Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Fragen zu Einkommen und Vermögen (§§ 11, 12 SGB II)

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MikeIII
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Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon MikeIII » 26.09.2014, 10:49

Hallo,

jährlich werden mir 30 Euro Zinsen als Kapitalertrag aus meinen Anteilen meiner Wohnungsgenossenschaft überwiessen.
Da Erträge aus Kapitalvermögen ja Einkommen ist, müßte doch auch die 100 Euro Freigrenze gelten und keine Anrechnung auf ALG2 geschehen, oder?
Ich muss das natürlich angeben, sieht man ja auch am genutzten Sparer-Freibetrag.
"Ein Betrag bis 100 EURO brutto monatlich darf anrechnungsfrei (Hartz 4 IV Grundfreibetrag) zum Arbeitslosengeld II hinzuverdient werden."

Wenn die jährlichen Zinserträge 100 Euro übersteigen und die Zinszahlung aber nur einmal jährlich erfolgt,
liegt man dann in diesem Monat über der Freigrenze, oder können die Erträge auf 12 Monate verteilt werden?
Aber wahrscheinlich ist natürlich der Zeitpnkt des Zuflusses aufs Konto maßgeblich, damit "schön" angerechnet werden kann.
Es gibt ja auch Tagesgeldkonten die vierteljährlich verzinsen, da hat man ja auch in 4 Monaten ein zusätzliches Einkommen und nicht nur in einem!?

Ich finde die passenden § dazu nicht...

Gruß

wevell
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Re: Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon wevell » 26.09.2014, 14:28

Hallo,

der Grundfreibetrag von 100,00 € gilt nur bei Einkommen aus Erwerbstätigkeit.

In diesem Grundfreibetrag sind unter anderem auch eine Pauschale für Versicherungen enthalten. Diese Pauschale von 30,00 € kann von jedem Einkommen ( Zinsen, Kindergeld, Rente, usw. ) abgesetzt werden.
MikeIII hat geschrieben:Wenn die jährlichen Zinserträge 100 Euro übersteigen ....


Wenn du so viel Zinsen erhalten solltest, dürfte dein Vermögen so hoch sein, dass kein Anspruch auf ALG II bestehen dürfte.
Es grüsst

wevell

MikeIII
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Re: Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon MikeIII » 26.09.2014, 15:58

Ja, dann ist das sonstiges Vermögen. Ich habe nochmal nachgeschaut, es sind immer genau 32 Euro! :eek:
Also müssen im Monat des Zuflusses 2 Euro Einkommen angerechnet werden! Wie weit wird das denn zurück verfolgt und berechnet, wenn ich jetzt die Angaben ergänze?
Kann ich wie der Hoeneß eine "Selbstanzeige" machen und komme dann nicht so lange in den Knast? :weg:
Welche Sanktionen darf das JC denn jetzt aussprechen?

wevell hat geschrieben:Wenn du so viel Zinsen erhalten solltest, dürfte dein Vermögen so hoch sein, dass kein Anspruch auf ALG II bestehen dürfte.
Ein 50 Jähriger kann doch 7500 Euro Schonvermögen haben und das in einem Aktienfonds angelegt haben! 100 Euro wären ja eine Rendite von nur 1,3333...%! Da sollte sogar noch mehr drin sein! :grin:

Gruß

CuttySark

Re: Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 27.09.2014, 09:21

Hallo MikeIII,

ich würde da ehrlich gesagt kein Aufheben drum machen, wenn der Genossenschaftsanteil Mietkaution ist.
Das geht, ohne das Du es angibst, aus dem Mietvertrag hervor.

Melde die Zinseinkünfte von 32 € jährlich nach von denen 30 € nicht angerechnet würden eventuell sogar 50€
auf Grund von einmaliger Zuwendung. Das bitte ich aber mit Vorsicht zu betrachten. Habe den Sachverhalt
nicht geprüft.

