Umzug in anderes Bundesland (zu Angehörigen)

Hilfen zu Unterkunft und Heizung (§ 29 SGB XII)

Moderator: Regelteam

rapanterapante
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 3
Registriert: 19.05.2018, 14:51
Bewertung: 0

Umzug in anderes Bundesland (zu Angehörigen)

Ungelesener Beitragvon rapanterapante » 19.05.2018, 15:07

Hallo zusammen,
ich wende mich an euch, da ich leider überhaupt keine Ahnung von der Materie habe.

Mein Vater (Ende 70) bezieht Sozialhilfe (Grundsicherung?) und lebt in einem anderen Bundesland als ich.
Da er zum einen dort einsam ist und es mir zum anderen vor allem auf Grund seines Alter lieb wäre, ihn
in meiner Nähe zu wissen, würde er gerne in meine Nähe ziehen.

Er bat mich, hier eine Wohnung für ihn zu suchen.

Ich bin mir unsicher, ob das so einfach geht.
Wahrscheinlich muss der Umzug an seinem Wohnort beantragt werden, oder?
Reicht die oben geschilderte Erklärung in der Regel?

Und bevor ich hier etwas suchen kann, benötigt er wahrscheinlich auch die Genehmigung des hiesigen Amtes, oder?

Ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn mich jemand aufklären würde, wie das richtige Vorgehen ist.

Heinrich
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1283
Registriert: 26.10.2014, 06:46
Bewertung: 25
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja

Re: Umzug in anderes Bundesland (zu Angehörigen)

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 20.05.2018, 05:58

Hallo rapanterapante,

falls Umzugskosten entstehen und diese übernommen werden sollen, braucht Dein Vater eine Umzugsgenehmigung. Andernfalls m.M.n. Nein.

Du solltest Dich beim Sozialamt der Stadt, in welche Dein Vater ziehen will, nach den "Angemessenheitskriterien" für die neue Wohnung erkundigen, damit Du weißt, wie groß bzw. wie teuer sie max. sein darf.

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

rapanterapante
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 3
Registriert: 19.05.2018, 14:51
Bewertung: 0

Re: Umzug in anderes Bundesland (zu Angehörigen)

Ungelesener Beitragvon rapanterapante » 20.05.2018, 17:42

Super vielen Dank für die Antwort. Umzugskosten würden nicht wirklich anfallen. Das bisschen, was er an Möbeln hat, lohnt sich nicht umzuziehen :-/
Das bedeutet also, dass er dann wohl keine Genehmigung bräuchte.

Vielen Dank für den Tipp mit den Angemessenheitskriterien!

CuttySark
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1635
Registriert: 25.05.2016, 19:16
Bewertung: 13
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja
Wohnort: Brunsbüttel

Re: Umzug in anderes Bundesland (zu Angehörigen)

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 25.05.2018, 16:33

Hallo rapanterapante,

sei bitte vorsichtig mit dem Ratschlag von Heinrich. Prinzipiell darf Dein Vater umziehen, wenn der Behörde keine Kosten entstehen. Aber gleiches gilt auch für die Höhe der Mieter und der Mietnebenkosten.

Beispiel:

Wohnung A) 50 qm - Kaltmiete 200 € - Nebenkosten 100 € - Heizung 100 € = 400 € Gesamtmiete
Wohnung B) gleiche Grundlagen

Keine Probleme mit dem Amt.

Sollte die neue Wohnung teurer sein, so droht Ungemach.

LG Rolf
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äußerungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

w12
Administrator
Administrator
Beiträge: 8969
Registriert: 08.09.2004, 16:08
Bewertung: 34
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja

Re: Umzug in anderes Bundesland (zu Angehörigen)

Ungelesener Beitragvon w12 » 25.05.2018, 19:30

Hallo

Es war und ist weiter das Ziel des Gesetzgebers, auch bei einem Umzug in das Gebiet eines anderen Sozialhilfeträgers nur die Kosten der bisherigen Wohnung zu übernehmen.
Wer am Arsch der Welt wohnt, soll gefälligst da auch bleiben.
Aber, noch nicht.

Hier liegt (zusätzlich) ein Grund für einen Umzug vor, so dass ggf. auch die Kaution etc. übernommen werden.

Gruß
w12
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äusserungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

rapanterapante
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 3
Registriert: 19.05.2018, 14:51
Bewertung: 0

Re: Umzug in anderes Bundesland (zu Angehörigen)

Ungelesener Beitragvon rapanterapante » 29.05.2018, 18:26

Vielen Dank auch an euch, @CuttySark und @w12!

[...]Sollte die neue Wohnung teurer sein, so droht Ungemach.

[...]auch bei einem Umzug in das Gebiet eines anderen Sozialhilfeträgers nur die Kosten der bisherigen Wohnung zu übernehmen.[...]


Klingt absolut logisch.

Könnte dann also zumindest theoretisch tatsächlich zum Problem werden.
Denn aktuell muss das Amt nicht für Mietkosten aufkommen, da er bei seiner Schwester in deren Eigentumswohnung lebt.

Es sollte aber doch für "das Amt" nachvollziehbar sein, dass "2 alte Leutchen" nicht unbedingt auf Dauer zusammenleben wollen/können.
Meine Tante will so langsam auch mal wieder "ihre Ruhe" und mein Vater eben gerne in meiner Nähe leben.

Er fühlt sich dort einsam (nicht das beste Verhältnis mit der Schwester, die auch nicht immer da ist) und würde sich in unserer Nähe "besser aufgehoben" fühlen.

[...]so dass ggf. auch die Kaution etc. übernommen werden.

Die würde ich, wenns nicht anders geht, übernehmen.

Ich werde morgen erneut versuchen, beim hiesigen Amt anzurufen und nachzufragen.
Bisher habe ich dort nie jemanden erreicht...

Ich danke euch für die bisherigen Antworten!
Zuletzt geändert von rapanterapante am 29.05.2018, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.

CuttySark
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1635
Registriert: 25.05.2016, 19:16
Bewertung: 13
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja
Wohnort: Brunsbüttel

Re: Umzug in anderes Bundesland (zu Angehörigen)

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 29.05.2018, 19:33

Hallo rapanterapante,

sei vorsichtig mit der Kaution. Lass Vater die Kaution beantragen. Entweder wird gezahlt und als Darlehn zurückgerechnet oder wenn das nichts wird, dann kannst Du das ja immer noch in Deine Überlegungen einfließen lassen.

LG Rolf
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äußerungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.


Zurück zu „Wohnen mit Sozialhilfe“