Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Fragen zu Einkommen und Vermögen (§§ 11, 12 SGB II)

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Christiane M.
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Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon Christiane M. » 15.10.2018, 09:18

Da wegen zugefallenem Vermögen aus Bezug der GruSi ausgeschieden, müssen wir nun von dem Vermögen unseren Lebensunterhalt selber finanzieren, bis es aufgebraucht ist.
Möchte gern Wohngeld beantragen. Einziges Einkommen: Rente, Kindergeld, evtl noch Unterhaltsvorschuss fürs Kind(muss ich erst abklären).
Die Frage ist, was muss ich denn beim Amt für Wohngeld in so einem Fall an Einkommen angeben, damit wir Wohngeld erhalten? Ich blick da echt nicht durch. Aber vielleicht haben andere Mitglieder dieses Forums den Durchblick?
Wäre sehr dankbar.

Heinrich
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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 15.10.2018, 09:40

Hallo Christiane M.,

Christiane M. hat geschrieben:was muss ich denn beim Amt für Wohngeld in so einem Fall an Einkommen angeben, damit wir Wohngeld erhalten?

Du solltest auf jeden Fall alle Angaben wahrheitsgemäß machen :achtung:

Ob Du dann Wohngeld bekommst oder ob nicht, wirst Du sehen.

Demzufolge was ich eben auf https://www.wohngeld.org/vermoegen.html gelesen habe, mußt Du Dir bzgl. des Vermögens keine Sorgen machen.

Einziger Punkt: um anspruchsberechtigt für Wohngeld zu sein, brauchst Du ein Einkommen auf Höhe von mind. 80% des Sozialhilfeniveaus (gesetzlicher Bedarf + KdU).

H.
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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon Christiane M. » 15.10.2018, 11:25

Heinrich, vielen Dank. Ja klar, wahrheitsgemäß.
Nehmen wir an, ich gebe als Einkommen folgendes an:
Rente, Kindergeld, Unterhaltsvorschuss + monatlicher Verbrauch aus dem Vermögenstopf zur Sicherstellung des Grundbedarfs.
Wird das so vom Wohngeldamt akzeptiert, um Wohngeld zu bekommen?
Muss was dabei beachtet werden?

Dazu fällt mir vergleichweise ein: Ich habe heute mit der Krankenkasse telefoniert und gefragt,welche Änderungen sich ergeben in diesem Fall (weil ich wegen Zuzahlungen ab einem Mindesbetrag von Zuzahlungen befreit bin, und da kommt es auch aufs Einkommen an). Die Krankenkasse war da total un- kompliziert, ich muss keine neuen Verträge ausfüllen, weil sich nichts ändert, denn sie sehen den Verbrauch des Vermögens so, dass sie wie bisher denselben Betrag aus diesem Topf als mein monatliches Einkommen betrachten, den ich bisher vom Amt als Aufstockung erhalten habe.

Heinrich
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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 15.10.2018, 11:46

Hallo Christiane M.,

Christiane M. hat geschrieben:Wird das so vom Wohngeldamt akzeptiert, um Wohngeld zu bekommen?

das wirst Du dann merken, wenn Du den Bewilligungs- bzw. den Ablehnungsbescheid in der Hand hast.

Wie gesagt - Du brauchst für Wohngeld ein Einkommen i.H.v. 80% des Sozialhilfeniveaus, was bei Dir vermutlich dem entspricht, was Du inkl. Sozialhilfe bislang monatlich zur Verfügung hattest.

Ob Deine jetzigen Einkommen diese 80% erreichen, kannst Du selber errechnen. Wobei ich offen gestanden auch nicht weiß, ob Kindergeld und Unterhaltsvorschuß wohngeldmäßig zum Einkommen gerechnet werden. Ich vermute aber mal, daß Ja.

Was ich auch nicht weiß, ist, ob das Wohngeldamt eine feste monatliche Entnahme aus dem Vermögen, als Einkommen wertet. Das solltest Du ggf. vor Antragstellung prüfen.

Last but not least mußt die schriftliche Entscheidung der Wohngeldstelle abwarten.

Davon, einfach irgendwelche Angaben zu machen, um Wohngeld in jedem Fall bewilligt zu bekommen, rate ich ab :achtung:

H.
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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon Christiane M. » 15.10.2018, 13:03

Vielen Dank. Normalerweise wird das Kindergeld beim Wohngeld nicht als Einkommen gezählt, der Unterhaltsvorschuss sehr wohl.
Ich ruf einfach mal ein paar Wohngeldstellen an, schildere den Fall und schau, was sie sagen. Mehrere deshalb, weil man laut meinen bisherigen Erfahrungen je nach SB verschiedene Auskünfte erhält, und am Ende ist man so schlau wie vorher und darf sich die "richtige Antwort" dann aussuchen oder erraten :-) Echt, das ist so.

ob das Wohngeldamt eine feste monatliche Entnahme aus dem Vermögen, als Einkommen wertet.
Danke, der Satz ist gut formuliert. Das werde ich dann genau so fragen.

vor allem bevor dieser Schritt gemacht werden kann, brauch ich erst den Aufhebungsbescheid vom Sozialamt.
Zuletzt geändert von Christiane M. am 15.10.2018, 13:07, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon w12 » 15.10.2018, 13:23

Hallo

Einkommen ist ein Bestandteil des Nachweises für das Wohngeld.

