„Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Online-Petition beim Deutschen Bundestag und Nichtoffizielle Online-Petition

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Flix
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„Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Flix » 14.03.2009, 11:05

Unterschriftensammlung
zur Petition „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbehindertenausweis“
vom 01.11.2008 bis zum 05.05.2009*

http://www.karline-schlenkerbein.de/petition.php

Auszug: Wir sind: Schwer chronisch kranke, behinderte Menschen und Eltern von schwer chronisch kranken und behinderten Kindern und pflegende Angehörige von schwerbehinderten, kranken Menschen.
Leider stehen wir bzw. unsere Kinder/Familienmitglieder nicht auf der Sonnenseite des Lebens, denn wir/sie haben nicht das Glück, gesund zu sein! Und es ist schlimm, wenn man in Deutschland auf Hilfe angewiesen ist! Ja, es gibt Unterstützung und Hilfen, aber kaum einer findet sich im Dschungel Deutschland zurecht und um alles muss gekämpft werden, nur allzu oft haben wir keine Kraft mehr.
....

Ich persönlich glaube, gerechtere Behandlung schwer behinderter Menschen ist allgemein ein sehr wichtiges Thema!
Vielleicht mögt Ihr ja mal unter dem Link schauen, worum genau es dort geht.
Wer diese Petition ebenfalls für eine wirklich gute Sache hält, möchte doch bitte gerne mitzeichnen!

Vielen Dank für reges Interesse!

Gruß Flix

Nicci
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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Nicci » 16.03.2009, 14:28

Gibt es hier Betroffene die Betreffs Behindertenausweis in Widerspruch gehen mussten?

LG Nicci :?:

Helmut
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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Helmut » 16.03.2009, 15:15

Hallo Nicci, Hallo Flix,

ich mußte vor 20 Jahren wg. der Behinderung meiner Tochter einen SBA beantragen, und auch in Widerspruch gehen. Das gleiche mußte ich zwischendurch für verschiedene andere tun, die ich ehrenamtlich betreue.

Ich weis nicht so recht, was ihr mit "gleichmäßiger Beurteilung" erreichen wollt. Aus eigener Erfahrung weis ich, das sich ein un die selbe Krankheit/Behinderung, bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich auswirken kann. Daher kann "eine gleichmäßige Beurteilung aufgrund der Grunderkrankung" zu großen Ungerechtigkeiten führen. Jemand der komplett selbständig ist müßte dann genau so eingestuft werden, wie jemand der nichts alleine kann, aber die gleiche Grunderkrankung hat wie ein Hilfloser. Dann ist da noch der Umstand, das in den AHP´s an vielen Stellen angegeben ist, das je nach Art der Auswirkung/Beeinträchtigung zu Beurteilen ist. Das Alter wird dabei auch berücksichtigt. Was die Petition will ist einfach gesagt, das alle die die gleiche Grunderkrankunhg haben, gleich beurteilt werden sollen. Es kann durchaus sein das ich mich irre, aber wenn nicht, werden die möglichen Ungerechtigkeiten durch die Petitoin eher größer, als das sie... was der Sinn so einer Aktion sein sollte... kleiner werden.

:-) Helmut

Nicci
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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Nicci » 16.03.2009, 16:02

Mir würde für meinen Sohn eine Mindesteinstufung reichen, denn ich habe keine Rechtschutz und kann mir die 530 EUR für die Klage nicht leisten! Grüße Nicci
Zuletzt geändert von Nicci am 16.03.2009, 16:03, insgesamt 1-mal geändert.

Ralf1960
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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 16.03.2009, 16:17

Hallo Nicci,

in erster Instanz kostet das doch nix vorm Sozialgericht Klage zu erheben... und dann gibt es auch noch die Möglichkeit nach dem Beratungshilfegesetz und auch der Gerichtskostenhilfe Anträge zu stellen, letztendlich ist aber der erste Weg erstmal der Widerspruch der auch nichts kostet.

