Eigenbedarfkündigung und Umzug

Hilfen zu Unterkunft und Heizung (§ 29 SGB XII)

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alfastr
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Eigenbedarfkündigung und Umzug

Ungelesener Beitragvon alfastr » 09.04.2018, 13:48

Guten Tag.
Mir wurde die Mietwohnung gekündigt (bin jetzt 75 Jahre alt).
Ich muss jetzt umziehen, es ist aber relativ schwierig eine preiswerte 1 Zimmer Wohnung in Berlin zu finden.
Theoretisch hat mein Sohn mir versprochen, dass ich bei ihm für ein paar Monate unter kommen könnte.
Er selbst lebt in einer 2 Zimmer Mietwohnung.
Er sagte, er könnte mit mir einen Untermieter Mietvertrag machen, dass er mir das größere Zimmer vermietet (ich brauche mehr Platz für mein Möbel u.ä.).
Meine Frage, wie viel könnte das Grundsicherungsamt übernehmen?
Werden immer nur 50% seiner Mietkosten berücksichtigt oder man kann anteilig (größeres Zimmer - also 60% seiner Miete) berechnen?
Lieben Dank im Voraus!

CuttySark
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Re: Eigenbedarfkündigung und Umzug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 09.04.2018, 14:47

Moin, Moin Alfastraße,

dann schau doch bitte zuerst einmal, ob die Kündigung überhaupt rechtens ist, dann wirst Du beim Amt vorstellig und besprichst Deine Situation. Dann würde ich theoretisch den Mund halten praktisch auch, was Deinen Sohn angeht.

Sinnvoll hielte ich der Kündigung zu entsprechen aber nur, wenn Du eine neue Wohnung bekommst, vielleicht fliegt der Vermieter in die Tasche und lässt ein paar Scheinchen rüber wachsen.

Als absoluten Notfall würde ich das theoretische Angebot Deines Sohnes annehmen, wenn es denn hoffentlich praktisch Bestand hat. Wie Du das mit der Bezahlung machst, wirst Du schon sehen.

Gruß
Rolf
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Pete123
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Re: Eigenbedarfkündigung und Umzug

Ungelesener Beitragvon Pete123 » 09.04.2018, 15:12

Hallo alfastr,

ich kann Rolf nur beipflichten,deinen "Joker" wohnen beim Sohn würde ich erst im Notfall ziehen.Vorher würde ich zum Amt gehen und um Hilfe bei der Wohnungsbeschaffung bitten.
Gruß Pete123 :)

Heinrich
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Re: Eigenbedarfkündigung und Umzug

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 10.04.2018, 05:51

Hallo alfastr,

alfastr hat geschrieben:Meine Frage, wie viel könnte das Grundsicherungsamt übernehmen?

das wird durch die Angemessenheitsgrenzen definiert.

http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/bundesweite-kdu-richtlinien/

https://www.berlin.de/sen/soziales/themen/berliner-sozialrecht/kategorie/ausfuehrungsvorschriften/av_wohnen-571939.php


alfastr hat geschrieben:Werden immer nur 50% seiner Mietkosten berücksichtigt oder man kann anteilig (größeres Zimmer - also 60% seiner Miete) berechnen?
Lieben Dank im Voraus!

Wieso 50%? Die Miete wird - im Rahmen der Angemessenheitsgrenzen - i.d.R. vollständig übernommen. Es sei denn, daß man z.B. Teil einer Wohngemeinschaft ist.

Im hier vorliegenden Fall wird vermutlich die Miete lt. Untermietwertrag übernommen. Über die Höhe der Miete müssen sich Vermieter und Mieter einig werden. Falls der Vermieter nicht weiß, wieviel er berechnen soll, kann er sich sicherlich bei einer Vermietervereinigung informieren. Letztlich wird die Höhe der Miete von der Anzahl der Quadratmeter abhängig sein.

Ansonsten Details mit dem Amt klären.

H.
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w12
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Re: Eigenbedarfkündigung und Umzug

Ungelesener Beitragvon w12 » 11.04.2018, 12:20

Hallo

Du bist sicherlich Grundsicherungsempfänger, also ist § 42a SGB XII anzuwenden.
Anzusetzen ist 50 % eines 2-Personehaushalts.

Der Sohn hat bisher die Wohnung alleine bezahlt. Jetzt soll der Vater 60 % übernehmen.

Das ist logisch und auch angemessen, oder? :mrgreen:

Gruß
w12
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