Beerdigungskosten

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

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Blaxy87
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Beerdigungskosten

Ungelesener Beitragvon Blaxy87 » 28.05.2018, 20:20

Hallo liebes Forum-Team!

Ich hoffe meine Frage gab es nicht schon zu Hauf; ich werde nur vor lauter Googlen nicht schlauer und dachte, ich frage mal nach:

Vorletzte Woche ist mein Großvater väterlicherseits verstorben. Emotional bin ich - Gott sei Dank - nicht besonders betroffen, jedoch habe ich nun Stress ohne Ende.
Das Ordnungsamt rief mich vergangene Woche an und teilte mir mit, dass ich als letzte auffindbare Verwandte die Pflicht habe, meinen Großvater bestatten zu lassen. Mein Vater und mein Onkel sind bereits verstorben, mein Opa war geschieden. Neben mir gibt es keine weiteren Enkelkinder.
Zwar habe ich - durch Hörensagen - erfahren, dass mein Opa noch weitere Kinder gezeugt hat ( einen Sohn Mitte der 70er Jahre; mit nochmals einer anderen Partnerin zwei Mädchen Ende der 80/Anfang der 90er) - alle unehelich. Namen und Adressen unbekannt. Da man übers Standesamt nichts gefunden hat, war mein Großvater wohl auch nicht als deren Vater eingetragen.

Das Erbe werde ich nach Erhalt der Sterbeurkunde für mich und meinen Sohn ausschlagen, da ich sonst meines Lebens nicht mehr froh werden würde.

Nun bleibt die Bestattung also an mir hängen. Bestatter musste ich beauftragen, habe mehrmals betont, dass es eine Bestattung nach den Fürsorgerichtssätzen sein soll


Nun möchte ich einen Antrag auf Übernahme beim Sozialamt stellen. Mein Partner und ich sind Aufstocker, nicht verheiratet und leben mit unserem 8 Monate altem Sohn zusammen.

Mein Partner verdient aktuell 930€ Netto, dazu bekommen wir im Moment 389€ Hartz IV (ab Juli 539€, da wir aktuell ein Darlehen abbezahlen), 194 € Kindergeld und bis einschließlich 300€ Kindergeld. Mein Partner bekommt zusätzlich 70€ Unterhalt von seinem Vater.
Macht 1883 €.

Miete zahlen wir kalt 546 €.

Mein Partner zahlt 55€ für seine Monatskarte, um zur Arbeit zu kommen. Ich zahle aktuell noch monatlich 62€ bei Otto ab.

Kann mir jemand sagen, ob das Sozialamt bei uns greifen, und die Bestattungskosten übernehmen würde?
Ich weiss nicht mehr weiter mit meinem Latein.

Und Verzeihung, für den langen Text; ich wollte nur alles evtl relevante einbringen.
Zuletzt geändert von Blaxy87 am 28.05.2018, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.

CuttySark
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Re: Beerdigungskosten

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 29.05.2018, 07:15

Guten Morgen Blaxy,

um ein Erbe auszuschlagen, müssen zuerst einmal die Umstände geklärt werden. Was ist überhaupt an Vermögen über geblieben und welche Forderungen stehen dem Erbe gegenüber. Die Erbausschlagung ist einfach und kann vor dem zuständigen Amtsgericht erfolgen. (Spreche aus eigenen Erfahrungen. Ich sollte 1,8 Millionen Schulden erben, was ich allerdings nicht gern wollte.

Stelle bitte einen Antrag auf Kostenübernahme durch das Sozialamt. Beerdigungen müssen nicht teuer sein.


Hallo w12 und Hallo Uwe, vielleicht könntet Ihr in diesem Fall die Links akzeptieren. Bekomme garantiert keine Provision.

https://www.segenius.de/?gclid=EAIaIQob ... gJd3vD_BwE
https://www.bestatter-guenstig.de/besta ... gJ_nfD_BwE

Ganz wichtig:

Bitte prüfen, ob eine Sterbegeldversicherung existiert. Diese Versicherung gehört Dir und fällt nicht dem Sozialamt zum "Opfer", denn dort ist eine Begünstigungsklausel enthalten.
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äußerungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

Blaxy87
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Re: Beerdigungskosten

Ungelesener Beitragvon Blaxy87 » 29.05.2018, 08:11

Hallo CuttySark,

Vielen Dank für die Antwort!

Eine Sterbegeldversicherung liegt nicht vor.
Mein Opa hat sich um nichts dergleichen gekümmert, lebte nach dem Motto "Nach mir die Sinnflut". So auch bei seiner Haushaltsführung.
Daher werde ich das Erbe für mich und meinen Sohn in jedem Fall ausschlagen, sobald ich die Sterbeurkunde habe. Allein die Schulden, die durch die hinterlassene Mietwohnung entstehen würden, schätze ich im 5-stelligen Bereich ein.

Ich mache mich aktuell verrückt, ob mein Partner und ich noch unterhalb der Einkommensgrenze liegen. Mit seinem Gehalt, Hartz IV, Kindergeld, und allem Pipapo. :/
Da kommt eine Menge zusammen; jedoch sind die Ausgaben zur Zeit auch Hoch durch Windeln, Gläßchen für den Lütten, Klamotten, da der wächst wie Unkraut...

Das ganze wird in Zukunft wohl nochmal auf mich zukommen, da meine Oma, die Exfrau meines Opas, vor kurzem 2 Schlaganfälle erlitten hat und es nicht gut um sie steht .

Ich weiss nicht, wo mir der Kopf steht und bringe da viel durcheinander im Moment.

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Re: Beerdigungskosten

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 29.05.2018, 13:09

Hallo Blaxym87,

mach Dich nicht verrückt, weil Dir das eh nichts bringt. Die Erbausschlagung ist wirklich schnell und leicht durchzuführen. Also prüfen und dann handeln.
Gerade habe ich für Dich einen Beitrag gefunden, der in meinen Augen genau Deine Sache betrifft:

https://www.frag-einen-anwalt.de/Kosten ... 28683.html

Nur der Hinweis: Ich kenne diese Seite nicht, halte sie aber für seriös.

Viel Glück. Bitte melde Dich, wenn es Schwierigkeiten gibt.

Liebe Grüße
Rolf

Kann mir vorstellen, wie Dich die Sache belastet. Beim zweiten Mal wird es Dir von der Abwicklung her schon leichter fallen.
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