Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

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Kasimir61
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Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon Kasimir61 » 24.04.2017, 12:54

Hi,
ich habe eine unbefristete Rente nun nach 6 Jahren erhalten unter 3 Stunden arbeitsfähig, wie man das so nennt.
Meine Rente war damals eine, die auch aufgrund des Arbeitsmarktes vergeben wurde, also nicht nur aus gesundheitlichen Gründen allein.
Diese Rente war damals ein Auslaufmodel und ich war einer der letzten, der das bekommen hatte - wurde mir gesagt.

Naja, jedenfalls erhielt ich 4 Jahre lang ohne großes TamTam meine monatlichen Bezüge - 50% rente (Bezug aus Rente) und der rest kommt vom Arbeitsamt. War mir auch egal, wer wie was macht und ich habe auch lange genug geschubbert, das ich das ohne schlechtes Gewissen so nehmen kann.
Ich habe unter anderem 9 Herz O.Ps hinter mir und Darm raus, Diabetiker schwer - insulin abhängig ;-)

Teilweise Lähmungen am Auge und Gesicht - kutz um viele Dinge, die es mirt schwer machen ein normales Leben zu führen. Ich habe weiterhin auch eine 40% anerkannte Schwerbehinderung - müssten auch mehr sein, aber man will heute keinem mehr den Ausweis geben.

Egal wie...
zur Story..

Nach jetzt sechs Jahren befristet ist die Rente nun unbefristet und auf einmal schreibt mich da Arbeitsamt an und will, das ich einen Termin zur Wiedereingliederung wahrnehme und eine Eingliederungsvereinbahrung unterschreiben soll und nun auch alle meine Krankenunterlagen und alles neue erneut einreichen soll, obwohl die Rentenstelle das alles schon hatte und dies auch zur Bewertung führte, das ich unbefristet Rente erhalte (unter 3 Stunden).

Ich habe das Gefühl, das man mich jetzt dazu benutzen will, das ich aus dem Geld des Arbeitsamtes in das Geld des Sozialmates gedrückt werden soll, was mir rein theoretisch egal wäre, aber Sie machen es auf diese perfide Art und ich befürchte, das da etwas passiert, was sich zu meinem Nachteil entwickeln könnte. Selbst die Frau von der Rentenanstalt fand das sehr merkwürdig.

Da aber die Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt nunmehr schon seit 6 Jahren permanent versucht, mich irgendwie zu nerven und mir zu drohen - bin ich überzeugt, das die da was aushecken, wo ich aufpassen muss.

Hat jemand von euch das schon mal erlebt und was soll man hier tun?
Muss ich da hin zum Termin und muss ich denen alle Krankenunterlagen, die die ja auch schon in den Jahren gesammelt haben wirklich jedes Jahr neu anfertigen? Können die jetzt meine Bezüge wirklich abstellen, wenn ich keine neue Eingliederungsmaßnahme unterschreibe?
Dann zwingen die mich ja damit, meiner eigenen Rente und der Einschätzung dazu zu widersprechen.

Für mich klingt das nach - Wir werden deine Rente auflösen und dich ordentlich quälen mit vielen tollen neuen Paragrafen und neuen perfiden Möglichkeiten, die wir dazu bekommen haben.

Der Tenor war dabei von einer Sachbearbeiterin, Sie gehören hier garnicht mehr her und wir haben Anweisungen, die Leute auszukicken...

Tolle News, ich weiß auch nicht wirklich, was ich da machen kann und soll - ich meine was kann ich wirklich tun, um diese Sache im Keim zu ersticken und meine Ruhe zu haben?

Gruss S.
Zuletzt geändert von Kasimir61 am 24.04.2017, 12:55, insgesamt 1-mal geändert.

CuttySark
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Re: Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 24.04.2017, 17:31

Moin, Moin Kasimir61,

bist Du im SoVD oder VDK? Wenn ja, dann denen den Vorgang zur Bearbeitung geben, wenn nein dann für 6€ monatlich eintreten
und dann handeln.

Du überzeichnest völlig mit dem, was Du schreibst. Kläre uns bitte zuerst auf ob Du organisiert bist oder nicht. Dann können wir
gezielt antworten.

Liebe Grüße
Rolf

Ps: Das kriegen wir schon hin. Mache Dir keine Sorgen.
Ich bin Laie.
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Re: Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 24.04.2017, 19:24

Hallo Kasimir,

ich war immer der Meinung das nur jemand der über 3 Stunden am Tag arbeitsfähig ist ALG II berechtigt ist.

