Was bedeutet genau Pflegestufe 0?

Fragen zu den Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhalts (§ 20 SGB II)

Moderator: Regelteam

Puschkin

Was bedeutet genau Pflegestufe 0?

Ungelesener Beitragvon Puschkin » 08.01.2015, 16:47

Hallo,
was bedeutet genau Pflegestufe 0 und eingeschränkte Alltagskompetenz?
Viele Grüße

wevell
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Re: Was bedeutet genau Pflegestufe 0?

Ungelesener Beitragvon wevell » 08.01.2015, 16:58

Hallo,

nach ein paar Sekunden unter "google" gefunden:

http://www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/ ... etenz.html
Es grüsst

wevell

Puschkin

Re: Was bedeutet genau Pflegestufe 0?

Ungelesener Beitragvon Puschkin » 08.01.2015, 19:55

Danke lieber wevell für die Antwort, ich habe seit 10 Jahren die Pflegestufe 0 u. auch seit 10 Jahren eine Haushaltshilfe wg. einer psychiatrischen Erkrankung nebst so. Beeinträchtigungen, früher über das SGB XII und als ich in das SGB II eingestuft wurde, wurde diese auch vom JC übernommen.
Wenn ich ins Kap. 4 SGB XII eingestuft werde, zahlt dann auch das Grusiamt die Haushaltshilfe?
Oder läuft das dann über die Pflegeversicherung?
Mir ist nicht klar was unter Betreuungsleistungen zu verstehen ist.Ich bin derzeit sehr überfordert mit dem Antragsprocedere. :weg: :denk:
Liebe Grüße

Ralf1960
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Re: Was bedeutet genau Pflegestufe 0?

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 19.01.2015, 02:17

Hallo Puschkin,
es kommt - wie immer - auf den Kreis und den Sachbearbeiter an mit welchen Problemen du bei der Bewilligung rechnen musst.
Analog zu deinem Thema beziehe ich seit 10 Jahren mit Pflegestufe Null zusätzlich Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes.
In 2013 durch einen Sachbearbeiterwechsel und dem Zwang erneut eine Begutachtung durch die Pflegekasse durchführen zu lassen wurde bei mir im Bereich der Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes ein erheblich höherer Bedarf festgestellt.

Das Amt weigerte sich diesen Bedarf zu zahlen - angeblich wäre die Hilfe zur Pflege zuständig und es dürften sowieso nur Kosten zwuischen Pflegestufe Null und Pflegestufe 1 gezahlt werden. Unerhört das ich für selbstbeschaffte Haushaltshilfe 8 Euro pro Stunde bekommen soll und so geht es ja überhaupt nicht usw usw.

Okay, die versuchen grade im Hochtaunuskreis eigene Gesetze zu verwirklichen - und anscheinend begreift Frau Oberamtsrätin nicht das es noch viel teurer wird wenn gewerblich Haushaltshilfe im Rahmen der Hilfe zur Pflege gezahlt werden müsste. Das eine Bedarfsdeckung erreicht werden soll ist natürlich nach Meinung der Frau Oberamtsrätin Humbug :-)

Ich kann dir nur so viel sagen: Es ist anscheinend inzwischen Glückssache was man sich da einfallen lässt !

Ein Rat von mir - lass dich auf jeden Fall von der Pflegekasse frisch begutachten bevor du in die Fänge irgendwelcher abhängiger Amtsärzte zitiert wirst die gerne die Probleme behinderter Menschen herabwürdigen ! Und dann gibst denen das mit dem Hinweis das der Leistungsträger an die Feststellungen des Pflegegutachtens gebunden ist.

In meiner Sache habe ich dem wirklich herabwürdigenden Bescheid mit lächerlicher Annahme das man für € 2,30 eine Haushaltshilfe bezahlen soll sofort widersprochen und gleichzeitig Antrag auf einstweilige Anordnung gestellt. Natürlich auch die ordentliche Klage in einem Aufmarsch.

Nach Klärung des Sachverhaltes wurde Frau Oberamtsrätin freundlich gebeten Ihren Standpunkt noch einmal zu überdenken - da ansonsten der einstweiligen Anordnung stattgegeben würde.

In der Folge hat Frau Oberamtsrätin eingesehen das man es wohl etwas niedrig angesetzt hat und um 90 Euro erhöht. ( womit dann zunächst erstmal bis zum ordentlichen gerichtlichen Bescheid die einstweilige Anordnung vom Tisch war.

