AlG II nach Kündigung wg Mobbing, Abbruch Studium

Notwendiger Lebensunterhalt, Regelbedarf, Inhalt der Regelsätze (§§ 27, 28 SGB XII)

Moderator: Regelteam

Katha93
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AlG II nach Kündigung wg Mobbing, Abbruch Studium

Ungelesener Beitragvon Katha93 » 06.06.2017, 16:12

Hallo allerseits,

zunächst ein Lob an die Forenmitglieder und an die Leitung, ich konnte bisher im Forum sehr viel lernen! Ich hoffe ihr könnt mir bei meinem Sachverhalt ein wenig Rat geben, da ich hierzu (in diesem Zusammenspiel) nichts gefunden habe und mich nicht allzu gut auskenne.

Ich bin 24, aktuell immatrikuliert und halte mich mit KfW-Studienkredit und einem Halbtagsjob (~900 netto) über Wasser. In meinem AK bin ich seit 2014/2015 angestellt und war mal dies, mal das: mal technische Assistentin, dann Chemikerin (B.Sc.), aktuell als HiWi. Das Mobbing und v.A. die sexuell belästigenden Kommentare meines Chefs werden mir allerdings zu viel, es ist inzwischen absoluter Horror auf der Arbeit zu erscheinen. Gewechselt habe ich nach meinem B.Sc. und nach einer Ausbildung von der FH auf die Uni, arbeiten über der Minijobgrenze seit 5+ Jahren.

Danebe hab ich ein paar Handicaps, v.A. psychischer Natur, welche mir einen sehr hohen GdB einbringen. Da es mir einfach zu viel wird und ich keinerlei Kraft habe für das Studium oder Kraft, um gegen das Mobbing standzuhalten möchte ich einfach nicht mehr. Aktuell wäre der Aufenthalt in einer Tagesklinik am Besten, danach Jobsuche. Der Gesundheitskram hat sich mal wieder sehr verschlechtert.

Leider habe ich keinerlei finanzielle Reserven und brauche dringend ab dem 01.07. oder dem Kündigungsmonat folgend Grundsicherung. Viele medizinische Leistungen und Rezepte werden nicht übernommen, dadurch entstehen wahnsinnige Ausgaben, zusätzlich. Das Leben in München ist nunmal teuer... ein Umzug ist aktuell auch unmöglich.

Mein Plan bisher:

- Jobcenter informieren
- Urlaub aufbrauchen, mich an meinen Psych wenden
- Erklärung wegen Mobbing abgeben mit Attest, wenn das geht
- Beten, dass es keine Sperrpflicht gibt
- Kündigung in der letzten Woche des Monats abgeben (geht das so schnell? Ich möchte wirklich danach keine weitere Sekunde dort verbringen)
- KfW-Kram kündigen, Nachweis ausstellen lassen, dass nichts mehr ausbezahlt wird
- Antrag auf AlG stellen, alles Ausfüllen


Ich habe erstmal um Beratung gebeten und das Jobcenter (wasn ekliger Name) informiert. Stimmt das soweit, habe ich was übersehen - was meint ihr?

liebe Grüße

Angela1968
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Re: AlG II nach Kündigung wg Mobbing, Abbruch Studium

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 06.06.2017, 17:13

Hallo Katha,

ich selbst habe 2 Arbeitsstelen mit Mobbing/Bossing gehabt.

Da auch ich sowieso nicht ganz gesund/nervlich belastbar bin habe ich versucht so lange wie möglich durchzuhalten. Nebenbei habe ich eine Art Mobbing/Bossing Tagebuch geführt. Irgendwann musste ich mich krankschreiben lassen. Ich suchte während meiner Erkrankung schon fleissig nch neuer Arbeit und überlegte schon wenn ich keine neue Arbeit finden sollte mit der BA zu sprechen ob die mir sanktionslos bzw. ohne Sperre erlauben selbst zu kündigen.

Ich hatte dann das Pech oder Glück das ich aber während meiner Krankschreibung von meinen jeweiligen AG gekündigt wurde.

