REHA-Weiterbildung, Wohnung, Lebenspartner

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motte52

REHA-Weiterbildung, Wohnung, Lebenspartner

Ungelesener Beitragvon motte52 » 16.08.2006, 07:27

Guten Morgen,
mich beschäftigen z.Z. viele Fragen.
Ich bin 27, EU, beziehe Grundsicherung, teilw. Analphabet und deshalb auf andere Menschen angewiesen. Ich habe eine eigene Wohnung und komme so mit meinem Leben zurecht.
Meine Lebenspartnerin, 22 Jahre, bezieht z.Z. ebenfalls Grundsicherung aufgrund psych.Belastungsstörungen durch Kindheitstraumen. Sie ist Kinderpflegerin und hat 1 Jahr zur Erzieherin absolviert. Zum Abschluß fehlen ihr noch 2 Jahre. Seit 1 Jahr befindet sie sich in ärztlicher Behandlung und ist eben EU.
Auch sie führt in eigener Wohnung ihren Haushalt, jedoch seit 6 Monaten wohnen wir zusammen, sind jedoch jeder noch in seiner Wohnung polizeilich gemeldet usw.

Problem: Wir wollten im September eine gemeinsame Wohnung beziehen und im Mai nächsten Jahres heiraten. Nun ist ein amtsärztliches Gutachten zu erwarten, welches ihr im Rahmen einer Reha-Maßnahme die Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Kindererziehung, s.o., bietet. Diese Ausbildung ist über 100 km vom jetztigen Wohnort entfernt. Am Ausbildungsort solle die Unterbringung im Internat erfolgen. Dauer: 3 Jahre

Frage: Sollten wir noch schnell hier am Wohnort eigene Wohnung beziehen? Hätten wir beide dann am Ausbildungsort eine Chance, eine gemeinsame Wohnung zu beziehen? Oder ist das nur bei Ehepaaren so? Also heiraten??? Ganz abgesehen davon, wer würde Umzug usw. finanzieren? Da wir beide vom Sozialamt "abhängig" sind, haben wir auch keine Ersparnisse.

Wir wissen uns keinen Rat. Wir kennen uns seit mehreren Jahren, sind beide psychisch krank und sind der Meinung, mit einer Trennung die Woche über oder länger nur sehr schwer den Alltag bewältigen zu können. Ganz abgesehen davon, daß gerade bei psychisch Kranken das Alleinsein und das alltägliche Zurechtkommen ohne Partner sehr viel schwerwiegender ist als bei "Normalen".

Meine Frage: Stünde uns BEIDEN am Ausbildungsort eine gemeinsame, durch Sozialhilfeträger finanzierte Wohnung zu? Gibt es Bedinungen, wie z.B. verheiratet sein bzw. schon vorher gemeinsame Wohnung?

Danke für die Geduld!!!

Sternlibelle

Re: REHA-Weiterbildung, Wohnung, Lebenspartner

Ungelesener Beitragvon Sternlibelle » 16.08.2006, 10:07

Hallo,

wenn ihr euch entscheidet wo auch immer zusammen zu wohnen, dann lasst euch nicht direkt in die eheähnliche lebensgemeinschaft drängen. Ihr habt auch ( wenn ihr euch liebt) das recht ersteinmal 1 jahr mnindestens getrennt angerechnet zu werden. Unabhängig von einem gemeinsamen Bett oder gemeinsam genutzten Kühlschrank. Und das mit dem heiraten müsst ihr ja nicht unbedingt denen auf die nase binden.

Das erstmal dazu. Wenn ihr einmal schon als eheähnliche gemeinschaft angerechnet werden, von anfang an dann ist das sehr schwer wieder gerade zu biegen. Die ämter machen das nämlich gerne, einen nicht darüber zu informieren.

Was das mit dem internat auf sich hat, weiß ich nicht. Aber ich kann mit nicht vorstellen das sie gezwungen wird in einem Internat zu wohnen, wenn sie es partou nicht will bzw kann. Ich denke , mit angaben der Psychischen krankheit, hat man eine grosse spanne von Argumenten wieso und weshalb es wichtig wäre in einer eigenen Wohnung zu wohnen. Bezüglich des Traumas ist es meiner Meinung nach eigentlich nur "angemessen" eine eigene wohnung zu beziehen.Und du bist ja auch für die stabilität wichtig das sie es überhaupt schafft.
Aber solange ihr die Weiterbildung nicht genehmigt bekommen habt könnt ihr wohl nichts weiter tun, als rumspinnen. MAcht euch doch erst gedanken wenn es soweit. ist. Hat deine freundin große chancen die weiterbildung zu bekommen? gibt es schon imfos? oder ist das einfach die hoffung und so das sich da was tut?

Was die Umzugskosten angeht, hab ich garkeine ahnung. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen. Deine Freundin bekommt umzugsbeihilfe, und du nicht. Aber wie gesagt da hab ich keine ahung von.
ich hoffe ich konnte weiterhelfen

gruß Sternlibelle

motte52

Re: REHA-Weiterbildung, Wohnung, Lebenspartner

Ungelesener Beitragvon motte52 » 16.08.2006, 10:27

Vielen Dank für Deine Antwort, Sternlibelle!
Eheähnliche Gemeinschaft wird uns nicht angerechnet, auch nicht "angedroht".
Bezüglich Weiterbildung wurde gesagt, diese sei die einzige Chance, die sie habe, also habe sie sie anzutreten, sonst bekäme sie keine Sozail-Leistungen mehr, was natürlich schon rein rechtlich gar nicht geht.

LG, motte52

Saittam

Re: REHA-Weiterbildung, Wohnung, Lebenspartner

Ungelesener Beitragvon Saittam » 18.08.2006, 21:48

Hallo motte52,
diese Aussage die Ihr als Bedrohung empfindet ( meiner Meinung nach ist das auch so) besagt mal wieder nur das Sie ( aussagende Person) etwas Ahnungslos ist.Natürlich ist eine Ausbildung immer eine Chance. Tja, und was die evtuelle nicht gebrachte Mitwirkungspflicht angeht, könnt Ihr Euch auf das Psych-KG § 2 berufen. Also laßt den Druck dort wo er hingehört. Nämlich bei der Person die ja so hilfreich solche dummen Aussagen tätigt.
Gruß Saittam

Turtle

Re: REHA-Weiterbildung, Wohnung, Lebenspartner

Ungelesener Beitragvon Turtle » 19.08.2006, 12:00

Ich glaube, hier sollte erstmal geklärt werden, was mit "Grundsicherung" gemeint ist. "Grundsicherung" nach dem 4. Kapitel SGB XII oder "Grundsicherung für Arbeitslose" nach dem SGB II?

Denn wenn jemand eine Ausbildung anfangen kann, dann ist er/sie doch wohl über 3 h/Tag arbeitsfähig, oder nicht?

Turtle


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