Dringende Fragen

Notwendiger Lebensunterhalt, Regelbedarf, Inhalt der Regelsätze (§§ 27, 28 SGB XII)

Moderator: Regelteam

Wissbegierig
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Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon Wissbegierig » 03.11.2017, 16:19

Hallo erstmal.

Ich beziehe seit Jahren wegen einer psychischen Erkrankung Sozialhilfe. Nun habe ich heute einen Brief bekommen, dass die Rentenkasse der Meinung wäre, ich wäre mindestens drei Stunden am Tag arbeitsfähig. Das Gesundheitsamt ist anderer Meinung, nur bei letzterem war ich persönlich vorstellig. Trotzdem soll ich mich jetzt bis zum 17.11. arbeitssuchend melden.

Nun habe ich einige Fragen:
1. Ist es ratsam, mich auch dann fristgerecht arbeitssuchend zu melden, wenn ich sofort Widerspruch einlege? Oder wäre das sogar hinderlich? Ich will mir nicht selbst einen Strick drehen.
2. Von wem bekomme ich dann für Dezember noch Geld? Vom Jobcenter oder noch vom Sozialamt? Oder von gar keinem? :shifty:
3. Bringt es etwas, mir das Urteil des Gesundheitsamtes noch einmal selbst schriftlich geben zu lassen und dem Widerspruch beizulegen? Darauf verweisen muss ich ja sowieso, um überhaupt einen Ansatz für meinen Widerspruch zu haben.
4. Gibt es irgendeine Form, die ich beim Widerspruch einhalten muss? Kann mir jemand dazu Tipps geben?

CuttySark
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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 03.11.2017, 18:58

Moin, Moin Wissbegierig,

da würde ich an deiner Stelle zuerst einmal vor Freude an die Decke springen. Was könnte Dir passieren? Das ist die Frage, die dich verunsichert. Dabei ist die Antwort ganz einfach:

NICHTS, ABSOLUT NICHTS AUSSER EVENTUELLEN 160 € MEHREINKOMMEN. Damit denke ich könntest Du leben.

Du machst nichts weiter und trittst als Mitglied in den SoVD oder VDK ein. Beide Vereine übernehmen die Beratung und die Klageführung im Prozessfall.
Kosten in beiden Fällen je 6 € im Monat, die aber in vollem Umfang von der Sozialhilfe übernommen werden. Dich kostet also der Mitgliedsbeitrag 0,00 €. Ich würde die Organisation wählen deren Büro für dich am leichtesten zu erreichen ist. Halte die Vereine für gleichwertig.

Das Du einen Schwerbehindertenausweis hast vermute ich, wenn nicht dann mit Hilfe des Vereins den Ausweis beantragen. Bringt dir weitere Vergünstigungen. Also keep cool. Wer glaubst Du würde dich 3 Stunden pro Tag einstellen? Nimm das Engagement des Rentenversicherungsträgers sportlich und zieh dein Ding durch.

Liebe Grüße und viel Erfolg, was immer Du machst.
Rolf
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Heinrich
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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 04.11.2017, 05:26

Hallo Wissbegierig,

wie siehst Du selbst das denn? Kannst Du mindestens 3 Stunden täglich arbeiten oder eher nicht? Wenn Du weißt, daß Du es kannst, dann leiste der Aufforderung der Rentenkasse Folge.

Andernfalls würde ich Dir empfehlen, Dir rechtlichen Beistand zu holen. Entweder einen Fachanwalt für Sozialrecht - zuvor Beratungshilfe bei Gericht beantragen. Oder wende Dich ich an eine Organisation wie Caritas oder Diakonie oder einen der beiden von meinem Vorredner genannten Verbände, die eine kostenpflichtige Mitgliedschaft erfordern.

Alternativ kannst Du Dich natürlich auch an jede andere (Sozial)Beratungsstelle wenden, die es evtl. bei Dir vor Ort gibt.

