Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe entsprechend § 30 SGB XII sowie die einmaligen Bedarfe; Kranken- und Pflegeversicherung,

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SchwarzesLoch
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Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Ungelesener Beitragvon SchwarzesLoch » 10.11.2017, 16:37

Hallo liebe Forum'ler.

Ich befinde mich in einer Situation, die mich überfordert, daher schreibe ich hier und erhoffe mir Rat.

Situation:

Ich erhalte Grundsicherung wegen Erwerbsunfähigkeit (diverse psychische Probleme), jetzt muss ich einen Weiterbewilligungsantrag stellen. Zeitgleich soll ich einen ausgefüllten ärztlichen Befundbericht beifügen + Entbindung von der Schweigepflicht, um festzustellen, ob ich weiterhin erwerbsunfähig bin.

Ich habe eine 2-jährige Verhaltenstherapie hinter mir und abgeschlossen, war nebenher nur in hausärztlicher Behandlung. Im Moment greift die Therapiepause, da wir das Kontingent an Stunden ausgereizt haben. Mein Therapeut ist der Ansicht, dass ich noch jahrelang Therapie benötigen werde.

Vor einem Jahr stand ich vor dem gleichen Problem, denn mein Therapeut konnte mir den ÄRZTLICHEN Befundbericht nicht ausfüllen (da war ich noch in Therapie). Auf dem Amt sagte man mir daher damals: "Befundbericht oder zurück zum JC. Haben Sie keinen Arzt der den Bericht ausfüllt, sind Sie auch nicht krank." Meine Hausärztin hat mich damals gerettet und mir den Bericht notdürftig ausgefüllt (woraufhin auch keine Prüfung seitens des Amtes erfolgte).

Ich bin jetzt in psychiatrischer Behandlung, aber erst seit ein paar wenigen Wochen. Mein Psychiater sieht sich daher noch nicht in der Lage, den umfassenden Bericht auszufüllen. Ich war aufgrund ewig langer Wartezeiten erst zweimal dort (und auf den Ersttermin wartete ich über 3 Monate). Meine Hausärztin wird mir den Bericht nicht nocheinmal ausfüllen.

Mein Partner sagt, das Sozialamt dürfe diesen Bericht nicht einfach verlangen mit der Pistole auf der Brust: "Dieser Bericht oder Sie sind arbeitsfähig". Er ist der Auffassung, das Sozialamt müsse durch einen Amtsarzt prüfen lassen, ob ich arbeitsfähig bin oder nicht, wie das JC es auch tut.

Bitte könnt ihr mir helfen, wie ich am besten vorgehe nun. Mir wurde eine Frist gesetzt bis zum 29.11., den ärztlichen Befundbericht + Schweigepflichtsentbindung abzugeben (Mitwirkungspflicht).

Ich danke euch vielmals im Voraus!

CuttySark
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Re: Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 10.11.2017, 19:55

Moin, Moin Schwarzes Loch,

der Vorgang ist völlig normal und ich sehe kein Problem, warum ihn ein Psychologe oder Arzt heute und vor 1 Jahr nicht ausfüllen konnte.
Nach 2 Jahren Therapie muss der Psychiater dem Arzt einen Bericht inklusive Abschlussbericht zugesandt haben. Ich frage mich, warum Du
nicht bei einem Neurologen in Behandlung bist? Deine Hausärztin hat Dich damals nicht gerettet, sondern schlicht ihren Job gemacht für den
sie bezahlt wird.

Du schickst der Hausärztin und dem Psychiater die Papiere oder besser Du gibst sie Ihnen und lässt die Dir den Empfang auf dem Duplikat unterschreiben. Dann lässt Du die quittierten Unterlagen dem Sozialamt als Kopien zukommen.

Liebe Grüße
Rolf
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Heinrich
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Re: Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 11.11.2017, 06:21

Hallo SchwarzesLoch,

SchwarzesLoch hat geschrieben:Mein Partner sagt, das Sozialamt dürfe diesen Bericht nicht einfach verlangen mit der Pistole auf der Brust: "Dieser Bericht oder Sie sind arbeitsfähig". Er ist der Auffassung, das Sozialamt müsse durch einen Amtsarzt prüfen lassen, ob ich arbeitsfähig bin oder nicht, wie das JC es auch tut.

dieser Ansicht schließe ich mich an. Ein ärztlicher Befund reicht m.M.n. nicht zum Nachweis über Erwerbsminderung aus - um den Befund richtig lesen und Beurteilen zu können, müßte der Sachbearbeiter Arzt sein oder zumindest tiefergehende medizinische Kenntnisse haben.

Die Prüfung durch einen Amtsarzt ist die gängige Methode zur Feststellung von Erwerbsminderung bzw. von Erwerbsunfähigkeit.

Wenn ich Deine Ausführungen richtig verstehe, dann kannst Du die gewünschten Unterlagen eh im Moment nicht beibringen. Ich würde Dir deshalb empfehlen, Dich an eine Rechtsberatung vor Ort zu wenden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Beratungshilfe

H.
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Re: Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 11.11.2017, 07:27

Guten Morgen Heinrich,

natürlich kann er oder sie die Unterlagen beibringen. Wie das gemacht wird habe ich ihm/ihr aufgezeigt. Nun muss nur gehandelt werden.
Keine Arztunterlagen = keine Erwerbsunfähigkeit

LG Rolf
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Re: Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Ungelesener Beitragvon MarianneX » 14.11.2017, 18:52

Hallo,

verstehe ich nicht ganz: Nach einem Jahr kann und sollte Dir die Hausärztin erneut einen Bericht schreiben können. Idealerweise wirst Du dann auch von Deiner Hausärztin krank geschrieben.
Und danach kommt dann erst der Amtsarzt.

