Übernahme Arztkosten?

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

Moderator: Regelteam

Cappubär
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 33
Registriert: 16.09.2017, 15:09
Bewertung: 0

Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon Cappubär » 29.09.2017, 17:54

Hi,
ich habe eine seltene Erkrankung und eigentlich würde ich mich gerne medikamentös behandeln lassen. Das scheitert aber vor allem an den Kosten. Ich habe da gleich mehrere Probleme:

1. Ich habe da einen Arzt gefunden der sich mit der Krankheit wohl auskennt, die Kosten der Zugfahrt Hannover-Münster kann ich jedoch nicht aufbringen. Ansonsten habe ich keinen Spezialisten (neurologischer Schlafmediziner) gefunden der sich in meiner Nähe befindet. Gibt es Möglichkeiten das mir die Zugfahrt irgendwie erstattet wird?

2. Ich bekomme Grundsicherung musste daher den billigsten Tarif meiner Krankenversicherung wählen. Dieser beinhaltet eine hohe Selbstbeteiligung. Diese kann ich nicht aufbringen. Ein Wechsel in den Basistarif ist aber auch keine Lösung, da ich jetzt auch keinen Arzt gefunden habe der bereit ist zu dem günstigen Arzthonorar abzurechnen.

Ich wollte jetzt einen Schwerbehindertenausweis mit Merkmal G beantragen damit ich kostenlos Zug fahren kann, aber das scheitert eben daran, dass ich keinen behandelnden Arzt habe. Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist auch keine Lösung da ich es nicht mal wirklich gebacken bekomme meinen 450 Euro Job zu machen.

Könnte es irgendwo Hilfe für mich geben?

MfG

w12
Administrator
Administrator
Beiträge: 9066
Registriert: 08.09.2004, 16:08
Bewertung: 41
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon w12 » 01.10.2017, 16:57

Hallo Cappubär

Wenn kein anderer Kostenträger dafür aufkommt (aufkommen muss), dann kann das Sozialamt in der Pflicht sein.
Der Wechsel in den Basistarif kann zwar nicht erzwungen werden, aber auch nicht die Verpflichtung zur Übernahme höherer Versicherungskosten.
Dabei ist ein Tarif mit Selbstbeteiligung nicht zwingend unangemessen.

Du solltest dich an eine Beratungsstelle vor Ort wenden.

Gruß
w12
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äusserungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

Cappubär
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 33
Registriert: 16.09.2017, 15:09
Bewertung: 0

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon Cappubär » 22.10.2017, 12:00

Hat denn niemand eine Idee? Mir geht es wirklich immer schlechter, aber die hohe Selbstbeteiligung kann ich beim besten Willen nicht aufbringen.

Heinrich
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1401
Registriert: 26.10.2014, 06:46
Bewertung: 35
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 22.10.2017, 12:56

Hallo Cappubär,

Du hast doch Tipps bekommen:

w12 hat geschrieben:Wenn kein anderer Kostenträger dafür aufkommt (aufkommen muss), dann kann das Sozialamt in der Pflicht sein.


w12 hat geschrieben:Du solltest dich an eine Beratungsstelle vor Ort wenden.

:achtung: :achtung: :achtung:

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

CuttySark
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1821
Registriert: 25.05.2016, 19:16
Bewertung: 18
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja
Wohnort: Brunsbüttel

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 23.10.2017, 07:02

Guten Morgen Cappubär,

Sowohl Hannover als auch Münster haben eine medizinische Hochschule und Du wirst in beiden Städten behandelt werden können. Lass Dir eine Krankenhauseinweisung ausstellen, dann werden auch die Kosten für die An- und Abreise bezahlt.

Du kannst mir nicht erzählen, dass Münster nicht in der Lage ist dich zu behandeln. Sollte es wirklich so sein, lass dich durch Münster stationär
nach Hannover einweisen. Im Schlalabor sind logischerweise Schlafmediziner tätig, werden dort Auffälligkeiten entdeckt, dann wirst Du darauf an-
gesprochen, wie auch ich es wurde. Man vermutete bei mir ein Restless Leg Syndrom, was aber nicht bestätigt wurde.

Der Kasus Knacktus ist das Problem der Selbstbeteiligung und das kannst Du nur mit dem Versicherer diskutieren und mit dem Sozialamt. Jeder
Mediziner ist verpflichtet dich im Basistarif der PKV zu behandeln.

LG Rolf

Drücke Dir die Daumen
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äußerungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

Cappubär
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 33
Registriert: 16.09.2017, 15:09
Bewertung: 0

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon Cappubär » 23.10.2017, 13:13

Die MHH kennt sich mit meiner Erkrankung nicht aus, ich brauche einen Somnologen der sich auf neurologische Erkrankungen spezialisiert hat. Kostenlose behandeln tun sie erst recht nicht.