Kindergeld ist Einkommen, allerdings gibt es dagegen Freibeträge.

Man muss sich in etwa errechnen, welcher Betrag (mit KG, Rente, Zinsen etc.) noch zur Grenze der Sozialhilfeleistung fehlt.
Dass gibt man für die Plausibilitätsprüfung als Entnahme aus dem Vermögen im Antrag an.

80% der Sozialleistung kann in einigen Fällen ausreichend sein, aber nicht im Normalfall (wie diseer).

Gruß
W12
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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon w12 » 15.10.2018, 13:28

Hallo

Ich würde das vorher festlegen!

Ich bin kein Experte für Wohngeld, das bedeutet, dass ich die Entscheidungen der Gerichte nicht so kenne.

Ob es bereits missbräuchlich sein könnte, später nach ablehnenden Bescheid ein genau pasendes Einkommen "nachzumelden", entzieht sich miener Kenntnis.

Aber, wehrtet den Anfängen! :mrgreen:

Gruß
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Grund: Zuviel "s"im das
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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 15.10.2018, 14:51

Moin Christiqne M,

bitte lies:

https://www.unterhalt.net/kindesunterha ... chuss.html

Wohnsitz bzw. der gewöhnliche Aufenthalt liegt in Deutschland
Der/ die Unterhaltspflichtige kommt den Zahlungen des gesetzlichen Mindestunterhalts (Unterhalt für Minderjährige) nach § 1612a Abs. 1 BGB nicht oder nur teilweise bzw. unregelmäßig nach.
minderjährige Kinder leben beim alleinerziehenden Elternteil
für Kinder ab dem 12. Geburtstag gilt darüber hinaus, dass sich dieses Kind nicht in Bezug von Hartz IV Leistungen bzw. Sozialgeld befinden darf. Auch der alleinerziehende Elternteil darf nicht im Bezug von SGB II-Leistungen stehen und muss ein monatliches Bruttoeinkommen von mindestens 600 Euro nachweisen.

LG Rolf
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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon Christiane M. » 15.10.2018, 22:22

w12 hat geschrieben:Hallo

Einkommen ist ein Bestandteil des Nachweises für das Wohngeld.

Kindergeld ist Einkommen, allerdings gibt es dagegen Freibeträge.

Man muss sich in etwa errechnen, welcher Betrag (mit KG, Rente, Zinsen etc.) noch zur Grenze der Sozialhilfeleistung fehlt.
Dass gibt man für die Plausibilitätsprüfung als Entnahme aus dem Vermögen im Antrag an.

80% der Sozialleistung kann in einigen Fällen ausreichend sein, aber nicht im Normalfall (wie diseer).

Gruß
W12


vielen Dank. 80% der Sozialleistung, das wären in unserem Fall 800 Euro.
Hab heute mit der hiesigen Wohngeldstelle telefoniert. Sie machen das mit der Berechnung ganz anders. Kindergeld zählt nicht als Einkommen, und sie rechnen die allmonatliche Aufstockung aus dem Vermögenstopf nicht dazu. Wie das funktionieren soll - keine Ahnung. Ich kann ja einfach mal einen Antrag stellen und schauen was dabei heraus kommt.
Zinsen gibt's kaum noch, wenn man das Geld als Tagesgeld anlegt, wo man jederzeit dran kann.

Christiane M.
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Re: Wohngeldantrag bei monatlichem Verbrauch von Vermögen

Ungelesener Beitragvon Christiane M. » 15.10.2018, 22:27

w12 hat geschrieben:Hallo

Ich würde das vorher festlegen!

Ich bin kein Experte für Wohngeld, das bedeutet, dass ich die Entscheidungen der Gerichte nicht so kenne.

Ob es bereits missbräuchlich sein könnte, später nach ablehnenden Bescheid ein genau pasendes Einkommen "nachzumelden", entzieht sich miener Kenntnis.

Aber, wehrtet den Anfängen! :mrgreen:

Gruß
w12


Danke. Du meinst damit, ich soll zum Wohngeldamt gehen und sagen: Aus meinem Vermögenstopf beziehe ich jeden Monat Einkommen in Höhe von 1000?


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