Im derzeit noch schriftlichen Verfahren zum ordentlichen gerichtlichen Entscheid zickt die Oberamtsrätin in einer Weise herum das es zu dezentem Gelächter gereicht :-) So zitiert diese Gerichtsurteile und vergisst vorher zu lesen worum es überhaupt ging. In einem von IHR zitierten Urteil ging es darum das zumindest in der Grundpflege ein ( wenn auch geringer) Bedarf bestehen muss um dann € 8,00 pro Stunde für Haushaltshilfe beanpruchen zu dürfen.

Pech gehabt - sie hat vergessen meine Akte zu lesen und das hochoffiziell die Grundpflege über einen Pflegedienst längst durchgeführt wird...wohl auch die 8 Euro überlesen.

Bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung fehlen noch 90 Euro zur Bedarfsdeckung lt Gutachten - nun kommt auch noch der Mindestlohn von 8,50
zum tragen.... Und wenn man unbedingt einen Haufen Geld zum Fenster rausschmeissen will kommt ein Kostenvoranschlag lt. Gutachten für gewerbliche Verrichtung zu tragen.

Langer Text von mir - damit du ohne noch viel Stress zu haben im Vorfeld schon das denkbar ungünstigste Procedere voraussehen kannst und wie du reagieren musst.

Ich warte jetzt also schon ein Jahr auf Gerichtstermin - wenn ein Urteil gefällt wurde werde ich es im Forum zur Verfügung stellen.

Kopf hoch und gradeaus durch !

Gruß
Ralf
Ich schreibe über meine eigenen Erfahrungen mit Ämtern , ansonsten bin ich Laie und meine Beiträge und Kommentare stellen keine Rechtsberatung dar.

Puschkin

Re: Was bedeutet genau Pflegestufe 0?

Ungelesener Beitragvon Puschkin » 23.01.2015, 19:38

Hallo Ralfi,
8 Euro für eine Haushaltshilfe ist ja wenig, meine kriegt 10 Euro / Std., da kommt sicher auch noch was auf mich zu.
Die Kraft für ein Gezänke vor dem Sozialgericht habe ich nicht.
Liegt denn die Haushaltshilfe im Ermessen des Sachbearbeiters? Bei mir kam all die Jahre ein Mann von der Pflegeversicherung vorbei und checkte den Status Quo in der Wohnung.
Ich hoffe aus dem Grusi-und Soziamt geht es nicht so harsch zu wie auf dem JC. Das verkrafte ich gesundheitlich auch nicht mehr.
Dann bleibt auch zu hoffen daß der neue Sachbearbeiter auf dem Grusiamt einigermaßen zugänglich ist.
Mir dröhnt echt der Schädel von dem Sozialkrams.Eigentlich bin ich nur froh wenn ich vor den Ämtern meine Ruhe habe.
Ich bräuchte eigentlich auch ein neues Bett, allerdings tue ich mir das Gezänke nicht mit dem Amt an.
Liebe Grüße

Ralf1960
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Re: Was bedeutet genau Pflegestufe 0?

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 24.01.2015, 03:27

Hallo wieder,
das mit den Sachbearbeitern verschiedener Bezirke ist ein Trauerspiel, wenn durch das Pflegegutachten gebunden muss bei denen offenbar etwas Neues her um solche Ansprueche abzuwimmeln. Meist nur ein Versuch - aber jeder der nicht dagegen an geht bedeutet wohl ein Sternchen fuer den Schreibtisch. Erfindungsreichtum gegen Anspruchsteller scheint Belohnungen zu geben.
Aber das Sozialgericht hat da ein Woertchen mitzureden WENN man sich wehrt.

Die Argumentation ist einfach - man versucht sich an den Pflegestufen zu orientieren und es kann nicht sein das mehr gezahlt wird als von der Pflegekasse kommen koennte.

Das Deckungsprinzip bei solchen Leistungen wird verleugnet und auch keine Stellung dazu bezogen das gesetzlich geregelt ist das es eben die Hilfe zur Pflege gibt die bei jedweder Pflegestufe die Differenz zu den Kosten der Sachleistung tragen soll damit noch hoehere Kosten der stationaeren Unterbringung vermieden werden sollen. Das nennt man mit sozialen Leistungen wirtschaftlich umzugehen. In der Hilfe zur Pflege - sprich Grundpflege - geht es darum die gewerblich durchgefuehrte Pflege ausreichend sicherzustellen.