Mit freundlichen Grüßen MarianneX

Phil.1977
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Re: Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Ungelesener Beitragvon Phil.1977 » 14.11.2017, 23:29

N'abend!

Da toben sich mal wieder die Ahnungslosen aus! Ist es denn so schwer, sich einfach mal zurückzuhalten, wenn man keine Ahnung hat?

Zunächst:

Wenn Du tatsächlich Grundsicherung nach dem 4. Kapitel des SGB XII erhältst, dann bist Du auf Dauer erwerbsgemindert. Sonst wärst Du gar nicht anspruchsberechtigt. Das kann nur der Träger der deutschen Rentenversicherung - auf Deine Veranlassung in einem Rentenantragsverfahren oder auf Veranlassung des Jobcenters nach § 44a SGB II - festgestellt haben. Dann musst Du definitiv nichts mehr tun, um Deine Erwerbsminderung nachzuweisen. Das Ansinnen des Sozialamtes wäre rechtswidrig.

Anders würde es aussehen, wenn Du lediglich befristet erwerbsgemindert sein solltest. Dann würdest Du allerdings so genannte Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel erhalten. Die endet in der Tat grundsätzlich mit der Befristung der Erwerbsminderung. Für die HLU gibt es aber keine Weiterbewilligungsanträge im eigentlichen Sinne.

Wenn Du eine befristete Erwerbsminderungsrente erhältst, musst Du rechtzeitig einen neuen Rentenantrag stellen. Sonst fällst Du aus der Sozialhilfe zurück ins SGB II.

Wenn Du keinen Rentenanspruch hast, muss die Erwerbsminderung neu festgestellt werden. Dazu reicht ein ärztliches Attest selbstverständlich nicht aus.

Für die Feststellung der fortdauernden (befristeten) Erwerbsminderung ist grundsätzlich das Jobcenter zuständig. Nur wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass Du fortan auf Dauer erwerbsgemindert bist, Du also nun Anspruch auf Grundsicherung haben könntest, darf das Sozialamt ein entsprechendes Ersuchen an die Rentenversicherung richten. Ein solcher Anhaltspunkt wäre dann in der Tat ein ärztliches Attest mit entsprechendem Inhalt.

Deine Sachverhaltsschilderung hört sich etwas verworren an. Vielleicht kannst Du sie ja etwas präzisieren.

Gruß
P.
Refugees welcome! - Wider jede Logorrhoe!

Heinrich
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Re: Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 15.11.2017, 06:21

Phil.1977 hat geschrieben:
N'abend!


Gu'n Moorgen, Phil.1977,


Phil.1977 hat geschrieben:
Da toben sich mal wieder die Ahnungslosen aus! Ist es denn so schwer, sich einfach mal zurückzuhalten, wenn man keine Ahnung hat?


dieses ist ein Laienforum - Ahnungslose ausdrücklich erwünscht! :grin:

Bist also möglicherweise Du hier falsch?

H.


Hallo Heinrich,
Grundsätzlich gilt:

d Ratschläge, Hinweise und Empfehlungen die von den Benutzern des Forum Sozialhilfe gegeben werden, sind grundsätzlich als unverbindlich anzusehen und beruhen ausschließlich auf deren eigenen Einschätzungen und Erfahrungen. Sie sind keine Rechtsberatung im Sinne des Rechtsberatungsgesetzes. Die praktische Umsetzung dieser Tipps geschieht grundsätzlich auf eigenes Risiko. Der Betreiber des Forums haftet keinesfalls für etwaige rechtliche oder finanzielle Konsequenzen, die aus der Befolgung der Ratschläge entstehen. #

Also können auch Ahnungslose (Unwissende) ihren Senf dazugeben.

Sollte ein Forum allerdings nur diesen Typ User beherbergen, dann sollte man es schließen.

Da ich ein Verschwörungstheoretiker bin, könnte ich mir vorstellen, ein Forum zu beschädigen, in dem ich ständig auf die Rechtsberatungshilfe hinweise, bis der Betreiber jeder Anfrage direkt einen Standarttext “Wenden Sie sich an den VDK und/oder beantragen Sie Beratungshilfe“ als automatische Antwort anfügt.

Wir lesen schon meistens mit und teilen unsere Meinung bei abweichender Auffassung mit.

Da Phil.1977’s Antwort am Anfang auch nicht von Sachlichkeit geprägt ist, soll die Antwort mal stehen bleiben.

Gruß
w12
Zuletzt geändert von w12 am 16.11.2017, 17:47, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Erwerbsunfähigkeit läuft ab - Ärztlicher Befundbericht wird verlangt

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 17.11.2017, 08:59

Hallo w12,

ich kann nicht ganz verstehen, wo das Problem liegt/lag.

w12 hat geschrieben:Also können auch Ahnungslose (Unwissende) ihren Senf dazugeben.

Selbstverständlich. Genau dieses wurde von Phil.1977 ja moniert, was mich zu einem etwas ironischen Kommentar veranlaßte. Ich habe ja selbst auch keine genauen Rechts- oder Paragraphenkenntnisse.

Der Hinweis betreffs VdK sollte übrigens nicht an mich gehen.

H.
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