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Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 10.05.2019, 13:15
von Langstrumpf
Guten Tag an alle,
ich muss wegen voller Erwerbsminderung einen Antrag auf Grundsicherung stellen.
Meine 5 Jährige Tochter wird mit ihrem Papa für einige Zeit reisen.
Kann/Muss ich Sie trotzdem im Grundsicherungsantrag angeben?
Bei mir hat sie ja den gewöhnlichen Aufenthalt, wenn Sie nicht verreist.
Ich habe gehört, wenn die Kinder für einige Zeit im Ausland sind, dass man für die keine Grundsicherung erhält.
Wenn das so ist, wird dann für mich die Miete nur für eine Person berechnet, für die Zeit die sie nicht bei mir ist?

Ich bedanke mich vorab für eure Hilfe

Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 11.05.2019, 08:00
von Heinrich
Hallo "Langstrumpf",

um Deine Themen-Frage zu beantworten: Du solltest alle Angaben im Antrag wahrheitsgemäß machen bzw. alle Fragen im Antrag wahrheitsgemäß beantworten :achtung:

Darüber hinaus kann ich Dir leider nicht viel helfen, da die geschilderte Konstellation ein bißchen ungewöhnlich ist.

Ohne, daß es mich etwas angeht - warum läßt Du Dein 5-jähriges Kind mit dem Vater ins Ausland gehen?

Ich würde vermuten, daß das Amt Dir kein Geld für das Kind zahlt, wenn es nicht da ist. Auch würde ich vermuten, daß für das Kind während seiner Abwesenheit keine Miete gezahlt wird.

Da Dir aber Vermutungen nicht weiterhelfen, würde ich Dir empfehlen, die Sitation vor Ort zu klären:

es gibt m.W.n. kostenlose Beratungsstellen von Caritas und/oder Diakonie, es gibt sog. Sozialverbände, bei denen man kostenpflichtig Mitglied sein muß und es gibt die Beratungshilfe.

H.

Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 11.05.2019, 17:40
von Langstrumpf
Heinrich hat geschrieben:Hallo "Langstrumpf",

um Deine Themen-Frage zu beantworten: Du solltest alle Angaben im Antrag wahrheitsgemäß machen bzw. alle Fragen im Antrag wahrheitsgemäß beantworten :achtung:

Darüber hinaus kann ich Dir leider nicht viel helfen, da die geschilderte Konstellation ein bißchen ungewöhnlich ist.

Ohne, daß es mich etwas angeht - warum läßt Du Dein 5-jähriges Kind mit dem Vater ins Ausland gehen?

Ich würde vermuten, daß das Amt Dir kein Geld für das Kind zahlt, wenn es nicht da ist. Auch würde ich vermuten, daß für das Kind während seiner Abwesenheit keine Miete gezahlt wird.

Da Dir aber Vermutungen nicht weiterhelfen, würde ich Dir empfehlen, die Sitation vor Ort zu klären:

es gibt m.W.n. kostenlose Beratungsstellen von Caritas und/oder Diakonie, es gibt sog. Sozialverbände, bei denen man kostenpflichtig Mitglied sein muß und es gibt die Beratungshilfe.

H.


Hallo
Ich habe die Fragen hier rein gestellt, weil ich ja den Antrag wahrheitsgemäß ausfüllen möchte.
Meine Tochter hat ja den gewöhnlichen Aufenthalt bei mir und ist auch unter meiner Anschrift natürlich gemeldet.

Weil sie das möchte.
Sie verreist für 2 Monate mit ihrem Vater quer durch Europa, bevor sie in die Schule kommt.

Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 11.05.2019, 17:57
von CuttySark
Moin Langstrumpf,

Was heißt: <Meine 5 Jährige Tochter wird mit ihrem Papa für einige Zeit reisen.> Was heißt <für einige Zeit reisen>? Konkretisiere bitte den Begriff.
Diesen Fall hatte ich noch nie. Ich würde den Sachverhalt mit dem Amt besprechen, denn von der Logik her kann man Dir schlecht zumuten umzuziehen.
Ich finde es toll, wenn Ihr als Eltern dem Kind diese Möglichkeit bietet, die Welt kennenzulernen.