Nach Münster könnte ich mir die Fahrtkosten nicht leisten, behandeln könnte man mich da wohl aber. Das die Fahrtkosten bei Überweisung übernommen werden habe ich noch nie gehört.

Was die Selbstbeteiligung angeht wollen weder der Landkreis noch die Versicherung diese Kosten übernehmen. Davon abgesehen ist jeder Arzt verpflichtet mich zu behandeln, aber ich bin genauso verpflichtet die Rechnung zu begleichen.

w12
Administrator
Administrator
Beiträge: 9066
Registriert: 08.09.2004, 16:08
Bewertung: 41
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon w12 » 23.10.2017, 15:10

Ich bin Laie.

Die von mir gemachten Äusserungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

CuttySark
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1821
Registriert: 25.05.2016, 19:16
Bewertung: 18
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja
Wohnort: Brunsbüttel

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 24.10.2017, 07:59

Guten Morgen Cappubär,

Bitte rchtig lesen:

Lass Dir eine Krankenhauseinweisung ausstellen, dann werden auch die Kosten für die An- und Abreise bezahlt.

Eine Überweisung reicht nicht, Du benötigst eine Krankenhauseinweisung. Ein Somnologe ist nichts anderes als ein Schlafmediziner, der alle
fachärztlichen Titel führen kann, [color=#FF0000] Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Innerer Medizin und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde[/color]. Ergo würde ich in ein qualifiziertes Schlaflabor gehen und mit den Ergebnissen zu einem Neurologen.

Wie bezahlst Du aber die Kosten der Selbstbeteiligung des Arztes und des Krankenhauses. Da sind die Fahrtkosten ein Fliegenschiss gegen. Du musst im Grunde genommen aus der Selbstbeteiligung raus. Bitte vertraue uns und lass die Hosen runter. Zum einen bist Du hier völlig anonym und zum anderen
kann ich Dir versichern, dass Uwe und w12 alles tun um Anonymität zu gewährleisten. Die kannst Du nur selber aufheben, wie im Fall von Angela1968 und mir. Wir telefonieren ab und an miteinander aber diese Initiative ging von uns aus.

Also klare Fragestellung: Woran bist Du erkrankt?

LG Rolf
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äußerungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

Cappubär
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 33
Registriert: 16.09.2017, 15:09
Bewertung: 0

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon Cappubär » 24.10.2017, 16:10

Aber wieso sollte mich ein Arzt denn ins Krankenhaus einweisen? Was soll ich denn da? Die Behandlung wird generell ambulant durchgeführt. Davon abgesehen kämen bei einem stationären Aufenthalt noch Kosten für die Unterbringung meiner Hunde hinzu, was im Endeffekt deutlich teurer sein dürfte als ein Zugticket zur ambulanten Behandlung.
Ich brauche auch keine Untersuchung im Schlaflabor (die auch wieder ambulant durchgeführt wird). Ich brauche "nur" einen Arzt der meine Erkrankung kennt und mir Medikamente verschreibt.

Das ich aus der Selbstbeteiligung raus müsste ist mir auch klar, aber ich war deswegen beim Anwalt, bei meiner Versicherung, bei der AWO und bei anderen Versicherungen. Fakt ist, dass ein Tarif ohne Selbstbeteiligung nicht unter 450 Euro zu haben ist und das übernimmt der Landkreis nicht. Andere Versicherungen nehmen mich nicht auf als kranker Erwerbsloser.

Ich habe eine sehr seltene neurologische Erkrankung, nennt sich Kleine-Lewin-Syndrom.

CuttySark
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1821
Registriert: 25.05.2016, 19:16
Bewertung: 18
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja
Wohnort: Brunsbüttel

Re: Übernahme Arztkosten?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 24.10.2017, 19:48

Hallo Cappubär,

warum dich ein Arzt in ein Krankenhaus einweisen soll? Ganz einfach, weil Du dann die Fahrtkosten ersetzt bekommst und weil dort vielfältigere Möglichkeiten zur Behandlung angeboten werden.

Ich habe noch nie eine Behandlung in einem ambulanten Schlafzentrum gemacht und mich immer in Kliniken einweisen lassen, wo ich abends
gegen 18 Uhr erscheinen musste und am Folgetag die Klinik nach dem Arztgespräch verlassen durfte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine-Levin-Syndrom

Dann werde Mitglied im SoVD oder VDK. Die Kosten liegen bei 6 € im Monat belasten dich aber nicht, weil das Sozialamt sie Dir ersetzt. Was die
Hunde angeht kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Du musst dich ganz einfach entscheiden, was Dir wichtiger ist. Würdest Du versterben müssten die Tiere auch in andere Hände oder was würdest Du machen, wenn Du über Wochen in ein Krankenhaus müsstest?

Gruß
Rolf
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äußerungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.


Zurück zu „Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten“