Meine Mutter soll von der Grundsicherung zum Wohngeld wechseln

Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe entsprechend § 30 SGB XII sowie die einmaligen Bedarfe; Kranken- und Pflegeversicherung,

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Mike.L
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Meine Mutter soll von der Grundsicherung zum Wohngeld wechseln

Ungelesener Beitragvon Mike.L » 09.11.2017, 07:33

Hallo Leute, meine Mutter hatte gestern einen Termin beim Sozi. Sie soll jetzt Wohngeld beantragen und auf ihre Grundsicherung verzichten. Das wäre jetzt eine neue Regelung hatte man ihr gesagt. Meine Frage: Darf man meine Mutter zwingen zu wechseln, oder darf man das verweigern?

Heinrich
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Re: Meine Mutter soll von der Grundsicherung zum Wohngeld wechseln

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 09.11.2017, 07:53

Hallo Mike1,

soweit ich mich mit dem Thema auskenne, ist die von Betrag her höhere Leistungsart vorrangig.

Deine Mutter sollte mal prüfen (lassen), wieviel Wohngeld ihr zusteht. Es gibt diverse Wohngeldrechner im Netz. Zudem sollte das Wohngeldamt Auskunft erteilen können.

Daß die Regelung des Vorrangs der vom Betrag her höheren Leistungsart geändert wurde, ist mir nicht bekannt.

H.
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Mike.L
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Re: Meine Mutter soll von der Grundsicherung zum Wohngeld wechseln

Ungelesener Beitragvon Mike.L » 09.11.2017, 08:07

Vom Wohngeld muss sie aber die Rundfunkgebühren etc. selber zahlen. Da hat sie ja dann unterm Strich nicht mehr.
Und dann soll sie ihre Bankkarte vorzeigen, ist das denn rechtens.

Heinrich
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Re: Meine Mutter soll von der Grundsicherung zum Wohngeld wechseln

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 09.11.2017, 08:23

Hallo Mike1,

Mike.L hat geschrieben:Vom Wohngeld muss sie aber die Rundfunkgebühren etc. selber zahlen. Da hat sie ja dann unterm Strich nicht mehr.
Und dann soll sie ihre Bankkarte vorzeigen, ist das denn rechtens.

Zum ersteren: nicht unbedingt. Solange das eigene Einkommen nicht höher ist als der max. Sozialhilfesatz + aktueller Rundfunkbeitrag, kann man sich befreien lassen.

Bsp.: 409 € Regelsatz + 450 € Warmiete = 859 € max. Sozialhilfesatz.

Solange das eigene Einkommen nicht höher ist als in diesem Fall 859 € Sozialhilfesatz + 17,50 € Rundfunkbeitrag = 876,50 €, ist nach meinem Wissen eine Befreiung möglich.

Sollte das Wohngeld deutlich höher sein als die ergänzende Sozialhilfe, muß der Rundfunkbeitrag zwar gezahlt werden aber die Sache rechnet sich vielleicht dennoch für Deine Mutter. Dann kommt's auf die Höhe der Differenz zwischen Wohngeld und ergänzender Sozialhilfe an.

Zur Bankkarte: on das rechtens ist, weiß ich nicht. Aber warum sollte sie sie denn nicht vorzeigen? Widersprechen würde ich hier nur, wenn man die Bankkarte fotokopieren und die Kopie zu den Akten nehmen will. Sowas soll's geben und verstößt nach meinem Wissen gegen den Datenschutz.

H.
Zuletzt geändert von Heinrich am 09.11.2017, 08:28, insgesamt 2-mal geändert.
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Heinrich
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Re: Meine Mutter soll von der Grundsicherung zum Wohngeld wechseln

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 09.11.2017, 08:35

Hallo Mike.L,

ich habe gerade erst gesehen, daß ich Dich versehentlich 'umgetauft' habe. Schrift auf Bildschirm war zu klein eingestellt. Sorry.

H.
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Re: Meine Mutter soll von der Grundsicherung zum Wohngeld wechseln

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 09.11.2017, 09:42

Moin, Moin Mike.l.,

verweigern darf ein Mensch in jedem Staat der Welt alles. Nur ob ihm das einen Vorteil bringt sei dahin gestellt. Deine Mutter kann aber in jedem Fall zu viel Geld, dass sie nicht benötigt dem Staat zurückzahlen und wenn als Spende.

Also den Antrag auf Wohngeld stellen und dann wird Mutter sehen, wie die Fakten aussehen. Lies bitte selber, wie die rechtliche Situation zum Thema
Befreiung von den Rundfunk und Fernsehgebühren aussieht:

https://www.verbraucherzentrale-branden ... igung-5795

Wer keine der vorgenannten Sozialleistungen bezieht, weil seine Einkünfte die jeweilige Bedarfsgrenze überschreiten, kann eine Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht als besonderen Härtefall beantragen, wenn die Überschreitung geringer ausfällt als die Höhe des monatlichen Rundfunkbeitrags. Für die Befreiung ist die Vorlage eines ablehnenden Leistungsbescheids der jeweiligen Sozialbehörde erforderlich, aus dem hervorgehen muss, dass die Bedarfsgrenze um maximal 17,50 Euro überschritten wurde.

LG Rolf
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Re: Meine Mutter soll von der Grundsicherung zum Wohngeld wechseln

Ungelesener Beitragvon w12 » 09.11.2017, 12:56

Hallo

Dazu:
http://www.forum-sozialhilfe.de/phpBB3/ ... 6&start=10

Freiwillig verzichten würde ich auf keinen Fall.

Zunächst soll das Amt nachweisen, dass durch Wohngeld die Hilfsbedürftigkeit überhaupt (im Sinne einer vorläufigen Berechnung) überwunden wird.

Dann vorläufig weiterleisten lassen, da Wohngeld dauern kann.

Gruß
w12
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