Gruß

Ralf1960
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Helmut
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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Helmut » 16.03.2009, 16:40

Hallo Nicci,

bei den Mindestangaben kommt es wohl darauf an, was tatsächlich vorliegt, und wie alt der Betroffene ist. Was die Kosten betrifft kann ich dir nicht folgen. Bei solchen Klagen besteht kein Anwaltszwang ! Man findet im Internet an verschiedenen Stellen Vordrucke und Hilfen für Widerspruch und Klage, so das man das durchaus ohne Anwalt machen kann. Dann kostet sowas das Papier, die Tinte, das BriefPorto und etwas Zeit.( z.B. http://vsbinfo.de/gesetz/verfahren.pdf ) Wenn man dennoch Hilfe braucht, kann man sich an verschiedene Vereine die dabei helfen.

Das man nicht sofort bekommt was man möchte bzw. "Recht ist", oder das verschiedene Ärzte und Sachbearbeiter unterschiedliche Ansichten haben, daran kann man keine Petitoin was ändern. Mit so einer steigert man eher die sicher vorhandenen Ungerechtigkeiten. Um die bestehenden in Grenzen zu halten gibt es den Rechtsweg. Wer sich den nicht zutraut sollte sich eher Hilfe holen, als nach mehr Pauschalierungen zu rufen. Wenn es die geben sollte, steht man "mit der Einstellung" ein paar Jahre später wider mit sowas auf der Matte, weil "es dann noch schwerer geworden ist", und es doch ungerecht ist, wie die einen soviel, und andere denen es leichter geht, genau so viel bekommen.

:-) Helmut

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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 16.03.2009, 16:56

Tjooo.. und Hallo...

letztendlich macht es grundsätzlich nur Sinn wenn die Einstufungskritereien das bleiben was sie sind - nämlich Einzelfallentscheidungen die gewissenhaft zu prüfen sind und eben wenn man sich ungerecht behandelt fühlt den Widerspruch zulassen.

Das bei den Einstufungen von Schwerbehinderten oftmals Schreibtischtäter die erste beurteilung vornehmen kann man getrost dem Widerspruch überlassen der meistenteils eine erneute ärztliche Begutachtung erforderlich macht !

Letzthin sind ja auch Einschränkungen Behinderter völlig verschieden von diesen " gefühlt " und bei gleichen Diagnosen gehts dem einen schlechter wie dem anderen - oder ist weiter fortgeschritten und und und.... genau darin begründen sich Einzelfallentscheidungen eben und sind sinnvoll.

Ralf1960
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Flix
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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Flix » 16.03.2009, 19:43

Nicci hat geschrieben:Gibt es hier Betroffene die Betreffs Behindertenausweis in Widerspruch gehen mussten?

LG Nicci :?:


Ja, ich liebe Nicci, bereits mehrfach....

Zum Thema Petition:

Es ist nicht Sinn dieser Petition, dass alle Behinderungen generell pauschalisiert werden. Denn pauschal ohne Einzelfallentscheidung geht es wirklich nicht! Wer folgenden Ausschnitt genau liest, erkennt leicht, dass es in dieser Petition vorrangig darum geht, für schwerste Grunderkrankungen, dazu noch bei Kindern ab dem kleinsten Lebensalter, unbürokratischer und schneller Hilfe zu schaffen bei eindeutig gleich schwerer Diagnose. Hier deutlich genannt das „Hypoplastische Linksherzsyndrom“, ein angeborener, schwerster Herzfehler!
(Für die, die mehr darüber wissen möchten)
http://www.kinderherzzentrum-kiel.de/ht ... syndr.html