Angela
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Katha93
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Re: AlG II nach Kündigung wg Mobbing, Abbruch Studium

Ungelesener Beitragvon Katha93 » 06.06.2017, 17:28

Hi Angela,

Danke für deine Antwort. Ich versuche aktuell einfach durchzuhalten; blöd ist, dass mir mein aktueller Chef ab November einen anderen Job in Aussicht gestellt hat, der tausend Mal besser wäre, deutlich besseres Einkommen, 40h-Woche... allerdings immer noch derselbe Chef und noch mehr Stress.

Das Tagebuch ist eine super Idee von dir! Krankschreibung ist nun auch erstmal meine erste Anlaufstelle; ich hatte schon von Freunden gehört, die befristet angestellt waren, dann mit mir wegen Psychiatrieaufenthalt auf Station waren und das Krankengeld auch weiterhin bekommen haben, nachdem der Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde.

Wie war das bei dir, konntest du noch danach Krankengeld beziehen?

Leider ist von meinem Chef keine Kündigung zu erwarten; ich bin quasi seine Vorzeige-Mitarbeiterin und er hat sich auch darum bemüht mir einen Job zu verschaffen, während hinter den Kulissen eben das mit den Kollegen abläuft. Hab auch ein schlechtes Gewissen (wie immer, ha...) aber so geht das nicht weiter; Kommentare über "Anschaffen gehen", was ich in dem Zusammenhang so in meiner Freizeit treibe (nichts dergleichen!) oder "auf was ich so stehe" müssen nicht sein.

Zum Glück sind es aktuell nur 3 Tage in der Woche, aber bereits am Wochenende krieg ich Panik vor dem nächsten Arbeitstag.

liebe Grüße

Angela1968
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Re: AlG II nach Kündigung wg Mobbing, Abbruch Studium

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 06.06.2017, 17:38

Hallo,

mit Deiner Frage nach dem Krankengeld komme ich nicht klar. Da ja dann nach der Kündigung der Krankheitsgrund nicht mehr vorlag schrieb mich meine Ärztin natürlich wider gesund und ich sah auch keinen Grund mich weiter krank schreiben zu lassen. So lange ich krank war bekam ich ja die Lohnfortzahlung des AG und danach normal Arbeitslosengeld.

Hoffe das ich Deine Frage richtig verstanden habe.

Angela
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Re: AlG II nach Kündigung wg Mobbing, Abbruch Studium

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 07.06.2017, 07:07

Halo Katha93,

ich würde mir diese verbalen Übergriffe nicht gefallen lassen. Gibt es Zeugen dafür? Und möglichst auch welche, die evtl. zu Deine Gunsten aussagen bzw. die Dir die Übergriffe zunächst mal schriftlich bestätigen?

Ein Protokoll zu führen über diese Vorfälle ist in der Tat eine gute Idee.

Vielleicht solltest Du vor einer Küdigung mit einem Fachanwalt für Sozialrecht (nicht für Arbeitsrecht!) sprechen. Kostet zwar Geld* aber vielleicht kann er Dir helfen, eine Sperrzeit zu vermeiden.

*https://de.wikipedia.org/wiki/Beratungshilfe

Übrigens kann Dein Immatrikulations-Status eine Rolle spielen beim Antrag auf ALG 2. Studenten haben ALG 2 - mäßig so eine Art "Sonderstatus" meines Wissens nach.

Überdies solltest Du darüber nachdenken, Deinen Chef anzuzeigen.

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

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Re: AlG II nach Kündigung wg Mobbing, Abbruch Studium

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 07.06.2017, 09:19

Moin, Moin Heinrich,

dann erfreue uns bitte einmal mit Deinem Insider Wissen über Sonderstatuten für Studenten. Bislang hie es ja immer Vollzeitstudium schließt ALG Ansprüche aus.

Moin, Moin Katha93,

besprich den Sachverhalt mit Deiner Psychologin/Neurologin, was die sexuelle Belästigung angeht. Wenn Du eheine Schwerbehinderung hast würde ich mich an Deiner Stelle mit dem SoVD oder dem VDK zusammensetzen dort Mitglied werden und Dich beraten lassen. Dor sagt man Dir fachübergreifend,
welcher Weg von Dir gegangen werden sollte. Studium und ALG II schließen sich vom Grunde her aus abgesehen von bestimmten Gründen, die Du hier nachlesen kannst:

https://www.studis-online.de/StudInfo/S ... g/alg2.php

Wünsche Dir viel Glück bei Deinem Vorhaben.

Liebe Grüße
Rolf
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