Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Hilfen zu Unterkunft und Heizung (§ 29 SGB XII)

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Sterny
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Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon Sterny » 13.08.2017, 00:02

Liebes Forummietglieder,
habe mich schon durchgelesen und habe trotzdem keine Antwort für mein Anliegen gefunden.

Bin 47 und beziehe seit 5 Jahren eine volle Erwerbsminderungdrente ca 600 Euro und habe eine 50 grad Behinderung.
Nun möchte ich mit meiner Mutter, die auch eine Rente über 710 Euro von meinem verstorbenen Vater erhält, in eine neue Wohnung, ca 74 qm ziehen. Kostenpunkt der Wohnung wären 570 Euro kalt zuzüglich 130 Euro Betriebskosten + 100 für Heizung.
Frage wäre , bilde ich mit meiner Mutter eine Haushaltsgemeinscht ? Und wie hoch wäre die Hilfe, die ich ggfs bekommen würde. Ich habe eine Tochter , sie lebt bei ihrem Vater und bei mir abwechselnd.
Danke schonmal für eure Mithilfe.
Sterny

CuttySark
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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.08.2017, 04:35

Moin, Moin Sterny,

das kannst Du hier selber nachlesen:

http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsmar ... chaft.html

Schwierigkeiten habe ich mit dem 14 tätigem Wohnortwechsel des Kindes, wie das Jobcenter dies sieht und halte mich deshalb mit Aussagen zurück. Aber heute ist ja alles möglich. Männer heiraten Männer, Frauen heiraten Frauen und ab und an heiratet sogar noch eine Frau einen Mann oder ein Mann eine Frau.

Liebe Grüße
Rolf

Heinrich
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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 13.08.2017, 08:31

Hallo Sterny,

ich würde vermuten, daß Ihr beiden dann als Haushaltsgemeinschaft gewertet werdet. Faktisch seid Ihr dann ja wohl auch eine.

Zu Deiner Frage, wie hoch die Hilfe wäre: der gesetzliche Grundbedarf pro Person liegt bei 409 € + in dem Fall 1/2 der angemessenen Warmmiete, da Ihr ja zu zweit seid.

Da Du behindert bist, gibt es m.W.n. einen Mehrbedarf (Zuschlag) zum Grundbedarf, dessen Höhe ich gerade mit 17% ergoogelt habe.

Von dem, was Dir insgesamt per Gesetz finanziell zusteht, wird Deine Rente abgezogen, und die Differenz gibt's vom Sozialamt.

Wie Deine Tochter in der Gesamtthematik zu 'behandeln' ist, da sie zeitweilig bei Dir lebt, kann ich nicht sagen.

Du solltest bzw. Ihr solltet vorher mit dem Sozialamt abklären, ob die Wohnung 'angemessen' ist und vielleicht auch mal durchrechnen, wieviel Wohngeld Ihr alternativ pro Person kriegen könntet, da Eure Einkommen aus sozialrechtlicher Sicht m.M.n. schon 'ordentlich' sind.

H.
Zuletzt geändert von Heinrich am 13.08.2017, 08:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon Uwe Kruppa » 13.08.2017, 09:04

Hallo "Sterny"...

Zusätzlich stehen Dir, zu den von Heinrich benannten Leistungen noch bezüglich deiner Tochter Leistungen zur Ausübung des Umgangsrechts zu. Denn wenn deine Tochter bei Dir wohnt ändert sich temporär die Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft.
Siehe => Sozialgericht Kiel S 38 AS 88/14 ER

@ CuttySark
CuttySark hat geschrieben:... Aber heute ist ja alles möglich. Männer heiraten Männer, Frauen heiraten Frauen und ab und an heiratet sogar noch eine Frau einen Mann oder ein Mann eine Frau.


Was diese Aussage in Bezug auf den Mehraufwand zur Ausübung des Umgangsrecht, oder überhaupt auf Rechtsansprüche zu bedeuten hat, erschließt sich mir nicht. :denk: Und von einem 14 tätigem Wohnortwechsel des Kindes kann ich im Eingangsthread auch nichts finden.

Gruß
Uwe Kruppa
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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon Sterny » 13.08.2017, 15:18

Hallo Heinrich,
du hast geschrieben, dass ggfs auch Wohngeld für mich und für meine Mutter in Betracht kommen könnte.
Wie wäre hier die Berechnungsmethode? Müsste ich bei dieser Variante die Warmmiete durch 2 teilen und dann pro Kopf berechnen?

Liebe Grüße
Sterny

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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.08.2017, 15:37

Moin, Moin Uwe,

das lässt sich leicht erklären. Sterny schrieb: Ich habe eine Tochter , sie lebt bei ihrem Vater und bei mir abwechselnd. Daraus habe ich 14 Tage gemacht,
denn es spielt keine Rolle ob der Wechsel wöchentlich, vierzehn täglich, monatlich oder vierteljährlich durchgeführt wird. Kein Sozialamt dieser Republik wird 2 Wohnungen deshalb bezahlen. In früheren Gerichtsurteilen las man, dass für 1 Person eine Single Wohnung ausreichend ist, da die zweite Person sich ja nur vorübergehend dort aufhält.