Ausschnitt der Petition: Kinder mit einem Hypoplastischen Linksherzsyndrom sollten unabhängig vom Bundesland und Sachbearbeiter mit mindestens 80 Grad der Behinderung und den Merkzeichen "H", "B", "G" mit Parkerleichterung bzw. "aG" eingestuft werden. Denn alle diese Kinder können nur durch palliative Operationen mit nur einer Herzkammer (die rechte Herzkammer ist beim gesunden Menschen nur der Ersatzmotor) und einem Fontan-Kreislauf (Umleitung des venösen Blutes aus dem Körperkreislauf direkt in den Lungenkreislauf) leben. Manche kranke Kinder bekommen das Merkzeichen B (Begleitung) und andere Kinder nicht, mit der Begründung: "Kinder sind generell auf Begleitung angewiesen!" Muss man jetzt damit rechnen, dass Kindern generell das Merkzeichen B nicht mehr zusteht? Ging es nicht darum, die Teilhabe am Leben, für wirtschaftlich stärker belastete Familien zu erleichtern? Da immer ein Vollverdiener durch die Krankheit des Kindes ausfällt, sind die betroffenen Familien auf jede Hilfe angewiesen.

Diese Kinder und ihre Familien haben oft genug gar keine Zeit, lange Widerspruchsverfahren zu führen! Weil sofortiges Handeln angesagt ist, sonst ist es in den meisten Fällen zu spät! Außerdem ist eine Prüfung daraufhin, ob das eine Kind mit einem halben Herzen „besser lebt als das andere“, doch mehr als paradox!
Diese Petition fordert also nicht die Pauschalisierung aller Behinderungen generell – sondern eine gleichberechtigte Einstufung dieser bestimmten und vergleichbar schwerer Erkrankungen in angemessener Höhe. Und eins ist schließlich auch Fakt: viele dieser so genannten „Schreibtischtäter“, von denen es scheinend doch sehr viele gibt, handeln oft genug von vorn herein pauschal – in dem sie Erstanträge pauschal ablehnen.

Helmut
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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Helmut » 16.03.2009, 21:57

Flix hat geschrieben:
Nicci hat geschrieben:Gibt es hier Betroffene die Betreffs Behindertenausweis in Widerspruch gehen mussten?

LG Nicci :?:


Ja, ich liebe Nicci, bereits mehrfach....

Zum Thema Petition:

Es ist nicht Sinn dieser Petition, dass alle Behinderungen generell pauschalisiert werden. Denn pauschal ohne Einzelfallentscheidung geht es wirklich nicht! Wer folgenden Ausschnitt genau liest, erkennt leicht, dass es in dieser Petition vorrangig darum geht, für schwerste Grunderkrankungen, dazu noch bei Kindern ab dem kleinsten Lebensalter, unbürokratischer und schneller Hilfe zu schaffen bei eindeutig gleich schwerer Diagnose. Hier deutlich genannt das „Hypoplastische Linksherzsyndrom“, ein angeborener, schwerster Herzfehler!
(Für die, die mehr darüber wissen möchten)
http://www.kinderherzzentrum-kiel.de/ht ... syndr.html

Ausschnitt der Petition: Kinder mit einem Hypoplastischen Linksherzsyndrom sollten unabhängig vom Bundesland und Sachbearbeiter mit mindestens 80 Grad der Behinderung und den Merkzeichen "H", "B", "G" mit Parkerleichterung bzw. "aG" eingestuft werden. Denn alle diese Kinder können nur durch palliative Operationen mit nur einer Herzkammer (die rechte Herzkammer ist beim gesunden Menschen nur der Ersatzmotor) und einem Fontan-Kreislauf (Umleitung des venösen Blutes aus dem Körperkreislauf direkt in den Lungenkreislauf) leben. Manche kranke Kinder bekommen das Merkzeichen B (Begleitung) und andere Kinder nicht, mit der Begründung: "Kinder sind generell auf Begleitung angewiesen!" Muss man jetzt damit rechnen, dass Kindern generell das Merkzeichen B nicht mehr zusteht? Ging es nicht darum, die Teilhabe am Leben, für wirtschaftlich stärker belastete Familien zu erleichtern? Da immer ein Vollverdiener durch die Krankheit des Kindes ausfällt, sind die betroffenen Familien auf jede Hilfe angewiesen