Wenn ich Deinen Thread richtig verstanden habe und die unbefristete Rente spricht ja auch daür, bist Du nicht über 3 Stunden täglich arbeitsfähig. Also erfüllst Du in meinen Augen doch gar nicht die Bedingungen zum Erhalt von ALG II. Da Du auch nicht arbeitsfähig bist im Sinne des ALG II darf ja eh keine EGV abgeschlossen werden mit Dir.

Bist du Dir wirklich sicher das Du ALG II trotz unbefristeter Rente beziehst?

Angela
Zuletzt geändert von Angela1968 am 24.04.2017, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Kasimir61
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Re: Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon Kasimir61 » 24.04.2017, 19:48

Ja, das war damals eine Rente, die war etwas spezieller und wie gesagt, ich war ziemlich einer der letzten, die das bekamen. Es ist eine Rente die vergeben wurde, wenn die Gesundheit zum Antragszeitraum nixht allein auf Gesundheitsprobleme basiert, sondern auch der Situation am Arbeitsamt geschuldet ist. Jedenfalls damals. Inzwischen habe ich aber sehr viele OP's hinter mir und wäre auch heute der volle Fall für die Rente. Was übrigens organisiert betrifft, war ich bei der VDK, aber das war völlig chaotisch und die haben mir 3 mal Unterlagen anderer Fälle von Dritten gegen meine Unterlagen vertauscht und ich musste deren Korrespondenz auf meine Kosten an deren Mitglieder versenden. Da lief alles schief, bis auf die pünktliche Abbuchung und ich bin ausgestiegen. Die haben nicht mal bei sich selber durchgeblickt und da hatte ich nicht gar so viel Vertrauen. Hat mich meinen Schwerbehinderten Ausweis gekostet... So viel zum VDK.
In Bezug auf unter drei Stunden denke ich, die wollen mich jetzt aus der Arbeitamtzahlung haben. Iss ja auch klar, aber die wollen das auf meinem Rücken durchziehen und darunter muss ich dann leiden.
Ich finde das voll daneben, was die mit uns machen und in ein paar Jahren wird es noch schlimmer sein und für so einen Staat habe ich geackert und bezahlt. Genugtuung habe ixh wenigstens darin, das deren Hölle am Ende noch heftiger wird... Sorry fü die Polemik..
S.

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Re: Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 24.04.2017, 19:54

Hallo,

an Deiner Stelle würde ich üerhaupt einen Überprüfugnsanrag stellen wollen mt der Bitte um Prüfung ob für Dich überhaupt die Bedingungen für ALG II als unbefristeter Rentner noch zutreffen. Ich gehe davon aus, was mich eigentlich wundern täte, das die eigentlich noch gar nicht bemerkt haben as Du gar nicht mehr ALG II berechtigt bist.

Angela
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TGT
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Re: Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon TGT » 24.04.2017, 22:19

Halo Kasimir61,
ich erinnere mich an diese Art der Rente.
Du hast keinen SBV Ausweis mehr? Warum das denn? du kannst jederzeit einen neuen Antrag auf Schwerbehinderung stellen. Dabei wichtig ist die 2. Seite, auf der du deine Beeinträchtigungen beschreibst. Es ist nicht erheblich, wieviele OPs du hattest, sondern nur die Beeinträchtigungen. Das machen die meisten Menschen bei der Antragstellung falsch. VDK weiß das auch nicht immer, leider.
Du wirst vermutlich in die Grundsicherung übergehen. Damit wird deine Rente dann aufgestockt auf Hartz4 Niveau + Sonderbedarf, wenn notwendig und beantragt. Bei vorhandenem GdB ab 50 kommt nochmal ein Extrabetrag dazu.
TGT
Zuletzt geändert von TGT am 24.04.2017, 22:19, insgesamt 1-mal geändert.

Phil.1977
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Re: Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon Phil.1977 » 25.04.2017, 00:32

Hallo Kasimir61!

Die Angelegenheit erscheint mir doch wesentlich unkomplzierter als von Dir angenommen.

Nach Deiner Schilderung warst Du bislang arbeitsmarktabhängig befristet voll erwerbsgemindert. Damit war das Jobcenter trotz der festgesetellten Erwerbsminderung weiterhin für Dich zuständig.

Nunmehr bist Du auf Dauer voll erwerbsgemindert; eine solche Erwerbsminderung ist immer arbeitsmarktunabhängig. Daher bist Du fortan nicht mehr leistungsberechtigt nach dem SGB II, vgl. § 7 Abs. 1 SGB II.

Rechtsfolge der fehlenden Leistungsberechtigung nach dem SGB II ist die sofortige Aufhebung der Entscheidung über die Bewilligung von Leistungen nach dem SGB II. Die Aufhebung erfolgt zum Ende des laufenden Monats.

