Elternunterhalt als Wozhngeldempfänger

Notwendiger Lebensunterhalt, Regelbedarf, Inhalt der Regelsätze (§§ 27, 28 SGB XII)

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€rich
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Elternunterhalt als Wozhngeldempfänger

Ungelesener Beitragvon €rich » 03.08.2018, 21:11

Hallo,

muss man in folgender Situation Elternunterhalt bezahlen:

Man hat sich mühsam 200 000€ zusammengespart, dann gekündigt und lebt von den Zinsen (ca. 1000€/Monat).

Der Freibetrag sind ja 5% vom Jahresbrutto also 12000*5%=600€ das wird dann zwar noch verzinst irgendwie aber liegt halt auf jeden Fall weit unter den 200 000€, die man hat.

Gleichzeitig würde so eine Zahlung von Elternunterhalt, sagen wir mal 1000€/Monat natürlich die eigene Einkommenssituation drastisch verschlechtern und der eigene Lebensstil wäre nicht mehr aufrechtzuerhalten nach kurzer Zeit.

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Uwe Kruppa
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Re: Elternunterhalt als Wozhngeldempfänger

Ungelesener Beitragvon Uwe Kruppa » 04.08.2018, 13:58

Hallo „€rich“…
Das angesparte Vermögen in der Höhe von 200.00,- EUR wird bei der Unterhaltsberechnung eine wesentliche Rolle spielen.

Grundsätzlich sind die erwachsenen Kinder auch gehalten, in wirtschaftlich vertretbarer Weise ihr Vermögen zur Deckung des Unterhaltsbedarfs ihrer Eltern einzusetzen (vgl. schon BGH, FamRZ 2002, 1698, 1702 m. Anm. Klinkhammer; OLG Köln, FamRZ 2003, 470; OLG Köln, FamRZ 2003, 471).

Nach der aktuellen Rechtsprechung des BGH ist für die Höhe des dem Unterhaltspflichtigen zu belassenden Schonvermögens ebenfalls auf die individuellen Verhältnisse abzustellen. Die frühere Rechtsprechung, nach der das Schonvermögen mit rund 79.000 € anzusetzen sein sollte (so OLG Koblenz, FamRZ 2000, 1176; OLG Köln, FamRZ 2003, 470) dürfte überholt sein, kann aber als Anhaltspunkt bei der Billigkeitsabwägung dienen.

Wie hoch die tatsächliche Grenze des Schonvermögens beim Elternunterhalt ist kommt jeweils auf den Einzelfall an, weil sich der Betrag aus mehreren Faktoren zusammensetzt. Es durchzieht dabei alle finanziellen Aspekte des Unterhaltspflichtigen, weil er auch grundsätzlich mit allen finanziellen Mitteln für den Elternunterhalt aufkommen muss.

Da die Rechtsmaterie recht komplex ist, würde ich den Forderungsbescheid abwarten und dann durch eine Rechtsberatung vor Ort prüfen lassen.

Gruß
Uwe Kruppa
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€rich
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Re: Elternunterhalt als Wozhngeldempfänger

Ungelesener Beitragvon €rich » 08.08.2018, 22:39

Aktuell droht kein Forderungsbescheid, aber vielleicht kommt er eines Tages. Habe kaum Kontakt zu meinem Dad, weiß aber, dass er quasi pleite ist.
Würde mich gerne irgendwie gegen dieses Risiko absichern können, aber sehe nur auswandern als Weg aktuell.

Angela1968
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Re: Elternunterhalt als Wozhngeldempfänger

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 10.08.2018, 18:35

Hallo Erich,

solltest Du nachweisen könen das Dein Vater Dich als Kind geschlagen,mishandelt oder anderweitig als Kind vernachlässigt haben sollte, hastt Du gute Chancen keinen Elternunterhalt zahlen zu müssen. Denn dann hätte Dein Vater durch sein damaliges Verhalten dies verwirkt.

Aber wenn das der Fall wäre würde ich eh einen Anwalt einschalten der Dir dann hilft dieses nachzuweisen.

Angela
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