Hi Flix,

laut den AHP´s werden Behinderungen/Krankheiten abhängig von der Art und schwere der Behinderung und abhängig vom Alter vergeben. Das ist so "vollkommen" in Ordnung. Wenn man da bei Einzelfällen anfängt, nicht mehr nach den Auswirkungen im Einzelfall, sondern nach der Schreibweise der Grunderkrankung zu beurteilen, hat demnächst ein Bankangestellter der eine ICP hat, und von seinem Einkommen gut leben kann, den gleichen Anspruch wie ein völlig Hilfloser ohne Einkommen. Das kann nicht das Ziel vom Gesetzgeber sein.

In einer anderen Diskussionen zur der Petition argumentieren die Befürworter, das in den AHP´s steht, das die Grunderkrankung mit 80 - 100 % eingestuft werden soll, Kinder aber höchstens 50 % bekommen. Das sei ungerecht sagen sie. Denkt man einen Schritt, bzw. 10 Jahre weiter, stellen so Betroffene fest, das das Leben mit der Behinderung aufgrund des Alters deutlich schwerer geworden ist, und wollen entspr. mehr %... laut den AHP´s gibts aber nur so viel. Startet dann die nächste Petiton in Sachen.. wenn Kleinkinder 100 % bekommen haben Erwachsene Anspruch auf 200 ? So gesehen ist die jetzige Lösung die gerechtere.

Dann ist da noch die Sache, mit dem was man von den %ten hat. Da hat man nur was von, wenn man einen Job hat, bei dem man so viel Steuern zahlt, das Vater Staat einem die %te davon nachlassen kann. Mit einem Job mit einem geringem Einkommen = man bezahlt keine Lohnsteuer.. hat man Finanziell nix von den %ten.

:-) Helmut

Flix
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Re: „Eine gleichmäßige Beurteilung von Behinderungen im Schwerbe

Ungelesener Beitragvon Flix » 17.03.2009, 10:25

Helmut hat geschrieben:
Flix hat geschrieben:
Nicci hat geschrieben:Gibt es hier Betroffene die Betreffs Behindertenausweis in Widerspruch gehen mussten?

LG Nicci :?:


Ja, ich liebe Nicci, bereits mehrfach....

Zum Thema Petition:

Es ist nicht Sinn dieser Petition, dass alle Behinderungen generell pauschalisiert werden. Denn pauschal ohne Einzelfallentscheidung geht es wirklich nicht! Wer folgenden Ausschnitt genau liest, erkennt leicht, dass es in dieser Petition vorrangig darum geht, für schwerste Grunderkrankungen, dazu noch bei Kindern ab dem kleinsten Lebensalter, unbürokratischer und schneller Hilfe zu schaffen bei eindeutig gleich schwerer Diagnose. Hier deutlich genannt das „Hypoplastische Linksherzsyndrom“, ein angeborener, schwerster Herzfehler!
(Für die, die mehr darüber wissen möchten)
http://www.kinderherzzentrum-kiel.de/ht ... syndr.html

Ausschnitt der Petition: Kinder mit einem Hypoplastischen Linksherzsyndrom sollten unabhängig vom Bundesland und Sachbearbeiter mit mindestens 80 Grad der Behinderung und den Merkzeichen "H", "B", "G" mit Parkerleichterung bzw. "aG" eingestuft werden. Denn alle diese Kinder können nur durch palliative Operationen mit nur einer Herzkammer (die rechte Herzkammer ist beim gesunden Menschen nur der Ersatzmotor) und einem Fontan-Kreislauf (Umleitung des venösen Blutes aus dem Körperkreislauf direkt in den Lungenkreislauf) leben. Manche kranke Kinder bekommen das Merkzeichen B (Begleitung) und andere Kinder nicht, mit der Begründung: "Kinder sind generell auf Begleitung angewiesen!" Muss man jetzt damit rechnen, dass Kindern generell das Merkzeichen B nicht mehr zusteht? Ging es nicht darum, die Teilhabe am Leben, für wirtschaftlich stärker belastete Familien zu erleichtern? Da immer ein Vollverdiener durch die Krankheit des Kindes ausfällt, sind die betroffenen Familien auf jede Hilfe angewiesen


Hi Flix,

laut den AHP´s werden Behinderungen/Krankheiten abhängig von der Art und schwere der Behinderung und abhängig vom Alter vergeben. Das ist so "vollkommen" in Ordnung. Wenn man da bei Einzelfällen anfängt, nicht mehr nach den Auswirkungen im Einzelfall, sondern nach der Schreibweise der Grunderkrankung zu beurteilen, hat demnächst ein Bankangestellter der eine ICP hat, und von seinem Einkommen gut leben kann, den gleichen Anspruch wie ein völlig Hilfloser ohne Einkommen. Das kann nicht das Ziel vom Gesetzgeber sein.

In einer anderen Diskussionen zur der Petition argumentieren die Befürworter, das in den AHP´s steht, das die Grunderkrankung mit 80 - 100 % eingestuft werden soll, Kinder aber höchstens 50 % bekommen. Das sei ungerecht sagen sie. Denkt man einen Schritt, bzw. 10 Jahre weiter, stellen so Betroffene fest, das das Leben mit der Behinderung aufgrund des Alters deutlich schwerer geworden ist, und wollen entspr. mehr %... laut den AHP´s gibts aber nur so viel. Startet dann die nächste Petiton in Sachen.. wenn Kleinkinder 100 % bekommen haben Erwachsene Anspruch auf 200 ? So gesehen ist die jetzige Lösung die gerechtere.

Dann ist da noch die Sache, mit dem was man von den %ten hat. Da hat man nur was von, wenn man einen Job hat, bei dem man so viel Steuern zahlt, das Vater Staat einem die %te davon nachlassen kann. Mit einem Job mit einem geringem Einkommen = man bezahlt keine Lohnsteuer.. hat man Finanziell nix von den %ten.

:-) Helmut


@Helmut: Ob ein von ICP (s. nachstehender Link) http://www.winterofeightysix.de/wasIstI ... parese.htm betroffenes Kind es wirklich schafft, (die Wahrscheinlichkeit sehe ich allerdings auch bei diesem KHB als eher gering an) später einen Posten in einer Bank zu bekleiden, wird in erster Linie davon abhängen, wie gut ihm frühst möglich geholfen wurde! Denn auch die Pflege eines an dieser Krankheit leidenden Kindes ist sicher sehr aufwändig und bedarf vieler Hilfen, andauender fachärztlicher Betreuung, div. Krankenhaus- und Klinikaufenthalte, durch Spastik bedingt spezieller Kleidung und Räumlichkeiten, bzw. Einrichtungs- und sonstiger Hilfsmittel, Inanspruchnahme spezieller Therapieformen, spezielle Betreuung in Kindertagesstätten usw. usf.,
also sehr wohl vergleichbar mit dem Hypoplastischen Linksherzsyndrom.

Wenn also ein Kind mit den oben genannten Diagnosen schon von klein auf alle nur möglichen Hilfen und Förderungen erhält, stehen doch die Chancen wesentlich besser, dass zumindest einige von ihnen später in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Einmal vorausgesetzt, sie bekleiden später dann einen Posten in der Bank, wird es sich jedoch immer auch um Behindertenarbeitsplätze handeln! Und auch dann würden ganz sicher immer noch durch die besondere Lebensumstände Mehrbelastungen anfallen, sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Ich zumindest gönne auch dem behinderten Bankangestellten sehr wohl ebenso seine Vergünstigungen über die Steuer! Reden wir hier denn nicht gerade von der Entwicklung des Idealfalls, auch schwerst behinderten Menschen eine berufliche Integration zu ermöglichen?