Das sollte das Jobcenter eigentlich wissen.

Die von Dir beschriebenen Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt sind nicht nachvollziehbar. Ich nehme an, Deinen Befürchtungen und Vermutungen liegen keine konkreten Tatsachen zugrunde. Oder ist das Jobcenter bereits in dieser Hinsicht aktiv geworden?

Du bist nun leistungsberechtigt nach dem Vierten Kapitel des SGB XII, § 41 SGB XII. Das ist die so genannte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Mit anderen Worten: Sozialhilfe.

Die Grundsicherung ist von einem Antrag abhängig. Denn Antrag solltest Du schnellstmöglich bei dem für Dich zuständigen Sozialamt stellen. Der Antrag wirkt übrigens auf den Ersten des Monats zurück, wenn die Voraussetzungen des § 41 innerhalb dieses Kalendermonats erfüllt werden.

Es empfiehlt sich, zuerst beim Sozialamt vorzusprechen und erst danach das Jobcenter von der Antragstellung zu unterrichten. Falls Du für den Monat Mai noch Leistungen des Jobcenters erhalten solltest, wird Dir das Sozialamt für den laufenden Monat allerdings keine Leistungen gewähren, sondern vielmehr den von dem Jobcenter geltend zu machenden Erstattungsanspruch erfüllen. Für Dich ist das im Ergebnis aber egal.

Bevor Du zum Sozialamt gehst, solltest Du Dir von Deiner Krankenkasse eine Bescheinigung über den Versicherungsstatus ab Einstellung der Leistungen des Jobcenters (bzw. ab Rentenbeginn) ausstellen lassen. Dann weiß das Sozialamt, ob Du in der Krankenversicherung der Rentner versichert bist oder ob Du Dich freiwillig krankenversichern musst. Die Beiträge zu der freiwilligen Krankenversicherung übernimmt das Sozialamt.

Wichtige Unterlagen für die Antragstellung bei dem Sozialamt sind u.a. die Kontoauszüge der letzten drei Monate für alle von Dir unterhaltenen Konten, der Mietvertrag im Original, eine aktuelle Mietbescheinigung, aus der möglichst hervorgeht, wie das Warmwasser bereitet wird (zentral oder dezentral), der erste Rentenbescheid im Original, der aktuelle Rentenbescheid und ggf. die Mitteilung der Rentenversicherung, dass die bisher befristete Rente als Dauerrente fortgezahlt wird und eventuelle Nachweise über sonstige Einkünfte und Vermögen (Sparbücher etc.). Falls Du schwerbehindert bist und das Merkzeichen "G" festgestellt wurde, auch der Feststellungsbescheid oder der Schwerbehindertenausweis. Ein GdB von 50 nutzt Dir übrigens sozialhilferechtlich nichts; der Mehrbedarf für Erwerbsgeminderte setzt den Nachweis der Feststellung des Merkzeichens "G" voraus.

Sobald Du den Antrag gestellt hast, solltest Du bei Jobcenter vorstellig werden und auf die Antragstellung bei Sozialamt hinweisen. (Es spricht allerdings auch nichts dagegen, erst beim Jobcenter vorzusprechen und die Angelegenheit zu klären. Das Geld für Mai ist ja, wenn es Dir noch gezahlt wird, schon draußen.)

Die Leistungen des Sozialamtes entsprechen im Wesentlichen denen des Jobcenters. Eine eventuell gezahlte Versicherungspauschale gibt es beim Sozialamt allerdings nicht, die fehlenden 30,00 EUR tun oft weh. Ein Pkw ist beim Sozialamt problematisch, er muss im Zweifel verwertet werden, allerdings nicht immer. Auch die Freibeträge sind beim Sozialamt geringer als beim Jobcenter, wurden allerdings jüngst auf 5.000,00 EUR angehoben.

Gruß
P.
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Heinrich
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Re: Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 25.04.2017, 09:33

Hallo Kasimir61,

m.M.n. solltest Du Dir auf jeden Fall zunächst juristischen Rat einholen bevor Du ohne Nachfrage einfach tust, was die Behörden von Dir verlangen.

Du kannst dem Rat von CuttySark folgen oder Dir einen "Beratungsschein" holen.

So würde ich vermutlich handeln.

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

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Re: Als unbefristeter Rentner zu Arbeitsamt (was ist das?)

Ungelesener Beitragvon w12 » 25.04.2017, 10:11

Hallo Heinrich

Die Sachlage ist doch klar und von Phil.1977 beschrieben worden.

Da das Jobcenter an die Entscheidung der Rentenversicherung gebunden ist, wäre nur die Vorlage des entsprechenden Bescheides notwendig.

Gruß
w12
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