Rückkehr nach Deutschland

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

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earl
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Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon earl » 10.08.2017, 03:52

Hallo zusammen,
Ich bin 35 Jahre und stehe gerade vor ziemlichen Problemen....

Ich lebe seit 2008 in Südostasien (Sonne pur!). Habe Anfang 2010 meine Frau kennen gelernt und sie 2011 geheiratet. Wir haben mittlerweile einen Sohn und eine Tochter. Unseren Lebensunterhalt haben wir über Google Adsense und andere Webseiten bestritten. Mittlerweile hat Google die Arbeit aber immer weiter erschwert und uns ganze Baumstämme in den Weg geschmissen das aus einer Sicheren Versorgung von 4.000-6.000 Euro im Monat nur noch 150-200 Euro übrig sind und damit das weitere Leben hier unmöglich wird. Alle Versuche die Einkünfte in den Griff zu bekommen wurden damit quittiert das Google in seinen Suchalgos nochmal etwas angepasst hat und damit alles noch weiter in den Keller rutschte. Alles echt bescheiden gelaufen. Ich als Deutscher darf hier nicht arbeiten, außer ich erwerbe eine Arbeitserlaubnis, welche allerdings nur für besondere Fachangestellte erteilt wird. Nichts was ich bekommen kann.

Jetzt stehe ich also hier vor einem Scherbenhaufen und habe mit meiner Frau über meine Rückkehr nach Deutschland gesprochen mit folgender Familienzusammenführung.

Sie spricht bis auf ein paar eine Handvoll Wörter kein Deutsch. Meine Kinder ebenfalls nicht. Wir sprechen beide sehr gut Englisch und es hatte nie Sinn ergeben Deutsch zu lernen, da ich niemals nach Deutschland zurückkehren wollte.
Um genau zu sein, habe ich als ich damals Deutschland verlassen habe radikal alle Zelte abgebrochen. Hausstand verkauft/verschenkt, eine große Reisetasche gepackt und in den Flieger gestiegen.

Meine Familie ist in Deutschland verstreut, Kontakt zu diesen war extrem selten und im grunde auch vorher schon nicht der Beste. Hilfe erwarte ich von dort nahezu keine. Auf meinen 'Hilferuf' bekam ich eher nur ein "Das tut mir leid für dich." und das war es.

Jetzt stehe ich also hier im fernen Ausland, weit entfernt unserer Botschaft, kratze das Geld zusammen um nach Deutschland zurück zu fliegen und dann stehe in wahrscheinlich in FRA am Flughafen... Was jetzt?
Wenn ich in Deutschland ankomme habe ich vielleicht noch 200-300 Euro in der Tasche (je nachdem wie mir die Einkünfte weiter mitspielen) und einer kleinen Reisetasche mit ein paar Sommerhemden und Shorts. Als ich das Land verlassen habe, ließ ich meine schwere Winterjacke in Deutschland am Flughafen zurück.

Ich war zuletzt in München gemeldet und wurde dort von einem Bekannten, bei dem ich gewohnt und gemeldet war, zwangsabgemeldet als er nach Ostdeutschland umgezogen ist. Muss ich dann jetzt nach München zurück und dort im KVR vorsprechen? Wie geht es dann Weiter?

Im Grunde stehe ich mit absolut rein GAR NICHTS da. Keine angemessene Kleidung. Kein Dach über dem Kopf. Keine Einkünfte (weiteres Klimpergeld was noch reinkommt landet bei meiner Frau für Familienversorgung).. Und einen Job werde ich aufgrund von mittlerweile massiven Gesundheitsproblemen auch schwerlich erst mal bekommen. Ein Arztbesuch wird etwas sein das ganz weit oben auf meiner Agenda steht. (Medikamente zur Selbstbehandlung sind in Deutschland nicht in der Form zu bekommen wie sie notwendig sind)

Ich glaube das ist alles verdammt viel gefragt, weil da wohl eine ganze Menge auf mich zukommt, aber ich sitze gerade hier und habe nicht den Hauch einer Ahnung was mich in Deutschland erwartet und wie ich alles auch nur irgendwie auf die Reihe bekommen kann.

Ich bin wirklich um jegliche Hilfe glücklich. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich mir vor als würde ich als braungebrannter Schmarotzer nach Deutschland zurückkehren. Eine Vorstellung bei der ich einst jedem einen Vogel gezeigt hätte. So schnell kann man innerhalb von 2-3 Jahren fallen.

Grüße (noch) aus der Sonne

w12
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Re: Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon w12 » 10.08.2017, 14:42

Hallo earl

https://www.raphaelswerk.de/wirberaten/ ... ueckkehrer

Allerdings wird dich kein standesgemäßer, deinem Namen angemessener, Empfang erwarten.

Gruß
w12
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Re: Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon vierzehnnothelfer » 12.08.2017, 12:16

Ich stelle die Fragen, die Raphaelswerk (also Caritas) stellen wird.
Schulabschluss - welchen
Ausbildung - welche.
Du hast Deutschland mit 26 verlassen, was hast Du vorher gemacht, wie sind die Qualifikationen?
Wie alt sind die Kinder, wie ist es mit der Schulpflicht?
Was hat Deine Frau in ihrer Heimat für Qualifikationen?
Schwerwiegende Gesundheitsprobleme welcher Art?

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Re: Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 13.08.2017, 04:22

Moin, Moin earl,

Shit happens und manchmal laufen Dinge anders, wie man sie sich vorstellt. In meinen Augen lohnt es sich derzeit nicht darüber aufzuregen, was passieren könnte, wenn die Umsiedlung erfolgt. Kommt ihr nach Deutschland, so lebt ihr hier in gesicherten Verhältnissen. Dabei denke ich an Wohnung, Leben, Kleidung und Ausbildung von Geburt bis zum Tod.

Da Du hier scheinbar niemanden hast, der sich um dich kümmert, wirst Du über die Schiene "Obdachlosigkeit" landen. Somit ist für Euch die Basis
gelegt. Was dann passieren wird musst Du abwarten und wird sich zeigen. Caritas, Innere Mission und andere Organisationen bieten Euch Hilfe an.
Wie Ihr sie umsetzt ist Eure Angelegenheit.

The times they are changing sang Bob Dylan bereits 1964 aber an diesem Satz hat sich bis 2017 nichts geändert und wird sich vermutlich nicht ändern. Wichtigste Entscheidung für Euch dürfte die Frage sein:

Wo will ich in Deutschland leben und wo habe ich wirtschaftlich gesehen die größte Hoffnung auf ein erfülltes Leben?

Alles andere wirst Du vor Ort entscheiden müssen und wird abhängig sein von den Voraussetzungen, die Du in Deutschland erworben hast. Schulabschluss, Berufsabschluss, Studium sind grundlegende Dinge, Gesundheit ein weiteres wichtiges Kriterium um sein Leben hierzu meistern.
Um Frau und Kinder brauchst Du dich nicht zu sorgen. Ich habe es im eigenen Freundeskreis erlebt, dass ein Tiefbauingenieur seine Urlaubsliebe aus
Thailand mit 4 jähriger Tochter nach Deutschland brachte. Innerhalb eines Jahres sprach das Kind deutsch und konnte mit 6 Jahren eingeschult werden. Die Kindsmutter hatte es schwerer aber auch da klappte es.

Viel Erfolg!
Rolf
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Re: Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon emily_p » 29.08.2017, 14:01

Hast du denn in der Zwischenzeit schon etwas herausgefunden? Bzw. bist du schon in Deutschland? Ich glaube nicht, dass du mit deiner Situation alleine bist - diese Story hört man über einige Auswanderer...

earl
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Re: Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon earl » 30.08.2017, 00:20

Hallöchen zusammen,
vielen Dank für eure Beiträge und Infos. Will dann nun auch gleich mal ein paar fragen beantworten.

vierzehnnothelfer hat geschrieben:Schulabschluss - welchen
Hauptschule
vierzehnnothelfer hat geschrieben:Ausbildung - welche.
Abgeschlossene Ausbildung nach 2 Jahren für Fachkraft für Brief und Frachtverkehr (Postbote)
vierzehnnothelfer hat geschrieben:Du hast Deutschland mit 26 verlassen, was hast Du vorher gemacht, wie sind die Qualifikationen?
Schule, Ausbildung, Grundwehrdienst, Arbeitssuchend, Zeitarbeitsfirmen, Arbeitssuchens -> Ausgewandert
vierzehnnothelfer hat geschrieben:Wie alt sind die Kinder, wie ist es mit der Schulpflicht?
Sohn 4, Tochter 6 - Geht nun Grade 1 Freiwillig, müsste aber erst nächstes Jahr weil gerade erst 6 geworden, da sie aber auf unser alten Insel bereits in die Vorschule (Kinder-2) gegangen ist, welche es hier nicht gibt, wurde sie nach Grade 1 geschickt.
vierzehnnothelfer hat geschrieben:Was hat Deine Frau in ihrer Heimat für Qualifikationen?
Highschool abgeschlossen, danach als Massage Therapeutin gearbeitet bis ich sie zu mir geholt habe.
vierzehnnothelfer hat geschrieben:Schwerwiegende Gesundheitsprobleme welcher Art?
Sehr starkes Übergewicht, in Beiden Beinen starke Krampfadern was zu verstärkten Wassereinlagerungen führt und damit dann auch zu "offenen Beinen" führt (Bitte NICHT googlen, sehr unappetitlich)

Deutschland bot damals nicht wirklich die tollsten Voraussetzungen, da ich zwar am PC sehr bewandert war/bin, als Webmaster auch im Grunde was tauge, jedoch eben alles selbst erlernt ist. Während der Bundeswehrzeit im Geschäftszimmer HTML und CSS erlernt, keinerlei Papiere. Wie auch eben für alles weitere nicht. Damit habe ich aus Deutschland ein unbrauchbares Abschlusszeugnis, eine Lehre die man in der Pfeife rauchen kann und auch sonst sieht der weitere Werdegang miserabel aus, denn auch eben aus der Zeit hier auf den Philippinen kann ich rein gar nichts vorzeigen, da ich seit 2008 nur als 'Tourist' hier bin. Ein Arbeitsvisum oder dergleichen hatte ich nie, weil ich das, was ich gemacht habe, eben online tat.

Aktuell halte ich mich noch weiter hier, versuche es auch noch zu strecken soweit es geht. Hilft auch etwas Geld noch zur Seite zu legen für die Zeit in DE. Mit der Hoffnung das ich wieder den Nerv treffe, das ich es womöglich schaffe NICHT zurück zu gehen, auch wenn aktuell die Aussichten nach wie vor negativ sind.

Grüße

vierzehnnothelfer
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Re: Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon vierzehnnothelfer » 30.08.2017, 09:14

erst einmal bei der Post nachfragen, ob man Dich als Briefträger nehmen würde, wenn ja wo.
Und vielleicht kann Deine Frau erst einmal in einer Massagepraxis aushelfen.

earl
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Re: Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon earl » 05.09.2017, 07:42

vierzehnnothelfer hat geschrieben:ob man Dich als Briefträger nehmen würde

Natürlich, nachfragen könnte ich. Allerdings sehe ich hier keinerlei große Chancen. Ausbildung abgeschlossen, danach aber nie wieder als Postbote gearbeitet. Lehre nur zu Ende gebracht weil ich es nicht abbrechen wollte, aber ein Job ist für den ich mit meinem extremen Übergewicht einfach nicht wirklich qualifiziert für bin.

vierzehnnothelfer hat geschrieben:vielleicht kann Deine Frau erst einmal in einer Massagepraxis aushelfen.

Brauchte man in DE nicht im allgemeinen bereits als Massage'terrorist' Sportschulabschluss oder dergleichen? Ich meine mich an etwas derartiges erinnern zu können. Oder haben wir in Deutschland bereits so viele Massagepraxen wie man sie auch hier findet die Shiatsu, Schwedisch, und wie sie nicht alle heißen, anbieten? Wenn ja, dann wäre das auf jeden Fall eine riesen Idee.

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Re: Rückkehr nach Deutschland

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 05.09.2017, 11:25

Guten Morgen earl,

wir können jetzt diskutieren bis in 100 Jahren, da wird sich nichts ändern. Du musst dich bewegen. Das beginnt damit,
dass Du mit der Familie nach nach Deutschland kommst und die Dinge hier vor Ort regelst.

Eine Beschäftigung als Postbote halte ich bei dem derzeitigen Gesundheitszustand für nicht praktikabel. Du musst erst
gesunden, dann kannst Du starten. W12 hatte dir einen Link zum St. Raphaelswerk gegeben. Schau dir die Dinge im
Link sorgfältig an.

Bei deiner Frau sehe ich im Gesundheitsbereich düstere Wolken am Horizont. Ob die Abschlüsse von ihr in Deutschland
anerkannt werden sei dahin gestellt. Das muss sie hier abklären.

Auszug aus Wikipedia

In Deutschland regelt das Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) seit 1994 die Ausbildung zum Physiotherapeuten. Bis dahin war in den alten Bundesländern die Bezeichnung „Krankengymnast“ üblich (vgl. Physiotherapie). Zu dem MPhG gehört eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, die die dreijährige Ausbildung näher regelt. Sie umfasst derzeit 2900 Stunden theoretische und 1600 Stunden praktische Ausbildung. Der Theorie-Unterricht findet nur in staatlich zugelassenen Schulen statt. Der praktische Anteil wird zum Teil in der Schule, zum größten Teil aber in zugelassenen Praktikumseinrichtungen absolviert. Den Abschluss bildet eine staatliche Prüfung (Examen) mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil. Die Verfassung einer Abschlussarbeit ist für einen Abschluss nicht notwendig.

Deutschland hatte für die Physiotherapie bisher keine allgemeine akademische Ausbildung definiert. Seit dem Wintersemester 2010 kann man in Bochum an der Hochschule für Gesundheit (HSG) Physiotherapie studieren. Seit 2011 bietet die FH Aachen einen dualen Studiengang Physiotherapie an. Die Bernd-Blindow-Schulen[1] bieten den ausbildungsbegleitenden Erwerb der Fachhochschulreife, die Ausbildung und das darauf folgende Studium Bachelor of Arts Medizinalfachberufe an. Analog zum europäischen Ausland ist in Deutschland mit einer fortschreitenden Akademisierung des Berufsstandes zu rechnen. So hat beispielsweise im Juli 2012 der Wissenschaftsrat empfohlen, Physiotherapie und andere Heilberufe verstärkt an Fachhochschulen auszubilden.[2]



Liebe Grüße
Rolf
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