Mit dem Satz ....Aber heute ist ja alles möglich, wollte ich darauf hinweisen, dass derzeit vieles im Umbruch begriffen ist, wie wir sehr wohl an der Haltung der angeblichen christlichen Parteien CDU und CSU sehen können. <Männer heiraten Männer, Frauen heiraten Frauen und ab und an heiratet sogar noch eine Frau einen Mann oder ein Mann eine Frau.> Was sollte also eine christliche Partei daran hindern, ihren eigenen Vorstellungen veränderten Lebens, Rechnung zu tragen und beide Wohnungsanteile für das Kind zu tragen. Wenn nicht wäre dieses Verhalten keineswegs christlich und passte nicht in diese Welt.

Gruß
Rolf

CuttySark
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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.08.2017, 15:41

Moin, Moin Sterny,

Du müsstest Dir doch erst einmal darüber klar werden, wer denn letztendlich in dieser Wohnung lebt.
Sind es nun 2 oder 3 Personen. Für 2 Personen dürfte die Wohnung zu groß sein. Die Richtlinie besagt
60 qm.

Gruß
Rolf

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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon w12 » 13.08.2017, 16:59

Hallo

Zu § 5 Abs. 6 WOGG (Wohngeld):

5.61 Ein Kind oder mehrere Kinder von getrennt lebenden Eltern mit dem gemeinsamen Sorgerecht
(1) Ein Kind von nicht nur vorübergehend getrennt lebenden Eltern mit dem gemeinsamen Sorgerecht ist bei dem Elternteil zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied, bei dem es seinen Mittelpunkt der Lebensbeziehungen hat (siehe Nummer 5.13).
(2) Üben die nicht nur vorübergehend getrennt lebenden Eltern ihr gemeinsames Sorgerecht derart aus, dass sie das Kind oder die Kinder annähernd zu gleichen Teilen betreuen und wird zusätzlicher Wohnraum für die Kinderbetreuung bereitgehalten, rechnet das jeweilige Kind bei beiden Elternteilen als zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied.
(3) Für das Bereithalten von zusätzlichem Wohnraum ist es nicht erforderlich, dass ein zusätzliches Zimmer für den Aufenthalt des Kindes oder der Kinder vorhanden ist.
(4) Eine Betreuung zu annähernd gleichen Teilen liegt in der Regel bis zu einem zeitlichen Betreuungsverhältnis der Eltern von einem Drittel zu zwei Dritteln vor. Bei einer annähernd zu gleichen Teilen ausgeübten Betreuung soll in der Regel
das Kind die Kinderbetreuungseinrichtung oder die Schule in einer für das Kind angemessenen Zeit von der jeweiligen Wohnung seiner beiden Elternteile aus erreichen können,
sich das Kind abwechselnd und regelmäßig (z. B. wochenweise) bei beiden Elternteilen aufhalten.
Bei der Beurteilung des Betreuungsverhältnisses sind die Verhältnisse im Bewilligungszeitraum maßgebend. Eine Änderung des Betreuungsverhältnisses kann eine Änderung im Sinne des § 27 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder des Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 WoGG sein.

KDU Hamburg (ALG II/SGB XII):
3.3 Getrennt lebende Elternteile im Rahmen von gemeinsamer Ausübung des Sorgerechts
Leben Eltern getrennt und üben das Sorgerecht gemeinsam aus, kann bei dem Elternteil, bei dem die Kinder nicht bereits im Rahmen der Wohnungsgröße berücksichtigt worden sind, eine Überschreitung des Höchstwertes gemäß Ziffer 1.2 oder 2.1 von bis zu 15 % als angemessen anerkannt werden. Voraussetzung ist, dass die Kinder sich regelmäßig auch in der Woche bei diesem Elternteil aufhalten und nicht nur am Wochenende oder in den Ferien zu Besuch kommen.

http://www.hamburg.de/basfi/fa-sgbii-ka ... ii-22-kdu/

Gruß
w12
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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon Sterny » 13.08.2017, 19:58

Danke erstmal für die vielen Antworten,
Die Wohnung die ich mir angeschaut habe, hat nicht wie gestern von mir geschrieben 75qm sondern 70,5 qm habe mich verschrieben. Was ich immer noch nicht begriffen habe ist, soll ich nun zum Sozialamt, da 50 % Behinderung vorhanden ist und diesbezüglich auch nicht mehr erwerbsfähig bin oder soll ich Wohngeld beantragen . Verstanden habe ich, dass ich mit meiner Mutter eine Haushaltsgemeinschaft gründe. Meine Rente liegt bei 600 Euro und die meiner Mutter bei 730 Euro. Bezüglich der Wohnung bin ich nun auch etwas verunsichert, ob sie wie Heinrich geschrieben hat zu groß ist. Da aber das Sorgerecht geteilt sein soll, müsste es doch bezüglich der 70,5 qm in Ordnung sein. Was meint ihr?

CuttySark
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Re: Sozialhilfe Grundsicherung und volle erwerbsminderungsrente

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.08.2017, 20:34

Hallo Sterny,

es spielt im Grunde genommen überhaupt keine Rolle an wen Du dich wendest. Ein Amt ist dem anderen gegenüber verpflichtet. Du könntest gleichzeitig beide Anträge stellen und den nutzen, der dir mehr Leistung bietet.

Der Schlüssel liegt wohl im Leben deiner Tochter, wie ich schon schrieb und w12 am 13.8.2017 um 16:59 erläuterte. Welche Regelung habt Ihr wegen des Kindes und wo ist oder wird es gemeldet? (Aufenthaltsbestimmungsrecht, Besuchsrecht, Sorgerecht)

LG Rolf


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