Und im Fall der völligen Hilflosigkeit ohne eigenes Arbeitseinkommen oder sonstiger Bezüge greifen AHPs und die Gesetze ja nun wieder völlig anders. Denn dann wird z. B. überhaupt keine Arbeitsfähigkeit vorliegen, lieber Helmut, und doch gibt es auch hier steuerliche Erleichterungen für berufstätige Eltern/teile und weitere Bezüge für den Betroffenen selbst kommen bei Anspruch in der Regel vom Sozialhilfeträger. Und die werden ja um das vorhandene Familieneinkommen bereinig. Was bedeutet, ein schwerbehinderter Mensch mit ICP in einem Bankangestelltenverhältnis wird hier solange keine Ansprüche haben, solange er von seinem Gehalt gut leben kann. Ihm bleiben tatsächlich aber die steuerlichen Vorteile, die ich ihm von ganzem Herzen gönne, da sie ihm zustehen! Und durch entsprechende Merkbuchstaben werden ihm dann auch die höchstwahrscheinlich erschwerten Bedingungen erleichtert, z. B. zu seinem Arbeitsplatz zu kommen!

Ich finde es sehr schade, wenn Menschen schon bei kleinsten Kindern den Gedanken verfolgen, „die könnten später einmal mehr bekommen, als andere“ – erst einmal geht es doch darum, sie überhaupt groß zu ziehen, und das Ziel ist: so gesund – wie eben nur möglich! Da in solchen Krankheitsfällen die Pflege und Betreuung eines schwerbehinderten Kindes gesichert sein muss, ob es nun zu Hause lebt oder in einer entsprechenden Einrichtung – hohe Kosten bringt es in beiden Fällen mit sich. Wenn Elternteile sich entscheiden, die Betreuung und Pflege selbst zu übernehmen, indem das Kind in der Familie bleibt, muss entweder eine speziell ausgebildete Kraft in einer Kindertagesstätte/Behinderteneinrichtung bzw. eine speziell ausgebikdete Pflegemutter die Betreuung übernehmen, damit beide Elternteile weiter arbeiten können. Oder alternativ verzichtet ein Elternteil auf eigenes Einkommen und übernimmt die Ganztagsbetreuung des eigenen, schwerbehinderten Kindes. Und diese Familien haben hohe Belastungen (auch finanzieller Art), in denen sie von Anfang an die größte Unterstützung verdienen, ist diese Lösung doch für alle Betroffenen die beste, und kostenmäßig immer noch die günstigste! Denn niemand bezahlt den betreuenden Eltern die Zeit, die rund um die Uhr aufgewendet werden muss! Und diese Familien werden finanziell um ein ganzes Einkommen geschwächt! Da sollte man so betroffenen Familien doch nicht noch mehr Steine in den Weg legen, lieber Helmut, als sie eh schon überbrücken müssen. Es geht doch nicht nur um die steuerliche Berücksichtigung der % bei arbeitsfähigen Schwerbehinderten! Das solltest Du doch wissen, wenn Du Behindertenfälle betreust und selbst eine behinderte Tochter hast! Je früher gute Hilfe beginnt, je mehr Chancen für die Kiddys! Wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen können, weil ein Elternteil die volle Betruung übernimmt und ein Einkommen fehlt, müssen erforderlich Mittel und Maßnahmen doch trotzdem abgesichert sein! Draufzahlen tun so betroffene Familien doch eh immer noch!