Liebe Grüße
Rolf

Gerade kam Deine neue Antwort rein. 2 Monate ist in meinen Augen keine Zeit. Die Kosten für die Reise wird Dein Mann tragen, Dir wird das Kindergeld verbleiben, selbst wenn das Amt die Miete kürzen würde, könntest Du die Miete annähernd zahlen. Bitte informiere uns, wenn Du die Entscheidung des Amtes hast. Dank schon im voraus!

Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 11.05.2019, 18:52
von w12
Hallo Langstrumpf

Der § 41 a wurde ins Gesetzt eingefügt.

Ein durchgehender Aufenthalt im Ausland bedeutet, dass nach der 4.ten Woche keine Leistung mehr gezahlt wird.

Vielleicht kurzer Stopp wieder in der BRD?

Gruß
w12

Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 11.05.2019, 21:45
von CuttySark
Moin w12,

ich würde mich ehrlich gesagt nicht darum kümmern. Nach 30 Tagen würde ich dem Amt Mitteilung machen, dass der Vater sich entschlossen hat, weitere 30 Tage im Ausland zu bleiben. Also ist Langstrumpf Ihrer Verpflichtung nachgekommen zu melden, dann würden die Leitungen für die 30 Tage eingestellt und müssten wieder gezahlt werden, sobald die Tochter Zuhause ist.

Liebe Grüße
Rolf

Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 12.05.2019, 06:32
von Heinrich
Hallo "w12",

w12 hat geschrieben:Ein durchgehender Aufenthalt im Ausland bedeutet, dass nach der 4.ten Woche keine Leistung mehr gezahlt wird.

Vielleicht kurzer Stopp wieder in der BRD?

wäre das dann nicht ein "Scheinstopp"? :grin: Da er wohl ausschließlich dazu dienen würde, damit die Kohle weiter fließt ... plitsch platsch ...

H.

Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 12.05.2019, 06:43
von Heinrich
TITEL: Hinweis: Das Regelteam hat diesen Beitrag ersetzt!

TEXT:

An die Mitglieder und Besucher des Forums,

wir haben den Text dieses Beitrags durch diesen Informationstext ersetzt. Dafür kann es verschiedene Gründe geben:

Wir entfernen Texte vorübergehend, wenn wir sie auf Regelverletzungen prüfen. Wir entfernen Texte dauerhaft, wenn wir Regelverletzungen feststellen. Wir ersetzen Texte, wenn uns Autoren mit nachvollziehbaren Gründen darum bitten.

Wenn ihr Fragen zu diesem Vorgang habt, schreibt bitte eine E-Mail an die Adresse regeln@forum-sozialhilfe.de oder hinterlasst eine Nachricht im "Forum zum Forum".

Freundliche Grüße

Das Regelteam
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Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 12.05.2019, 08:25
von w12
Hallo Heinrich

Dein Schein trügt.

Gruß
w12

Re: Muss ich beim Grundsicherungsantrag reisende Tochter mit angeben?

Verfasst: 12.05.2019, 10:41
von CuttySark
Moin Heinrich,

Du musst nur den Gesetzestext zum § 41a lesen, dann ist klar, wie das funktioniert.

In Anlehnung an die gesetzliche Mindesturlaubsdauer gilt nach dem Wortlaut der Regelung ein ununterbrochener Auslandsaufenthalt von bis zu 4 Wochen (z. B. zur Erholung, zur Grabpflege oder zum Besuch von Angehörigen) als für den Leistungsanspruch unschädlich. Bei einem entsprechenden Auslandsaufenthalt über 4 Wochen hinaus sind nach § 41a dagegen keine existenzsichernden Leistungen mehr zu zahlen, da aufgrund der Länge des Auslandsaufenthalts davon auszugehen ist, dass aktuell eine Bedarfsdeckung im Ausland gewährleistet ist (so die Gesetzesbegründung in BT-Drs. 18/9984). Erst ab nachgewiesener Rückkehr ins Inland ist erneut eine Existenzsicherung nach inländischen Maßstäben geboten. Leistungsberechtigte haben den Zeitpunkt ihrer Rückkehr nachzuweisen, damit die ursprünglich bewilligten Leistungen ab Rückkehr weiter erbracht werden können.

Für Menschen im Grenzbezirk geradezu ideal. Die könnten auf diesem Weg durchgehend Sozialhilfe beziehen, auch wenn Sie beispielsweise in Deutschland und in Polen leben würden.

LG Rolf