Für sonstige Einnahmen gibt es einen Freibetrag in Höhe von 30 Euro/Monat (ALG2-V § 3 Abs. 1 Nr. 1) plus angemessene Versicherungen, die der Gesundheits- und Altersvorsorge der Mitglieder der BG dienen; z.B. freiwillige und/oder private:
- Krankenversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsabsicherung für Selbstständige/Freiberufler, Lebensversicherungen.
Diese können in nachgewiesener Höhe abgesetzt werden.
Dieser Freibetrag gilt jedoch nur für volljährige Hilfebedürftige; für minderjährige Hilfebedürftige nur dann, wenn sie nicht mit einem volljährigen Hilfebedürftigen zusammen leben.


LG Rolf

MikeIII
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Re: Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon MikeIII » 27.09.2014, 09:40

Hallo Rolf,

Danke für den Hinweis, ich zahle monatlich 13.74 Euro für eine Zahnzusatzversicherung.
Das kann man dann doch direkt mit der Dividende verrechnen, oder?
Dann schicke ich davon eine Kopie gleich mit.
Dann zahle ich auch halbjährlich KFZ-Versicherungsbeiträge, werden die auch anteilig monatl.
berücksichtigt, oder gilt da das Abflussprinzip?

Gruß, Mikel

CuttySark

Re: Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 27.09.2014, 14:48

Hallo MikeIII,

nein das geht nicht, da Du einen Freibetrag von diesen 30 € monatlich hast.

LG Rolf

w12
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Re: Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon w12 » 27.09.2014, 16:51

Hallo

Neben dem Freibetrag in Höhe von 30 Euro (§ 6 ALG II-VO) kann auch die Kfz-Haftpflicht abgesetzt werden.

Gruß
w12
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äusserungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

MikeIII
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Re: Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon MikeIII » 27.09.2014, 18:56

w12 hat geschrieben:Neben dem Freibetrag in Höhe von 30 Euro (§ 6 ALG II-VO) kann auch die Kfz-Haftpflicht abgesetzt werden.


Hallo,

Danke, dann muss jetzt und musste auch früher gar kein sonstiges Einkommen angerechnet werden! :-):
Das Auto ist dem JC bekannt, der Mietvertrag bei einer Wohnungsgenossenschaft auch.
Deshalb hat das wahrscheinlich nie wirklich jemanden näher interessiert, es gab ja nix zu holen/anzurechnen!
Ich werde die Unterlagen jetzt aber nachreichen, dann kann man mir auch später keine Vorwürfe mehr machen.

Gruß

Harry
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Re: Zinserträge=Einkommen, gilt hier der Grundfreibetrag?

Ungelesener Beitragvon Harry » 30.09.2014, 17:08

Hi,

pauschal sind es 30 €, aber die angemessende Versicherungbeiträge können auch höher sein, und sind dann in tatsächlicher Höhe abzusetzen.

wevell hat geschrieben:Wenn du so viel Zinsen erhalten solltest, dürfte dein Vermögen so hoch sein, dass kein Anspruch auf ALG II bestehen dürfte.

Reinrechnerisch darf man ja 360 € Zinsen (oder sonstiges) in Jahr bekommen (12x30 €).

Leider hab ich das Pech, das wegen der fallenden Aktienmärkte es besonders Höhe Dividenden gab (fast 10% des Wertes), und das alle Zahlung in einen Monat kamen.

So bleiben mir von 68 € auch nur noch 30 €. Letztes Jahr bekam ich (trotz höheren Wert) 36 €, da kann man mit einer 6 € Anrechnung besser umgehen (als 38 € und Aktienverlust).

MikeIII hat geschrieben:Es gibt ja auch Tagesgeldkonten die vierteljährlich verzinsen, da hat man ja auch in 4 Monaten ein zusätzliches Einkommen und nicht nur in einem!?

Die monatliche Verzinsung wäre am Besten, allerdings hab ich mein Tagesgeld alles verbraucht, es gibt ja keine Zinsen mehr (oder zählen 0,15%, dann müsste man für 360 € Zinsen schon über 240.000 € haben und dann bis kein ALG 2 mehr).
Zinsen für Giro,Sparbuch und sonstiges lohnt sich (selbst für Millionäre) nicht mehr.


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