Ärger mit dem Amt

Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe entsprechend § 30 SGB XII sowie die einmaligen Bedarfe; Kranken- und Pflegeversicherung,

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vbhh
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Ärger mit dem Amt

Ungelesener Beitragvon vbhh » 20.08.2018, 06:33

Ich bin seit 2006 im Bezug von EU-Rente und habe bis letztes Jahr im August Grundsicherung in Höhe von ca 170 Euro erhalten.
Dann teilte mir das Amt mit, sie würde die Leistungen aufgrund fehlender Mitwirkung (Ich hatte versäumt die Kontoauszüge der letzten drei Monate und die Betriebskosten-Abrechnung abzugeben) einstellt.
Ich bin aufgrund einer psychischen Erkrankung (PTBS und Dissoziativer Störung) nicht immer in der Lage meine Angelegenheiten zu regeln. Aber ich habe dann die fehlenden Unterlagen im Dezember nachgereicht. Laut Aussage des Sachbearbeiters auf dem Ortsamt sollte die Zahlung dann spätestens ab 02/18 erfolgen.
Danach habe ich nie wieder was von denen gehört :eek:
Wegen meiner Angstzuständen und Panik habe ich dann immer gehofft das es weitergeht und es sich regelt. Ich habe nun letzten Monat nachgefragt (per Mail) warum ich bis heute nichts gehört habe, ob noch etwas fehlt, oder wann ich denn mit einer Zahlung rechnen könnte.
Als Antwort erhielt ich ein Schreiben mit Neuantrag. Schließlich seien die Unterlagen die ich eingereicht habe aus 2017. Der Vorgang ist ja auch 2017 gewesen :denk:
:stupid:
Keinerlei Bezug darauf, was denn nun da los gewesen ist.
Nun muss ich alles neu einreichen. Aufgrund der fehlenden Grundsicherung der letzten Monate musste ich mir schon immer bei Freunden Geld leihen um Strom zu bezahlen, bin hochverschuldet und habe keine Kraft mehr mich mit dem Amt auseinander zu setzen.
Zum Beispiel kann ich die 12 Euro für eine Meldebestätigung nicht aufbringen die das Amt verlangt. Obwohl ich schon fast 10 Jahre im Bezug von GS bin und seit 20 Jahren in der gleichen Wohnung lebe.
Bin total traurig, wütend und resigniert. Depressiv und voller Panik (meine PTBS interessiert das Amt eh nicht) und denke schon daran lieber betteln zu gehen als mich den Schikanen länger auszusetzen.

Heinrich
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Re: Ärger mit dem Amt

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 20.08.2018, 07:05

Hallo vbhh,

m.M.n. hättest Du sofort nach dem Leistungsentzug einen Weiterbewilligungsantrag stellen müssen. Aber vielleicht kann man das Einreichen der fehlenden Unterlagen im Dezember als solchen werten. Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher.

Empfehlen würde ich Dir, Dich von einem Anwalt beraten zu lassen ob da noch was für Dich zu retten ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Beratungshilfe

Wenn Du Beratungshilfe bekommt, kann der Anwalt allerdings bis zu 15 € "Eigenanteil" verlangen.

Falls Du die nicht aufbringen kannst, würde ich Dir empfehlen, Dich an eine Beratungsstelle vor Ort (z.B. Caritas oder Diakonie) zu wenden. Dort berät man nach meinem Wissen kostenlos.

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

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Uwe Kruppa
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Re: Ärger mit dem Amt

Ungelesener Beitragvon Uwe Kruppa » 20.08.2018, 12:26

Hallo „vbhh“…

Bitte stelle einen Überprüfungsantrag => Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X den nach § 67 SGB I hätte Dir möglicherweise sogar eine Nachzahlung ab August 2017 zugestanden.

In Bezug auf die geforderte Meldebestätigung berufe Dich bitte auf § 65 SGB I, den dies fällt unter die Grenzen der Mitwirkung. Den die Mitwirkungspflichten nach den §§ 60 bis 64 SGB I bestehen nicht, soweit der Leistungsträger sich durch einen geringeren Aufwand als der Antragsteller oder Leistungsberechtigte die erforderlichen Kenntnisse selbst beschaffen kann.

Solltest Du, aufgrund deiner Erkrankung dies nicht allein schaffen, dann befolge bitte den Ratschlag von Heinrich.

Gruß
Uwe Kruppa
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Robby13
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Re: Ärger mit dem Amt

Ungelesener Beitragvon Robby13 » 20.08.2018, 13:57

Hallo vbhh,

wenn Sie krankheitsbedingt nicht immer in der Lage sind, Ihre Angelegenheiten zu regeln, sollte Sie evt. über die Anregung einer gesetzlichen Betreuung für Sie nachdenken. Diese kann sich ggf. auch ausschließlich auf den Aufgabenkreis "Behördenangelegenheiten" beschränken.

MfG


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