H.
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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 04.11.2017, 07:07

Hallo Wissbegierig,

ob Du der Ansicht bist arbeiten zu können oder nicht spielt keine Rolle. Du bist verpflichtet der Aufforderung des Rententrägers nachzukommen, willst Du keinen Leistungsverlust riskieren.

Ziehe Dein Ding durch.

LG Rolf
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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon Wissbegierig » 04.11.2017, 13:07

Danke für die Tipps. Im Moment ist meine größte Sorge, ob es durch den Übergang zu Zahlungausfällen kommen kann.

Ob ich schon jetzt soweit bin, in Teilzeit zu arbeiten, wird sich zeigen. Einerseits bin ich mir nicht sicher, ob ich der Belastung schon gewachsen bin, andererseits wäre es schön, sich mal wieder nützlich zu fühlen. Entweder bringt es meine Therapie voran oder es macht alles wieder kaputt, das lässt sich schwer einschätzen.
Ich werde ja auch nicht sofort etwas finden, wenn ich mit meinen Einschränkungen überhaupt etwas finde.

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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 04.11.2017, 15:28

Moin, Moin Wissbegierig,

mach Dir mal nicht ins Hemd, entweder bekommst Du das Geld von der Sozialhilfe, dem Jobcenter oder der Rentenkasse plus der Differenz vom Amt. Vereinbare einen Termin mit dem JC und stelle einen Antrag auf ALG II und Aufnahme der Arbeitssuche. So machst Du nichts Verkehrtes. Schickt man Dich weg, so lässt Du Dir das bestätigen. Du hast ungefähr Zeit bis zum 20.11.2017 um die Angelegenheit zu reparieren. Das schaffen JC und Sozialhilfe auf jeden Fall. Damit meine ich nicht die rechtliche Klärung sondern die Geldüberweisung.

Dann sprichst Du mit der Sachbearbeitung Deines Aktenzeichens. In der Zwischenzeit wird der SoVD oder VDK tätig.

Liebe Grüße
Rolf
Zuletzt geändert von CuttySark am 04.11.2017, 15:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon Wissbegierig » 04.11.2017, 15:46

Okay, vielen Dank. Das beruhigt mich etwas.

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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 05.11.2017, 05:44

Hallo an alle,

CuttySark hat geschrieben:ob Du der Ansicht bist arbeiten zu können oder nicht spielt keine Rolle.

die eigene Ansicht ist faktisch das Wichtigste überhaupt. Denn man/frau selber kann das eigene Leistungsvermögen in aller Regel am besten einschätzen.


CuttySark hat geschrieben:Du bist verpflichtet der Aufforderung des Rententrägers nachzukommen,

Auch das würde ich so nicht stehen lassen. Man kann so einer Aufforderung nachkommen, man kann sich jedoch auch dagegegn wehren!


CuttySark hat geschrieben:willst Du keinen Leistungsverlust riskieren.

Leistungsverlust wird es nicht geben. Schlimmstenfalls Leistungsentzug, aber dem kannst Du vorbeugen.


CuttySark hat geschrieben:Ziehe Dein Ding durch.

Genau das.

H.
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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 05.11.2017, 05:47

Hallo Wissbegierig,

Wissbegierig hat geschrieben:Im Moment ist meine größte Sorge, ob es durch den Übergang zu Zahlungausfällen kommen kann.

das sollte sich vermeiden lassen, wenn Du Dich rechtzeitig kümmerst.

Überleg' Dir erst mal selbst ob Du der Aufforderung des Rententrägers nachkommen willst bzw. kannst und falls Nein, wende Dich an eine der genannten Stellen zwecks rechtlicher Beratung. Dann kannst Du aus meiner Sicht nichts falsch machen.

H.
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Re: Dringende Fragen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 06.11.2017, 20:35

Guten Abend Heinrich,

wie bitte schön beugt man Leistungsentzug vor? Die Auflage für wissbegierig ist sich bis zum 17.11. arbeitssuchend zu melden.
Wie macht das nun der Beitragseinsteller?

Gruß
Rolf
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