ALG 2 und Insolvenzgeld

Notwendiger Lebensunterhalt, Regelbedarf, Inhalt der Regelsätze (§§ 27, 28 SGB XII)

Moderator: Regelteam

Sushimaus
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ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Sushimaus » 29.01.2018, 08:07

Hallo ihr Lieben,

bis vor Kurzem habe ich durch meinen Job 440,- monatlich verdient und ergänzend ALG2 für mich und meine Kinder bezogen. Leider musste mein Arbeitgeber Insolvenz anmelden und ich habe die letzten drei Monate kein Gehalt mehr bekommen. Als ich darüber in Kenntnis gesetzt wurde,habe ich unverzüglich einen Antrag auf Insolvenzgeldzahlung gestellt. Ein Vorschuss konnte leider bis dato nicht gezahlt werden, da der Insolvenzverwalter meine Kündigung verschlürt hatte und diese für den Vorschuss notwendig ist.
Im Dezember hatte ich eine Bescheinigung meiner Arbeitgeberin, dass sie keine Lohnzahlungen mehr leisten kann, beim JC eingereicht und bekam dann die mir vom Regelsatz durch die Anrechnung meines Gehaltes abgezogen wurden, nachgezahlt. Für Januar und Februar ( ich habe jetzt endlich die Kündigung zum 01.02. ) werden weiter die 440,- Euro angerechnet und ich so fehlen mir diesen Monat ( ich hoffe im Februar kommt endlich der Vorschuss für das Insolvenzgeld ) fehlen mir die 280,-, die vom Regelsatz einbehalten werden, ganz bitterlich. Gut, dass es nur noch zwei Tage sind.
Meine Frage ist jetzt: wie wird das Insolvenzgeld dann angerechnet? Es müssten ja, wenn alles kommt, 1320,- sein... Aber davon müssten doch dann wenigstens erstmal für Januar und Februar jeweils die 280,- abgezogen werden. Oder sehe ich das falsch?

Ich danke euch schon mal fürs Lesen und hoffe, dass sich einer auskennt und mir weiterhelfen kann.
Eine guten Start in die neue Woche!!
Susanne

Heinrich
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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 29.01.2018, 08:29

Hallo Sushimaus,

Insolvenzgeld ist, soweit ich weiß, eine Sozialleistung, die leider voll angerechnet wird. Abzgl. der Versicherungspauschale.

Die Freibeträge von 100 € usw. gelten für Erwerbseinkommen.

H.
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Sushimaus
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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Sushimaus » 29.01.2018, 08:33

Hallo Heinrich, danke für deine Antwort. Aber es geht mir vorallem um den Januar in dem ich ja nun unter dem Existenzminimum leben musste, weil diese 280,-, die wegen der Anrechnung meines Gehaltes abgezogen wurden, fehlen.

Heinrich
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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 29.01.2018, 08:55

Hallo Sushimaus,

wenn Dir fälschlicherweise Geld angerechnet und somit einbehalten wurde, dann leg' gegen den entsprechenden Bescheid Widerspruch ein.

Wenn ich richtig verstanden habe, dann mit der Begründung, daß Du das angerechnete Geld gar nicht bekommen hast.

H.
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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon w12 » 29.01.2018, 10:46

Hallo Sushimaus

Grundsätzlich ist das Insolvenzgeld im Zufluss-Monat als einmaliges Einkommen anzurechnen.
Für die beiden Monate war ein Abzug nicht statthaft. Das Geld ist nachzuzahlen.

Für die Berechnung siehe Beispiel:
https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok ... 015901.pdf
Ab Punkt 1.3

Gruß
w12
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Die von mir gemachten Äusserungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Sushimaus » 29.01.2018, 11:01

Danke, dann werde ich jetzt erstmal freundlich um eine Prüfung des Bescheides bitte ( bevor ich Widerspruch einlege und sich das auch noch in die Länge zieht ) und dann hoffen, dass auch bald der Insolvenzgeldbescheid kommt und dann alles geklärt wird.
Vielen Dank nochmal.

Heinrich
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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 29.01.2018, 12:15

Hallo Sushimaus,

wenn Du (fern-)mündlich "freundlich" um etwas bittest, dann hast Du keinerlei Rechtssicherheit.

Du kannst es natürlich versuchen aber ich an Deiner Stelle würde den normalen Weg gehen und schriftlich oder zur Niederschrift Widerspruch einlegen.

Die Bearbeitung kann zwar etwas dauern, jedoch kannst Du gegen ein etwa neagtives Ergebnis klagen.

Nur als Beispiel: wenn Du versuchst, das Ganze mündlich zu klären, und man Dir bspw. sagt "Ja, klar, wir kümmern uns drum", dann ist diese Auskunft schlimmstensfalls benutztes Toilettenpapier wert.

H.
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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Sushimaus » 29.01.2018, 12:20

Hallo Heinrich,
natürlich bitte ich nicht freundlich mündlich, sondern freundlich schriftlich ;-). Mündlich habe ich noch nie mit dem JC etwas geklärt.

Heinrich
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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 29.01.2018, 12:36

Hallo Sushimaus,

wieso willst Du schriftlich freundlich um Prüfung des Bescheides bitten? Das ist doch bereits ein Widerspruch bzw. bin ich relativ sicher, daß man Deine schriftliche Bitte als solchen wertet.

Abgesehen davon käme Dein schriftliche "Bitte" (die man niemals an eine Behörde richten sollte!) einem Überprüfungsantrag gleich. Den stellt man aber erst,wenn die Widerspruchsfrist bereits abgelaufen ist.

Mach' doch gleich Nägel mit Köpfen und leg' form- und fristgerecht Widerspruch ein, sofern die Frist nicht bereits abgelaufen ist. In dem Fall besagten Überprüfungsantrag stellen!

Beschleunigen wirst Du das Prozedere durch Dein Grundvorhaben m.M.n. nicht.

H.
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Re: ALG 2 und Insolvenzgeld

Ungelesener Beitragvon Sushimaus » 18.02.2018, 09:41

Hallo,

ich muss leider doch noch mal nachfragen. Auf meine mittlerweile zweimaligen Aufforderungen die Anrechnung meines Einkommens im Januar und Februar zu überprüfen habe ich keinerlei Reaktion von Seiten des JC erhalten.
Letzte Woche haben alle Kollegen ihre Insolvenzgeldbescheide und -zahlungen erhalten. Nur ich nicht. Nach Auskunft der Dame von der Arbeitsagentur hat mein JC am 17.01. einen Erstattungsantrag gestellt und sie musste nun Anwarten wie viel die von dem Insolvenzgeld beanspruchen.
Gestern erhielt ich vom JC dann eine Kopie der Abbrechnung darüber. Es geht wie gesagt um ein monatliches Einkommen in Höhe von 440,- bzw. 330,-, da zum 17.01. der Vertrag aufgelöst wurde.
Von diesem Geld -also vermutlich 1210,- ( ich habe ja leider keinen ISG-Bescheid erhalten ) beansprucht nun das JC 1080,-. Das wäre also 130,- bzw. 43,- monatlich, die mir dann zustehen würden.
Was ich aus dem Schreiben leider nicht erkennen kann, ob und inweit darin ein Freibetrag ( Fahrtenkosten / Versicherungen ) enthalten sind. Desweitern bleibt ja auch immer noch die Einkommensanrechnung im Januar / Februar, die unseren Bedarf 1329,- auf 1049,- reduziert hat.

bleibt mir jetzt nur noch der Gang zum Anwalt??? Ich habe Angst, dass sich alles dadurch noch mehr in die Länge zieht...


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