Pflegebedürftigkeit

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

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michael.goettel1
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Pflegebedürftigkeit

Ungelesener Beitragvon michael.goettel1 » 27.04.2016, 18:21

HAllo, Ich heise Michael und bin 43J. Ich bekomme seit Feb.16 rückwirkend zum Nov.15 Erwerbsunfähigkeit Rente und Sozialhilfe. Nun habe ich bei meinem Antrag im Februar auf dem Sozialamt auch den Bescheid von MDK beigefügt wo drin steht das ich eine Tägliche Pflegeleistung von 36min. habe doch. Das Sozialamt erkennt zwar dieses an bekomme aber extra kein Geld weil dies auch von der Familie eledigt wird die aber allein einen Anfahrtsweg von 25 min Täglich haben.
ich habe jetzt nichts auf der Suche im Netzt gefunden wo die Familie ausschließt.
Könnten sie mir bitte sagen ob und Wie viel Geld ich geltend machen kann.
DANKE WÄRE SEHR wichtig für mich

Moderation: Ich habe diesen Beitrag, wegen der besseren Übersichtlichkeit, in das "richtige" Forum verschoben. FG Uwe Kruppa
Zuletzt geändert von Uwe Kruppa am 27.04.2016, 23:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Uwe Kruppa
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Re: Pflegebedürftigkeit

Ungelesener Beitragvon Uwe Kruppa » 28.04.2016, 10:18

Hallo "michael.goettel1"...

Grundsätzlich steht Dir das Pflegegeld zu und Du kannst entscheiden wie es verwendet wird. Zum Beispiel für Angehörige, als Anerkennung der freiwilligen Pflege.

Das Problem bei Dir liegt aber an der festgestellten tgl. Pflegezeit von 36 Min. Für die Pflegestufe 1 sind aber mindestens 90 Minuten Voraussetzung. Demnach käme für Dich nur die Pflegestufe 0 (Pflegegeld: ca. 123 € mtl.) in Betracht. Um die Pflegestufe 0 zu erreichen müssen die Voraussetzungen nach den Vorschriften des § 45a Abs. 2 SGB XI erfüllt sein. Diese wären:

Für die Bewertung, ob die Einschränkung der Alltagskompetenz auf Dauer erheblich ist, sind folgende Schädigungen und Fähigkeitsstörungen maßgebend:
1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz);
2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen;
3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen;
4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation;
5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten;
6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;
7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;
8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben;
9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus;
10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;
11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen;
12. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten;
13. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.


Ich weis nicht ob diese Voraussetzungen bei Dir vorliegen. Wenn nicht, dann gibt es auch kein Pflegegeld. Inwieweit sich das beim, ab dem 01.01.2017 gültigen, Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) ändert, kann ich Dir im Augenblick noch nicht sagen.

Gruß
Uwe Kruppa
Die von mir gemachten Äußerungen, Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche. Ich beantworte Fragen nur auf Grundlage der gemachten Angaben. Das hinzufügen oder weglassen von Angaben können zu einer völlig anderen rechtlichen Einschätzung und Bewertung führen.

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