Pflegestufe und Grundsicherung

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

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Cheyenne-Jana
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Pflegestufe und Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Cheyenne-Jana » 09.11.2008, 15:29

Hallo und Guten Tag,

Meine Bekannte ist dauererwerbsunfähig und bezieht Leistungungen / Grundsicherung vom Sozialzentrum.

Sie bekommt 8 Stunden im Monat eine Haushaltshilfe und Mehrbedarf wegen Schwerbehinderung.

Jetzt hat sie das Merkmal H beantragt und die KK hat ihr einen Antrag auf Pflegestufe geschickt.

Frage 1:
Wenn die Pflegestufe erteilt wird, darf der Sohn als Pflegeperson angegeben werden. Er betieht
Hartz IV. Oder wird ihm das als Einkommen angerechnet, weil Sohn ?

Frage 2 :
Wird die Haushaltshilfe weiter bezahlt oder wenn eine Pflestufe gegeben wird, gegengerechnet.

Frage 3 :
Bei Gewährung einer Pflegestufe wird rückwirkend ab Antragstellung gezahlt.
Muss die bezogene Leistumg vom Kreis für die Haushaltshilfe dann auch zurückgezahlt werden ?

Ich meine, putzen hat doch nichts mit Pflege zu tun!

Wer weiß mehr und kann einen Tipp geben?

Gruß
Cheyenne-Jana

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Re: Pflegestufe und Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Cheyenne-Jana » 09.11.2008, 19:54

Cheyenne-Jana hat geschrieben:Hallo und Guten Tag,

Meine Bekannte ist dauererwerbsunfähig und bezieht Leistungungen / Grundsicherung vom Sozialzentrum.

Sie bekommt 8 Stunden im Monat eine Haushaltshilfe und Mehrbedarf wegen Schwerbehinderung.

Jetzt hat sie das Merkmal H beantragt und die KK hat ihr einen Antrag auf Pflegestufe geschickt.

Frage 1:
Wenn die Pflegestufe erteilt wird, darf der Sohn als Pflegeperson angegeben werden. Er betieht
Hartz IV. Oder wird ihm das als Einkommen angerechnet, weil Sohn ?

Frage 2 :
Wird die Haushaltshilfe weiter bezahlt oder wenn eine Pflestufe gegeben wird, gegengerechnet.

Frage 3 :
Bei Gewährung einer Pflegestufe wird rückwirkend ab Antragstellung gezahlt.
Muss die bezogene Leistumg vom Kreis für die Haushaltshilfe dann auch zurückgezahlt werden ?

Ich meine, putzen hat doch nichts mit Pflege zu tun!

Wer weiß mehr und kann einen Tipp geben?

Gruß
Cheyenne-Jana



Hallooooooooooooooo !

Ist den heute überhaupt keiner da ?????

Wo ist denn Prinzessin, die weiß doch soviel !

Oder relation, du bist doch auch erfahren !

Gruß
Cheyenne-Jana

Anne0954
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Re: Pflegestufe und Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Anne0954 » 11.11.2008, 01:35

Na da versuche ich es mal,

Also, Pflegegeld wird NICHT als Einkommen angerechnet.
Pflegegeld ist Zweckgebunden.
Das Pflegegeld wird auch immer auf das Konto der zu Pflegenden Person überwiesen,
wem diese Person nun das Geld für die erbrachte Pflege gibt, ist ....wurscht.
Hauptsache sie kann die benötigte Pflege bezahlen.

Wenn die Person die Gepflegt wird beisp. eine Sozialstation mit Pflege UND Hauswirdschaft beauftrag,
wird die Sozialstation mit der Pflegekasse abrechnen,
was nicht an Leistung erbracht wurde, also übrig bleibt, wird der zu Pflegen Person aufs Konto Überwiesen.

Auch das putzen, Wäsche waschen, bügeln kochen, einkaufen u.s.w.gehört mit in die Hauswirtschaft und wird von der Pflegekasse mit bezahlt.
Pflegestufe I bekommt monatlich 215,00€ Pflegegeld, wenn eine Sozialstation kommt um Pflege und Haushalt zu machen bekommen die höchstens 420,-€
Dann ist das Pflegegeld aufgebraucht und es wird nichts mehr überwiesen.
Hat die Sozialstation nur 210,-€ in Rechnung gestellt so bekommt Ihr noch 107,50€ an Pflegegeld ausbezahlt.
Weil 420.-€ die hälfte vom Pflegesachleistung ist, bekommt ihr die andere Häfte vom Pflegegeld. Also 50/50.
Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen.
Mit Pflegestufen u.s. kenne ich mich aus. Das es nicht bei Sozialhilfe angerechnet werden kann weiss ich auch erst seit kurzen und ich finde es sehr beruhigend. Ich brauche zum Beispl. mein Pflegegeld komplett für meine Pflegepersonen und Haushaltshilfe. Habe Pflegestufe II.
hast du noch Fragen?
Liebe Grüße

Anne0954
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Re: Pflegestufe und Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Anne0954 » 11.11.2008, 01:40

Wenn Sie das Merzeichen H im Schwerbehindertenausweis hat,
müsste sie wenigstens Pflegestufe II bekommen, wenn nicht sogar III.

Das H sagt ja aus das deine Bekannte Hilflos ist. Wenn deine Bekannte vom MDK besuch bekommt zur Begutachtung,
dann BITTE eine Kompitente Person mit zur Begutachtung holen.
Am besten eine Schwester von einer Sozialstation.

