WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Hilfen zu Unterkunft und Heizung (§ 29 SGB XII)

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Nessea
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WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon Nessea » 25.06.2017, 11:22

Hallo,

wir haben folgendes Problem. Ich wohne zusammen auf WG-Basis mit einem gehbehinderten Mann, der Erwerbsminderungsrente erhält und vom Sozialamt aufgestockt wird. Im Moment wohnen wir im 2. Obergeschoss. Für den Gesundheitszustand meines Mitbewohners ist dies aber nicht förderlich. Daher suchen wir jetzt eine Erdgeschoss Wohnung. Wir wohnen in Bonn und ich bin voll Berufstätig und für meinen Mitbewohner die eingetragene Pflegeperson bei der Krankenkasse. Die Wohnungen hier sind nicht sehr günstig.
Nun zu meiner Frage was müssen wir beachten, wenn wir in Betracht ziehen in das Umland von Bonn zu ziehen wo dann auch ein anderes Sozialamt zuständig wird. Müssen dann alle Anträge neu gestellt werden? Wie können wir die Sache am besten angehen?

Grüße
Nessea

Angela1968
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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 25.06.2017, 12:44

Hallo Nessea,

also wenn ihr gemeinsam umzieht, und Du sprichst zwar von einem Mitbewohner, aber dauernd von wir, wird man Euch den Status WG beim Sozialamt nicht mehr abnehmen. Erschwerend kommt noch hinzu das Du als Pflegeperson Dich hast eintragen lassen. Bei einer normalen WG ist das nicht üblich und könnte somit als weiteres Indiz gegen eine WG beim Sozialamt gelten. Also würde ich mir von daher Euren Schritt des gemeinsamen Umziehens überlegen.

So richtig kann ich Euch nicht raten. Möglichkeit 1 wäre ja Du mietest für Dich eine Wohnung an und er muss beim Sozialamt nachfragen ob er zu Dir ziehen kann. Nur wenn bekannt wird das es diese oder eine ähnliche Konstellation schon gab, kommt evtl. das BG/WG Problem auf.

Dann gäbe es noch die Möglichkeit das er vom Sozialamt für sich ne Wohnung bewilligt bekommt und Du ziehst in seine Nähe.

Das Allerbeste für Euch wäre aber das ihr Euch dazu bekennt eine BG zu sein, was ihr nach Deiner Schilderung in meinen Augen auch seit. Dann könnt ihr auch weiterhin zusammenwohnen. Natürlich wird dann Eurer beider Einkommen entsprechend berechnet.

Angela
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CuttySark
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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 25.06.2017, 14:31

Moin, Moin Nessea,

die Art, wie Du hier fragst, löst bei mir Empfindungen aus, dass Ihr ein Paar seid. Wenn dies so ist, dann hätte der "WG Partner"
keinen Anspruch auf auf Sozialleistungen, wie Regelsatz + Zuschlag für G + KdU. Ich kenne in meinem Umfeld niemanden, bei
dem diese Konstellation so gegeben ist.

Es wäre schön, wenn Du uns aufklären würdest.

LG Rolf
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Nessea
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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon Nessea » 25.06.2017, 18:47

Hallo,

wir sind langjährig befreundet. Die WG ist vom Sozialamt anerkannt. Es ist Momentan so das die Wohnung von mir angemietet wurde und ich dann ein Zimmer untervermietet habe. Wenn wir das jetzt wieder so handhaben hat mein Mitbewohner dann überhaupt anrecht auf Hilfe vom Sozialamt für den Umzug oder muss ich diese Kosten dann alleine tragen?
Und erneut die Frage muss er alle Anträge neu stellen wenn ein anderes Sozialamt zuständig wird?
Er ist auf Grund seines Gesundheitlichenzustands nicht in der Lage einen Haushalt alleine zu führen und bevor seine Krankheit so extrem wurde haben wir schon eine WG gebildet. So ist es dazu gekommen, da der Staat sonst täglich eine Hilfskraft oder einen Pflegedienst schicken müsste und diesen auch zahlen müsste, das unsere Konstellation so akzeptiert wurde.
Zuletzt geändert von Nessea am 25.06.2017, 19:11, insgesamt 1-mal geändert.

Angela1968
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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 25.06.2017, 19:11

Hallo Nessea,

da bin ich eigentlich erstaunt das man euch bei der Konstellation die WG abgnommen hat. Dem Sozialamt ist es eigentlich egal ob ne Pflegekraft eingespart wird oder nicht, zumal ja bei einer BG mit einem Vollzeitarbeiter eigentlich zusätzlich zur Pflegekraft noch je nach Deinem Einkommen die GRUSI für Deinen "Mitbewohner" mit eingespart werden könnte. Also gleich dopppelte Ersparnis.

Ich würde mich nicht weiterhin drauf verlassen.

Wenn er nicht mehr alleine wohnen kann und ihr ja nur ne WG seit, dann wäre es das beste das er in eine Art betreutes Wohnen, Altersheim, oder behinderten WG geht. Du kannst ja ruhig in Deiner bisherigen Wohnung bleiben, da Du ja nicht von Sozilleistungen abhängig bist, kann Dir da keiner rein reden.

