Übernahme der Bestattungskosten

§§ 68 ff SGB XII Umfang der Leistungen, Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Altenhilfe, Blindenhilfe, Hilfe in sonstigen Lebenslagen, Bestattungskosten...

Moderator: Regelteam

Saphiira
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1
Registriert: 13.09.2018, 16:19
Bewertung: 0

Übernahme der Bestattungskosten

Ungelesener Beitragvon Saphiira » 13.09.2018, 16:34

Guten Tag, liebe Foren-Gemeinde.

Wie man dem Titel entnehmen kann, geht es um das Thema "Übernahme der Bestattungskosten".
Ich habe gestern erfahren, dass mein Vater verstorben ist. Wir hatten zum Ende hin kaum Kontakt, haben alle sechs Monate vielleicht mal telefoniert und sind auch seit einigen Jahren nicht mehr richtig warm miteinander geworden. Leider.
Dennoch bin ich nun natürlich zusammen mit meiner Halbschwester Bestattungs-, sowie Kostenzahlungspflichtig.
Wie wird das nun aber mit meinem Anteil von 50 % der Kosten ablaufen?
Ich verdiene monatlich knapp 1100,- € Netto, dementsprechend wäre da nichts zu holen. Theoretisch.
Nur habe ich durch meine Mutter, die etwas geerbt hat, am Sonntag 6,000 € erhalten, um mir eine Wohnung einzurichten. Ich bin frisch von meinem Lebensgefährten getrennt und habe bereits vor dem Erfahren des Todes meines Vaters, einen Teil von dem Geld in neue Anschaffungen investiert..
Übrig sind nun noch ca. 3800,- €. Davon geht aber noch was ab, da ich von einer Freundin Wohnzimmereinrichtung käuflich erwerbe und mir noch eine Küche und Waschmaschine fehlt.
Da werden dann vielleicht noch knapp 2500,- € über bleiben.
Kann ich nun dennoch einen Antrag auf Kostenübernahme der Bestattung stellen? Ich habe sonst nichts gespartes, kein KFZ o.Ä.. Ich habe das Geld auch schon vor der Bekanntgabe des Todes meines Vaters erhalten und einen großen Teil davon ausgegeben...
Wenn ich keine Chance habe, werde ich natürlich keinen Antrag stellen. Vielleicht war ja jemand in der gleichen Situation und kann mir weiterhelfen.
Vielen Dank schonmal. :pray:

Heinrich
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1458
Registriert: 26.10.2014, 06:46
Bewertung: 35
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja

Re: Übernahme der Bestattungskosten

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 15.09.2018, 06:09

Hallo Saphiira,

Du kannst einen Antrag beim Sozialamt stellen auf Übernahme Deines Bestattungskostenanteils. Allerdings müssen die Kosten moderat sein - eine prunkvolle Beisetzung zahlt das Sozialamt nicht.

Ob Deinem Antrag stattgegeben wird, kann ich Dir nicht sagen.

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

CuttySark
Aktiver Nutzer
Aktiver Nutzer
Beiträge: 1895
Registriert: 25.05.2016, 19:16
Bewertung: 18
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja
Wohnort: Brunsbüttel

Re: Übernahme der Bestattungskosten

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 15.09.2018, 07:08

Moin, Moin Saphiira,

schau Dir mit Deiner Schwester im Internet die Angebote für Beerdigungen an. Ich lasse mich durch ein Institut für unter 1.000 einschließlich aller Nebenkosten beerdigen.

Bei 1100 € Nettolohn bin ich der Ansicht, dass Du kostenpflichtig bleibst.

LG Rolf
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äußerungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.

w12
Administrator
Administrator
Beiträge: 9115
Registriert: 08.09.2004, 16:08
Bewertung: 42
Bist du mit den Regeln des Forums einverstanden?: Ja

Re: Übernahme der Bestattungskosten

Ungelesener Beitragvon w12 » 15.09.2018, 13:06

Hallo Saphiira

Bei dem Einkommen und nicht vorhandenem Vermögen, dass die Grenze von 5000 Euro nicht überschreitet, ist da nichts zu holen (§ 85 SGB XII).

Waren deine Eltern noch verheiratet, also hat die Mutter das Geld von ihrem Ehemann geerbt?
dann ist sie doch zur Kostentragung verpflichtet und dazu ist das Erbe einzusetzen.

Wie jetzt die genauen zeitlichen Umstände sind, ob du also dein Vermögen über der Schongrenze verbraucht hast, trotz Kenntnis der zu tragenden Kosten, wird ggf. das Amt feststellen.

Gruß
w12
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äusserungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine pers. Meinung wieder und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.


Zurück zu „Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten“