Haushaltshilfe im SGB XII

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

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Ralf1960
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Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 17.06.2014, 18:38

Hallo Leute,

mal so zur Info :-)

Man hat mich genötigt eine Begutachtung durch die Pflegekasse durchführen zu lassen.

Bedarf an hauswirtschaftlicher Versorgung wären dann 10 Stunden pro Woche / 40 Stunden im Monat.

Bewilligt 140 Euro im Monat was 3,50 pro Stunde bedeuten würde.

Natürlich Widerspruch weil seit 10 Jahren auf Basis von 8 Euro für selbstbeschaffte Hilfe abgerechnet wird.

Widerspruchsentscheid negativ weil es nicht sein dürfe das ich mehr bekomme als wenn eine Pflegestufe anerkannt würde, man hat daher unter Pflegestufe 1 - etwas über Demenz einfach frech diese 1450 Euro eingesetzt.

Was auch ne Nummer ist - Bewilligungszeitraum 12 Monate ! Dies trotz einer Bearbeitungszeit ohne Widerspruch von bereits 6 Monaten bis Januar 2014, und 4 Monaten bis Widerspruchsentscheid nach Androhung einer Untätigkeitsklage.

Das Amt ist gar nicht in der Lage das Procedere in einem zumutbaren Zeitraum durchzuführen - deshalb war der vergangene Bewilligungszeitraum 5 Jahre.

Nicht zu vergessen die extremen Kosten weil zunächst ärztliche AKTUELLE Befundberichte angefordert wurden - Komplettuntersuchung von 2 Ärzten, MRT und Neurochirurg nicht zu vergessen ein Aufwand der mehrfach vierstellig sein dürfte wenn man alles zusammenrechnet.

Eingereicht wurde vor 2 Wochen ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz und formell eine ordentliche Klage.

Ergebnis bisher: Der Leistungsträger wurde dahingehend informiert das die Pflegestufen und die Zahlungen hieraus nichts mit dem Bedarfsdeckungsprinzip im SGB XII zu schaffen haben. ( Logisch wird auch jede Pflegestufe aufzustocken sein durch Leistungen für Pflege und hauswirtschaftlicher Versorgung weil diese Leistungen nicht ausreichen und davon ausgegangen wird das betroffene Menschen selbst zuzahlen können. Dies ist aber im Leistungsbezug nicht möglich.

Die Widerspruchsstelle des Landratsamtes zitiert immer wieder den gleichen Mist: berechnet wird unterhalb Pflegestufe 1 - etwas oberhalb Demenzgeld :-)

Was soll ich sagen ? Hört Ihr den Amtsschimmel wiehern ? Wenn das durchgelassen würde müsste jede Hilfe zur Pflege und auch die Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes komplett aus den Leistungen verschwinden.
Jeder KEINE Pflegestufe erlangt weil "Punkte" in der Grundpflege fehlen würde vom Amtsschimmel begrenzt werden - jeder der eine Pfl3egestufe erreicht hätte - aber die Zahlungen oder Sachleistungen die geleistet werden nicht ausreichen - DER würde wohl keinen Anspruch auf Hilfe haben.

Versucht jetzt der Hochtaunuskreis die Gesetze schonmal zu ändern weil die Menschen die alt werden oder krank sind zu viel kosten ?

Nun, jedenfalls hat das Sozialgericht zunächst aufgefordert das die Beklagte zunächst einmal den Standpunkt überdenken solle - und WENN NICHT bereits signalisiert das hier eine einstweilige Anordnung angedacht ist 40 Stunden zu 8 Euro für selbstbeschaffte Hilfe anzuordnen.

Was nichts wird ist der Bewilligungszeitraum, der wird erst im normalen Verfahren mitgeklärt - aber der Irrsinn dabei ist das unser Leistungsträger den Glauben vertritt das jetzt Jahr für Jahr wahnsinnige Kosten verursacht werden dürfen.
Eigentlich müsste man ab Bewilligung bereits den Folgeantrag stellen um es überhaupt zu schaffen das die Leistungen ohne Unterbrechungen weitergezahlt werden können - wie lange hier wohl andere Kostenträger wie die Krankenkassen ( MRT und MRT Begutachtung ) oder die Pflegekassen ( alljährliche Neubegutachtung durch Gutachter der Pflegekasse ) ein solches Treiben mitmachen. Was noch anfällt sind die Kosten für die Arztberichte die explizit verlangt werden und dann Monate später erst eintrudeln weil die Ärzte es eben einfach liegenlassen weil sie " für solche idiotischen Dummheiten " keine Zeit haben.

Wohlgemerkt: Stangen, Schrauben und Muttern verflüchtigen sich nicht, Narbenverwachsungen werden eher schlimmer, weitere Wirbelsäulenschäden warten darauf das es so schlimm wird das wieder operiert werden muss um dem Rollstuhl zu entgehen. Die Schmerzen sind also auch bildgebend nachgewiesen und seit Jahren wird man mit hochpotenten Opiaten nach BTM-Gesetz versorgt....

Der Clou, WÄRE der Hilfebedarf irgendwann in der Grundpflege so hoch das es zu einer Pflegegeldzahlung kommen würde - dann dürfte klar sein das diese nicht ausreichen, selbstbeschaffte Hilfe fast unmöglich und der Leistungsträger müsste in der Hilfe zur Pflege Zusatzleistungen erbringen die höher sind wie es jetzt der Fall ist - der hauswirtschaftliche Bedarf würde zur Vollversorgung mutieren und müsse ebenfalls gewährt werden.

Was denkt Ihr ? Ist das der Anfang vom Ende behinderter und pflegebedürftiger Menschen denen man versucht die Leistungen vorzuenthalten ? Es sind viel zu wenige die überhaupt wissen das solche Leistungen zu beanspruchen sind - in den Medien und im Umfeld würde man sonst wohl kaum von den vielen Menschen berichtet bekommen die unversorgt vor sich hinvegetieren weil diese entweder gar nichts beantragt haben - oder weil diese auf ähnliche Weise abgewimmelt wurden.

Wenn der Spass zu bunt getrieben wird kommt keine selbstbeschaffte Hilfe mehr in Frage ( für 8 Euro ist sowieso kaum jemand bereit regelmässig zu helfen ) - dann müsste es gewerblich laufen mit den entsprechenden Kosten die ein mehrfaches betragen.

Wenn es um den Vorwurf geht das grade in der häuslichen Versorgung so viel Schwarzarbeit gibt - dann müsste man bei den Leistungsträgern ja ganz zuerst anfangen die in jedem Fall hier offiziell sogar Begünstigung zur Schwarzarbeit
betreiben.

Im "ehrlichen" Ablauf müsste mehr gezahlt werden pro Stunde - PLUS Pauschalsteuern und die weiteren Abgaben über die Minijobzentrale würden den finanziellen Aufwand in die Höhe treiben.

Ich glaube fast das etwas im Gange sein muss um die Menschen noch weiter herabzuwürdigen und Leistungen zu verweigern die aufgrund Leiden/Krankheit oder Alter auf Hilfe angewiesen sind !

Ich glaube fast das der Tag kommen wird an dem wir unsere Alten oder kranke Menschen in Käfige sperren müssen damit der Tot schneller eintritt und diese dann weniger kosten.

Wie das Spielchen weitergeht werde ich hier gerne berichten - ich denke das JEDER früher oder später selbst betroffen sein wird und wissen sollte was wieder ausgeheckt wird um uns zu "entsorgen".

Offensichtlich ist ein menschenwürdiges Alter oder Erkrankung nicht mehr gewünscht und es soll vermieden werden das man zu lange lebt.

Gruß

Ralf
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Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 17.06.2014, 19:17

lieber Ralf.
ja, es ist ein Drama.
ich kenne es durch meine Tochter.
sie hat pflegestufe 3
jedesmal ,wird bei dem med,dienst der krankenkassen,meine Tochter runter gesetzt auf pflegestufe 2
und jedesmal schalte ich meine Anwältin ein,und sie bekommt wieder pflegestufe 3.
nun ist sie und ich traumatisiert,von diesen Dramen.
nun bestehe ich nur noch auf die begutachtung nach aktenlage,ich lasse niemanden mehr in die wohnung rein.
was bleibt ist einfach nur,sich zu wehren,denn klar,mit behinderten machen die das ja.
logich.
denn das sind die ärmsten der armen.
sollen nur mal warten, diese leute, bis sie auch mal da stehen,wo nun die behinderten stehn.gnade ihnen gott.

Ralf1960
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Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 17.06.2014, 19:46

Hallo Elfriede,

ich erlebe es ja auch durch meinen 90jaehrigen Nachbarn der gelähmt im Bett liegt und nicht mal mehr eigenständig einen Loeffel Suppe zum Mund führen kann. Hier ist Pflegestufe 2 der absolute Hohn. Und das trotz regelmaessiger nächtlicher Hilfebedürftigkeit.

Dank des herrischen Pflegedienst es ist derart ein geschieht weg das er sich nicht helfen lässt gegen das treiben vorzugehen.

Deine Tochter kann froh sein das du kaempfst, die meisten Menschen werden zermürbt von dem ständigen Theater und den Versuchen Leistungen vorzuenthalen.

Hier geht es nicht mehr darum wer im recht ist, es geht darum wie viel Kraft man hat um sich zu wehren.

Es ist eine Schande fuer diese Behörden - der Mensch wird als ueberfluessig abgewertet und man versucht durch Einsparungen fuer einen schnellen Abgang zu sorgen.

Fuer alles unmögliche wird von diesem Staat Geld verschleudert - da sind Kostenfaktoren durch alte und\oder kranke\behinderte Menschen etwas das man einfach "wegschaffen" will.

Wohin das wohl in der Zukunft führen soll kann man an vielen Einzelfällen sehen an den Menschen die aufgegeben haben.

Grüße
Ralf
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Elfriede
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Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon Elfriede » 17.06.2014, 20:19

lieber ralf.
ja da heisst es Menschen zermürben,damit sie bald gehen. aber in den pflegeheimen ist es noch viel schlimmer,hier werden Menschen am leben erhalten,das lieben geldes willen. es wird künstlich ernährt,und,und,und,
man lässt sie einfach nicht sterben.
ja, wo das alles noch hinführt,ich weiss es nicht.
heute hatte meine schwägerin von 75jahren das grosse glück,sterben zu dürfen,nach einem schweren schlaganfall.
das pflegeheim wäre ihre nächste bleibe gewesen.
bei diesem Menschen verachtenden,staat,wenns um das liebe geld geht.kann das niemand ,so denke ich mal, das verstehen ,was da so abläuft.
ich wünsche dier viel kraft,dich zu wehren,von diesem machenschaften der behörden,und was noch so alles dranhängt.
es geht nur um das geld,und natürlich die machtausübung derer die bezahlen sollen.per gesetz.
gruss.elfriede.

sobriety
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Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon sobriety » 18.06.2014, 00:12

Ich frage mich, ob du mit einem Persönlichen Budget nicht fast besser stündest?

Ich habe es inzwischen aufgegeben zu kämpfen. Die -hilfen, die ich hatte, wurden mir gestrichen, da ich auf dem Papier geerbt habe. Sprich, die einzige Person, die aus der Familie für mich gekämpft hat, habe ich nun auch verloren.

Nein, wenn sie Glück haben, weerden sie nicht ewig für mich zahlen müssen (EM- Rente).
Es grüßt sobriety

Ralf1960
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Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 20.06.2014, 23:53

Hy wieder,

es ist ja gesetzlich geregelt das es Hilfe zur Pflege und Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes gibt. Nurhaben da nicht alle SSachbearbeiter ordentlich die Hausaufgaben gemacht.

Es gibt auch eine Bindung an das Gutachten der Pflegekasse.

Mit eigenen Erfindungen Geld zu sparen das gesetzlich zustehen wurde scheint ein Hobby zu sein.

Was das persönliche Buedget betrifft, wurde das wohl noch mehr komplizieren. Ich bin froh wenn mit dem Gericht erstmal alles vorbei ist.

Mit solch komplizierten Vorgängen ist die Hyperintelligente Sachbearbeitung ja noch mehr ueberfordert :-)

Ich kann nur eines zum Landratsamt des Hochtaunuskreises sagen: Was da an Sachbearbeitern nachrueckt ist völlig ueberfordert, selbst die direkten Vorgesetzten machen da keine Ausnahme.
So viel Unfug und ewige Zeiten zur Sachbearbeitung
gibts es erst seit Mitte letzten Jahres.

WENN es nicht reine Bosheit ist!

Grüße
Ralf
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Ralf1960
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Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 10.07.2014, 00:46

ein Update zum Thema.

Das Landratsamt ist eingeknickt und zahlt jetzt statt 140 Euro nun 230 Euronen.

Dies um die einstweilige Anordnung des Gerichtes zu vermeiden. Das Gericht hat mir auch geraten nun das reguläre Verfahren abzuwarten in dem es dann um weitere 90 Euro geht die ich beanspruche zur Bedarfsdeckung.

Das Gericht teilt mir auch mit das dieses Verfahren grundsätzliche Bedeutung hat um den Standpunkt des Landratsamtes zu klaeren.

Man rudert wohl beim Landratsamt das jeder ohne Pflegestufe, jedoch mit Bedarf an Haus wirtschaftlicher Versorgung jetzt kommt und die Leistung in Anspruch nimmt.

Ich moechte nicht wissen wie viele Menschen mit Problemen denken das sie ohne Pflegestufe keinen Anspruch haben oder bei Nachfragen abgewiesen werden.

Es ist amtlich das eine Leistung zur Weiterführung des Haushaltes ebenso bewilligt werden muss wie die Hilfe zur Pflege.

Entscheidend sind die Feststellungen der Pflegekasse zum Bedarf, unabhängig davon ob dies zu einer Pflegestufe führt, oder eben nicht!

Jetzt wird nur geklärt ob ueberhaupt pauschalisiert werden darf, was das Amt bei mir nach 10 Jahren versucht hat.

Aber davon ist man ja nun schon abgewichen und wollte das Gericht gnaediger stimmen :-)

Auch das Gericht ist derzeit der Ansicht das im Gegensatz zur Pflegekasse und deren pauschalisierten Pflegestufen sehr wohl im SGB XII
das Kostendeckungsprinzip bei der Hilfe zur Weiterführung des Haushalts besteht.

Jetzt geht es um die summarische Hoehe die als Stundensatz für selbstbeschaffte Hilfe gezahlt werden muss.

Ich habe 10 Jahre lang den Satz von 8 Euro pro Stunde erhalten und beanspruche diesen Betrag auch bei der aktuellen Bewilligung.

Also fuer jeden der glaubt oder gesagt bekommt er haette keinen Anspruch auf Leistungen weil die Pflegekasse im Gutachten zu wenig reine Pflege feststellt und keine Pflegestufe gewährt.

!!!!!!! Der Anspruch auf Hilfe zur Pflege besteht auch ohne Pflegestufe in dem Umfang den der Gutachter im Pflegegutachten festgestellt hat! Dies als Sachleistung durch Pflegedienst zu beanspruchen, der auch mit dem Leistung strafbar abrechnet.

!!!!!!! Die Zeit die im Pflegegutachten als hauswirtschaftliche Versorgung vermerkt ist kann im SGBXII als Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes beansprucht werden, hier auch fuer selbst beschaffte Hilfe wie in meinem Fall.

Lasst euch nicht abweisen und verzichtet nicht darauf, nur so wird das häufige Unwissen der Sachbearbeiter ein Ende nehmen.

Man versucht euch nur was vom Pferd zu erzählen, oder wie jetzt bei mir versucht wurde - die zustehende Leistung als " Schadensbegrenzung" zu
" verhandeln".

Vegetiert nicht vor euch hin - verlangt die Hilfe die euch zusteht!

Wenn ihr Probleme habt es zu verstehen, dann fragt einfach.

Ich hoffe das durch ein endgültiges Urteil dann auch die Versuche aufhoeren werden mit 3,50 pro Stunde zu pauschalisieren.

Gruss Ralf
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CuttySark

Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 10.07.2014, 05:20

Moin, Moin Ralf,

als ich Dir gerade die PN schrieb hatte ich Deinen Beitrag noch nicht gelesen.
Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg.
Du kannst stolz auf Dich und Deine Beharrlichkeit sein.

LG Rolf

Ralf1960
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Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 10.07.2014, 11:48

Hy Rolf,

das ist nicht mein Erfolg, es soll allen betroffenen Menschen mit Hilfebedarf den Weg zeigen!

Am besten sich auf nichts einlassen, weder amtsaerztlichen Dienst noch Kiloweise Unterlagen vorlegen die eh niemand liest!

Man wird eh nur zweckgerichtete Begutachtungen bekommen. Wunderheilungen sind an der Tagesordnung!

Erst ein Gutachten der Pflegekasse, auf die Bindung des Pfleggutachtens hinweisen - dann erspart man sich monatelange Versuche der Sachbearbeitung etwas abzuwimmeln.

Auch ich musste erst lernen wie hinterhältig von den Sachbearbeitern versucht wird durch E-Mail und Hauspost sogar den amtsaerztlichen Dienst zu Gefälligkeitsgutachten zu bewegen.

Akteneinsicht ist manchmal sehr lehrreich, alles was da direkt vom Leistungstraeger in Auftrag gegeben wird ist mit groesster Skepsis zu betrachten.

Vor 10 Jahren wurde ich bei Antragstellung ausgelacht " Niemals". Da ist dem SB das lachen vergangen.

Vor 6 Jahren gab es angebliche Wunderheilungen und Gutachten von Aerzten die schon seit zig Jahren nicht mehr praktizieren und kein Blatt der Unterlagen gelesen haben.
Auch hier gab es den berühmten Kampf erneut und den Sachbearbeitern ist das Lachen vergangen.

Aber dann war auch Ruhe bis die neue SB mit mir den Krieg begonnen hat. 80 Seiten Befundberichte, Reha- Berichte, Dient gen unterlagenund zwei höchst aktuelle Befundberichte die sogar direkt bei den Aerzten angefordert wurden sind fuer "irrelevant" von ihr erklärt worden. Ein Spiel über viele Monate.

Erst das aktuelle Pflegegutachten war der Weisheit letzter Schluss, das auch nur mit dem Hinweis das der Leistungstraeger an das Gutachten gebunden ist.

Frau wird das Lachen sein, was nun? Dann schreiben wir halt irgendwas mit fiktiver Summe.

Wieder Pech und das Lachen vergangen weil ich mich erfolgreich auch wieder zur Wehr gesetzt habe.

So wird die Dame noch lange Spass an mir haben, ich schicke auch keine Unterlagen mehr und bestelle den Gutachter der Pflegekasse jetzt automatisch vor jedem Folgeantrag.

So werden Menschen von Sachbearbeitern die einen noch nie gesehen haben malraetiert und abgenervt.

Die angeblichen Aerzte des amtsaerztlichen Dienstes zeigen deutliche Leseschwaechen, oder bekommen die Unterlagen gar nicht die bergweise in der Leistungsakte verstauben.

Es müssen ganz klare Gutachten kommen die explizit jede Bedarfsminute dokumentieren damit es aufhört mit den Versuchen Leistungen zu verwehren oder zu senken.

Was da fuer Geld aktuell zum Fenster hinaus befördert wurde um mich klein zu bekommen kann man nur erahnen. Ein wahnsinniger Verwaltungsaufwand weil man auf den Aemtern nicht lesen will was geschrieben steht. Jedem Kleinkind das lesen kann musste aufgefallen sein das sich in den vergangenen Jahres vieles dramatisch verschlechtert hat, die vielen Operationen - dauerhafte Schmerztherapie und und und..... wenn man noch direkt bei den behandelnden Aerzten Aktuelle Untersuchungen fordert und diese wieder nicht reichen kann man wohl von Absicht ausgehen.

Wie viele Menschen aufgeben kann man nur ahnen.

Kein Mensch ist allwissend, mir war die Bindung an die Entscheidung der Pflegekasse auch nicht geläufig.

Aber genau DIES ist ausschlaggebend um die Versuche der Sachbearbeitung zu unterbinden! Ein monatelanger Vorlauf haette gar nicht stattgefunden, ein Bescheid mit unzureichender Leistung und zeitgleich mit dem Widerspruch Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz Und Einleitung des regulären Verfahrens. Das haette entscheidend den Vorgang abgekürzt und nicht so verdammt viele Steuergelder waeren verbraten worden um mich los zu werden.

Ich kuemmere mich um einen 90jaehrigen schwerst behinderten Mann ohne Verwandtschaft die sich kümmert. Wenn einmal sein Restvermoegen verbraucht ist und seine Haushaltshilfen nicht mehr bezahlt werden können steht ihm das Pflegeheim bevor.

Auch hier wird dann die Hilfe zur Pflege greifen müssen - der Haushalt muss weitergeführt werden.

Bei 600 Euro Rente geht nichts mehr!

Trotzdem waeren alle Leistungen zusammen die Chance fuer ihn NICHT ins Pflegeheim zu müssen.

Die Kosten auch niedriger natürlich wie die stationäre Unterbringung die letztendlich auch zu Buche schlägt.

