Obdachlos und Sozialhilfe beantragen

Notwendiger Lebensunterhalt, Regelbedarf, Inhalt der Regelsätze (§§ 27, 28 SGB XII)

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Pinou
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Obdachlos und Sozialhilfe beantragen

Ungelesener Beitragvon Pinou » 10.10.2017, 15:04

Guten Tag,

ich hoffe ich bin hier in der richtigen Sektion für meine Frage.
Und zwar habe ich folgendes Problem, bei welchem ich nützliche Hilfe gut gebrauchen könnte.
Ich bin aktuell obdachlos und irgendwie mit etwas Glück bei sehr sozialen Menschen für eine Nacht untergekommen.
Ab morgen habe ich jedoch das Problem, dass ich keine Bleibe habe und auch keinen, bei dem ich unterkommen könnte.
Geld habe ich leider auch nicht mehr.
Kurze Vorgeschichte:
Bin 26 Jahre habe einen Schulabschluss aber keine Ausbildung o.Ä.. Ein Studium habe ich abgebrochen und gelegentlich
kleinere Aushilfsjobs für einen gewissen Zeitraum gemacht. Schulden habe ich leider auch noch aber das lasse ich jetzt
mal außen vor, weil die kann ich aktuell eh nicht bedienen.
Wohnte in Hannover und war dort auch gemeldet bin jedoch danach wieder zu meinen Eltern gezogen, die ebenfalls in
Niedersachsen aber nicht in Hannover wohnen. Sprich ich habe mich auch umgemeldet. Bin nun leider bei meinen Eltern
rausgeflogen und mit meinen letzten Geld wieder zurück nach Hannover gefahren. Zurück kann ich nicht mehr und will
es auch nicht. Ich möchte hier in Hannover irgendwie wieder Fuß fassen. D.h. eine Wohnung bekommen, arbeiten etc..
Die Frage ist jetzt aber wie gehe ich vor und ist das alles überhaupt so möglich.
Natürlich komme ich nicht darum herum Sozialhilfe zu beantragen. Leider liest man im Internet viel darüber, dass es
zu Problemen im Zusammenhang mit der Meldung kommen kann. Wie ich bereits gesagt habe kann und will ich nicht mehr
zurück. Ich habe auch gelesen, dass man, wenn man eine Postadresse hat ( z.B. bei einer Sozialeinrichtung ), sich
als wohnungslos in der Stadt in der man nicht gemeldet ist melden kann.
Darauf aufbauend würde ich dann beim Amt Sozialhilfe beantragen und irgendwie versuchen eine Wohnung zu bekommen.
Leider ist die Zeit knapp und ich möchte gleich von Anfang an Fehler vermeiden. Stelle mich zwar schonmal darauf
ein, ein paar Nächte ohne Dach über den Kopf zu schlafen aber auf Dauer ist das nicht mein Wunsch ( zumal es auch kälter wird ).
Habe auch noch alle wichtigen Dokumente ( z.B. Krankenkassekosten etc. ) von zuhause mitgenommen.
Leider ist es in meinen Leben nicht immer so gelaufen, wie ich es mir gewünscht hätte, wobei ich bei vielen Sachen
auch einfach selber Schuld war. Bin motiviert, alles wieder ins Lot zu bringen und irgendwie nochmal komplett
von vorne anfangen. Nur aktuell bin ich am Tiefpunkt angekommen und muss jetzt nach und nach irgendwie wieder ins Leben finden.
Eine Wohnung und eine gewissen Grundversorgung wären ein guter Anfang. Danach einen Job finden und Geld verdienen wären
der nächste Schritt.
Meine Frage ist nun: Wie gehe ich am Besten vor ? Was sollte ich jetzt als erste machen und wie kann ich meine Lage am
schnellsten ändern.
Wie bereits erwähnt ist eine Rückkehr in die Stadt, in der ich gemeldet bin nicht denkbar und möglich.
Über gute Rätschläge und Tipps wäre ich sehr dankbar.

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Uwe Kruppa
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Re: Obdachlos und Sozialhilfe beantragen

Ungelesener Beitragvon Uwe Kruppa » 10.10.2017, 15:39

Hallo "Pinou"...

Als erstes solltest Du dich bei der örtlichen Meldebehörde OfW (Ohne festen Wohnsitz) melden und dies in deinem PA eintragen lassen. Frage gleich nach der Ordnungsbehörde, die Dir einen Platz in einer Obdachlosenunterkunft zuweist (sofern Du das möchtest).

Dann gehst Du bitte, mit all deinen Unterlagen, zum örtlichen Jobcenter/Arbeitsagentur und beantragst Leistungen nach dem SGB II (Hartz IV). Diese Behörde darf Dir diese Leistungen nicht verweigern, den in § 7 Absatz 1 Nr. 4 SGB II ist lediglich der gewöhnliche Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland Anspruchsvoraussetzung. Ein fester Wohnsitz wird für einen Leistungsanspruch nach dem SGB II nicht verlangt.

Alles Weitere solltest Du dann mit der Behörde klären.

Gruß
Uwe Kruppa
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Pinou
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Re: Obdachlos und Sozialhilfe beantragen

Ungelesener Beitragvon Pinou » 10.10.2017, 20:53

Danke Herr Kruppa für die schnelle Antwort.
So werde ich morgen erstmal vorgehen.
Nun noch eine weitere Frage die mir persönlich mit am wichtigsten ist:
Hab ich denn auch eine Möglichkeit auf eine Wohnung bzw. kann jemand der in einer ähnlichen Lage war erzählen, ob es bei ihm geklappt hat und vielleicht sogar noch sagen wie lang sowas in der Regel dauert bzw. wie lang sowas ungefähr dauert/dauern kann.
Obdachlosenunterkunft ist für den Anfang natürlich besser als komplett auf der Straße zu leben aber natürlich sehnt man sich dann doch irgendwie auf die "eigenen" vier Wände.
Ich weiß auch dass das nicht von heute auf morgen geht aber wenn ich wenigstens einen Richtwert hätte wäre das super.
Das ist nämlich abseits des Geldes, was ich brauche um wenigstens was zu essen zu haben, die Sache, um die ich mir am meisten Gedanken mach.

Heinrich
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Re: Obdachlos und Sozialhilfe beantragen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 11.10.2017, 06:04

Hallo Pinou,

das Jobcenter sollte die "Kosten der Unterkunft und Heizung" für eine Wohnung übernehmen. Wie hoch diese Kosten max. sein dürfen, mußt Du erfragen, da sie von Ort zu Ort verschieden sind.

Die Wohnung suchen mußt Du jedoch selbst bzw. Dir dabei helfen lassen. Nicht vom Jobcenter (das zahlt nur), sondern von bspw. einer sozialen Einrichtung.

Viel Erfolg

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.


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