Falsche Anrechnung des Erbes bei SGB XII

Hilfen zu Unterkunft und Heizung (§ 29 SGB XII)

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Unikum
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Falsche Anrechnung des Erbes bei SGB XII

Ungelesener Beitragvon Unikum » 10.11.2017, 17:04


Hallo, das Sozialamt hat in einem Bescheid das Erbe von meiner verstorbenen Mutter ca. 3500,- € auf 6 Monate verteilt und bekanntermaßen die Zahlungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit für diesen Zeitraum eingestellt. Von dem genannten Betrag habe ich jedoch die Bestattungskosten in Höhe von 2147,- € bezahlt. Allerdings habe ich bei der Bekanntgabe des Erbes versäumt, darauf hinzuweisen, weil ich mich seit dem Tod meiner Mutter in tiefster Depression befinde, unter welcher ich latent seit knapp 20 Jahren leide, was dem Sozialamt auch bekannt ist.(GdB 60 Grad)
Meine Frage ist nun, ob es ratsam ist, eine Neuberechnung des Erbes in Form eines konkreten Widerspruches gegen den Bescheid anzufordern? Oder wäre beispielsweise die Aufnahme eines persönlichen Gespräches mit der Sachbearbeiterin eine Option?
Was meint Ihr? Vielleicht habt Ihr ja schon solche Fälle gehabt und könnt mir einen Rat geben.
Ich bin neu hier und es ist mein erster Beitrag. Abgesehen davon macht es mir erhebliche Mühe, diesen Beitrag zu schreiben und ich habe im Moment nicht die Energie danach zu suchen, ob solche Fragen bereits einmal beantwortet wurden.
Ich bitte, das zu entschuldigen.

MfG Unikum

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Re: Falsche Anrechnung des Erbes bei SGB XII

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 10.11.2017, 20:21

Hallo Unikum,

wenn Dir der Beitrag zu schreiben schon schwerfällt, dann würde ich den Weg über die Sachbearbeiterin lassen und sofort einen Anwalt einschalten oder über den SoVD oder VDK gehen. Da Du bereits seit 20 Jahren an Depressionen leidest, stellt sich mir die Frage ob Du unter Betreuung stehst, im
SoVD oder VDK bist und einen Schwerbehindertenausweis hast.

Bitte melde Dich kurzfristig bei uns.

LG Rolf
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Re: Falsche Anrechnung des Erbes bei SGB XII

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 11.11.2017, 05:54

Hallo Unikum,

Deine Depressionen helfen in dieser Sache vermutlich nicht weiter.

Unikum hat geschrieben:Von dem genannten Betrag habe ich jedoch die Bestattungskosten in Höhe von 2147,- € bezahlt.

Das war aus meiner Sicht falsch. Waren das denn die preiswertest möglichen Bestattungskosten? Die werden auf Antrag vom Sozialamt übernommen.

Unikum hat geschrieben:Oder wäre beispielsweise die Aufnahme eines persönlichen Gespräches mit der Sachbearbeiterin eine Option?

Würde ich nicht machen, da Du mit einer Behörde kommunizierst. Das sollte tunlichst immer schriftlich erfolgen.

Sofern hier im Forum keiner eine Lösung weiß, würde ich an Deiner Stelle mich an eine Sozialberatungsstelle vor Ort wenden zwecks Einholung einer Rechtsberatung.

H.
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Re: Falsche Anrechnung des Erbes bei SGB XII

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 11.11.2017, 07:21

Guten Morgen Heinrich,

in welchen Situationen sind Depressionen hilfreich Heinrich?
Was spricht dagegen, wenn der Sohn die Mutter beerdigt und 2147 € sind angemessen. Einem Nackten kann niemand in die Taschen fassen.
Die Lösung habe ich bereits beschrieben. Unikum muss nur handeln.

LG Rolf
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Re: Falsche Anrechnung des Erbes bei SGB XII

Ungelesener Beitragvon w12 » 11.11.2017, 11:59

Hallo Unikum

Hier kann keiner wissen, was dem Amt bekannt war.

Wenn die Widerspruchsfrist noch lang genug ist, dann spreche zunächst mit dem SB und weise die Beerdigungskosten nach.

Eilt es, dann lege zunächst fristwahrend Widerspruch ein: Begründung folgt.

Sollte das Gespräch mit dem SB nichts bringen, dann liefere die Begründung nach:

Kosten der Beerdigung sind in angemessener Höhe vom Erbe anzusetzen.
2100 Euro sind angemessen.

Gruß
w12
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Unikum
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Re: Falsche Anrechnung des Erbes bei SGB XII

Ungelesener Beitragvon Unikum » 11.11.2017, 13:26

CuttySark hat geschrieben:Hallo Unikum,

wenn Dir der Beitrag zu schreiben schon schwerfällt, dann würde ich den Weg über die Sachbearbeiterin lassen und sofort einen Anwalt einschalten oder über den SoVD oder VDK gehen. Da Du bereits seit 20 Jahren an Depressionen leidest, stellt sich mir die Frage ob Du unter Betreuung stehst, im
SoVD oder VDK bist und einen Schwerbehindertenausweis hast.

Bitte melde Dich kurzfristig bei uns.

LG Rolf


Hallo CuttySark,

ich denke, es gibt noch ein paar Dinge zu klären, damit wir hier nicht aneinander vorbeireden. Mit meiner Bemerkung, dass es mir schwerfiele, den Beitrag zu schreiben, meinte ich, dass es einem, befndet man sich in einer ausgeprägten Depression, außerordentlich schwerfällt, Initiativen (auch wichtige) zu ergreifen, wie z.B. diesen Beitrag zu schreiben. Man muss sich ungemein zusammenreißen.
Ich habe einen Schwerbehindertenausweis mit 60 GdB.
Unter Betreuung stehe ich nicht, außerhalb der Depressionsschübe bin ich durchaus in der Lage, mein Leben gut zu koordinieren. 9 Jahre lang war ich selbst Betreuer für meine Mutter, die ich bis zuletzt gepflegt habe. Der VDK vor Ort taugt nichts, habe bzgl. Mutter/Betreuung miserable Erfahrungen gemacht. Der SoVD wäre eine Option, die ich prüfen werde.
Mein Beitrag beinhaltete hauptsächlich die Frage, ob ich nach Euren Erfahrungen mit negativen Konsequenzen rechnen muss, weil ich
erst, nachdem bereits der Bescheid über die Verteilung des Erbes auf 6 Monate ergangen war, überhaupt festgestellt habe, dass mir die genannten 3500,- € gar nicht mehr zur Verfügung standen, da ich ja besagte Beerdigungskosten davon bezahlt hatte.
Bevor ich einen Anwalt einschalte, erkundige ich mich erst mal beim SoVD.
Doch zunächst erst mal vielen Dank für die schnelle(n) Reaktion(en).

LG Unikum

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Re: Falsche Anrechnung des Erbes bei SGB XII

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 11.11.2017, 16:50

Moin, Moin Unikum,

danke für Deine Erklärungen. Mit Depressionen, fällt es Menschen logischerweise fiel schwerer Initiativen zu ergreifen. Ich sehe keine Konsequenzen für Dein Verhalten.

Viel Erfolg bei Deinen Gesprächen.
Rolf
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