Der Mann ist geistig noch völlig fit, nur körperlich zu nichts mehr faehig.

Dieser Kampf ist ursächlich mit meinem Kampf verbunden, gelingt es den Leistungstraeger das Grundprinzip der Leistung nun zu unterwandern ist auch der alte Herr verloren!

45 Jahre meines Lebens kenne ich ihn nun, er wird ganz schnell im Pflegeheim zugrunde gehen.

Grade um so was zu vermeiden und nebenbei die Kosten des Pflegeheimes zu sparen gibt es diese Hilfen.

Die Versuche meines Leistungstraeger durften einfach keinen Erfolg haben und es darf nicht einfach zulässig sein den alten und behinderten Menschen zu pauschalisieren.

Derzeit kommt der Pflegedienst jeden Tag fuer 20 Minuten und die Sachleistung ist aufgebraucht.

Was alles an Haushalt, an Versorgung und die wirkliche Pflege über den Tag betrifft macht die Haushaltshilfe. Tag und Nacht ist etwas los und Hilfe wird benötigt. Inkontinenz ist ja etwas das man nicht steuern kann.

Nur so ist er versorgt und die Pflege ist sichergestellt.

All das wird im Pflegeheim eher schlechter sein als es zuhause möglich ist.

50 Jahre erfolgreicher Selbststaendigkeit und das ganze erwirtschaftete Vermoegen wird bald zuende sein in wenigen Jahren der Schwerstpflegebeduerftigkeit.

Damals galt die Rente noch als sicher, man hat sich durch Immobilie und Guthaben, Lebensversicherungen abgesichert.

300 000 Euro blieben ihm noch nachdem seine Frau starb und deren Erben einen testamentarischen Fehler ausnutzten.

Wie wenig Geld das ist erlerne ich grade, er muss nun auch Miete bezahlen fuer die Wohnung in dem Haus das er einst gebaut hat.

Uebrig sind nun keine 100 000 mehr durch die Kosten der Pflege und Versorgung.

Mit Glueck kann er sich noch 3 Jahre über Wasser halten. Dann geht bei ihm der Kampf mit den sozialen Leistungstraegern los.

Wenn ich diesen, meinen Kampf verloren haette - dann hat auch er später verloren und darf im Pflegeheim vor sich hin gammeln.

Was hier an "Erben" sitzt ist in den letzten Jahren nur gekommen um sich Geld zu holen, seit 2 Jahren nun weder zu Weihnachten noch Geburtstag weil sie kein Erbe mehr erwarten. Da kommt auch nichts wenn er leistungsbeduerftig wird.... an Hilfe oder Pflege gar nicht zu denken.

Gruss Ralf
Ich schreibe über meine eigenen Erfahrungen mit Ämtern , ansonsten bin ich Laie und meine Beiträge und Kommentare stellen keine Rechtsberatung dar.

CuttySark

Re: Haushaltshilfe im SGB XII

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 10.07.2014, 15:02

Moin, Moin Ralf,

zuerst ist es einmal Dein Erfolg und zum anderen hilft dieser Erfolg allen anderen Menschen. Diesen Erfolg kannst Du für Dich verbuchen und mag es vielen Menschen so gehen, dass sie durch dieses Urteil Hilfe bekommen können.
ich wurde heute zufällig Zeuge eines Gespräches über das Thema "Wunderheilung". Dieser Mann lebt in meinem Ort und hat eine Frau, die die Pflegestufe II hat. Nun kam es zu einer erneuten Begutachtung und die Frau wurde jetzt in Pflegestufe Null eingestuft. Der Mann, der dies einer Nachbarin erzählte, war erschüttert.

Ich habe es bei meinem Vater auch erlebt, allerdings mit anderen Vorzeichen. Mein Vater hatte keine Pflegestufe und ich konnte meinem Vater in dieser Sache nicht helfen, weil ich meine Mutter nicht desavouieren wollte, de sich rührend um ihren "blinden" Mann kümmerte. Mein Vater konnte nur noch schwarz und grau erkennen. Ich bin mit ihm zu seinem Augenarzt gefahren und innerhalb weniger Minuten war alles erledigt. Mein Vater bekam noch 3 Monate Blindengeld bevor er verstarb.
Da hat es an meiner Mutter gelegen.

Kämpfen muss man im Leben scheinbar immer.

Liebe Grüße
Rolf :D


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