Ich weiss es von vielen Menschen die nur weil sie bei der Begutachtung niemand dabei hatten die Ahnung von Pflege haben,
Keine Pflegestufe bekommen haben.!!!

Also immer jemanden dazu holen.!!! Ist ganz ganz WICHTIG

Ralf1960
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Re: Pflegestufe und Grundsicherung

Ungelesener Beitragvon Ralf1960 » 19.01.2015, 02:52

Hallo auch,
wichtig in dem Zusammenhang ist: Wenn die Pflege und hauswirtschaftliche Versorgung nicht durch eine Pflegesachleistung entsprechend den Sätzen der Pflegekasse ausreichend sichergestellt werden kann - dann kann Hilfe zur Pflege und Hilfe zur Weiterführung des Hausshaltes ergänzend beantragt werden.
In der Regel reicht das Geld für eine Pflegesachleistung nichteinmal aus um die Grundpflege zu bestreiten durch einen Pflegedienst - geschweige denn noch die hauswirtschaftliche Versorgung.

Die Konstellation die Grundpflege gemäß Gutachten der Pflegekasse komplett durchführen zu lassen - plus dem nicht gedeckten Teil dann bei der Hilfe zur Pflege durch das Amt bezahlen zu lassen trifft meistens alleinstehende Menschen. Der im Pflegegutachten ausgewiesene Teil kann in der Hilfe in besonderen Lebenslagen / Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes für selbstbeschaffte Hilfe im Haushalt mit noch derzeit 8 Euro pro Stunde wie im Gutachten zeitlich festgelegt verlangt werden. Dies dann ohne Nachweis ( dadurch können für den Leistungsträger erhebliche Kosten eingespart werden gegenüber gewerblicher Hilfe )

Je nach Sachbearbeiter und Wohnort oder besonders schlauer Oberamtsräten/innen kann man auf Widerstand stossen. Hier muss man dann eben das Gericht involvieren.

Alle wollen gerne das durch Angehörige Mittel eingespart wird und diese zu Zwangsarbeitern verdammt werden - am liebsten noch das man seine Arbeit aufgeben muss.
In wie weit man letztendlich in der Lage ist die Pflege durch Angehörige sicherzustellen ( so diese das überhaupt wollen ) wird nicht gefragt. Selbst Freunde und Bekannte sollen nach Meinung diverser Antspersonen regelmässig die Pflege durchführen - ggelinde gesagt erlaubt man sich oft Frechheiten die ganz weit an der Realität vorbeigehen.

Deshalb: Nur sich wehren hilft überhaupt weiter. Glücklich ist wer in einer Grossfamilie lebt wie es früher einmal war.

In der Regel sind nahe Verwandte bedingt durch Arbeit und Leistungsdruck gar nicht in der Lage ausreichend zur Verfügung zu stehen. Und dann gibt es natürlich noch jene die nicht wollen.

Zwingen kann man niemanden - entweder hat man genug Geld um sich selbst zu helfen - oder muss sich BERECHTIGT mit den Amtspersonen anlegen.

Eine Person die so schwer behindert ist das diese als hilflos eingestuft wurde kann heutzutage nur noch in besonderen Glücksfällen durch Angehörige gepflegt werden - da müsste man selbst arbeitslos sein und sich dazu noch von der Vermittlung befreien lassen können.

Ich hoffe das hilft euch auch ein wenig weiter - ich weis was es bedeutet ! Leider nur zu gut auch das manche Glauben das ausgezahltes Pflegegeld bares ist und eine Pflege so nebenbei laufen könnte. Hilflose Personen brauchen praktisch rund um die Uhr Betreuung und Pflege und ich glaube das es schon eine sehr grosse Belastung ist wenn nur die Zeiten in der niemand gewerblich die Pflege übernimmt überhaupt jemand da ist.

In der Regel erkennt das Gutachten in Fällen das die behinderte Person völlig auf Hilfe angewiesen ist 40 Stunden im Monat für hauswirtschaftliche Versorgung an. 40 Stunden bei derzeit 8 Euro natürlich.... oder wenn ein schlauer SB meint das ginge so nicht - dann 40 x gewerblicher Stundensatz eben.

Noch ein Hinweis zum Begutachtungstermin - ich habe viele durch - bei einem, 91jährigen gelähmten Mann.... auf die nächtliche Versorgung pochen ! Das ist grundlegend um Pflegestufe 3 beanspruchen zu können.
In der Regel geht es in den Widerspruch - es werden nicht alle Verrichtungen abgefragt durch den Gutachter und die veranschlagten ( unterirdischen ) Minuten die angesetzt werden sind - obwohl durchaus variabel - am untersten Ende angesetzt.

Im Internet finden sich ausführlichere Listen die viel mehr erfassen und auch die Zeitkorridore benennen, wenn da nach Gutachten Zeiten fehlen um die höhere Pflegestufe zu bewilligen lohnt es sich immer ganz genau das Gutachten zu prüfen und direkt zu korrigieren für den Widerspruch.

Ich hoffe es hilft euch.

Gruß
Ralf
Ich schreibe über meine eigenen Erfahrungen mit Ämtern , ansonsten bin ich Laie und meine Beiträge und Kommentare stellen keine Rechtsberatung dar.


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