Wohnen mit Sozialhilfe

Hilfen zu Unterkunft und Heizung (§ 29 SGB XII)

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CuttySark
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Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.12.2018, 00:39

Moin, Moin,

ich würde gestern von meinem Nachbarn angesprochen. Folgender Sachverhalt:

Tatjana J., Alleinerziehend, 3 Kinder 2, 4 und 7 Jahre alt sucht eine Wohnung für sich und ihre Kinder.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung darf die Wohnung bis 85 qm groß sein und maximal 454,75 € kosten. Mietangebot der Wohnungsbaugesellschaft:

Kaltmiete 359,60 € zuzüglich Nebenkosten 109,00 € = 468,60 € - Mietkaution 1080 €.

Die Wohnung wurde abgelehnt, da sie zu teuer ist.

Was lässt sich machen? Die Entscheidung eilt..........

Liebe Grüße
Rolf
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Ghostwriter
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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 13.12.2018, 08:35

Guten Morgen Cutty Sark,

CuttySark hat geschrieben:Was lässt sich machen? Die Entscheidung eilt..........


Leider nix!

Wenn die Angemessenheit überschritten ist, gibt´s 3 Möglichkeiten:

1. Weitersuchen, bis man eine Whg. zu Bruttokalt "angemessen" gefunden hat

2. Whg. trotz "Unangemessenheit" anmieten und alle Nachteile in Kauf nehmen:
..............Differenzbetrag aus der Regelleistung zuzahlen
..............nicht Übernahme der Kaution (als Darlehen)
..............nicht Übernahme der Umzugskosten
..............nicht Übernahme der Umzugsnebenkosten
...............keine Übernahme event. anfallender Kalt-Nebenkosten

3. Versuchen (Zeitproblem), die Angemessenheit über Brutto - WARM - Miete durchzusetzen, falls möglich, denn manche (!) JC haben in ihren Richtlinien auch die Warmmiete als Grundlage mit verankert.

Weihnachtlicher Gruß vom GW

CuttySark
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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.12.2018, 10:11

Moin, Moin Ghostwriter,

ich telefonierte heute Morgen mit unserem Jobcenter, die mir dies auch so bestätigten. Hoffte darauf, dass auf Grund der Wohnungssituation das JC entgegenkommender ist, da unser Wohnungsmarkt leer gefegt ist. Die Mutter der jungen Frau lebt in der Wohnung darunter. Die Miete wurde um genau 111 € angehoben.

Lasse jetzt prüfen ob die Mieterhöhung rechtlich einwandfrei ist.

Liebe Grüße
Rolf
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Pete123
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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon Pete123 » 13.12.2018, 10:24

Sprechen mit der Wohnungsbaugesellschaft ob sie die Miete oder die Nebenkosten um 13,85€ senkt ?
HINWEIS: Wer ein anrechenbares Einkommen (EU-Rente o.ä.) hat und Sozialhilfe oder Grundsicherung bezieht,der kann die Beiträge zum VdK oder SoVD in voller Höhe als Werbungskosten absetzen.Somit kostet die Mitgliedschaft keinen Cent.
Gruß Pete123 :)

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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.12.2018, 11:33

Moin, Moin Pete123,

aus welchem Grund sollten Sie das machen? Nimmt Tatjana die Wohnung nicht stehen , so stehen genügend Interessenten bereit die Wohnung sofort zu mieten.

Ich stelle mir eher die Frage, ob die Wohnung so verteuert angeboten werden darf?

LG Rolf
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Pete123
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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon Pete123 » 13.12.2018, 12:00

CuttySark hat geschrieben:Moin, Moin Pete123,

aus welchem Grund sollten Sie das machen? Nimmt Tatjana die Wohnung nicht stehen , so stehen genügend Interessenten bereit die Wohnung sofort zu mieten.
LG Rolf


Versuch macht kluch.Eventuell hat das Unternehmen einfach einen Fehler gemacht. ;)
Man kann natürlich auch die harte Tour fahren und klagen,die Zahlen vom Kreis zur Berechnung der maximalen Höhe der KdU sind von 2016.Alleine schon die normale Inflationsrate ist seitdem höher als die Überschreitung,die Mieten dürften das nochmal toppen.
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Gruß Pete123 :)

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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 13.12.2018, 12:28

Hallo Cutty Sark,

CuttySark hat geschrieben:Lasse jetzt prüfen ob die Mieterhöhung rechtlich einwandfrei ist.


Mieterhöhung - Einwandfrei ??? Läßt sich relativ einfach nachrechnen ( innerhalb 3 Jahren darf die Miete um nicht mehr als 20% steigen) und wie wir beide aus einem anderen (unerfreulichen) Thread kennen, es geht bei Mietsteigerung nur um den Netto-Mietpreis!!!

CuttySark hat geschrieben:Ich stelle mir eher die Frage, ob die Wohnung so verteuert angeboten werden darf?


Wieso überteuert? Nur weil eine Wohnungsbaugesellschaft nicht zur Angemessenheitsgrenze anbietet?

Weihnachtlicher Gruß vom GW

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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon w12 » 13.12.2018, 14:19

Hallo

Bei einer Erhöhung um 111 Euro bei einer alten Miete von ca. 350 Euro, dann sind das Abzocker.

Es ist unerheblich, ob sie das dürfen oder nicht.

Der Staat muss dem einen Riegel vorschieben und endlich wieder selbst bauen (Wien) oder an die Vergabe von Subventionen andere Bedingungen stellen.

Gruß
w12
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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.12.2018, 14:59

Moin, Moin,

das Problem ist derzeit, dass keine Wohnungen im Angebot sind. Ich wüsste nicht, welchen Weg ich Tatjana aufzeigen kann. Sie ebt jetzt mt ihren 3 Kindern in der elterlichen Wohnung von ebenfalls 74 Quadratmeter.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Wohnen mit Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 13.12.2018, 16:17

Hallo Cutty Sark,

CuttySark hat geschrieben:das Problem ist derzeit, dass keine Wohnungen im Angebot sind


bedauerlich, wenn z.Zt. keine angemessenen Mietwohnungen zu finden sind, aber in den kalten Monaten wird in der Regel weniger umgezogen als in den warmen Monaten. Also sollte man sich auch Zeit für die Wohnungssuche nehmen.

Aber um die "Dringlichkeit" mal zu hinterfragen:

• hat deine Nachbarin Zeit?
• ist die aktuelle Wohnung gekündigt / gekündigt worden?
• weshalb ist ein Umzug jetzt notwendig?

CuttySark hat geschrieben:Sie lebt jetzt mit ihren 3 Kindern in der elterlichen Wohnung von ebenfalls 74 Quadratmeter.


• zusammen mit den Eltern?
• Wenn ja, wie lange schon?
• Wenn nein, wo hat sie vorher gewohnt?

Ich stelle hier deshalb so viele Fragen, weil mir im Moment die Dringlichkeit des Umzuges nicht erkenntlich ist.

• hat es eine Kostensenkungsaufforderung gegeben?
• ist die Mieterhöhung von 111,- € der Schlüssel des Umzugswunsches?
• sind die 111,- € wirklich nur die Erhöhung der NETTOMIETE, oder sind da auch Anpassung der Nebenkosten und Heizkosten enthalten?
( Ich kann mir nämlich nicht vorstellen dass einer Wohnungsbaugesellschaft in Bezug auf Mieterhöhung Fehler unterlaufen)

Wie du liest, Cutty Sark, gibt es durchaus Interesse zu helfen, aber es sind auch zu viele Fragen unbeantwortet.

Weihnachtlicher Gruß vom GW


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