglich eine Haushaltsgemeinschaft.

Ein Anspruch auf Schüler-Bafög dürfte nicht vorliegen (wenn nicht bei den Eltern wohnend), allerdings je nach Bildungsweg (§ 2 BAFöG).

Es sieht so aus, dass das Wohnen im elterlichen Haushalt, so oder so, nicht zumutbar ist.
Hier wäre bei Problemen mit dem Amt das Jugendamt ggf. ein hilfreicher Partner.

Gruß
w12
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Re: Wohngeld für Schwägerin

Ungelesener Beitragvon superdad2912 » 30.07.2019, 15:20

Ok, also ein bisschen schwieriger die ganze Lage.
Trotzdem danke erstmal für die zahlreichen Vorschläge ;).

Bezüglich der Sache, dass das Amt meine Schwägerin auf ihre Mutter verweisen könnte, und meint, sie zu diesem Haushalt zu rechnen:

Die Situation ist so, dass ihrer Mutter damals das Sorgerecht für sie entzogen wurde, und dem Vater zugesprochen wurde. Einem Monat bevor sie 18 wurde entzog das Jugendamt am Wohnort ihres Vaters (ihr damaliger Wohnort) dem Vater das Sorgerecht, und übernahm das Sorgerecht. Das Sorgerecht wurde - aus was für Gründen auch immer, vielleicht auch einfach nur, weil es ein Monat vor ihrem 18ten Geburtstag war, wurde der Mutter das Sorgerecht nicht wieder zugesprochen. Das heißt, dass die Mutter seit dem meine Schwägerin ein Kleinkind war (mit 2 oder 3) kein Sorgerecht für sie hatte - und es auch bis zu ihrem 18ten Lebensjahr nicht hatte.
Jetzt ist sie ja 18, und damit ist die Frage wie jetzt das Sorgerecht aussieht, obsolet. Denn sie ist ja rechtlich volljährig.

Deshalb frage ich mich, bzw. wir uns gerade, wie es denn eigentlich ist: kann ein Kind dem Haushalt eines Elternteils zugerechnet werden, wenn dieses Elternteil eigentlich seit Jahren kein Sorgerecht besitzt? Müsste ja eigentlich zwangsläufig Voraussetzung sein, oder?

Da sie ja 18 ist, kann ja auch nachträglich kein Sorgerecht mehr geltend gemacht werden, da ja volljährig.
Aber die Umstände bis dato, also bis zu ihrem 18ten Geburtstag, müssten ja berücksichtigt werden?

Mit Jugendamt ist halt auch so eine Sache - an ihrem damaligen Wohnort wurde sie für den einen Monat in einer Wohngruppe untergebracht - dann wurde sie volljährig, und wurde rausgeworfen, ohne Aussicht/Perspektive aus irgendetwas.
Gut, vielleicht ist hier unser Jugendamt an unseren Wohnort ein klein wenig "besser".

Für sie hat ihre Mutter auch bis vor wenigen Wochen gar nicht mehr existiert - laut Aussagen ihres Vaters, die ihr eingeredet wurden.

w12
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Re: Wohngeld für Schwägerin

Ungelesener Beitragvon w12 » 30.07.2019, 15:55

Hallo

Das Sorgerecht ist hier unwichtig.

U25 bilden per Gesetz mit ihren Eltern eine BG, wennh sie zusammen wohnen.

Antrag beim Jobcenter stellen oder vorher mit denen sprechen.

Gruß
w12
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minka90
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Re: Wohngeld für Schwägerin

Ungelesener Beitragvon minka90 » 15.08.2019, 14:11

Ich würde direkt einen Antrag stellen. Die Leute dort wissen oft nicht richtig bescheid (eigene Erfahrung)


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