Sozialhilfe + Heiraten

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

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Ninkad
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Sozialhilfe + Heiraten

Ungelesener Beitragvon Ninkad » 03.01.2017, 15:49

Hallo liebe alle,

Auf der Suche nach Antworten bin ich auf dieses Forum gestoßen und hoffe ihr könnt mir ein paar meiner Fragen beantworten oder habt ein paar Tipps für mich.

Zu meiner Situation: ich bin zur zeit auf Sozialhilfe angewiesen, weil ich einfach keine Arbeit in dem von mir erlernten Beruf finde. Mein Freund (US Soldat) und ich würden gerne heiraten. Ich traue mich aber nicht so ganz, weil: sein Vertrag geht noch bis 2018. Wenn wir heiraten kriege ich keine Sozialhilfe mehr und bin finanziell von ihm abhängig, bis ich hoffentlich bald einen Job gefunden habe. Das ist uns beiden bewusst und wäre kein Problem. Was passiert jedoch, wenn er, nach unserer Hochzeit, früher aus der Army Austritt als gedacht und ich bis dahin immer noch keine Arbeit finden konnte, also immer noch bzw. dann wieder auf Sozialhilfe angewiesen wäre? Können wir dann zusammen zum Amt gehen, oder geht das nicht?
Er hat zwar schon eine mündliche Zusage für einen Job, nach dem Austritt aus der Army, aber sicher ist das ja nicht.

Wer weiß mehr?

Vielen Dank!

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Re: Sozialhilfe + Heiraten

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 04.01.2017, 05:30

Moin, Moin Ninkad,

Dann fangen wir doch einmal ganz von vorn. Warum beziehst Du Sozialhilfe und nicht ALG I, ALG II ? Wie alt bist Du? Interessant wäre Schuldbildung, Berufsausbildung, Studienabschlüsse.

Weshalb Du/Ihr heiraten wollt erschließt sich mir nicht. Verheiratet hast Du keine Vorteile gegenüber dem jetzigen Leben und Du wirst
abhängig durch den Wegfall der Sozialhilfe.

Also Bullshit, wenn nicht Erbschaft oder großes Vermögen dahinter steckt.

LG Rolf
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Heinrich
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Re: Sozialhilfe + Heiraten

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 04.01.2017, 06:25

Hallo Ninkad,

was spricht dagegen, jetzt zu heiraten? Sicherlich wirst Du dann finanziell von Deinem Mann abhängig aber vielleicht ist das immer noch besser als vom Jobcenter abhängig zu sein?

Wenn Dein Mann dann arbeitslos wird, kannst Du ja wieder ALG 2 beantragen.

Ob und inwieweit Dein jetzt-noch-Freund als dann ehemaliger Angehöriger der US-Streitkräfte ALG 2 - bezugsberechtigt ist, kann ich leider nicht sagen.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

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Re: Sozialhilfe + Heiraten

Ungelesener Beitragvon Ninkad » 04.01.2017, 09:23

Guten Morgen und danke für die Antworten.

Ich gehe auf die 30 zu, bin brav zur Schule gegangen, habe danach eine Ausbildung absolviert und habe auch mal auf der Universitätsbank gesessen. Ich beziehe also bestimmt nicht aus einer Laune heraus Sozialhilfe. Ich denke, um meine Frage zu beantworten, sind keine weiteren privaten Informationen über mich nötig.

Warum wir heiraten wollen, hat verschiedene Gründe. Der Hauptgrund ist, das wir gerne heiraten würden. Ist eben einfach so :shifty: Keine Erbschaft oder großes Geld in Sicht.

Wie gesagt, dass ich nach einer Hochzeit finanziell von ihm abhängig wäre, bis ich Arbeit gefunden habe, ist uns bewusst und kein Problem. Die Frage ist eben:

Was passiert jedoch, wenn er, nach unserer Hochzeit, früher aus der Army Austritt als gedacht und ich bis dahin immer noch keine Arbeit finden konnte, also immer noch bzw. dann wieder auf Sozialhilfe angewiesen wäre / wir beide arbeitslos sind? Können wir dann zusammen zum Amt gehen, oder geht das nicht? Weil er eben kein Deutscher ist und auch nicht aus der EU usw. usw.

Merci <3

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Uwe Kruppa
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Re: Sozialhilfe + Heiraten

Ungelesener Beitragvon Uwe Kruppa » 04.01.2017, 16:29

Hallo „Ninkad“…

Du hast natürlich recht, wir müssen nicht alles wissen. Aber es ist schon wichtig zu wissen, ob du Leistungen nach dem SGB II (ALG II/HARTZ IV) oder SGB XII (Sozialhilfe) beziehst. Denn es gibt dann doch Unterschiede in den Anspruchsvoraussetzungen, Leistungen und Vermögensfreibeträgen.

Als deutsche Staatsangehörige hast Du, auch bei einem vorzeitigen oder regulären Ausscheiden deines (künftigen) Ehemannes aus den US-Streitkräften einen eigenen Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II (ALG II/HARTZ IV). Je nach Bedürftigkeit.

Dein (künftiger) Ehemann muss bei seinem (vorzeitigen oder regulären) Ausscheiden aus den US-Streitkräften, wenn er in Deutschland bleiben möchte, eine Aufenthaltsgenehmigung nach § 81 AufenthG beantragen. Dann hat er einen Anspruch auf Sozialleistungen nach § 7 Abs.1 Satz 1 Nr. 4 SGB II (ALG II/HARTZ IV) wenn die Voraussetzung des „gewöhnlichen Aufenthalts“ erfüllt sind.

Gruß
Uwe Kruppa
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Re: Sozialhilfe + Heiraten

Ungelesener Beitragvon Ninkad » 05.01.2017, 00:14

Hallo Uwe und danke für deine Antwort.
Ich beziehe Leistungen nach dem SGB II (ALG II/HARTZ IV). Diese Info ist natürlich nicht zu privat =)

Deine Antwort hat mir wirklich geholfen. Das gibt mir etwas das Gefühl von Sicherheit.
Ich gehe mal davon aus, dass er bis 2018 in der Army ist und ich bis dahin ja wohl hoffentlich einen Job gefunden habe, sodass diese Situation gar nicht erst zustanden kommt. Aber man weiß es ja nie. Deshalb wollte ich mich diesbezüglich absichern.

Liebe Grüße und danke nochmal.


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