Aber wen Du dem Sozialamt klar machst, wir sind zwar eine WG, aber ich pflege ihn und führe sogar seinen Haushalt, weil er das nicht alleine kann, werdet ihr auf keinen Fall den Status WG weiterhin aufrecht erhalten können.

Ihr könnt ja noch abwarten was der User CuttySark meint. Ich gehe aber fast von aus das dieser es ähnlich sieht.

Angela
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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 25.06.2017, 20:51

Guten Abend Nessea,

der Schlüssel liegt allein beim Sozialamt. Durch den Umzug wird der Mitbewohner ein neues Sozialamt bekommen, dass seine
Sachen bearbeitet. Deshalb solltet Ihr dort vorstellig werden und um einen Besprechungstermin bitten, um die Kostensituation
zu klären.

Wichtig wäre es das Mietangebot und einen blanko Mietertrag, der bei Aschluss die Kosten der Unterkunft und die Raumauftei-
lung (Bauzeichnung) darstellt. Daneben sind Atteste, Gutachten oder Arztberichte wichtig, dass der Sachbearbeiter erkennen
kann, dass die zu pflegende Person seine Wohnsituation alleine nicht bewerkstelligt. Ich vergaß noch zu erwähnen, dass der
Schwerbehindertenasweis und das Pflegegutachten nebst derzeitigem Einkommen (Rentenbescheid + Pflegegeld) wichtig sind.

Leicht dürfte die Genehmigung nicht zu bekommen sein, da der Sachbearbeiter davon augehen wird ein eheähnliches Verhält-
nis wird als WG dargestellt. Wenn Ihr wirklich nichts miteinander habt, dann würde ich den Versuch starten und den Mann beim
SoVD oder VDK anmelden, die dann für ihn die kostenlose Rechtsberatung machen. Beide Organisationen sind im Bereich Schwer-
behinderung, Pflegerecht und Sozialhilfe kompetent.

Drücke Dir/Euch die Daumen.

LG Rolf
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sallyX
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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon sallyX » 28.07.2017, 15:34

Hallo!

Leider ging es hier nicht weiter. Allerdings habe ich ein ähnliches Anliegen: Eine WG mit einem berufstätigen Mann eingehen, ich erwerbsgemindert und volle Hilfe zum Lebensunterhalt Kapitel 3.

Weiß jemand, was ich dann noch für "Ansprüche" habe?

VG sally

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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon w12 » 28.07.2017, 18:16

Hallo sallyX

Es muss ein entsprechender Mietvertrag erstellt werden.
Die Mietzahlung des Amtes vermindert sich um den Betrag.

Gruß
w12
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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon Phil.1977 » 29.07.2017, 10:07

Buuha, wie grauenhaft ist doch die Welt!

Hallo!

@nasses

Wenn Ihr eine Einstandsgemeinschaft im SGB VII-Sinne seid, dann ist das so. Dann müsstet Ihr Euch gefallen lassen, dass Dein Anspruch fiktiv berechnet und ein eventueller Eonkommensüberhang bei Deinem "Mann" als Einkommen berücksichtigt wird.

Aber zu Deiner Frage:

Du suchst Dir eine Wohnung, wo immer Du willst. Kosten sind sozialhilferechtliches egal.

Dann machst Du mit Deinem Mitbewohner - wie jetzt auch schon - einen Untermietvertrag. Die Miete darf

1. Nicht höher sein als eine angemessene Wohnung für einen Ein-Personen-Haushalt nach den Richtlinien des zuständigen Sozialamt.

Und muss

2. In einem angemessen Verhältnis zu dem von Dir gezahlten Mietzins stehen.

Vor Unterschrift unter den Untermietvertrag geht Dein Mitbewohner allein zum Sozialamt und holt die Zustimmung ein.

Das wärs dann aber auch schon.

Gruß
P.
Refugees welcome! - Wider jede Logorrhoe!

CuttySark
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Re: WG-Umzug mit einem Erwerbsminderungsrenten Empfänger

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 29.07.2017, 20:37

Hallo Phil.1977,

Buuha, wie grauenhaft ist diese Welt - was willst Du damit sagen?
Ist es nicht verständlich, dass jeder Bürger sich darum kümmert gut wegzukommen? Wir werden als Bürger über Jahrzehnte
betrogen. Nimm als Beispiel die Berechnung der Regel- und Mietsätze im SGB II und SGB XII, der staatliche Eingriff in das
Rentensystem und die Besteuerungsgrundlagen. Nimm als Beispiel der Mehrwertsteuer Rennpferde, die mit 7% versteuert
werden, Babywindeln aber mit 19%

Unseren Politikern zeigen uns doch den Weg, wie sie gut abschneiden. Sie entscheiden über die Höhe ihrer Bezüge.

Gruß
Rolf
Zuletzt geändert von CuttySark am 29.07.2017, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.
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