Es geht ebenfalls auch um die Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis, von denen einige in diesen genannten Fällen unbedingt notwendig und sinnvoll sind. Gerade dann, wenn weite Wege und weite Fahrten, auch für die notwendigen Behandlungen und Therapien auf dem Programm stehen! Meist ist dann ein Zweitfahrzeug in der Fam. unabdingbar, kann aber von einem Durchschnittseinkommen kaum finanziert werden! Und auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind sehr teuer! Im Übrigen werden div. Eintrittsgelder wie in Freibädern, Kinos etc. für eine erforderliche Begleitperson kostenlos und für den Betroffenen bis um die Hälfte reduziert! Auf soviel Teilhabe am Leben sollten alle Familien mit schwer behinderten Kindern (auch Erwachsenen) doch bitte ein Recht haben! Außerdem ein unbedingtes Anrecht auf einen Behindertenparkplatz.

Und dann gibt es noch das Beispiel allein erziehender Elternteile, denen bestimmte Mehrbedarfe zustehen, was die Eckregelsätze der Sozialhilfe betrifft, die sie für ein behindertes Kind erhalten! Hier reden wir von der wohl schwächsten Gruppe in der Gesellschaft und auch hier ist schnelle Hilfe und schnelles Handeln gefragt, diese Familien haben sonst überhaupt keine reele Chance mehr, ihren Kindern eine Teilhabe am Leben zu sichern, wie sie ihnen zusteht! Dazu gehören neben medizinischen und allg. fördernden Maßnahmen auch entsprechende Freizeitangebote und für die Kinder gesellschaftlich fördernde Angebote zur Integration! Und unbedingt immer die entsprechenden Fahrtkosten oder Mehraufwand für besondere Ernährung ect.! Für alle diese Dinge ist ein GdB und entsprechende Merkzeichen im SBA doch ausschlaggebend!

Einige Beispiele der Merkzeichen:

Merkzeichen G
Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr
Ein Mensch ist in seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt, wenn er infolge einer Einschränkung des Gehvermögens, auch durch innere Leiden, oder infolge von Anfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeit nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder ohne Gefahren für sich oder andere Wegstrecken im Ortsverkehr zurücklegen vermag, die üblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden. Hierfür gilt als Richtwert ungefähr 2 Kilometer in etwa 30 Minuten zurücklegen zu können.

Merkzeichen aG
Außergewöhnliche Gehbehinderung
Als schwer behinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sind solche Personen anzusehen, die sich wegen der Schwere ihres Leidens dauernd nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können.

Merkzeichen B
Notwendigkeit der ständigen Begleitung
Die Bedeutung dieses Merkzeichens wurde neu geregelt. Das Nachrichtenmagazin Kobinet veröffentlichte folgende Erläuterung: Paragraph 146 Absatz 2 Sozialgesetzbuch 9 lautet nunmehr: "Zur Mitnahme einer Begleitperson sind schwer behinderte Menschen berechtigt, die bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln infolge ihrer Behinderung regelmäßig auf Hilfe angewiesen sind. Die Feststellung bedeutet nicht, dass die behinderte Person, wenn sie nicht in Begleitung ist, eine Gefahr für sich oder andere darstellt."

Merkzeichen H
Hilflosigkeit
Hilflos ist ein Mensch, wenn er für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung seiner Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedarf.

Wie die Vergünstigungen für schwer behinderte Kinder sich steuerlich genau auswirken – s. unter folgendem Link!

http://www.bvkm.de/recht/rechtsratgeber ... kblatt.pdf

Soviel erst einmal zu Deiner Aussage, lediglich berufstätige Behinderte hätten Vergünstigungen über die Steuer und für Menschen ohne eigenes Arbeitseinkommen brächten sie gar nichts! Das ist definitiv falsch!

Zu dem Argument, mit einer späteren neuen Petition könnten vllt. dann „200 % gefordert werden“: Also jeder vernünftig denkende und jeder Mensch, der die Mathematik verstanden hat, weiß, dass 100 % das Ganze ist und „200 % „ Behinderung nicht mehr geht. Eine völlig „an den Haaren herbeigezogene“ Aussage also, die jeglicher Logik entbehrt. Darum gehe ich darauf nicht weiter ein!

FG Flix


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