Wuerde auch die hauswirtschaftliche Versorgung nach Gutachten der Pflegekasse mit einbezogen steigen die Kosten um einiges.
Wenn jemand seinen Haushalt gar nicht mehr selbst versorgen kann kommen meist 40 Stunden im Monat zur gutachterlichen Anwendung. Was das zusaetzlich zur Grundpflege kosten wuerde ist erheblich!

Die Hilfe in besonderen Lebenslagen - hier Hilfe zur Weiterfuehrung des Haushaltes, kann dagegen ohne besonderen Nachweis fuer selbstbeschaffte Kraefte gezahlt werden. Ueblicherweise sind das in allen mir bekannten Faellen 8 Euro die fuer angemessen erachtet werden. ( tatsaechlich reicht das nichtmal )

Auch das waere ein wirtschaftlicher Umgang mit sozialen Mitteln, scheint manchem SB ein Dorn im Auge zu sein!

Was die wollen fragt sich sogar das Sozialgericht derzeit - das ha!tlose Gestammel selbst hoeherer Raenge der Grundsicherung kann nur fuer Erheiterung sorgen. Aber man versucht es einfach.

Tatsache ist - wenn jene damit jemals durchkommen wuerden muesste das grundsaetzlich in der Hilfe zur Pflege unter Durchfuehrung gewerblicher Kraefte gezahlt werden. DAS ist absolut unwirtschaftlicher Umgang mit sozialen Mitteln!!

Anscheinend will man das aber auch nicht weil jedwede Bereitschaft fehlt wenn man sich gerne darauf einlassen moechte das es einfach vom Pflegedienst mit durchgefuehrt wird. Da kann man aufeinmal rechnen und ignoriert genau dies kommentarlos.

Grade damit es in u serem Kreis damit aufhoert und gewisse Zimtzicken ( es sind komischerweise immer die weiblichen Sachbearbeiter die hier eigene Regeln erfinden wollen und ihren Sturkopf durchsetzen moechten) - genau deshalb geht es vor Gericht.
Die sind derart sturkoepfig das sie nichteinmal merken das bereits das Gericht signalisiert hat das es der gleichen Auffassung ist wie ich dies beschreibe.

Ja est ist zum kotzen, es geht fast 10 Jahre ganz unproblematisch, ein Sachbearbeiterwechsel und was 10 Jahre lang grundsaetzlich geregelt war wird durch weibliche Uebernahme angezweifelt.

Wie bescheuert muss man denn sein ein derart lange zweifelsfrei funktionierendes System umzudeuten trotz immer und immer wieder ordentliche und durch rechtsgueltige Bescheide bestaetigte Vorgehensweisen ???

An der Rechtslage hat sich nichts geaendert - nur die zustaendige Sachbearbeitung.

So ist es auf den Aemtern, man versucht inzwischen ungerechtfertigt bei den Menschen zu sparen die Hilfe amtlich festgestellt und gutachterlich hinterlegt brauchen.

Deine Frage beantwortet sich also von alleine, solange du dich nicht wehrst koennen die grundsaetzlich alles auch widerrechtlich bescheiden wie diese es sich ausgedacht haben!

Diese derart gearteten Sachbearbeiter werden ja nicht dafuer bestraft wenn sie dich zu Unrecht benachteiligen, in solchen Faellen glaube ich fast das diese eine Belohnung dafur bekommen das sie vorsaetzlich gegen geltendes Recht verstossen.

Und die Regel " der Leistungstraeger ist gehalten mit den sozialen Mitteln wirtschaftlich umzugehen " scheint gaenzlich gestrichen zu sein.

Ja ich freue mich auf die Verhandlung wegen dem Rest der nicht durch eine einstweilige Anordnung mehr festgelegt werden konnte weil man ja hier bereits eingeknickt ist!

Und ich freue mich auf eine gewerbliche Verrichtung - denn dann wird die volle Stundenzahl erbracht und ich brauche nicht mehr zuzubuttern wie es bisher noetig ist. Nur kostet es den Leistungstraeger und nicht zuletzt den Steuerzahler ein Vielfaches!

Gruss
Ralf
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